{"id":1016100,"date":"2026-05-13T14:02:22","date_gmt":"2026-05-13T14:02:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1016100\/"},"modified":"2026-05-13T14:02:22","modified_gmt":"2026-05-13T14:02:22","slug":"mit-haeppi-koennen-praxen-mehr-patienten-versorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1016100\/","title":{"rendered":"Mit \u00abH\u00e4ppi\u00bb k\u00f6nnen Praxen mehr Patienten versorgen"},"content":{"rendered":"<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Das Pilotprojekt \u00abH\u00e4ppi\u00bb hat Hausarztpraxen in Rheinland-Pfalz einer wissenschaftlichen Auswertung zufolge entlastet. F\u00fcnf von sieben Praxen gaben zudem an, am Ende der Pilotphase mehr Patientinnen und Patienten behandelt zu haben, wie eine Untersuchung der Universit\u00e4tskliniken Mainz und Heidelberg nach Ende der Pilotphase zeigte. Den Praxen haben demnach vor allem neue Teamstrukturen und der verst\u00e4rkte Einsatz digitaler Instrumente geholfen.<\/p>\n<p>In sieben ausgew\u00e4hlten Praxen im l\u00e4ndlichen Raum wurde ab Juli 2025 f\u00fcr sechs Monate getestet, wie mit neuen Teamstrukturen und dem Einsatz von digitalen Instrumenten die Arbeit besser verteilt und damit mehr Zeit f\u00fcr die Patientinnen und Patienten geschaffen werden kann. Neben dem Einsatz von Videosprechstunden, Online-Terminierung oder Messengerdiensten lag ein Schwerpunkt auf dem Einsatz KI-basierter Telefonassistenz. Das Versorgungskonzept des Haus\u00e4rztinnen- und Haus\u00e4rzteverbandes auf Bundesebene wurde zuvor bereits in Baden-W\u00fcrttemberg erprobt.<\/p>\n<p>\u00abWir hier in Rheinland-Pfalz haben im Rahmen unseres Projekts vor allem die KI-Technologie angewendet, die tats\u00e4chlich, muss ich so sagen, ein voller Erfolg war\u00bb, sagte Barbara R\u00f6mer, Vorsitzende des Haus\u00e4rztinnen- und Haus\u00e4rzteverbands Rheinland-Pfalz. Das Ende der Pilotphase solle \u00abf\u00fcr alle ein Startpunkt sein, damit wir jetzt, gerade im l\u00e4ndlichen Raum von Rheinland-Pfalz, stabile, innovative, moderne Haus\u00e4rztliche Versorgung sicherstellen k\u00f6nnen\u00bb.<\/p>\n<p>\u00abH\u00e4ppi ist in Rheinland-Pfalz ein machbares Versorgungskonzept\u00bb, sagte Hausarzt und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universit\u00e4t Heidelberg, Simon Schwill, der an der Auswertung beteiligt war. Seiner Aussage nach sei es ein \u00abUpgrade\u00bb der klassischen Hausarztpraxis. Auch die Patientenbefragung habe eine hohe Zufriedenheit belegt.<\/p>\n<p>Wie Henry den Stress nimmt<\/p>\n<p>Alexander Gindi f\u00fchrt eine haus\u00e4rztlich-internistische Praxis im Westerwald, sie ist eine der sieben \u00abH\u00e4ppi\u00bb-Praxen. \u00abWir waren vorher schon sehr gut aufgestellt, aber jetzt im Rahmen des Projekts ist die Digitalisierung bei uns noch mal ein St\u00fcck weiter gegangen\u00bb, berichtet er.<\/p>\n<p>Die K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) \u2013 in Gindis Praxis hei\u00dft sie Henry \u2013 nimmt Anrufe von Patienten entgegen. \u00abDa k\u00f6nnen sie jederzeit Termine, Rezepte und \u00dcberweisungen beantragen\u00bb, sagte der Arzt. \u00abSie k\u00f6nnen auch ihre Probleme vortragen und er gibt dann Tipps, also sagt dann eher &#8222;das ist ein akuter Fall, du musst heute kommen&#8220;, oder &#8222;ist nicht so dringend, ich mache einen normalen Termin&#8220;.\u00bb Wenn gew\u00fcnscht, kann auch der R\u00fcckruf des Arztes beantragt werden.<\/p>\n<p>Der Unterschied wird im B\u00fcro der Praxis deutlich, erz\u00e4hlte er. \u00abWenn ich da reinkam und wollte irgendetwas anderes, waren die nur am Telefonieren \u2013 und in dem Moment, wo sie auflegen, klingelte es schon wieder.\u00bb Nun sei das anders: \u00abDa ist absolute Ruhe, das macht die KI\u00bb, so Gindi. Demnach bestimmen nun die Mitarbeiter, wann sie zur\u00fcckrufen. \u00abDas ist eine ganz andere Arbeitsweise und die Patienten finden das auch klasse.\u00bb<\/p>\n<p>Aus Gindis Sicht ist das Fazit: \u00abDurch das ganze H\u00e4ppi-Konzept ist der Stress deutlich weniger geworden \u2013 f\u00fcr alle.\u00bb Und: \u00abIch kann die Patienten zufriedener durch den Praxisalltag f\u00fchren. Und ich kann auch wesentlich mehr Patienten versorgen.\u00bb<\/p>\n<p>Sechs Praxen bleiben \u00abH\u00e4ppi\u00bb<\/p>\n<p>Dass das Projekt einen nachhaltigen Einfluss hatte, zeigt sich auch daran, dass sechs der sieben Praxen den KI-Telefonassistenten seit Projektende auf eigene Kosten weiternutzen, wie aus der Auswertung hervorgeht. Als eine Herausforderung beschrieben viele Praxen zun\u00e4chst die Umstellung auf das KI-System und die Akzeptanz einiger Patienten.<\/p>\n<p>Damit das \u00abH\u00e4ppi\u00bb-Konzept in weiteren Praxen in Rheinland-Pfalz \u00fcbernommen werden kann, m\u00fcsse nun noch ein Leitfaden durch den Haus\u00e4rztinnen- und Haus\u00e4rzteverband Rheinland-Pfalz erarbeitet werden, sagte Barbara R\u00f6mer, Vorsitzende des Landesverbands.<\/p>\n<p>Minister betont Bedeutung in Fl\u00e4chenland<\/p>\n<p>Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) betonte in einer Mitteilung, dass die Mehrversorgung gerade in einem Fl\u00e4chenland wie Rheinland-Pfalz wichtig sein. Dabei sei entscheidend, dass das Konzept auch in kleineren Praxen umgesetzt werden k\u00f6nne. Ein voller Terminkalender lie\u00df beim Minister nur einen kurzen Besuch bei der Vorstellung der Auswertung zu.<\/p>\n<p>\u00abNun versprechen wir uns von der Gesetzgebung auf Bundesebene eine verst\u00e4rkte Steuerungsrolle der Haus\u00e4rzte und einen klaren Rahmen f\u00fcr die Delegation \u00e4rztlicher Aufgaben, damit wir gute Ans\u00e4tze wie &#8222;H\u00e4ppi&#8220; gut in eine Regelstruktur au\u00dferhalb von Modellprojekten \u00fcberf\u00fchren k\u00f6nnen\u00bb, sagte der Minister laut Mitteilung. Das Projekt wurde aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz und durch die AOK Rheinland-Pfalz\/Saarland mit rund 280.000 Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Pilotprojekt \u00abH\u00e4ppi\u00bb hat Hausarztpraxen in Rheinland-Pfalz einer wissenschaftlichen Auswertung zufolge entlastet. 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