{"id":1016134,"date":"2026-05-13T14:20:22","date_gmt":"2026-05-13T14:20:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1016134\/"},"modified":"2026-05-13T14:20:22","modified_gmt":"2026-05-13T14:20:22","slug":"recycling-europe-warnt-vor-perfect-storm-im-alttextilmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1016134\/","title":{"rendered":"Recycling Europe warnt vor \u201ePerfect Storm\u201c im Alttextilmarkt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die EU und ihre Mitgliedstaaten arbeiten an der Architektur einer textilen Kreislaufwirtschaft \u2013 doch die Strukturen, auf denen sie aufbauen soll, kollabieren zum Teil bereits. Davor warnten Vertreter der Alttextil- und Recyclingbranche letzte Woche auf der IFAT. Die k\u00fcnftige Herstellerverantwortung (EPR) f\u00fcr Textilien drohe, in ein kippendes System hineinzuregulieren: Billige Neuware entwertet Secondhand, schlechte Qualit\u00e4ten verteuern die Sortierung, Recycling ist noch kein belastbares Ersatzgesch\u00e4ft. Mariska Boer, Pr\u00e4sidentin der Textilsparte im Dachverband Recycling Europe (vormals Euric), beschrieb die Situation bei einer Paneldiskussion als \u201ePerfect Storm\u201c, befeuert von Ultra-Fast-Fashion-Anbietern wie Shein und Temu. \u201eWir brauchen einen radikalen Wandel und wir brauchen ihn schnell.\u201c\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas Sammel- und Sortiersystem war immer in der Lage, sich selbst durch die Einnahmen aus der Wiederverwendung zu tragen\u201c, sagte Boer, die als Mitinhaberin der Boer Group eines der f\u00fchrenden niederl\u00e4ndischen Unternehmen im Bereich Textilverwertung leitet. Die bisherige Erl\u00f6slogik stehe massiv unter Druck. Die Inputqualit\u00e4t der erfassten Ware sinke, w\u00e4hrend die Kosten der manuellen Sortierung stiegen. Zugleich konkurrierten Secondhand-Anbieter mit denselben Plattformen, deren Billigware sp\u00e4ter in den Sammelstr\u00f6men lande. \u201eEin Secondhand-Shop kann ein Shein-Produkt nicht gebraucht verkaufen, wenn der Laden nebenan das gleiche Produkt neu f\u00fcr ein Drittel des Preises anbietet\u201c, so Boer.\n<\/p>\n<p>Die politische Dringlichkeit der Problematik unterstrich Julia Schneider, Abgeordnete der Gr\u00fcnen im Deutschen Bundestag. Sie sprach von einem System, das nicht nur nachjustiert werden m\u00fcsse, sondern \u201estrukturell kaputt\u201c sei. Die EPR, die Produzenten und Handel k\u00fcnftig finanziell f\u00fcr die Behandlung von Textilien nach der Erstnutzungsphase in die Pflicht nehmen soll und bis Juni n\u00e4chsten Jahres von den EU-L\u00e4ndern in nationales Recht umzusetzen ist, d\u00fcrfe nicht zu sp\u00e4t kommen. \u201eWenn wir bis 2027 oder dar\u00fcber hinaus warten, riskieren wir, neue Regulierungen auf Grundlage einer Infrastruktur einzuf\u00fchren, die es dann nicht mehr gibt.\u201c\n<\/p>\n<p>Ohne Secondhand-Export w\u00fcrden Europas Sammler und Sortierer \u201eaufh\u00f6ren zu existieren\u201c<\/p>\n<p>Boer wies in der Diskussion auf eine entscheidende Abh\u00e4ngigkeit hin: \u201eOhne die M\u00f6glichkeit, einen globalen Markt f\u00fcr Secondhand-Kleidung zu bedienen, w\u00fcrde die Sammel- und Sortierbranche in Europa aufh\u00f6ren zu existieren.\u201c Der Grund liegt nach Boers Darstellung in der Zusammensetzung der Sammelware. Rund die H\u00e4lfte des Inputs sei f\u00fcr die Wiederverwendung geeignet. Davon k\u00f6nne jedoch nur ein kleiner Teil \u2013 nur rund zehn Prozent \u2013 lokal vermarktet werden&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU und ihre Mitgliedstaaten arbeiten an der Architektur einer textilen Kreislaufwirtschaft \u2013 doch die Strukturen, auf denen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1016135,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-1016134","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116567712013170637","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1016134","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1016134"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1016134\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1016135"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1016134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1016134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1016134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}