{"id":1016964,"date":"2026-05-13T22:00:19","date_gmt":"2026-05-13T22:00:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1016964\/"},"modified":"2026-05-13T22:00:19","modified_gmt":"2026-05-13T22:00:19","slug":"gift-als-immun-cocktail-informationen-fuer-medien-und-journalistinnen-freie-universitaet-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1016964\/","title":{"rendered":"Gift als Immun-Cocktail \u2022 Informationen f\u00fcr Medien und Journalist*innen \u2022 Freie Universit\u00e4t Berlin"},"content":{"rendered":"<p>Im Gift von Rossameisen, Waldameisen und Co. steckt mehr als bislang angenommen: Ein Forscherteam der Freien Universit\u00e4t Berlin und der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg hat erstmals nachgewiesen, dass das s\u00e4urehaltige Spr\u00fchgift dieser Ameisen ein komplexer Cocktail aus Peptiden (kleinen Eiwei\u00dfen) und weiteren bioaktiven Substanzen ist. Diese sch\u00fctzen die Nester vor Krankheitserregern. Die Entdeckung der neuen Peptide hat Bedeutung f\u00fcr die medizinische Wirkstoffforschung und er\u00f6ffnet neue Perspektiven auf die Immunabwehr und den Umgang mit Mikroben in sozialen Insektengemeinschaften. Die <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1126\/sciadv.aed4078\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Studie ist im Fachmagazin Science Advances<\/a> erschienen. Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus T\u00fcbingen, M\u00fcnster, Leipzig, Frankfurt am Main und Cambridge waren beteiligt.<\/p>\n<p>Ameisengift ist komplexer als bisher angenommen<\/p>\n<p>Das Gift von Schuppenameisen, zu denen auch die Waldameisen geh\u00f6ren, galt bislang als vergleichsweise einfach zusammengesetzt: Ameisens\u00e4ure wurde seit ihrer Entdeckung im 17. Jahrhundert als zentraler und nahezu alleiniger Inhaltsstoff dieser Ameisengifte betrachtet. \u201eWir sind in unserem Projekt einer jahrzehntealten und weitgehend unbeachteten Publikation nachgegangen, in der erw\u00e4hnt wurde, dass diese Gifte vielleicht auch eiwei\u00dfartige Stoffe enthalten\u201c, sagt der Projektleiter und Professor f\u00fcr Pharmazeutische Biologie am Institut f\u00fcr Pharmazie der Freien Universit\u00e4t Berlin, Timo Niedermeyer. Er erg\u00e4nzt: \u201eWir haben nun zwei v\u00f6llig neue Peptid-Familien in den Giften von Schuppenameisen nachgewiesen. Diese Peptide sind einzigartig in diesen Ameisen, kommen dort aber weit verbreitet vor. Ihr Gift ist wesentlich komplexer als bisher angenommen.\u201c<\/p>\n<p>Ameisengift sch\u00fctzt Brut vor Pilzerkrankungen<\/p>\n<p>Die im Gift identifizierten Peptide leisten offenbar einen Beitrag zur Nesthygiene: So schmieren die Ameisen ihre Brut mit ihrem Gift ein \u2013 die Peptide bleiben nach dem Verdunsten der Ameisens\u00e4ure auf den Puppen zur\u00fcck und wirken dort Infektionen entgegen. \u201eEinige der Peptide zeigen eine ausgepr\u00e4gte Wirkung gegen Pilze. Das ist interessant vor dem Hintergrund einer Bedrohung sozialer Gemeinschaften durch Umweltmikroben und Krankheitserreger sowie zunehmender Resistenzen dieser Mikroben gegen antimikrobielle Wirkstoffe\u201c, betont Dr. Simon Tragust, Projektleiter am Institut f\u00fcr Biologie der Universit\u00e4t Halle. \u201eMit \u00fcber 3.700 Arten er\u00f6ffnet die Unterfamilie Formicinae (Schuppenameisen) ein enormes Potenzial f\u00fcr die Entdeckung weiterer bioaktiver Substanzen.\u201c<\/p>\n<p>Die Forschungsergebnisse untermauern, dass das Gift von Schuppenameisen vielf\u00e4ltige Funktionen erf\u00fcllt. Die Ameisen verwenden es nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zur Desinfektion, zur Steuerung ihrer Darmflora und zur Kommunikation mit Artgenossen.<\/p>\n<p>Internationale Spitzenforschung<\/p>\n<p>F\u00fcr ihre Arbeit kombinierten die Forschenden Methoden aus Biologie, Chemie und Pharmazie. Mithilfe moderner Proteotranskriptomik wurden Protein- und RNA-Daten zusammengef\u00fchrt, um die im Gift enthaltenen Peptide und ihre Gensequenzen zu identifizieren. Erg\u00e4nzend kamen chemische Analysen, synthetische Verfahren und funktionelle Bioaktivit\u00e4tsassays zum Einsatz. Weitere Einblicke in Struktur und Evolution der Giftbestandteile lieferten biophysikalische Experimente, Genomanalysen sowie computergest\u00fctzte Modellierungen.<\/p>\n<p>Durch die interdisziplin\u00e4re Herangehensweise und die Untersuchung der Giftsekrete mehrerer Ameisenkolonien verschiedener Ameisenarten z\u00e4hlt die Arbeit zu den bisher umfassendsten vergleichenden Analysen von Ameisengiften. (cxm)<\/p>\n<p align=\"center\">Gemeinsame Pressemitteilung der Freien Universit\u00e4t Berlin und der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im Gift von Rossameisen, Waldameisen und Co. steckt mehr als bislang angenommen: Ein Forscherteam der Freien Universit\u00e4t Berlin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1016965,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1860],"tags":[5199,5738,3364,29,548,663,3934,30,4062,17332,13,14,15,218710,17331,860,12],"class_list":{"0":"post-1016964","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-halle-saale","8":"tag-biologie","9":"tag-chemie","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europe","15":"tag-germany","16":"tag-halle","17":"tag-halle-saale","18":"tag-headlines","19":"tag-nachrichten","20":"tag-news","21":"tag-pharmazie-forschung-studie-umwelt-tiere-gesundheit-kooperationen","22":"tag-saale","23":"tag-sachsen-anhalt","24":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116569521262517161","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1016964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1016964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1016964\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1016965"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1016964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1016964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1016964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}