{"id":1017122,"date":"2026-05-13T23:31:13","date_gmt":"2026-05-13T23:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1017122\/"},"modified":"2026-05-13T23:31:13","modified_gmt":"2026-05-13T23:31:13","slug":"polizei-setzt-bei-biker-safety-tour-auf-praevention-und-dialog","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1017122\/","title":{"rendered":"Polizei setzt bei \u201eBiker Safety Tour\u201c auf Pr\u00e4vention und Dialog"},"content":{"rendered":"<p>Taunus (sis) \u2013 R\u00f6hrende Motoren, strahlender Sonnenschein und gespannte Vorfreude auf dem Gro\u00dfen Feldberg: Mit der \u201eBiker Safety Tour\u201c ist das Polizeipr\u00e4sidium Westhessen in die Motorradsaison 2026 gestartet. Doch hinter der gemeinsamen Ausfahrt durch den Taunus steckt weit mehr als Fahrspa\u00df. Die Polizei zeigt sich hier im besten Sinne als Freund und Helfer: nahbar, ansprechbar und mit einer klaren Botschaft unterwegs \u2013 sicher fahren, R\u00fccksicht nehmen und gesund wieder nach Hause kommen. Zwei weitere geplante Touren sind bereits vollst\u00e4ndig ausgebucht. Das Interesse unter Motorradfahrern sei \u00fcberw\u00e4ltigend, hie\u00df es von den Organisatoren.<\/p>\n<p>Zum Auftakt begr\u00fc\u00dfte Polizeipr\u00e4sident Bj\u00f6rn Gutzeit die Teilnehmer pers\u00f6nlich auf dem Gro\u00dfen Feldberg und dankte allen Organisatoren, Polizeikr\u00e4ften sowie den beteiligten Rettungsdiensten f\u00fcr ihr Engagement. Seine Teilnahme unterstrich die Bedeutung, die das Polizeipr\u00e4sidium Westhessen der Pr\u00e4ventionsarbeit rund um die Motorradsicherheit im Taunus beimisst.<\/p>\n<p>Die rund vierst\u00fcndige Tour f\u00fchrte \u00fcber etwa 100 Kilometer durch die kurvenreichen Stra\u00dfen des Taunus bis ins Rheingau. Gerade die Strecken rund um Feldberg und Wisperstra\u00dfe gelten unter Motorradfahrern als besonders reizvoll \u2013 gleichzeitig aber auch als anspruchsvoll. Unterwegs gab es mehrere Stopps, bei denen Polizei und Rettungskr\u00e4fte \u00fcber Gefahrenstellen, typische Unfallursachen, Erste Hilfe, Verkehrskontrollen sowie L\u00e4rm und technische Ver\u00e4nderungen an Motorr\u00e4dern informierten. Die Tour endete schlie\u00dflich in Dickschied in der Gemeinde Heidenrod, wo ein gemeinsamer Ausklang und weitere Gespr\u00e4che vorgesehen waren. Schallpegelmessung<\/p>\n<p>Polizeibeamter Martin Roch, der die \u201eBiker Safety Tour\u201c seit 2023 organisatorisch begleitet, erkl\u00e4rte die Hintergr\u00fcnde der Aktion eindringlich. Motorradfahrer machten zwar nur rund 1,5 Prozent aller Verkehrsunf\u00e4lle aus, bei den Verletzten liege ihr Anteil jedoch bereits bei zehn bis 15 Prozent. \u201eJeder zehnte Verletzte bei Verkehrsunf\u00e4llen ist ein Kradfahrer\u201c, sagte Roch. Besonders dramatisch sei die Situation bei t\u00f6dlichen Verkehrsunf\u00e4llen: Dort seien Motorradfahrer mit rund 40 Prozent beteiligt \u2013 \u201eteilweise ist jeder zweite t\u00f6dlich Verungl\u00fcckte ein Motorradfahrer\u201c.<\/p>\n<p>Gerade deshalb sei Pr\u00e4vention so wichtig. Motorradfahrer h\u00e4tten keine Knautschzone und keinen Airbag. Moderne Bremssysteme k\u00f6nnten zwar unterst\u00fctzen, seien aber nicht mit den Sicherheitssystemen eines Autos vergleichbar. Besonders eindringlich wurde Roch beim Thema Eigenverantwortung: Wer auf Schutzkleidung verzichte und \u201ein kurzer Hose zum B\u00e4cker\u201c fahre, erh\u00f6he das Risiko zus\u00e4tzlich. Die Tour solle deshalb sensibilisieren \u2013 nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern im direkten Gespr\u00e4ch. \u201eNicht von oben herab, sondern auf einer Ebene, face to face\u201c, beschrieb Roch den Ansatz. Deshalb werde w\u00e4hrend der Tour bewusst das \u201eDu\u201c genutzt, um den Austausch auf Augenh\u00f6he zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Vor dem Start appellierte Roch an alle Teilnehmer, aufmerksam zu bleiben, Abstand zu halten und den Tag gemeinsam unfallfrei zu beenden. Damit der Konvoi zusammenbleiben konnte, wurden Kreuzungen durch Polizeikr\u00e4fte abgesichert. Gefahren wurde nicht sportlich, sondern geordnet \u2013 \u201ehalbwegs wie an der Perlenschnur\u201c. Der schw\u00e4chste Fahrer sollte direkt hinter dem Tourguide fahren, die Rettungsdienste bildeten den Abschluss.<\/p>\n<p>Auch Polizeibeamter David Ausb\u00fcttel machte deutlich, warum der Feldberg f\u00fcr die Polizei ein besonderer Schwerpunkt ist. Die Unfallzahlen seien zwar seit Jahren ann\u00e4hernd gleichbleibend, doch weniger Unf\u00e4lle w\u00e4ren nat\u00fcrlich besser. Genau daf\u00fcr sei Pr\u00e4vention da. Positiv sei, dass es im Jahr 2025 keinen t\u00f6dlich verungl\u00fcckten Motorradfahrer gegeben habe.<\/p>\n<p>Der Feldberg sei ein beliebtes Ziel f\u00fcr Motorradfahrer aus ganz Hessen und dar\u00fcber hinaus. Gerade ortsunkundige Fahrer untersch\u00e4tzten jedoch h\u00e4ufig die Topografie, die engen Kurven und die Dynamik auf den beliebten Strecken. Ab Beginn der Saison bis in den Herbst komme es rund um den Feldberg immer wieder zu Verletzten. Als h\u00e4ufige Unfallursachen wurden nicht angepasste Geschwindigkeit in Kurven und fehlende Fahrpraxis genannt. Besonders problematisch werde es, wenn Fahrer mit wenig Erfahrung auf leistungsstarken Maschinen ihr K\u00f6nnen auf \u00f6ffentlichen Stra\u00dfen austesten wollten. Daf\u00fcr sei die Region nicht geeignet: Zu viele Menschen nutzen den Feldberg gleichzeitig \u2013 Motorradfahrer, Autofahrer, Fahrradfahrer, Wanderer und Fu\u00dfg\u00e4nger, betont Polizeipr\u00e4sident Bj\u00f6rn Gutzeit in seiner Rede.<\/p>\n<p>Die Polizei setzt deshalb nicht nur auf Kontrollen, sondern auf Verst\u00e4ndnis. Bei den Stopps ging es auch darum, warum Motorradfahrer aus dem Verkehr gezogen werden, worauf die Polizei bei Maschinen achtet und weshalb technische Ver\u00e4nderungen oder \u00fcberm\u00e4\u00dfiger L\u00e4rm zum Problem werden k\u00f6nnen \u2013 nicht zuletzt f\u00fcr die Anwohner. Ein weiterer Schwerpunkt war deshalb die Schallpegelmessung. Dabei erkl\u00e4rten die Beamten, wie Manipulationen an Auspuffanlagen erkannt werden und welche Auswirkungen \u00fcberh\u00f6hter Motorradl\u00e4rm auf Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer hat. Die Botschaft dabei: R\u00fccksichtnahme geh\u00f6rt nicht nur zum Fahrstil, sondern auch zur technischen Verantwortung eines Motorradfahrers.<\/p>\n<p>Vernunft gilt vor falscher Selbsteinsch\u00e4tzung<\/p>\n<p>Die Erfahrungen mit der \u201eBiker Safety Tour\u201c seien seit dem Start im Jahr 2021 durchweg positiv. Anfangs habe es mehrere kleinere Gruppen mit jeweils etwa zehn Teilnehmern an einem Tag gegeben. Heute nimmt man sich bewusst mehr Zeit f\u00fcr die Fahrer, die Gespr\u00e4che und die praktischen Inhalte. <\/p>\n<p>Ein wichtiger Partner sind dabei die Rettungs- und Motorradstaffel des Malteser Hilfsdienstes und der ASB. Sam Jiwa erkl\u00e4rte, dass sein Team den ersten Themenblock zu Erster Hilfe und Verhalten am Unfallort \u00fcbernimmt. Besonders auf der Wisperstrecke k\u00f6nne schnelle Hilfe schwierig sein. Die Strecke sei unter Bikern sehr beliebt, f\u00fcr Rettungswagen und Hubschrauber aber nicht immer leicht erreichbar. Im Ernstfall k\u00f6nne genau diese Zeit entscheidend sein.<\/p>\n<p>Auch Polizeibeamter Dieckh\u00f6ner kennt beide Seiten: Er ist selbst leidenschaftlicher Motorradfahrer, arbeitet \u00fcberwiegend im Innendienst und f\u00e4hrt auch bei der Motorradstaffel mit und f\u00fchrt die Taunusstaffel an. Seine Botschaft ist einfach: so fahren, dass man heil ankommt \u2013 und R\u00fccksicht auf andere nehmen. Besonders im Ged\u00e4chtnis geblieben seien ihm F\u00e4lle, in denen Angeh\u00f6rigen die Nachricht vom Tod eines Familienmitglieds \u00fcberbracht werden musste. Gleichzeitig \u00e4rgere ihn, wenn einzelne Verkehrsteilnehmer sich r\u00fccksichtslos verhielten und damit anderen die Freude am Fahren n\u00e4hmen.<\/p>\n<p>Unter den Teilnehmern, die allesamt begeistert waren von der Biker Safety Tour und der ganzen aufwendigen Organisation, waren erfahrene Motorradfahrer ebenso wie Fahrer, die zum ersten Mal bei der Safety Tour dabei waren. Der 81-j\u00e4hrige G\u00fcnther kam mit Seitenwagen und Teddy als Begleiter. Er fahre mit, \u201eweil ich Spa\u00df an der Freude habe\u201c, sagte er l\u00e4chelnd.<\/p>\n<p>Auch Bj\u00f6rn Tober war zum ersten Mal dabei. Er hat vor zwei Jahren die B196-Erweiterung gemacht und sich im vergangenen Jahr eine MP3 gekauft. Von der Tour erhoffte er sich mehr Sicherheit und Impulse f\u00fcr sein Kurvenverhalten.<\/p>\n<p>Biker \u201eFalkenberg\u201c, 75 Jahre alt, f\u00e4hrt eine Honda CTX 700, einen entspannten Cruiser. Den Motorradf\u00fchrerschein besitzt er seit 1976, regelm\u00e4\u00dfig f\u00e4hrt er seit rund zw\u00f6lf Jahren. Von der Tour w\u00fcnschte er sich vor allem Spa\u00df und praktische Tipps.<\/p>\n<p>Wer in diesem Jahr keinen Platz mehr bei der ausgebuchten \u201eBiker Safety Tour\u201c bekommen hat, kann dennoch mit Polizei und Rettungskr\u00e4ften ins Gespr\u00e4ch kommen: Pr\u00e4ventionsst\u00e4nde auf dem Feldberg wird es auch weiterhin mehrfach im Jahr geben. Informationen dazu erhalten Interessierte direkt bei den zust\u00e4ndigen Schutzleuten vor Ort.<\/p>\n<p>Die Polizei m\u00f6chte mit der \u201eBiker Safety Tour\u201c nicht belehren, sondern sensibilisieren. Die wichtigste Botschaft zum Start der Saison: R\u00fccksicht, Erfahrung und Aufmerksamkeit sch\u00fctzen Leben \u2013 das eigene und das aller anderen auf den Stra\u00dfen rund um den Feldberg.<\/p>\n<p>Uwe mit seiner Ducati Diavel vor dem Start.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Taunus (sis) \u2013 R\u00f6hrende Motoren, strahlender Sonnenschein und gespannte Vorfreude auf dem Gro\u00dfen Feldberg: Mit der \u201eBiker Safety&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1017123,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1847],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,13,2052,14,15,12,4544],"class_list":{"0":"post-1017122","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wiesbaden","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-headlines","15":"tag-hessen","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-wiesbaden"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1017122","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1017122"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1017122\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1017123"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1017122"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1017122"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1017122"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}