{"id":1017994,"date":"2026-05-14T08:06:15","date_gmt":"2026-05-14T08:06:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1017994\/"},"modified":"2026-05-14T08:06:15","modified_gmt":"2026-05-14T08:06:15","slug":"putin-redet-ueber-verhandlungen-doch-russland-setzt-den-krieg-gegen-die-ukraine-fort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1017994\/","title":{"rendered":"Putin redet \u00fcber Verhandlungen, doch Russland setzt den Krieg gegen die Ukraine fort"},"content":{"rendered":"<p>Es war vielleicht die beste Nachricht der vergangenen Woche, als US-Pr\u00e4sident Donald Trump am Abend des 8.\u2009Mai bekannt gab, dass sich Russland und die Ukraine auf eine dreit\u00e4gige Waffenruhe geeinigt hatten. Vom 9. bis 11.\u2009Mai wollten beide Seiten von Attacken Abstand nehmen, au\u00dferdem hatten sie einen Austausch von jeweils 1.000 Kriegsgefangenen vereinbart.<\/p>\n<p>Die russische F\u00fchrung hatte urspr\u00fcnglich zwar eine Waffenruhe am 8. und 9.\u2009Mai angek\u00fcndigt (die Ukraine begeht den Sieg \u00fcber die Nationalsozialisten offiziell am 8.\u2009Mai, Russland wie die Sowjetunion am 9.\u2009Mai). Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj sagte jedoch, seine Regierung sei von Russland nicht gefragt worden. Kurz darauf verk\u00fcndete er stattdessen einen Waffenstillstand bereits ab dem 7.\u2009Mai. Weil die russische Armee daraufhin unbeirrt weiterschoss, schien die Sache mit der Kampfpause erledigt\u00a0\u2013 zumal Selenskyj zuvor angedeutet hatte, am 9.\u2009Mai Drohnen in Richtung Roter Platz zu schicken, wo f\u00fcr 10\u2009Uhr morgens die allj\u00e4hrliche Milit\u00e4rparade anberaumt war. Doch so weit kam es nicht.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Selenskyj lie\u00df es nicht nehmen, f\u00fcr die Moskauer Parade am 9.\u2009Mai in einem gesonderten Erlass eine Genehmigung aus \u00bbhumanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u00ab zu erteilen<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nachdem Trump die dreit\u00e4gige Waffenruhe bekanntgegeben hatte, lie\u00df es sich Selenskyj als erfahrener Unterhaltungsk\u00fcnstler nicht nehmen, f\u00fcr die Moskauer Parade am 9.\u2009Mai in einem gesonderten Erlass eine Genehmigung aus \u00bbhumanit\u00e4ren Gr\u00fcnden\u00ab zu erteilen. Der Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow reagierte prompt beleidigt: Man habe es nicht n\u00f6tig, um Erlaubnis f\u00fcr die Parade zu bitten. Immerhin konstatierte er nach deren Ende, dass es keinerlei Versuche gegeben habe, die russischen Feierlichkeiten zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p>An der Front ruhten die Waffen nicht: Am Dienstag sprach das russische Verteidigungsministerium von rund 30.000 erfassten Verst\u00f6\u00dfen gegen die Waffenruhe von ukrainischer Seite, die Ukraine hatte zuvor \u00e4hnliche Vorw\u00fcrfe erhoben. Ein kurzer Waffenstillstand w\u00fcrde beiden Armeen erm\u00f6glichen, im teilweise zehn bis 25 Kilometer breiten Kampfgebiet an der Front vorzur\u00fccken, Stellungen auszubauen und sie mit Nachschub zu versorgen, was sonst wegen der permanenten Bedrohung durch Drohnen und Artillerie extrem gef\u00e4hrlich ist.<\/p>\n<p>Allerdings unterlie\u00dfen beide Seiten \u00fcber das Wochenende weitestgehend ihre Langstreckenangriffe. In Russland konnten die zuvor wegen Drohnenalarms geschlossenen Flugh\u00e4fen in der Hauptstadt und den grenznahen s\u00fcdlichen Regionen ihren Betrieb wiederaufnehmen. Erst am Montagabend begannen die Angriffe erneut. Nach ukrainischen Angaben griff Russland mit \u00fcber 200 Drohnen an, es gab einen Toten und vier Verletzte. Die ukrainische Regierung teilte mit, Russland vorgeschlagen zu haben, den Waffenstillstand auch nach dem 11.\u2009Mai fortzusetzen, doch habe Russland sich entschieden, stattdessen Drohnen zu schicken.<\/p>\n<p>Innenstadt weitl\u00e4ufig abgesperrt<\/p>\n<p>Im Moskauer Stadtzentrum war es am 9.\u2009Mai wegen der beispiellosen Sicherheitsvorkehrungen deutlich ruhiger als sonst. Die Innenstadt war weitl\u00e4ufig abgesperrt, das mobile Internet und sogar die Verschickung von SMS-Nachrichten blockiert, Menschenansammlungen waren untersagt. <a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/2026\/19\/schmalspur-siegesparade-moskau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schweres Kriegsger\u00e4t wurde zur Parade ebenfalls nicht angekarrt, weil sich die Milit\u00e4rf\u00fchrung dagegen<\/a> ausgesprochen hatte.<\/p>\n<p>Am Abend nach der Parade sagte Pr\u00e4sident Wladimir Putin, diese Entscheidung habe nichts mit der Gefahr durch ukrainische Drohungen zu tun gehabt, sondern sei einzig und allein aus der \u00dcberlegung heraus erfolgt, dass sich die Armee darauf konzentrieren m\u00fcsse, den Feind endg\u00fcltig zu schlagen. Doch was in den vergangenen vier Jahren nicht gelang, scheint auch in absehbarer Zeit kaum zu erwarten zu sein. Russlands Fr\u00fchlingsoffensive brachte nicht nur keine gro\u00dfen Durchbr\u00fcche, sondern im vergangenen Monat sogar unter dem Strich Gebietsverluste, die das US-amerikanische Institute for the Study of War auf 113 Quadratkilometer beziffert.<\/p>\n<p>Mit einer kleinen \u00dcberraschung wartete Putin bei seiner Pressekonferenz am 9.\u2009Mai dann doch auf. Oder war es nur eine seiner Finten, um Verhandlungsbereitschaft zu signalisieren und gleichzeitig davon abzulenken, dass Russland von seinem Anspruch auf weite Gebiete der Ukraine keineswegs abr\u00fcckt? Der Krieg n\u00e4here sich dem Ende, zur Vertragsunterzeichnung sei er sogar bereit, sich mit Selenskyj in einem Drittland zu treffen, so Putin. Und da er bereits mit den USA, China und Indien im Gespr\u00e4ch sei, wolle er auch mit europ\u00e4ischen L\u00e4ndern verhandeln. Als Mittelsmann schlug er den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der (SPD) vor. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne er es sich auch vorstellen, mit einer EU-F\u00fchrungsperson zu verhandeln, wenn diese \u00bbkeine b\u00f6sen Dinge \u00fcber uns gesagt hat\u00ab.<\/p>\n<blockquote>\n<p>Russlands Fr\u00fchlingsoffensive brachte nicht nur keine gro\u00dfen Durchbr\u00fcche, sondern im vergangenen Monat unter dem Strich sogar Gebietsverluste.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>In der SPD fanden einige Genossen <a href=\"https:\/\/jungle.world\/artikel\/2022\/11\/kein-wandel-nur-handel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Putins Vorschlag einer Vermittlerrolle f\u00fcr den inzwischen 82 Jahre alten Russland-Lobbyisten und langj\u00e4hrigen Putin-Freund Schr\u00f6der<\/a> zumindest erw\u00e4genswert, in der Bundesregierung, bei den Gr\u00fcnen und der FDP stie\u00df er auf Ablehnung. Das gleiche Bild zeigt sich bei der EU. Deren Au\u00dfenbeauftragte Kaja Kallas sprach sich klar dagegen aus, Russland die Initiative bei der Benennung eines Verhandlungsf\u00fchrers zu \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Die EU m\u00fcsse sich zun\u00e4chst einig werden, welche Sicherheitsstrategie sie in Zukunft gegen\u00fcber Russland verfolgen werde, bevor sie in Verhandlungen trete. Propagandistisch war Putin zumindest ein kleiner Feiertagscoup gelungen, \u00fcber den in Russland zwar kaum diskutiert wird, im sogenannten feindlichen Ausland daf\u00fcr umso ausgiebiger.<\/p>\n<p>Das Wochenende hatte der Sekret\u00e4r des Nationalen Sicherheitsrats der Ukrai\u00adne, Rustem Umjerow, in den USA bei Gespr\u00e4chen \u00fcber den bevorstehenden Gefangenenaustausch und die Aufnahme von direkten Verhandlungen mit Russland verbracht. Er traf Vertreter der US-Regierung wie Steve Witkoff und Jared Kushner. Was Verhandlungen mit der russischen Seite betrifft, scheint die ukrainische F\u00fchrung den USA mehr zuzutrauen als der EU. Doch die Entscheidung, ob Russland seinen Krieg beenden will, f\u00e4llt weder in Washington noch in Br\u00fcssel oder in Kiew\u00a0\u2013 sie f\u00e4llt im Kreml.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war vielleicht die beste Nachricht der vergangenen Woche, als US-Pr\u00e4sident Donald Trump am Abend des 8.\u2009Mai bekannt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1017995,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12,317,312,1126,306,107],"class_list":["post-1017994","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-russland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-news","tag-headlines","tag-nachrichten","tag-news","tag-russia","tag-russian-federation","tag-russische-foederation","tag-russland","tag-schlagzeilen","tag-ukraine","tag-ukrainekrieg","tag-waffenstillstand","tag-wladimir-putin","tag-wolodymyr-selenskyj"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116571903666845290","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1017994","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1017994"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1017994\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1017995"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1017994"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1017994"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1017994"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}