{"id":1018683,"date":"2026-05-14T14:34:39","date_gmt":"2026-05-14T14:34:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1018683\/"},"modified":"2026-05-14T14:34:39","modified_gmt":"2026-05-14T14:34:39","slug":"karlspreis-in-aachen-merz-lobt-draghi-und-schickt-botschaft-an-trump-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1018683\/","title":{"rendered":"Karlspreis in Aachen: Merz lobt Draghi und schickt Botschaft an Trump &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die Lage ist so ernst, dass der Kanzler auch grammatikalisch zum \u00c4u\u00dfersten schreitet: zum Futur II. \u201eWenn wir es richtig machen\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Friedrich_Merz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a>, \u201edann werden diese Jahre der gro\u00dfen welthistorischen Bewegung im R\u00fcckblick Jahre der Weiterentwicklung und der St\u00e4rkung des geeinten Europas gewesen sein.\u201c Alles h\u00e4nge jetzt daran, ob Europa dem Rat des Mannes folge, der an diesem Himmelfahrt-Vormittag hinter ihm sitzt: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Mario_Draghi\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mario Draghi<\/a>. Der Italiener wird hier im Kr\u00f6nungssaal des Aachener Rathauses f\u00fcr seine Verdienste um die EU mit dem <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Karlspreis\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karlspreis<\/a> ausgezeichnet.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Draghi, inzwischen 78 Jahre alt, ist vieles gewesen: Investmentbanker, Chef der italienischen Notenbank, Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Zentralbank, der 2012 das Prinzip \u201eWhatever it takes\u201c zur Rettung des Euro pr\u00e4gte, sp\u00e4ter sprang er in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Italien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Italien<\/a> als Ministerpr\u00e4sident ein. Ein wom\u00f6glich ebenso wichtiges Werk schuf er, als er eigentlich schon im Ruhestand war. Fast zwei Jahre ist es her, dass Draghi neben EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen einen ziemlichen W\u00e4lzer in zwei Teilen in die Kameras hielt: \u201eDie Zukunft der Europ\u00e4ischen Wettbewerbsf\u00e4higkeit\u201c.<\/p>\n<p>Die EU m\u00fcsse gemeinsame Schulden aufnehmen, sagt Draghi<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\"><a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/eu-mario-draghi-ursula-von-der-leyen-wettbewerbsfaehigkeit-lux.GNDjjJ1qka1Tgun5zTmK55\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Als \u201eDraghi-Report\u201c sind diese 400 Seiten zum absoluten Referenz- und Fixpunkt geworden f\u00fcr praktisch alle<\/a>, denen etwas daran liegt, dass die EU die n\u00e4chsten Jahre \u00fcberlebt. Draghi wiederholt jetzt in <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Aachen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aachen<\/a> nicht nur seine harte Diagnose, dass Europas Puls und Atmung zusehends erlahmten angesichts all der Krisen: Trump, China, Russlands Krieg in der Ukraine, Klimawandel. Er verordnet der EU auch eine harte Therapie, um wieder fit zu werden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/15bfd504-7d8e-4261-ac21-7a5f1d7ca25e.jpg\"   alt=\"Der Aachener Oberb\u00fcrgermeister Michael Ziemons (rechts) h\u00e4ngt Mario Draghi im Rathaus von Aachen die Karlspreis-Medaille um.\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Der Aachener Oberb\u00fcrgermeister Michael Ziemons (rechts) h\u00e4ngt Mario Draghi im Rathaus von Aachen die Karlspreis-Medaille um. Henning Kaiser\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Europas Wirtschaft m\u00fcsse deutlich produktiver werden, sonst n\u00e4hmen ihr die USA und China endg\u00fcltig die Luft, sagt Draghi. So steht es auch in seinem Bericht. Daf\u00fcr m\u00fcsse die EU hinderliche Regulierung rasieren und einen gemeinsamen Kapitalmarkt schaffen, um Unternehmen mit Zukunftstechnologien ein ausreichendes Wachstum zu erm\u00f6glichen. Sie m\u00fcsse die gr\u00fcne Transformation bew\u00e4ltigen, unabh\u00e4ngiger von kritischen Lieferketten werden und eine wirkliche gemeinsame Verteidigungspolitik hinbekommen.\u00a0F\u00fcr all das veranschlagt Draghi 750 bis 800 Milliarden Euro an Investitionen pro Jahr und daf\u00fcr wiederum, Achtung, Reizwort f\u00fcrs deutsche Publikum: gemeinsame Schulden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Die EU-Kommission und die Regierungschefs h\u00e4tten mit Teilen davon immerhin angefangen, sagt Draghi. Bei der Verteidigung etwa schwei\u00dfe der Ukrainekrieg die Europ\u00e4er notgedrungen zusammen, dieses Tempo fordert er auch in allen anderen Bereichen, die er reformiert sehen will.<\/p>\n<p>Merz entwirft f\u00fcr Europa nicht die ganz gro\u00dfe Vision<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Friedrich Merz beteuert auf der B\u00fchne: Botschaft angekommen, \u201ewir sind in der Umsetzung\u201c. Europa habe sich \u201eaufgemacht, eine Macht zu werden\u201c. Da schickt er selbst eine Botschaft, die wohl Donald Trump gilt, der das Schicksal der Ukraine ja am liebsten allein mit Wladimir Putin beschlie\u00dfen w\u00fcrde. \u201eGespr\u00e4chsbereitschaft erfordert Gespr\u00e4chsbereitschaft auf beiden Seiten\u201c, sagt Merz, die russischen Angriffe\u00a0auf ukrainische St\u00e4dte in der Nacht zuvor aber spr\u00e4chen eine andere Sprache. Und: \u201eWir Europ\u00e4er, wir entscheiden selbst, wer f\u00fcr uns spricht.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In seiner Laudatio auf \u201eSuper Mario\u201c, wie Draghi zu Recht von Freunden genannt werde, entwirft Merz nicht die ganz gro\u00dfe Vision f\u00fcr das Europa der Zukunft, eher eine Medium-Vision f\u00fcr die unmittelbar bevorstehende Zeit. In dieser muss sich die EU \u00fcber den Haushalt f\u00fcr die Jahre 2028 bis 2034 einigen. Bisher verteile Europa sein Geld in diesem siebenj\u00e4hrigen \u201eFinanzrahmen\u201c beinahe \u201eplanwirtschaftlich\u201c, und dann auch noch zu zwei Dritteln \u201ef\u00fcr Umverteilung und Subventionen\u201c, sagt Merz. \u201eAber den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen wir nicht mit einem Haushalt des 20. Jahrhunderts.\u201c<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Merz will das EU-Budget verschlanken, will den Fokus verlegen: auf Investitionen in Wettbewerbsf\u00e4higkeit und Verteidigung. Statt gemeinsame Schulden aufzunehmen, m\u00fcsse man Priorit\u00e4ten setzen. Es bleibt die einzige Stelle, an der seine Hymne auf Draghi nicht nur Lob ist.\u00a0Der Geehrte selbst setzt ans Ende noch eine Botschaft. Europas Anf\u00fchrer m\u00fcssten jetzt beweisen, sagt Draghi. \u201edass sie die Krise in Einigkeit \u00fcbersetzen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Lage ist so ernst, dass der Kanzler auch grammatikalisch zum \u00c4u\u00dfersten schreitet: zum Futur II. \u201eWenn wir&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1018684,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,31,3364,29,548,663,158,3934,775,30,13,355,44514,148,101928,14,15,1209,16,12,149],"class_list":{"0":"post-1018683","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-cdu","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-eu","13":"tag-europa","14":"tag-europaeische-union","15":"tag-europe","16":"tag-friedrich-merz","17":"tag-germany","18":"tag-headlines","19":"tag-italien","20":"tag-karlspreis","21":"tag-leserdiskussion","22":"tag-mario-draghi","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-nordrhein-westfalen","26":"tag-politik","27":"tag-schlagzeilen","28":"tag-sueddeutsche-zeitung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116573429374358819","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1018683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1018683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1018683\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1018684"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1018683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1018683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1018683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}