{"id":1018736,"date":"2026-05-14T15:03:09","date_gmt":"2026-05-14T15:03:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1018736\/"},"modified":"2026-05-14T15:03:09","modified_gmt":"2026-05-14T15:03:09","slug":"so-wenige-babys-wie-zuletzt-1946-das-wird-deutschland-veraendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1018736\/","title":{"rendered":"So wenige Babys wie zuletzt 1946: Das wird Deutschland ver\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/panorama\/statistisches-bundesamt-zahl-der-geburten-auf-niedrigstem-stand-der-nachkriegszeit-114091256\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> so wenige Babys auf die Welt wie noch nie seit 1946<\/a>. Experten zufolge wird das gravierende Auswirkungen auf <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Wirtschaft<\/a> und Sozialsystem haben. \u201eDie niedrige Geburtenrate f\u00fchrt dazu, dass die Alterung und Schrumpfung der Bev\u00f6lkerung sich beschleunigt. Es wird weniger Arbeitskr\u00e4fte geben und daher niedrigeres Wirtschaftswachstum\u201c, sagt <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/welthandel-trumps-neue-zollplaene-treffen-vor-allem-deutschland-114128452\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Clemens Fuest, Pr\u00e4sident des ifo Instituts<\/a> f\u00fcr Wirtschaftsforschung. \u201eAu\u00dferdem sinken die Einnahmen der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, so dass die Versorgung der \u00e4lteren Menschen immer schwieriger wird.\u201c Es sei, so der \u00d6konom weiter, allerdings m\u00f6glich, dem entgegenzuwirken, indem mehr in Aus- und Weiterbildung investiert, die Lebensarbeitszeit verl\u00e4ngert und die Zuwanderung von Arbeitskr\u00e4ften gef\u00f6rdert werde.\n  <\/p>\n<p>            Geburtenzahlen in Deutschland sinken drastisch \u2013 Wirtschafts-Experten sind besorgt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurden 2025 rund 654.300 Kinder geboren, das waren 3,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Geburten sank damit zum vierten Mal in Folge. Angesichts dessen betont auch Oliver Holtem\u00f6ller, Vizepr\u00e4sident des Leibniz-Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die Bedeutung von Arbeitskr\u00e4ften aus dem Ausland. \u201eDie Geburtenrate liegt in Deutschland seit Langem unter dem Niveau, das notwendig w\u00e4re, um die einheimische Bev\u00f6lkerung konstant zu halten. In den vergangenen Jahren kam es dennoch nicht zu einem sp\u00fcrbaren R\u00fcckgang der Anzahl der Personen im erwerbsf\u00e4higen Alter, weil die Migration hoch war.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der nat\u00fcrliche Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang durch den \u00dcberschuss der Sterbef\u00e4lle gegen\u00fcber den Geburten lasse sich aber immer weniger durch Zuwanderung ausgleichen. Es sei davon auszugehen, dass die Anzahl der Erwerbst\u00e4tigen in Deutschland in den kommenden Jahren sinken werde. \u201eDie Wirtschaftsforschungsinstitute gehen in ihrem Fr\u00fchjahrsgutachten davon aus, dass <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/baden-wuerttemberg\/steuerschaetzung-krise-der-kommunen-verschaerft-sich-114198537\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">das Wirtschaftswachstum<\/a> im Zeitraum 2025 bis 2030 durch den negativen Beitrag des Produktionsfaktors Arbeit um 0,3 Prozentpunkte pro Jahr ged\u00e4mpft wird.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Die n\u00e4chste Generation ist um ein Drittel kleiner \u2013 wirtschaftliches Wachstum schrumpft<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Martin Bujard, Forschungsdirektor am Bundesinstitut f\u00fcr Bev\u00f6lkerungsforschung (BiB), erkl\u00e4rte gegen\u00fcber unserer Redaktion: \u201eDauerhaft niedrige Geburtenraten von 1,3 oder 1,4 Kindern pro Frau bedeuten, dass die n\u00e4chste Generation ein Drittel kleiner ist.\u201c Das f\u00fchre langfristig zu einem geringeren Anteil von J\u00fcngeren im Arbeitsmarkt, die durch ihre Beitr\u00e4ge unter anderem die <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/geld-leben\/rente\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Rente<\/a> eines gr\u00f6\u00dferen Anteils \u00c4lterer finanzieren m\u00fcssen. \u201eDies kann zu geringeren Leistungen oder h\u00f6heren Beitr\u00e4gen J\u00fcngerer in Renten, Kranken- oder Pflegeversicherung f\u00fchren. Zudem fehlen so Fachkr\u00e4fte und es reduziert das Wachstumspotenzial eines Landes.\u201c eit Monaten streitet die Regierung angesichts derlei drohender Probleme um eine Reform der Rente, bisher ist unklar, wie die Neuausrichtung der Alterssicherung aussehen soll. Bis zum Sommer soll eine Kommission Vorschl\u00e4ge vorlegen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Carmen Friedrich, ebenfalls vom BIB, machte deutlich, dass die Sozialsysteme vor gro\u00dfe Herausforderungen gestellt w\u00fcrde. \u201eGleichzeitig gehen niedrige Geburtenraten h\u00e4ufig mit unerf\u00fcllten Kinderw\u00fcnschen und ungewollter Kinderlosigkeit einher, da im Durchschnitt mehr Kinder gew\u00fcnscht werden als tats\u00e4chlich geboren werden.\u201c Politik und Gesellschaft sollten ihrer Ansicht nach deshalb Rahmenbedingungen schaffen, die Menschen erm\u00f6glichen, ihre Kinderw\u00fcnsche selbstbestimmt zu verwirklichen. \u201eDazu geh\u00f6ren eine bessere <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/bayern\/region\/kommentar-frauen-sollen-mehr-kinder-bekommen-aber-werden-systematisch-benachteiligt-13-05-114157086\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Vereinbarkeit von Familie und Beruf<\/a>, verl\u00e4ssliche Kinderbetreuung sowie finanzielle Sicherheit und Planbarkeit \u2013 gerade in Krisenzeiten.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Woher kommen die n\u00f6tigen Arbeitskr\u00e4fte? Mangel an Auszubildenden wird sich verst\u00e4rken<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch Per Kropp vom Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung blickt mit Sorge auf diese Zahlen und deren Auswirkungen. \u201e16 Jahre sp\u00e4ter verst\u00e4rkt sich der Mangel an Auszubildenden und wenig sp\u00e4ter der an Arbeitskr\u00e4ften. Das Durchschnittsalter der Besch\u00e4ftigten steigt, und es kommen weniger junge Leute mit aktuellem Wissen von der Berufsausbildung in die Betriebe.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Hinzu komme, so Kropp, dass die Jahrg\u00e4nge, die den Arbeitsmarkt verlassen, deutlich gr\u00f6\u00dfer seien als die Jahrg\u00e4nge, die von der Schule kommen. \u201eIn einigen ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern ist es heute bereits so, dass zwei Besch\u00e4ftigte in die Rente gehen, aber nur ein junger Mensch von der Schule nachr\u00fcckt.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Experte Per Kropp: Drei Ma\u00dfnahmen wichtig, um Geburten-R\u00fcckgang gegenzusteuern<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In der Arbeitsmarktforschung w\u00fcrden schon lange drei Ma\u00dfnahmenkomplexe thematisiert, um den Arbeitsmarktfolgen dieser Entwicklung zu begegnen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Erstens: die Erwerbsbeteiligung steigern. Viele Frauen w\u00fcrden Kropp zufolge mehr Stunden arbeiten, wenn die Vereinbarkeit von Beruf und Familie besser gesichert w\u00e4re, zudem gebe es steuerliche Fehlanreize wie das Ehegattensplitting, die es in einigen Konstellationen wenig lohnend erscheinen lie\u00dfen, eine Arbeit aufzunehmen oder mehr Stunden zu arbeiten.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zweitens: Es k\u00f6nne auch mit weniger Besch\u00e4ftigten Wohlstand gesichert oder vermehrt werden, wenn die Arbeitsproduktivit\u00e4t steige. \u201eDaf\u00fcr bedarf es hoher Standards bei Aus- und Weiterbildung und insbesondere den aktiven Einsatz der Digitalisierung\u201c, so Kropp.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eDrittens braucht es Zuwanderung in unseren Arbeitsmarkt und die Vermeidung von Abwanderung. Andere Ma\u00dfnahmen, wie ein sp\u00e4terer Renteneintritt, verz\u00f6gern die Folgen f\u00fcr den Arbeitsmarkt nur geringf\u00fcgig und dienen wohl eher der Entlastung der Rentenkassen.\u201c Insgesamt, bilanziert der Experte, sei keine einzelne Ma\u00dfnahme ausreichend.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im vergangenen Jahr kamen in Deutschland so wenige Babys auf die Welt wie noch nie seit 1946. 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