{"id":1019051,"date":"2026-05-14T17:58:25","date_gmt":"2026-05-14T17:58:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1019051\/"},"modified":"2026-05-14T17:58:25","modified_gmt":"2026-05-14T17:58:25","slug":"jan-vogler-der-kapitalist-unter-den-kuenstlern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1019051\/","title":{"rendered":"Jan Vogler: Der Kapitalist unter den K\u00fcnstlern"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Fast zwei Millionen Euro sind im Kulturbetrieb vor allem dann viel Geld, wenn sie pl\u00f6tzlich fehlen. Jan Vogler ist das unl\u00e4ngst passiert. Sollte man in so einem Fall gar nicht mehr weiter wissen, k\u00f6nnte man ihn einfach mal fragen. Nat\u00fcrlich nicht nach Geld, sondern eher danach, wie er dieses Finanzloch gestopft hat. Der geb\u00fcrtige Ostberliner findet f\u00fcr seine Belange immer irgendwo Geld. Wenn Geld in der Kultur zwar nicht alles, aber ohne Geld so ziemlich alles nichts ist, dann ist genau diese F\u00e4higkeit eine beneidenswerte Eigenschaft. Sie ist einer der Bausteine seines Erfolgs. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Jan Vogler ist seit 2008 Intendant der Dresdner Musikfestspiele, die Mitte Mai in ihre 49. Saison starten. Er hat allein die Einnahmen \u00fcber Ticketverk\u00e4ufe von 380.000 Euro auf 2,1 Millionen Euro gesteigert. Der Zweiundsechzigj\u00e4hrige ist aber auch Star-Cellist, international gefragter denn je. Gerade kommt er von einer Tournee, die an der Westk\u00fcste der Vereinigten Staaten begonnen hat und in Asien zu Ende ging. Dar\u00fcber hinaus entwickelt er immer neue Formate f\u00fcr das Publikum, tritt mit der amerikanischen Dichterin und Aktivistin Amanda Gorman oder dem Comedian-Star Bill Murray auf, kombiniert deren Worte mit seinem Cellospiel.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Und irgendwie funktioniert auch das. Weil er zwar von Hause und Ausbildung her K\u00fcnstler ist, im Herzen aber doch auch ein Macher und Manager, gilt er in der weitl\u00e4ufigen Szene der Klassik-Festivals hierzulande als Unikum. In Dresden ist er \u2013 sehr ungew\u00f6hnlich \u2013 k\u00fcnstlerischer und gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Intendant in einem. Als solcher hat er das Budget der Dresdner Festspiele in den vergangenen vier Jahren verdoppelt, bei konstant sinkenden \u00f6ffentlichen Zusch\u00fcssen. Unter seiner F\u00fchrung hat Dresden einen Platz in der Top-Liga der Musikfestivals erobert. Mit einem k\u00fcnstlerischen Niveau der A-Klasse \u2013 auch das dank Vogler. Und man fragt sich: Wie macht er das alles?<\/p>\n<p>Beim Mauerfall in den Staaten<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u201eIch glaube, die Tatsache, dass ich ziemlich bald nach der Wende von Dresden nach New York gezogen bin, hat etwas damit zu tun\u201c, sagt er. 1996 war das. In Amerika habe er Demokratie und Kapitalismus auf ganz ungefilterte Weise lernen k\u00f6nnen und als freischaffender Cellist mitbekommen, wie sich Musikveranstaltungen finanzieren. Weitgehend privat n\u00e4mlich. Doch sein Schl\u00fcsselmoment in dieser Hinsicht datiert um einiges fr\u00fcher. Noch als Solo-Cellist der Dresdner Staatskapelle, der er mit gerade einmal 20 Jahren wurde, hatte er sich 1988 eine Reiseerlaubnis der DDR zum ber\u00fchmten Marlboro-Musikfest in die Vereinigten Staaten erk\u00e4mpft. Erstmals erfuhr er, dass sich Musikfeste allein aus den Zinsen eines \u00fcppigen Kapitalstocks finanzieren lassen. Im Fall von Marlboro waren das seinerzeit f\u00fcr ihn unvorstellbare 38 Millionen Dollar.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Geschichte spielt manchmal verr\u00fcckt. Ein Jahr sp\u00e4ter, am 9. November 1989 war er wieder in den Staaten, erfuhr durch Kollegen vom Fall der Mauer und lag sich sp\u00e4ter mit wildfremden Deutschen auf den New Yorker Stra\u00dfen in den Armen. \u201eSchon in der Zeit war mir klar: Wenn uns die Wende wirklich Freiheit bringt, was in dieser Nacht f\u00fcr uns alles andere als sicher war, muss ich irgendetwas gr\u00fcnden.\u201c Am liebsten ein eigenes Festival \u2013 nach dem Vorbild Marlboros. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">1993 entstand daraus das Moritzburg Festival bei Dresden mit eigener Akademie f\u00fcr junge Musikerinnen und Musiker, das es bis heute gibt. Die Erfahrung, wie Klassik-Festspiele ohne ein dem Zweck gewidmetes millionenschweres Kapitalverm\u00f6gen auf deutschem Boden funktionieren k\u00f6nnen, lernte er zun\u00e4chst also in der ostdeutschen Schlossidylle. Irgendwann fragte ihn der damalige Dresdner Oberb\u00fcrgermeister, ob er nicht 2008 als Intendant auch noch die Dresdner Musikfestspiele \u00fcbernehmen wolle. Vogler war unsicher, seine Freunde waren es nicht: \u201eNa klar machst du das!\u201c<\/p>\n<p>\u201eDazu geh\u00f6rt unglaublich viel Mut\u201c<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Ermuntert hatte ihn dazu auch Thomas de Maizi\u00e8re, seinerzeit Chef des Bundeskanzleramts unter Angela Merkel. Da kannte er Vogler seit gut 15 Jahren und hatte ihn als Leiter der s\u00e4chsischen Staatskanzlei schon in Moritzburg unterst\u00fctzt. \u201eWenn ein Musiker Intendant wird, ist das eigentlich immer verd\u00e4chtig\u201c, sagt er. Entweder seien die Musiker nicht gut genug oder bef\u00e4nden sich am Ende ihrer Laufbahn und wollten sich durch ein eigenes Festival Bedeutungszuwachs verschaffen. \u201eAuf Jan Vogler traf beides nicht zu.\u201c Seine internationale Karriere hatte 2005 nach einem Deb\u00fct in der Carnegie Hall unter Lorin Maazel gerade so richtig Fahrt aufgenommen \u2013 mit 41 Jahren. \u201eEr hat sich als Musiker kein Festival gesucht, sondern die Festspiele auch aus einer inneren Verpflichtung und Verantwortung Dresden gegen\u00fcber \u00fcbernommen.\u201c Es ist schon so etwas wie Hochachtung, die da in de Maizi\u00e8res Worten mitschwingt \u2013 nicht nur, weil er selbst ein gro\u00dfer Liebhaber klassischer Musik ist. \u201eNoch ganz jung hat er seine sichere Stelle als erster Cellist bei der Staatskapelle aufgegeben, um sich eine Solo-Karriere in Amerika aufzubauen. Dazu geh\u00f6rt unglaublich viel Mut.\u201c Klar, er h\u00e4tte auch scheitern k\u00f6nnen. Die ersten Jahre spielte Vogler vor allem jenseits der musikalischen Zentren.<\/p>\n<p>      <img decoding=\"async\" class=\"Sonntagszeitung\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778349915_960_fas_latest.jpg\"\/><\/p>\n<p>Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/zeitung.faz.net\/\" class=\"Button\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#13;<br \/>\n          &#13;<br \/>\n         <\/a><\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Festspiele ben\u00f6tigten mehr als ein Facelift, als Vogler schlie\u00dflich die Verantwortung \u00fcbernahm. \u201eWir brauchten mehr Stars, mehr Geld, ein gutes Marketing, Team-Bildung und vor allem Sponsoren.\u201c Vogler erinnert sich an die Anfangszeit r\u00fcckblickend mit Erstaunen. \u201eIch hatte viele H\u00fcrden erwartet, aber sie verschwanden fast von selbst.\u201c Das mag an dem Elan gelegen haben, den er aus Amerika mitbrachte. \u201eSchon damals hat mich das Engagement in den Vereinigten Staaten fasziniert und der feste Wille, Dinge zu erm\u00f6glichen.\u201c Es lag aber sicher auch an seinem Langmut, den ihn der Umgang mit DDR-Beh\u00f6rden gelehrt hatte: zahllose Antr\u00e4ge f\u00fcr Reisegenehmigungen, Stunden am Telefon, meist wartend, in v\u00f6lliger Ungewissheit, ob sie ihn noch einmal rauslie\u00dfen. <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Zu Beginn holte Vogler die Stars, neben denen der Klassik-Szene auch Gr\u00f6\u00dfen wie Sting, Eric Clapton und viele mehr. Die ber\u00fchmtesten Orchester spielten pl\u00f6tzlich in Dresden auf. 2015 etwa er\u00f6ffnete er mit den New Yorker Philharmonikern die wiedererrichtete Dresdner Frauenkirche. Bis heute zehrt er von seinen amerikanischen Freundschaften. So wie mit dem weltbekannten Comedian Bill Murray, den er am Berliner Flughafen nur deshalb kennenlernte, weil dieser wissen wollte, was mit dem Cello im Flugzeug passiere. \u201eEin eigener Platz\u201c, antwortete Vogler, weil Celli nun mal nicht ins Gep\u00e4ckfach passen. So kamen sie ins Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Fragt man Bill Murray heute, wie daraus sp\u00e4ter eine gemeinsame Show geworden ist, sagt er: \u201eEines Tages setzte mich Jan Vogler in seiner New Yorker Wohnung vor einen Stapel Schallplatten, eine Tasse Kaffee, Geb\u00e4ck und eine Reihe von zerlesenen B\u00fcchern.\u201c Bereits beim zweiten Nachschenken habe er, Murray, geh\u00f6rt und gelesen, was sp\u00e4ter zu dem Programm New Worlds werden sollte: eine Kombination aus Musik, Versen und Liedern, die jetzt auch in Dresden zu h\u00f6ren ist. \u201eSo ist Jan\u201c, sagt Bill Murray auch. \u201eSehr ambitioniert, er ist ein Denker, kriegt die Dinge einfach hin. Er hat die ganze Arbeit gemacht. Ich laufe da eigentlich nur mit.\u201c<\/p>\n<p>Verschiedene Genres einbeziehen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die Musikfestspiele sind bis heute st\u00e4dtisch, auch wenn die Stadt bei weitem nicht die finanzielle Hauptlast der vielen Veranstaltungen in den 25 Spielst\u00e4tten tr\u00e4gt. Sie bezahlt die 20 Angestellten, die Vogler braucht, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. \u201eWir bekommen dar\u00fcber hinaus einen Zuschuss von 900.000 Euro\u201c, sagt er, \u201ediese Summe ist \u00fcber die Jahre immer weiter gesunken.\u201c Warum es ohne nicht geht, erkl\u00e4rt er auch. \u201eMan braucht Startkapital. Ich muss ein Orchester einkaufen, Musiker verpflichten, S\u00e4le mieten. Erst dann kann ich damit beginnen, Tickets zu verkaufen und Sponsoren zu begeistern.\u201c Insgesamt ergibt sich daraus eine Summe von 2,5 Millionen Euro, die Dresden der musikalische Sommer-Zauber wert ist. \u201eUnsere eigenen Einnahmen liegen bei 6,6 Millionen Euro.\u201c Die setzten sich aus Ticket-Verk\u00e4ufen und Sponsoren-Geldern zusammen. \u201eIch habe der Stadt immer gesagt: Gebt mir ein bisschen Stabilit\u00e4t, den Rest mache ich selbst.\u201c <\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Vogler baut f\u00fcr jeden Sommer eine Veranstaltungsreihe aus verschiedenen Genres: Klassik, Pop und Jazz. \u201eIch w\u00fcrde die Zusammenstellung eklektisch nennen\u201c, sagt er. Das sei das Alleinstellungsmerkmal der Festspiele unter den wenigen gro\u00dfen und unz\u00e4hligen kleinen Klassik-Festivals, die es in Deutschland gibt. \u201eF\u00fcr jeden muss etwas dabei sein.\u201c Dazu hat ihn nach eigenen Worten das vielf\u00e4ltige Angebot New Yorks inspiriert. Eine zweite Regel: Es muss krachen. Das hei\u00dft, keine Kompromisse bei der k\u00fcnstlerischen Qualit\u00e4t, unabh\u00e4ngig von Genre und Veranstaltungsort. Das f\u00e4ngt schon bei ihm selbst an. \u201eDie Grundenergie muss hoch sein, egal, ob Du als Cellist auf der B\u00fchne bist oder als Festivaldirektor im Hintergrund.\u201c Die dritte Erfolgsregel ist das Netzwerk: \u201eIch habe mit all den Menschen, die mich beeindruckt haben, immer Kontakt gehalten.\u201c Da spielt es keine Rolle, ob diese Musikerinnen oder Musiker sind, Financiers, Personen aus Wirtschaft und Politik, Wissenschaft oder der Medizin. So kommt Vogler bis heute nicht nur an die Top-K\u00fcnstler, sondern vor allem auch an Sponsoren.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Hier passt die Geschichte von den zwei Millionen Dollar oder 1,7 Millionen Euro, die Vogler f\u00fcr ein ganz besonderes Projekt der bevorstehenden Festspiele pl\u00f6tzlich fehlten, weil sich die \u00f6ffentliche Hand im vergangenen November gegen die beantragte Fortsetzung der F\u00f6rderung entschied. Betroffen war die konzertante Auff\u00fchrung von Richard Wagners G\u00f6tterd\u00e4mmerung, die historisch erklingen wird, ganz wie zu Wagners Zeiten, alles auf Basis ganz neuer Forschungsergebnisse als Bestandteil der Produktion. \u201eIch muss 100 freiberufliche Orchestermusiker bezahlen, 25 S\u00e4nger, die Saalmiete\u201c, sagt Vogler.<\/p>\n<p>Sponsoren sind sehr unterschiedlich<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Doch stand pl\u00f6tzlich alles auf der Kippe. Er erinnerte sich an David Packard, Mitgr\u00fcnder des Technologiekonzerns Hewlett-Packard, kurz HP, den er einst kennengelernt hatte. Er ist als Unterst\u00fctzer von Wissenschaft und Forschung bekannt. Packard hat nicht viel mit Dresden zu tun und auch nicht unbedingt mit Wagner, aber offenbar ein tiefes Vertrauen, dass das Projekt die Wagner-Forschung ein gutes St\u00fcck weiter bringen w\u00fcrde. Genau am 24. Dezember gingen zwei Millionen Dollar auf dem Konto der Stadt Dresden ein, zweckgebunden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Man fragt sich, was f\u00fcr gro\u00dfz\u00fcgige Sponsoren wie Packard dabei herausspringt. \u201eSponsoren sind sehr unterschiedlich. Viele Firmen wollen ihren Namen mit einem Projekt verbunden wissen\u201c, sagt Vogler. Der Osts\u00e4chsischen Sparkasse etwa, einer langj\u00e4hrigen Partnerin der Festspiele, ginge es darum, Dresdner Kultur f\u00fcr den B\u00fcrger sichtbar zu f\u00f6rdern. F\u00fcr andere wie Packard st\u00fcnde die Qualit\u00e4t des Projekts, seine Ver\u00e4nderungswirkung oder das, was bleibt, im Vordergrund. So versucht Vogler stets, die Ziele seiner potentiellen Sponsoren ersp\u00fcren. \u201eEr ist ungemein hartn\u00e4ckig, gibt sich, wenn er Geld braucht, mit einer Absage nicht zufrieden, fragt mehrfach an, immer wieder mit neuen Varianten eines Vorhabens, bis es auch f\u00fcr seine Geldgeber passt\u201c, sagt de Maizi\u00e8re. Denn ohne die geht schlie\u00dflich gar nichts in der Kunst, vor allem dann nicht, wenn Kunst nicht ausschlie\u00dflich unterhalten soll. Doch Vogler bleibt auch K\u00fcnstler, ein zutiefst ernsthafter, wenig auf die eigene Show bedacht. Zu seinem Deb\u00fct in der Carnegie Hall stieg er in die New Yorker U-Bahn, das Cello geschultert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Sein aktueller Vertrag mit der Stadt Dresden l\u00e4uft in diesem Jahr aus. Dass sie ihn dort noch f\u00fcnf weitere Jahre behalten wollen, muss hier kein Geheimnis bleiben. Ob sich der umtriebige Cellist und Musikmanager wieder darauf einl\u00e4sst? Er kennt die Szene, die Beh\u00f6rden, vor allem die Menschen. Er kennt sein Publikum, wei\u00df, wie viel kreative Energie die Stadt beherbergt. Und er wei\u00df auch, dass ihm dieser Job immer noch die Zeit l\u00e4sst, t\u00e4glich Cello zu \u00fcben, mit seiner Musik ganz f\u00fcr sich zu sein. \u201eOhne das ginge es nicht\u201c, sagt er noch. \u201eNeue Ideen f\u00fcr meine Arbeit als k\u00fcnstlerischer und auch gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Intendant kommen mir eigentlich immer nur beim Cello spielen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Fast zwei Millionen Euro sind im Kulturbetrieb vor allem dann viel Geld, wenn sie pl\u00f6tzlich fehlen. 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