{"id":1019065,"date":"2026-05-14T18:05:23","date_gmt":"2026-05-14T18:05:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1019065\/"},"modified":"2026-05-14T18:05:23","modified_gmt":"2026-05-14T18:05:23","slug":"massnahme-gegen-misstrauen-kreuzer-online","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1019065\/","title":{"rendered":"Ma\u00dfnahme gegen Misstrauen \u2014 kreuzer online"},"content":{"rendered":"<p>Kathrin Barth und Linda Kr\u00e4mer sind seit Januar dieses Jahres im Rahmen des Projekts \u00bbB\u00fcrger machen Journalismus\u00ab als Journalistinnen im Landkreis Leipzig unterwegs. In Begleitung der hauptberuflichen Journalistin Gundula Lasch recherchieren und schreiben sie neben ihren eigentlichen Berufen an eigenen Texten. Sie sind Teil der Delitzscher Projektgruppe und damit der zweite von insgesamt siebzig Durchl\u00e4ufen, die im Zuge des Programms zwischen Ende 2025 und 2030 im l\u00e4ndlichen Sachsen durchgef\u00fchrt werden sollen. Barth lebt in Delitzsch, ist eigentlich Lehrerin und in der Ortsgruppe des Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) engagiert. Dort habe sie auch von dem Projekt erfahren. Zur Teilnahme hat sie der Frust \u00fcber die regionale Berichterstattung bewogen: \u00bbIch stecke viel Zeit in die Pressearbeit dieser Ortsgruppe und versuche da, die umweltpolitischen Themen, die uns in Delitzsch bewegen, sichtbar zu machen\u00ab, so Barth. \u00bbWenn mal \u00fcber diese Themen in der regionalen Zeitung \u2013 das ist f\u00fcr uns die LVZ \u2013 berichtet wird, dann taucht unsere Sichtweise da nicht auf\u00ab, beklagt sie. St\u00e4ndig gehe es, so nehme sie es wahr, nur um den Verwaltungsstandpunkt der Stadt, nie aber um die Sichtweise der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von Delitzsch. Linda Kr\u00e4mer hat \u00fcber das Schkeuditzer Amtsblatt von \u00bbB\u00fcrger machen Journalismus\u00ab erfahren. Unabh\u00e4ngig von dem Projekt betreibt sie bereits seit mehreren Jahren einen Blog \u00fcber Schkeuditz. \u00bbIch versuche, dort lokale Themen abzudecken, die sonst untergehen\u00ab, so Kr\u00e4mer. \u00bbMein Ziel mit diesem Projekt war es, das zu professionalisieren und zu lernen, wie ich mich vernetzen und meinen Blog verbessern kann.\u00ab<\/p>\n<p>Grundlagen und Ausprobieren <\/p>\n<p>Der Durchlauf der Delitzscher B\u00fcrgerjournalistinnen und -journalisten begann im Januar 2026 mit zwei Workshoptagen. Dort tauschten sich die Teilnehmenden \u2013 sechs sind es in der Gruppe \u2013 zu ihrem Medien- und Demokratievertrauen aus. Sie erhielten Einblicke in die Grundlagen journalistischer Arbeit von der coachenden Journalistin und entwickelten die ersten Ideen f\u00fcr ihre Themen und Texte. \u00bbIch habe mich dazu entschieden, \u00fcber das Rechenzentrum zu schreiben, das vor den Toren Delitzschs gebaut werden soll\u00ab, erz\u00e4hlt Barth. Bis 2030 sollen dort 150 neue Arbeitspl\u00e4tze entstehen und der Region zu wirtschaftlichem Aufschwung verhelfen. Die bisherige Berichterstattung zu dem Projekt ignoriere die Auswirkungen auf Natur und Anwohner, findet Barth. \u00bbIch finde es gut, im Rahmen dieser journalistischen Textarbeit, also dem Anspruch, m\u00f6glichst neutral zu berichten, auch die Gegenseite anh\u00f6ren zu m\u00fcssen und dadurch die Perspektive anderer verstehen zu k\u00f6nnen\u00ab, erz\u00e4hlt die Delitzscherin. Das sei f\u00fcr sie der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zu ihrem Engagement beim BUND und ein Gewinn dieses Projekts. Kr\u00e4mer hat sich daf\u00fcr entschieden, \u00fcber das Ankommen der St\u00f6rche in Schkeuditz zu schreiben. \u00bbSolche Feel-good-Storys m\u00fcssen auch mal sein.\u00ab <\/p>\n<p>Aktuell arbeiten beide intensiv an der Fertigstellung ihrer Texte, die auf dem Blog des Projekts sowie auf der s\u00e4chsischen Nachrichtenplattform www.diesachsen.de ver\u00f6ffentlicht werden. Nach der Ver\u00f6ffentlichung wird f\u00fcr die Delitzscher Gruppe ein Abschlussworkshop stattfinden, in dem die entstanden Texte vorgestellt und das Thema Medienvertrauen erneut adressiert werden sollen.<\/p>\n<p>\u00bbB\u00fcrger machen Journalismus\u00ab ist ein gemeinsames Forschungs- und Praxisprojekt des Zentrums f\u00fcr Journalismus und Demokratie (JoDem) der Universit\u00e4t Leipzig und des S\u00e4chsischen Landesverbands des Deutschen Journalistenverbands (DJV), gef\u00f6rdert wird es von der Volkswagenstiftung. Leiterin und Initiatorin ist die Leipziger Kommunikations- und Medienwissenschaftlerin Judith Kretzschmar, die auch an der Studie zu Journalismus- und Demokratievertrauen in Sachsen mitarbeitete. Die Idee hinter \u00bbB\u00fcrger machen Journalismus\u00ab sei direkt aus einer Erkenntnis der Studie hervorgegangen: \u00bbWir haben herausgefunden, dass die Menschen ein h\u00f6heres Medienvertrauen haben, wenn sie Journalisten pers\u00f6nlich kennengelernt und mehr Kenntnisse \u00fcber das journalistische Handwerk haben\u00ab, so Kretzschmar. \u00bbGrundgedanke des Projekts ist also, dass das journalistische Arbeiten von Laien das Vertrauen in die Medien und damit letztlich auch in die Demokratie st\u00e4rken k\u00f6nnte.\u00ab <\/p>\n<p> Ob das Programm das Medienvertrauen der Menschen in Sachsen st\u00e4rken kann, das bezweifeln die beiden Teilnehmerinnen Barth und Kr\u00e4mer im Gespr\u00e4ch mit dem kreuzer allerdings. \u00bbIch habe ohnehin Interesse an Medien. Das Projekt hat zumindest in unserer Gruppe nicht die Menschen erreicht, die nichts mehr von Journalismus und Medien halten\u00ab, so Kr\u00e4mer. Auch Barth findet, dass \u00bbB\u00fcrger machen Journalismus\u00ab einen unrealistischen Ansatz verfolge: \u00bbW\u00e4ren wir schon g\u00e4nzlich desillusioniert, w\u00fcrden wir an diesem Projekt auch nicht teilnehmen.\u00ab Dass die Menschen, die sich auf ein solches Projekt einlassen, nicht jene seien, die g\u00e4nzlich medienskeptisch sind, das r\u00e4umt auch Judith Kretzschmar ein. \u00bbWie wir medienskeptische Menschen gewinnen k\u00f6nnen, wird sich sicherlich noch weiterentwickeln\u00ab, hofft sie. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von einem interdisziplin\u00e4ren Team der Universit\u00e4t Leipzig; Ergebnisse sollen im Fr\u00fchjahr 2030 erscheinen.<\/p>\n<p>&gt; Infoseite zum Projekt:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.buergerjournalismus-sachsen.de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.buergerjournalismus-sachsen.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kathrin Barth und Linda Kr\u00e4mer sind seit Januar dieses Jahres im Rahmen des Projekts \u00bbB\u00fcrger machen Journalismus\u00ab als&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1019066,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1832],"tags":[1567,219008,3364,29,30,5508,2839,402,3761,71,4400,3648,62,126527,219009,91711,219010,126528,52402,15,2202,859,13663,17593,58965],"class_list":{"0":"post-1019065","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-leipzig","8":"tag-bildungspolitik","9":"tag-bildunsgprojekt","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-journalismus","14":"tag-kommunalpolitik","15":"tag-kulturpolitik","16":"tag-landespolitik","17":"tag-leipzig","18":"tag-lokaljournalismus","19":"tag-lokalpolitik","20":"tag-medien","21":"tag-medienbildung","22":"tag-medienkrise","23":"tag-medienkritik","24":"tag-medienpaedagigik","25":"tag-medienpaedagogik","26":"tag-modellprojekt","27":"tag-news","28":"tag-projekt","29":"tag-sachsen","30":"tag-soziale-medien","31":"tag-vertrauen","32":"tag-vertrauensverlust"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116574258954505802","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1019065","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1019065"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1019065\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1019066"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1019065"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1019065"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1019065"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}