{"id":1020153,"date":"2026-05-15T05:05:21","date_gmt":"2026-05-15T05:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1020153\/"},"modified":"2026-05-15T05:05:21","modified_gmt":"2026-05-15T05:05:21","slug":"neuer-freiburger-muensterbaumeister-ein-traum-wird-wahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1020153\/","title":{"rendered":"Neuer Freiburger M\u00fcnsterbaumeister: &#8222;Ein Traum wird wahr&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"https:\/\/katholisch.de\/artikel\/26902-freiburger-muenster-der-schoenste-turm-der-christenheit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Freiburger\u00a0M\u00fcnster<\/a> hat mit dem 36-j\u00e4hrigen Architekten und Denkmalpfleger Moritz Richter einen neuen\u00a0M\u00fcnsterbaumeister. Der M\u00fcnsterbauverein teilte am Mittwoch seine Entscheidung mit. Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) spricht Richter von einem Traumjob.<\/p>\n<p><strong>Frage: Als Architekt kann man gestalten, entwerfen, neue Bauwerke realisieren. Das\u00a0Freiburger\u00a0M\u00fcnster steht unver\u00e4nderlich. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe als\u00a0M\u00fcnsterbaumeister?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Richter<\/strong>: Beim\u00a0Freiburger\u00a0M\u00fcnster geht es darum, ein <a href=\"https:\/\/katholisch.de\/artikel\/15247-kirchenbauen-hat-zukunft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">einzigartiges Bauwerk,<\/a> das den gesellschaftlichen und geistlichen Mittelpunkt der Stadt darstellt, \u00fcber Generationen und Jahrhunderte hinweg zu bewahren und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Vor mehr als 800 Jahren wurde mit dem Bau begonnen, weitere Jahrhunderte m\u00fcssen folgen. Mich fasziniert die Aufgabe, die Substanz dieses besonderen Ortes zu verstehen, Sch\u00e4den fr\u00fch zu erkennen und L\u00f6sungen zu entwickeln, damit das M\u00fcnster auch in kommenden Jahrhunderten erhalten bleibt. Das verlangt Respekt vor dem Bestand und der Baugeschichte.<\/p>\n<p><strong>Frage: Worin liegen die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten, eine mittelalterliche Kathedrale f\u00fcr die Zukunft zu erhalten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Richter<\/strong>: Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung besteht darin, ein Bauwerk aus dem Mittelalter mit den Bedingungen der Gegenwart und Zukunft in Einklang zu bringen. Naturstein altert, Witterung und Klimaver\u00e4nderungen wirken sich zunehmend auf die Substanz aus, und viele Sch\u00e4den entstehen \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume hinweg. Gleichzeitig muss man mit gr\u00f6\u00dfter Sorgfalt arbeiten, weil jeder Eingriff die historische Authentizit\u00e4t des Bauwerks betrifft. Dabei ist das Wissen der historischen Handwerkstechniken und Materialien ma\u00dfgeblich f\u00fcr heutige Restaurierungsarbeiten.<\/p>\n<p><strong>Frage: Was wollen Sie als erstes in Freiburg anpacken, wenn Sie am 1. Oktober beginnen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Richter<\/strong>: Direkt zu Anfang steht eine gro\u00dfe Sanierung am Hauptturm des M\u00fcnsters an\u00a0\u2013 am sogenannten Oktogon. Hier werde ich fr\u00fchzeitig bereits vor Antritt eingebunden. Dar\u00fcber hinaus m\u00f6chte ich mich intensiv in die laufenden Projekte einarbeiten, um das\u00a0Freiburger\u00a0M\u00fcnster in seiner gesamten Komplexit\u00e4t zu verstehen und daraus langfristige sowie nachhaltige Restaurierungskonzepte weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p><strong>Frage: Muss ein\u00a0M\u00fcnsterbaumeister\u00a0auch ein guter Kommunikator sein?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Richter<\/strong>: Ja. Ein besonderes Anliegen ist mir beispielsweise die Wissensvermittlung rund um das\u00a0Freiburger\u00a0M\u00fcnster, insbesondere an junge Menschen. Ich halte es f\u00fcr wichtig, fr\u00fch Begeisterung f\u00fcr historische Bauwerke und unsere Baukultur zu wecken.<\/p>\n<p><strong>Frage: Ihr Ur-Urgro\u00dfvater war vor 100 Jahren K\u00f6lner Dombaumeister. Was bedeutet Ihnen diese au\u00dfergew\u00f6hnliche famili\u00e4re Linie?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Richter<\/strong>: In meiner Familie gab es \u00fcber Generationen hinweg <a href=\"https:\/\/katholisch.de\/artikel\/22835-kirchenbau-das-kann-der-westen-vom-osten-lernen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">viele Architekten<\/a>, die sich mit Denkmalpflege und Kirchenbauten besch\u00e4ftigt haben. Das hat mich von fr\u00fch an gepr\u00e4gt. Vor allem durch meinen Gro\u00dfvater und die Erz\u00e4hlungen meines Vaters habe ich ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr historische Bauwerke und ihren Erhalt entwickelt. Mein Ur-Urgro\u00dfvater Bernhard Hertel war Anfang des 20. Jahrhunderts an der K\u00f6lner Dombauh\u00fctte t\u00e4tig. Diese famili\u00e4re Verbindung ist f\u00fcr mich nat\u00fcrlich etwas Besonderes und zugleich eine gro\u00dfe Inspiration. Schon w\u00e4hrend meines Architekturstudiums war mir klar, dass ich mich dem Bestand, der Baugeschichte und der Denkmalpflege widmen m\u00f6chte. Mit der Aufgabe als\u00a0M\u00fcnsterbaumeister\u00a0geht f\u00fcr mich deshalb tats\u00e4chlich schon fr\u00fch ein Traum in Erf\u00fcllung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das Freiburger\u00a0M\u00fcnster hat mit dem 36-j\u00e4hrigen Architekten und Denkmalpfleger Moritz Richter einen neuen\u00a0M\u00fcnsterbaumeister. 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