{"id":1020557,"date":"2026-05-15T09:09:14","date_gmt":"2026-05-15T09:09:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1020557\/"},"modified":"2026-05-15T09:09:14","modified_gmt":"2026-05-15T09:09:14","slug":"vatertag-in-berlin-es-reicht-nicht-mehr-aus-kein-taeter-zu-sein-demo-prangert-gewalt-gegen-frauen-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1020557\/","title":{"rendered":"Vatertag in Berlin: \u201eEs reicht nicht mehr aus, kein T\u00e4ter zu sein\u201c \u2013\u00a0Demo prangert Gewalt gegen Frauen an"},"content":{"rendered":"<p>Vor dem Brandenburger Tor in Berlin haben Menschen gegen h\u00e4usliche Gewalt, Femizide und sexuelle Bel\u00e4stigung protestiert. Bei der Zahl der Teilnehmer gehen die Angaben von Organisatoren und Polizei weit auseinander.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Unter dem Motto \u201eM\u00e4nner gegen Gewalt\u201c ist am Donnerstag am Brandenburger Tor in Berlin gegen h\u00e4usliche Gewalt, Femizide und sexuelle Bel\u00e4stigungen von Frauen protestiert worden. Damit sollte nach Angaben der Veranstalter ein Gegenakzent zu den \u00fcblichen Vatertagsfeiern am Himmelfahrtstag gesetzt werden. \u201eStatt den Vatertag\/Herrentag mit Alkohol und (sexualisierter) Bel\u00e4stigung zu feiern, setzen wir gemeinsam ein Zeichen f\u00fcr Solidarit\u00e4t mit Frauen, Lesben, intergeschlechtliche, nicht-bin\u00e4re und transgender Personen\u201c, erkl\u00e4rte die Initiative \u201emaennergegengewalt\u201c.<\/p>\n<p>Auf Transparenten stand \u201eNeue M\u00e4nner braucht das Land\u201c, \u201eMore feelings, less violence\u201c (\u201eMehr Gef\u00fchle, weniger Gewalt\u201c) und \u201eStoppt T\u00e4terschutz\u201c. Auch der Gr\u00fcnen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak nahm an der Veranstaltung teil.<\/p>\n<p>\u201eDer Kampf gegen Gewalt an Frauen muss leider immer noch vor allem von Frauen gef\u00fchrt werden\u201c, sagte Banaszak dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Gewalt gegen Frauen sei \u201evor allem ein Problem von M\u00e4nnern\u201c, sagte Banaszak. \u201eWir M\u00e4nner m\u00fcssen deshalb endlich lauter werden.\u201c<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Kundgebung am Brandenburger Tor sagte Banaszak dem RND: \u201eIch w\u00fcnsche mir, dass am Donnerstag viele M\u00e4nner mitlaufen. Sch\u00fcler, V\u00e4ter, Kollegen, Minister \u2013 gerne auch der Bundeskanzler\u201c. Banaszak f\u00fcgte mit Blick auf den CDU-Politiker Friedrich Merz hinzu: \u201eEin bisschen frische Luft und ein klares Zeichen der Solidarit\u00e4t mit Frauen w\u00fcrden Friedrich Merz sicher gut zu Gesicht stehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Veranstalter sprachen von 3500 Teilnehmern, die sich bei Regen und Hagel auf dem Pariser Platz versammelt hatten, die Polizei von etwa 800. Redner waren unter anderem der Komiker und Moderator Aurel Mertz, die Autorin und Journalistin Daniela Sepehri und der S\u00e4nger und politische Aktivist Battal, der in seiner Kindheit und Jugend selbst h\u00e4uslicher Gewalt durch seinen Vater ausgesetzt war.<\/p>\n<p>Gewalt gegen Frauen sei ein strukturelles Problem und habe ein Geschlecht, sagte Battal: \u201eEs sind nicht alle M\u00e4nner, aber es ist immer ein Mann.\u201c Gerade deswegen sei es die Verantwortung der M\u00e4nner, das Schweigen zu brechen: \u201eEs reicht nicht mehr aus, kein T\u00e4ter zu sein, wir m\u00fcssen endlich lauter werden und das h\u00e4tte schon gestern passieren m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>Musikalisch umrahmt wurde die Kundgebung von Ex-\u201eMonrose\u201c-Star Bahar Kizil, dem Musikduo Tripkid und der queeren Rapperin goldie 333.<\/p>\n<p>In Hamburg fand eine \u00e4hnliche Demonstration statt. Zahlreiche Menschen kamen auf dem Heiligengeistfeld zusammen, um sich gegen sexualisierte Gewalt an Frauen starkzumachen. Die Hamburger Gruppierung \u201eComeOnBoys\u201c hatte dazu aufgerufen. Das Ziel sei es, den \u201eHerrentag\u201c inhaltlich neu zu besetzen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>\u201eEs f\u00e4ngt mit uns an. Es ist unsere Aufgabe. Es ist unsere Verantwortung\u201c, sagte ein Sprecher in Hamburg. Unter dem Motto \u201eCome on, Boys! \u2013 aka Der Bollerwagen der W\u00fcrde\u201c solle dem Vatertag eine neue Bedeutung verliehen werden. <\/p>\n<p>Auf Transparenten stand \u201eBoys will be&#8230; verantwortlich\u201c, \u201eKein Platz f\u00fcr T\u00e4terkultur\u201c, \u201eMen of quality do not fear equality\u201c oder \u201eBessere M\u00e4nner erziehen. #Vatertag\u201c. Auch viele Frauen und Kinder waren bei der Kundgebung dabei \u2013 und ausdr\u00fccklich willkommen.<\/p>\n<p>Die Kritik an M\u00e4nnlichkeit habe seit der Me-too-Debatte ein enormes Tempo aufgenommen, so die Veranstalter. Es sei an der Zeit, M\u00e4nnerb\u00fcnde, die sogenannte \u201eBro-Culture\u201c, zu erkennen und aufzubrechen. \u201eSchlechte Witze, Abwertung, Besitzdenken\u201c seien in bestimmten Kreisen immer noch an der Tagesordnung. <\/p>\n<p>\u201eWieso haben die meisten M\u00e4nner eigentlich keine weiblichen oder queeren Vorbilder?\u201c, fragte ein Sprecher. Auch patriarchale Strukturen wie unbezahlte Sorgearbeit, die gr\u00f6\u00dftenteils an Frauen h\u00e4ngenbleibe, und finanzielle Abh\u00e4ngigkeit wurden kritisiert. Die Aufkl\u00e4rungsarbeit zu diesen Themen d\u00fcrfe nicht an Frauen h\u00e4ngenbleiben. <\/p>\n<p>\u201eAn der Zeit, noch w\u00fctender zu sein\u201c<\/p>\n<p>Eine Teilnehmerin sagte: \u201eIch bin neugierig, mir anzuschauen, was M\u00e4nner hier auf die Beine gestellt haben, um sich laut zu machen gegen Gewalt an Frauen.\u201c Es sei an der Zeit, noch w\u00fctender zu sein und sich den Raum zu nehmen. \u201eUnd deswegen ist es wichtig, an solchen Tagen auf die Stra\u00dfe zu gehen, zusammenzuhalten, laut zu sein und ein Zeichen zu setzen\u201c, so die Hamburgerin.<\/p>\n<p>\u201eIch finde es auf jeden Fall wichtig, dass nicht nur Frauen die M\u00e4nner mitschleppen oder nur Frauen auf solchen Demos stehen\u201c, betonte ein Teilnehmer. \u201eIch habe jetzt heute Morgen auch von meinen T\u00f6chtern ein Geschenk bekommen und das finde ich auch cool\u201c \u2013 aber Gewalt gegen Frauen sei Alltag und dagegen aufzustehen, l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig. \u201eEs sind ja nicht nur meine T\u00f6chter, die irgendwie potenziell Gewalt ausgesetzt sind, sondern es ist die H\u00e4lfte der Gesellschaft\u201c, betonte er.<\/p>\n<p>Unter den Initiatoren der Demo sind auch bekannte Namen, etwa der Schauspieler Enrique Fi\u00df, bekannt aus der ARD-Vorabendserie \u201eGro\u00dfstadtrevier\u201c, und Arne Ihlenfeld, der unter dem K\u00fcnstlernamen Captain Gips als Rapper auftritt <\/p>\n<p>Die Initiatoren hatten mitgeteilt: \u201eWir wollen keinen Tag erleben, an dem M\u00e4nnergruppen bis oben hin mit Alkohol gef\u00fcllte Bollerwagen hinter sich herziehen, ihre vermeintliche M\u00e4nnlichkeit breitbeinig vor sich hertragen und vor allem durch (sexuelle) Bel\u00e4stigungen im \u00f6ffentlichen Raum auffallen.\u201c Stattdessen wollten sie sich an diesem Tag solidarisch an die Seite Gewaltbetroffener stellen &#8211; und sich \u201ekritisch mit M\u00e4nnlichkeit, insbesondere m\u00e4nnlicher Gewalt\u201c auseinandersetzen.<\/p>\n<p>Die gesellschaftliche Diskussion \u00fcber digitale und sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatte mit Bekanntwerden der Vorw\u00fcrfe der Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen Ende M\u00e4rz neue Fahrt aufgenommen. Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und dar\u00fcber pornografische Inhalte verbreitet haben. F\u00fcr Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Tausende Menschen gingen danach in vielen St\u00e4dten bei Demonstrationen auf die Stra\u00dfe, um mehr Schutz f\u00fcr Opfer sexualisierter Gewalt zu fordern.<\/p>\n<p>dpa\/s\u00e4d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor dem Brandenburger Tor in Berlin haben Menschen gegen h\u00e4usliche Gewalt, Femizide und sexuelle Bel\u00e4stigung protestiert. 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