{"id":1021140,"date":"2026-05-15T14:31:28","date_gmt":"2026-05-15T14:31:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1021140\/"},"modified":"2026-05-15T14:31:28","modified_gmt":"2026-05-15T14:31:28","slug":"oberlandesgericht-koeln-penny-gewinnt-streit-um-preisangaben-im-prospekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1021140\/","title":{"rendered":"Oberlandesgericht K\u00f6ln: Penny gewinnt Streit um Preisangaben im Prospekt"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/einkaufswagen-discounter-penny-100.jpg\" alt=\"Einkaufswagen stehen vor einer Filiale des Discounters &quot;Penny&quot;. \" title=\"Einkaufswagen stehen vor einer Filiale des Discounters &quot;Penny&quot;.  | Karl-Josef Hildenbrand\/dpa\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 15.05.2026 \u2022 14:44 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Was darf Werbung und was nicht? Damit hat sich das Oberlandesgericht K\u00f6ln besch\u00e4ftigt. Verbrauchersch\u00fctzer hatten Penny vorgeworfen, Kunden zu t\u00e4uschen. Der Discounter bekam Recht, der Fall ist aber noch nicht abgeschlossen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Discounter Penny darf bei den Preisangaben in seinen Prospekten weiterhin mit durchgestrichenen Preisen werben. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) K\u00f6ln entschieden. Geklagt hatte die Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg, die kritisiert hatte, dass Kunden durch die Aufmachung in die Irre gef\u00fchrt w\u00fcrden. Penny setzte sich in dem Rechtsstreit in zweiter Instanz durch. Die Richter gaben der Berufung des Unternehmens statt.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Alles begann mit einem Joghurt f\u00fcr 33 Cent, den Penny in einem Prospekt bewarb. Die Angabe &#8222;minus 58 Prozent&#8220; bezog sich auf eine durchgestrichene unverbindliche Preisempfehlung (UVP) von 79 Cent. Die Verbrauchersch\u00fctzer bem\u00e4ngelten, dass so eine hohe Ersparnis vorgegaukelt werde, die nicht \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nne. Ob der Joghurt jemals zum UVP-Preis verkauft wurde, sei nicht nachvollziehbar. Verbraucher fassten dies als Rabattwerbung auf. Penny bestritt dies &#8211; der aktuelle Ladenpreis werde der UVP lediglich gegen\u00fcbergestellt.<\/p>\n<p>    OLG sieht keinen Versto\u00df<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das OLG K\u00f6ln hat an der Darstellung in dem Prospekt nichts auszusetzen und sieht keine Irref\u00fchrung. In diesem Fall liege keine Bekanntgabe einer Preiserm\u00e4\u00dfigung vor, so die Gerichtssprecherin. Der Senat sah demnach keinen Versto\u00df gegen die Preisangabenverordnung. Der Bezug zum UVP sei optisch gut sichtbar. Verbraucher k\u00f6nnten erkennen, dass sich die Reduzierung nicht auf einen Eigenpreis beziehe. Das Urteil ist bislang nicht rechtskr\u00e4ftig. Eine Revision zum Bundesgerichtshof wurde zugelassen, die Verbraucherzentrale k\u00fcndigte bereits Revision an.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Landgericht K\u00f6ln hatte im Sommer 2025 noch den Verbrauchersch\u00fctzern recht gegeben. Die Richter st\u00fctzten sich auf die Vorgaben der Preisangabenverordnung. Danach m\u00fcssen H\u00e4ndler, die mit Preisrabatten werben, immer den niedrigsten Preis angeben, der innerhalb der letzten 30 Tage f\u00fcr das entsprechende Produkt verlangt wurde. So hatte es der Europ\u00e4ische Gerichtshof 2024 entschieden.<\/p>\n<p>    Einheitliche Rechtsprechung steht noch aus<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zuletzt hatte es mehrere \u00e4hnliche Klagen gegeben &#8211; auch gegen <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/kaffeepreise-aldi-tchibo-streit-100.html\" title=\"Tchibo verliert Rechtsstreit gegen Aldi S\u00fcd\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aldi S\u00fcd<\/a> und Netto. Aldi S\u00fcd unterlag vor dem Europ\u00e4ischen Gerichtshof sowie vor dem Land- und Oberlandesgericht D\u00fcsseldorf, weil der 30-Tage-Niedrigpreis nicht korrekt ausgewiesen war. Geklagt hatte jeweils die Verbraucherzentrale Baden-W\u00fcrttemberg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ein \u00e4hnlicher Fall, bei dem die Wettbewerbszentrale gegen den Discounter Netto geklagt hatte, landete im Oktober vor dem Bundesgerichtshof. Die Karlsruher Richter stellten klar: Wenn H\u00e4ndler mit einer Preiserm\u00e4\u00dfigung werben, m\u00fcssen sie den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage unmissverst\u00e4ndlich, klar erkennbar und gut lesbar angeben. Das OLG K\u00f6ln r\u00e4umte ein, von fr\u00fcheren Entscheidungen anderer Gerichte abgewichen zu sein. Die Zulassung der Revision solle eine einheitliche Rechtsprechung sichern, hie\u00df es.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Az. 6 U 92\/25<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 15.05.2026 \u2022 14:44 Uhr Was darf Werbung und was nicht? 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