{"id":1021737,"date":"2026-05-15T19:57:20","date_gmt":"2026-05-15T19:57:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1021737\/"},"modified":"2026-05-15T19:57:20","modified_gmt":"2026-05-15T19:57:20","slug":"privilegienausweitung-in-linux-lokale-nutzer-koennen-fremde-dateien-lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1021737\/","title":{"rendered":"Privilegienausweitung in Linux: Lokale Nutzer k\u00f6nnen fremde Dateien lesen"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Privilege-escalation-in-Linux-Local-users-can-read-foreign-files-11295774.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Es ist die vierte Sicherheitsl\u00fccke innerhalb weniger Tage, die Linux-Nutzern eine Ausweitung ihrer Privilegien erm\u00f6glicht: Ein Sicherheitsforscher mit dem Spitznamen _SiCK ver\u00f6ffentlichte auf Github mehrere Beispiele, die eine L\u00fccke in der Speicherverwaltung des Linux-Kernels ausnutzen, um eine Wettlaufsituation (Race Condition) zu gewinnen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das Beispiel (Proof of Concept &#8211; PoC) mit den wohl st\u00e4rksten Auswirkungen ist ssh-keysign-pwn, das den SSH-Private-Key der Maschine ausliest. Dieser ist unter normalen Umst\u00e4nden nur f\u00fcr den Root-Nutzer lesbar. Weitere PoC-Exploits existieren f\u00fcr \u201echage\u201c, das w\u00e4hrend seiner Ausf\u00fchrung die Passwortdatei \/etc\/shadow liest \u2013 und sind prinzipiell f\u00fcr jede andere ausf\u00fchrbare Datei denkbar, die mit Rootrechten l\u00e4uft (setuid root).<\/p>\n<p>Die Sicherheitsl\u00fccke versteckt sich tief im Speicher- und Prozessmanagement des Linux-Kernels. Die Funktion ptrace_may_access() schl\u00e4gt bei Prozessen, die gerade beendet werden, auf eine zu offene Art fehl (fail open). Gewinnt der Exploit eine Race Condition, kann er trotz fehlender Berechtigungen Dateien lesen, die von dem sterbenden Prozess zuvor ge\u00f6ffnet worden waren, also etwa \/etc\/shadow bzw. \/etc\/ssh\/ssh_host_key.<\/p>\n<p>Gefunden hatte den Fehler das Sicherheitsunternehmen Qualys, behoben wurde er von Linux-Verwalter Torvalds am sp\u00e4ten Donnerstagnachmittag. Nur wenig sp\u00e4ter wurde grsecurity-Gr\u00fcnder Brad Spengler auf den Fehler aufmerksam, widmete ihm eine Kurzanalyse im sozialen Netzwerk X und weckte damit den Ehrgeiz des Sicherheitsforschers _SiCK. Eine CVE-Kennung hat die Sicherheitsl\u00fccke bislang nicht.<\/p>\n<p>Bereits vor mehreren Jahren war der Fehler dem Google-Sicherheitsexperten Jann Horn ausgefallen, der damals einen Vorschlag zur Behebung gemacht hatte. Umgesetzt wurde er jedoch nicht.<\/p>\n<p>Gro\u00dfer Knopf f\u00fcr Kernelreleases<\/p>\n<p>Der Kernelverwalter Greg Kroah-Hartman schrieb derweil im Fediverse, er habe seine Ausr\u00fcstung verbessert. Er habe nun einen \u201egro\u00dfen Knopf\u201c auf dem Schreibtisch, um die Ver\u00f6ffentlichung einer neuen Kernelversion auszul\u00f6sen. Der Knopf w\u00e4re ihm gelegen gekommen, um die heutigen Kernel-Releases zu starten, f\u00e4hrt Hartman leicht selbstironisch fort. Tats\u00e4chlich enth\u00e4lt der Linux-Kernel 7.0.8 ausschlie\u00dflich die Fehlerbehebung f\u00fcr die durch ssh-keysign-pwn ausgenutzte Sicherheitsl\u00fccke.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die gro\u00dfen und kleineren Linux-Distributionen werden den Fehler nun in neuen Kernelpaketen verpacken und ausliefern m\u00fcssen, was erfahrungsgem\u00e4\u00df eine Weile dauern kann. Bis dahin k\u00f6nnen Systemverwalter mittels des Kommandos \u201eecho 3 &gt; \/proc\/sys\/kernel\/yama\/ptrace_scope\u201c zumindest f\u00fcr alle bisher bekannten F\u00e4lle der Sicherheitsl\u00fccke Abhilfe schaffen.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:cku@heise.de\" title=\"Dr. Christopher Kunz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">cku<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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