{"id":1022268,"date":"2026-05-16T01:09:19","date_gmt":"2026-05-16T01:09:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1022268\/"},"modified":"2026-05-16T01:09:19","modified_gmt":"2026-05-16T01:09:19","slug":"streik-im-einzelhandel-kaufland-ikea-primark-streik-in-stuttgart-aber-niemand-merkt-es","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1022268\/","title":{"rendered":"Streik im Einzelhandel: Kaufland, Ikea, Primark: Streik in Stuttgart \u2013 aber niemand merkt es"},"content":{"rendered":"<p>Trillerpfeifen, Transparente, Forderungen nach mehr Lohn: Hunderte Einzelhandels-Besch\u00e4ftigte streiken in Stuttgart und der Region. In den Filialen herrscht trotzdem Hochbetrieb.<\/p>\n<p> \u201eWir wollen mehr Kohle sehen\u201c: Immer wieder skandieren rund 170 Besch\u00e4ftigte aus dem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Einzelhandel\" title=\"Einzelhandel\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einzelhandel<\/a> diese Forderung auf dem Weg zum Stuttgarter <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Schlossplatz\" title=\"Schlossplatz\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlossplatz<\/a>. F\u00fcr Freitag hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in mehreren Regionen Baden-W\u00fcrttembergs zu einem <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-folgt-verdi-streikaufruf-warnstreiks-erhoehen-druck-auf-kaufland-ikea-und-h-m.23d995ce-23d8-4896-8816-8cc855f2aaf5.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">ganzt\u00e4gigen Warnstreik<\/a> im Einzel- und Versandhandel aufgerufen.<\/p>\n<p>Die Trillerpfeifen, Plakate und neongelben Warnwesten beeindrucken allerdings die wenigsten Passanten in der Innenstadt. Nur vereinzelt bleibt einmal jemand stehen und lauscht den Ausf\u00fchrungen von <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.tarifverhandlungen-verdi-ruft-zu-bundesweiten-warnstreiks-im-handel-auf.43f00c2f-2ea6-45db-bd1f-ca457d9b2a65.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Verdi<\/a>vertreter Wolfgang Kr\u00fcger, der bei der Kundgebung am Mikrofon steht. \u201eUm was geht es hier?\u201c, fragt eine \u00e4ltere Dame. Als sie h\u00f6rt, dass es um bessere Bezahlung bei Unternehmen wie <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Kaufland\" title=\"Kaufland\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaufland<\/a>, H&amp;M, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Ikea\" title=\"Ikea\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ikea<\/a>, Obi, <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Primark\" title=\"Primark\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Primark<\/a> und Zara geht, winkt sie ab.<\/p>\n<p>Auch in den Filialen der bestreikten Firmen auf der K\u00f6nigstra\u00dfe ist wenig von den Tarifauseinandersetzungen zu sp\u00fcren. Der Andrang in den R\u00e4umlichkeiten ist schon um 11 Uhr sehr gro\u00df. Am Br\u00fcckentag ist die Stuttgarter Innenstadt gut besucht. \u201e<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Streik\" title=\"Streik\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Streik<\/a>? Hier? Wer und warum?\u201c, fragt Giorgos Papadimitriou, der gerade mit seiner Familie und den Eink\u00e4ufen aus dem Primark kommt. Gemerkt hat er nichts. Alles sei wie immer. Die Forderung nach besserer Bezahlung unterst\u00fctzt er. Seine Einkaufsgewohnheiten w\u00fcrde er daf\u00fcr aber grunds\u00e4tzlich nicht \u00e4ndern wollen. \u201eWir m\u00fcssen auch aufs Geld schauen!\u201c<\/p>\n<p>Die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter sollen um rund 300 Euro pro Monat steigen <\/p>\n<p>Den rund 500.000 Besch\u00e4ftigten im Einzel- und Versandhandel in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Baden-W%C3%BCrttemberg\" title=\"Baden-W\u00fcrttemberg\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> geht es genau so. \u201eJeden Tag erleben wir, welche Auswirkungen die Krise auf unseren Geldbeutel hat\u201c, sagt Wolfgang Kr\u00fcger. \u201eUnd es ist kein Ende in Sicht.\u201c Man werde deshalb nicht von den Forderungen abr\u00fccken: Die L\u00f6hne und Geh\u00e4lter sollen um 300 Euro pro Monat erh\u00f6ht werden. Die Ausbildungsverg\u00fctungen sollen um 150 Euro steigen. Und das alles bei einer Laufzeit von zw\u00f6lf Monaten.<\/p>\n<p>\u201eDas ist nicht zu viel verlangt\u201c, betont auch Daniela Engelhardt. Sie arbeitet bei Kaufland in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/T%C3%BCbingen\" title=\"T\u00fcbingen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">T\u00fcbingen<\/a> und ist mit 22 Kolleginnen und Kollegen nach <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> gekommen. \u201eDie Arbeitgeber haben noch kein Angebot abgegeben. Es ist immer dasselbe. Aber dass die Schwarz-Gruppe kein Geld hat, um h\u00f6here L\u00f6hne bei Lidl oder Kaufland zu bezahlen, ist schwer zu glauben.\u201c Das Verm\u00f6gen von Gr\u00fcnder Dieter Schwarz wird laut US-Magazin Forbes auf etwa 50 Milliarden Euro gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>\u201eIm Einzelhandel wird noch gut verdient\u201c, sagt Wolfgang Kr\u00fcger. \u201eEs kann Verm\u00f6gen angeh\u00e4uft werden.\u201c Dagegen m\u00fcssten die Besch\u00e4ftigten mit wenig Geld und immer schlechteren Arbeitsbedingungen zurecht kommen. Ein Verk\u00e4ufer im sechsten Berufsjahr w\u00fcrde 3219 Euro brutto pro Monat verdienen. Das seien etwas mehr als 19 Euro Stundenlohn.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Verhandlungsrunde ist f\u00fcr den 8. Juni angesetzt. Auch in den kommenden Tagen und Wochen ist mit <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Warnstreik\" title=\"Warnstreiks\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Warnstreiks<\/a> in Baden-W\u00fcrttemberg zu rechnen. Rund 800 Besch\u00e4ftigte seien am Freitag in Stuttgart, Heilbronn sowie Schw\u00e4bisch Hall und aus dem Bereich Neckar-Fils mit Reutlingen, T\u00fcbingen, G\u00f6ppingen und Esslingen dem Streikaufruf gefolgt, sagt Wolfgang Kr\u00fcger. Da ist noch Luft nach oben, betont auch Daniela Engelhardt.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/media.media.35a6346f-d9b0-4ea2-8abb-86b2f0e0beed.original1024.media.jpeg\"\/>     Die n\u00e4chste Verhandlungsrunde soll am 8. Juni stattfinden. Mit weiteren Streiks ist zu rechnen.    Foto: LICHTGUT\/Leif Piechowski    <\/p>\n<p>\u201eWir sind dran, mehr Leute zu mobilisieren\u201c, sagt Kr\u00fcger. Aber die tarifgebundenen Unternehmen, die sich am Streik beteiligen d\u00fcrfen, werden immer weniger. \u201eEs sind nur noch 18 Prozent der Betriebe. Und nur 23 Prozent der Besch\u00e4ftigten werden nach Tarif bezahlt.\u201c<\/p>\n<p>Beim Handelsverband Baden-W\u00fcrttemberg bezeichnet man die Forderungen als realit\u00e4tsfern. Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Sabine Hagmann: \u201eIn der aktuellen wirtschaftlichen Lage und angesichts tr\u00fcber Aussichten gef\u00e4hrdet Verdi Unternehmen und Arbeitspl\u00e4tze. Das ist auch nicht im Interesse unserer Mitarbeitenden.\u201c In Baden-W\u00fcrttemberg w\u00fcrden derzeit bereits viele Wirtschaftszweige &#8211; vor allem die Automobil- und Zulieferindustrie \u2013 massiv Stellen abbauen. \u201eDas wird weitere negative Auswirkungen auf den Konsum und damit auf die Ums\u00e4tze der Handelsunternehmen haben und muss mitber\u00fccksichtigt werden. Baden-W\u00fcrttemberg steht an zweitletzter Stelle der wirtschaftlichen Entwicklung aller Bundesl\u00e4nder.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Trillerpfeifen, Transparente, Forderungen nach mehr Lohn: Hunderte Einzelhandels-Besch\u00e4ftigte streiken in Stuttgart und der Region. 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