{"id":1022324,"date":"2026-05-16T01:44:43","date_gmt":"2026-05-16T01:44:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1022324\/"},"modified":"2026-05-16T01:44:43","modified_gmt":"2026-05-16T01:44:43","slug":"nakba-gedenken-in-halle-redner-fordern-anerkennung-palaestinas-als-staat-werfen-israel-einen-genozid-vor-und-wollen-akademischen-boykott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1022324\/","title":{"rendered":"Nakba-Gedenken in Halle: Redner fordern Anerkennung Pal\u00e4stinas als Staat, werfen Israel einen Genozid vor und wollen akademischen Boykott"},"content":{"rendered":"<p>Es ist ein Datum, das f\u00fcr die einen die Geburtsstunde eines Staates markiert und f\u00fcr die anderen den Beginn einer \u201eKatastrophe\u201c. Am Freitagnachmittag wurde der Leipziger Turm in Halle zum Schauplatz einer emotional aufgeladenen Kundgebung. Unter dem Banner des Nakba-Gedenkens versammelten sich rund 50 Aktivisten, um eine Verbindung zwischen der Vertreibung von 1948 und dem aktuellen Krieg im Gazastreifen zu ziehen.<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/swh.de\/produkte\" target=\"_blank\" aria-label=\"swh-image-800\u00d7600-tuerme\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/swh-image-800x600-tuerme.png\" alt=\"\"   width=\"800\" height=\"600\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u200bSchon von Weitem waren die Parolen zu h\u00f6ren, die \u00fcber den Platz am Rande der Innenstadt schallten. Die Veranstalter hatten den Ort bewusst gew\u00e4hlt: Der massive, steinerne Leipziger Turm bot die Kulisse f\u00fcr ein gro\u00dffl\u00e4chiges Transparent, das die \u201e78 Jahre Nakba\u201c (arabisch f\u00fcr \u201eKatastrophe\u201c) anprangerte. Pal\u00e4stinensische Flaggen wehten.<\/p>\n<p><strong>\u200bGeschichtspolitik als Anklage<\/strong><\/p>\n<p>\u200bIm Zentrum der Kundgebung stand die historische Aufarbeitung der Ereignisse von 1948. Ein Redner, rief die Zahlen in Erinnerung: \u201eWir gedenken heute der \u00fcber 750.000 Menschen, die gewaltsam aus ihrer Heimat gerissen wurden. Hunderte D\u00f6rfer wurden dem Erdboden gleichgemacht, Familien wurden zerrissen. Das ist kein Mythos, das ist unsere Geschichte, die bis heute blutet.\u201c<\/p>\n<p>\u200bDoch bei der historischen R\u00fcckschau blieb es nicht. Die Redner spannten einen direkten Bogen zur Gegenwart. Die zentrale These der Versammlung: Die Vertreibung der Pal\u00e4stinenser sei kein abgeschlossener Akt, sondern ein fortlaufender Prozess. \u201eWas wir heute in Gaza sehen, ist die Fortsetzung dessen, was 1948 begann\u201c, hie\u00df es in einem weiteren Beitrag. \u201eEs ist derselbe Siedlerkolonialismus, dieselbe Logik der Verdr\u00e4ngung. Mit jedem neuen Siedlungsbau in der Westbank wird die Nakba jeden Tag aufs Neue vollzogen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WhatsApp-Image-2026-05-15-at-23.11.37-1200x676.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-350691\"  \/><\/p>\n<p><strong>\u200bScharfe Kritik an der \u201edeutschen Komplizenschaft\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Besonders deutlich wurde der Unmut der Demonstrierenden gegen\u00fcber der Bundesregierung. Deutschland wurde in fast jedem Redebeitrag als Akteur adressiert, der durch seine milit\u00e4rische und diplomatische Unterst\u00fctzung Israels eine Mitschuld trage. \u201eWir stehen hier, um gegen die deutsche Unterst\u00fctzung von Genozid aufzustehen\u201c, rief eine Sprecherin unter Beifall. \u201eEs reicht nicht, von Menschenrechten zu sprechen, w\u00e4hrend man die Waffen liefert, die diese Rechte in Gaza vernichten. Deutsche Staatsr\u00e4son darf nicht bedeuten, die Augen vor dem Leid der Pal\u00e4stinenser zu verschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/st.bsw-vg.de\/sahra-wagenknecht-kommt-nach-halle\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"BSWWerbungDubistHalle\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778476283_558_BSWWerbungDubistHalle.png\" alt=\"\"   width=\"2304\" height=\"1080\"\/><\/a><\/p>\n<p>\u200bDie Wortwahl war dabei bewusst provokativ. Begriffe wie \u201eV\u00f6lkermord\u201c und \u201eApartheid\u201c wurden nicht als Fragen in den Raum gestellt, sondern als feststehende Tatsachen behandelt. Diese Rhetorik sorgt in der politischen Debatte in Deutschland regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr scharfe Kritik, da sie die Komplexit\u00e4t des Konflikts und die Sicherheitsinteressen Israels weitgehend ausklammert. Gefordert wurde auch ein \u201eakademischer Boykott aller israelischen Universit\u00e4ten.\u201c<\/p>\n<p>Auch die J\u00fcdische Gemeinde zu Halle war Thema. Hintergrund sind Flugbl\u00e4tter an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein, in denen ein Ende der Zusammenarbeit gefordert wurde. Die Hochschule hatte die Flugbl\u00e4tter entfernen lassen und diese als antisemitisch bezeichnet. \u201eDer Begriff des Antisemitismus wird hier gezielt instrumentalisiert, um substanzielle Kritik an Israel zu unterdr\u00fccken\u201c, hie\u00df es es einem Redebeitrag. \u201eWer die israelische Apartheid und ihre lokalen Komplizenschaft benennt, wird mundtot gemacht.\u201c<\/p>\n<p><strong>Kritik an Medien und Rolle Deutschlands<\/strong><\/p>\n<p>Ein Redner der \u201eF\u00f6deration klassenk\u00e4mpferischer Organisationen\u201d (FKO) bezeichnete den Tag der Nakba als Beginn einer Jahrzehnte andauernden Unterdr\u00fcckung und Ausl\u00f6schung. Sie sei \u201cnicht nur ein dunkles Kapitel in den Geschichtsb\u00fcchern Westasiens, sie dauert bis heute an.\u201d Die aktuellen milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen seien \u201ezweieinhalb Jahre Genozid und Krieg\u201c, es habe eine weitreichende Zerst\u00f6rung der zivilen Infrastruktur in Pal\u00e4stina gegeben, also Stra\u00dfen, H\u00e4user, Schulen und Kliniken.\u00a0<\/p>\n<p>Ziel der Angriffe Israels sei die \u201eendg\u00fcltige Vernichtung und Vertreibung aller Pal\u00e4stinenser:innen\u201c. Der \u201edeutsche Imperialismus\u201c, so sein Vorwurfe, stehe fest an der Seite Israels. Deutschland liefere weiterhin Waffen und biete diplomatische Deckung, sei somit Komplize. Zudem warf er den \u00f6ffentlich-rechtlichen Sendern und gro\u00dfen Medienh\u00e4usern vor, Kriegsverbrechen zu \u201everkl\u00e4ren, leugnen und rechtfertigen\u201c. Auch beklagte er eine harte polizeiliche Konfrontation bei Demonstrationen und den Entzug von F\u00f6rdermitteln f\u00fcr solidarische Veranstaltungen. Der FKO-Redner warnte vor einer Ausweitung der \u201eKriegstreiberei\u201c auf den Iran und den Libanon. Die Menschen in Deutschland sollten das Prinzip \u201eSumud\u201c (Standhaftigkeit) verinnerlichen. \u201eSeien wir laut gegen die Unterdr\u00fcckung der Pal\u00e4stinenser:innen, gegen den Krieg in Gaza und jeden anderen imperialistischen Krieg.\u201c<\/p>\n<p><strong>Feministische Perspektive<\/strong><\/p>\n<p>Auch die Gruppe \u201eFIO\u201c (Feministische Initiative ohne Grenzen) meldete sich zu Wort. Eine Rednerin erkannte zwar die historische Notwendigkeit eines Schutzraumes f\u00fcr j\u00fcdisches Leben an, doch in Pal\u00e4stina habe dies zu fatalen Folgen f\u00fcr die lokale Bev\u00f6lkerung gef\u00fchrt. Seit der Staatsgr\u00fcndung Israels k\u00f6nne das Leben der Pal\u00e4stinenser:innen \u201enicht mehr so stattfinden wie zuvor\u201c. Wie schon ihre Vorredner bezeichnete sie die Nakba als einen anhaltenden Prozess der Entrechtung, Erniedrigung und Entmenschlichung. <\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.wgfreiheit.de\/for-free-in-heide-nord\" target=\"_blank\" aria-label=\"wgfreiheit02-dubisthalle_banner_800_x_600\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778885071_782_wgfreiheit02-dubisthalle_banner_800_x_600.gif\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\"\/><\/a><\/p>\n<p>Besonders Frauen und Kindern in Kriegsgebieten, insbesondere im Gazastreifen und im Westjordanland, seien betroffen. Schwangere Frauen m\u00fcssten \u201eunter Lebensgefahr, ohne Schutzr\u00e4ume und ohne angemessene medizinische Begleitung entbinden\u201c. Es fehle massiv an Menstruations- und Hygieneprodukten, was Frauen zur Nutzung von Stoffresten zwinge. Auch prangerte sie Vergewaltigung als \u201eKriegsmethode\u201c an, die eingesetzt werde, um den Gegner zu dem\u00fctigen. Israel warf sie eine \u201egezielte Verknappung von \u00fcberlebenswichtigen G\u00fctern\u201c vor. \u200bNahrungsmittel, Medikamente und Material zur Wasserversorgung seien kaum zug\u00e4nglich. \u200bDie Lebensumst\u00e4nde wurden in dem Redebeitrag als schlichtweg \u201ekatastrophal\u201c bezeichnet. Deutschland trage durch die Nicht-Anerkennung Pal\u00e4stinas als Staat und Waffenlieferungen zur F\u00f6rderung der eigenen Wirtschaft eine \u201estrukturelle Mitschuld\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"676\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/WhatsApp-Image-2026-05-15-at-23.11.37-1-1200x676.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-350690\"  \/><\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.hallescher-einkaufspark.de\/\" target=\"_blank\" aria-label=\"HEP_Lebensmittel_DuBistHalle_800x600\" rel=\"nofollow noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778895883_675_HEP_Lebensmittel_DuBistHalle_800x600-1.gif\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"600\"\/><\/a>          <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es ist ein Datum, das f\u00fcr die einen die Geburtsstunde eines Staates markiert und f\u00fcr die anderen den&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":878772,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1860],"tags":[3364,29,548,663,3934,30,4062,17332,13,14,15,17331,860,12],"class_list":{"0":"post-1022324","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-halle-saale","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-germany","14":"tag-halle","15":"tag-halle-saale","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-saale","20":"tag-sachsen-anhalt","21":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116581726487985218","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1022324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1022324"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1022324\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/878772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1022324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1022324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1022324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}