{"id":1022703,"date":"2026-05-16T05:34:15","date_gmt":"2026-05-16T05:34:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1022703\/"},"modified":"2026-05-16T05:34:15","modified_gmt":"2026-05-16T05:34:15","slug":"filler-botox-und-co-warum-liegen-kleine-schoenheitseingriffe-im-trend-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1022703\/","title":{"rendered":"Filler, Botox und Co.: Warum liegen kleine Sch\u00f6nheitseingriffe im Trend?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wer sich bei Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein in den faltenfreien Lederstuhl fallen l\u00e4sst, der sieht erst einmal viel Sch\u00f6nes vor sich. Einen aufger\u00e4umten Schreibtisch, ganz ohne Akten, Schreibwaren oder Krimskrams um den Computerbildschirm. Im Sessel gegen\u00fcber: ein Facharzt mit strahlend wei\u00dfem L\u00e4cheln, strahlend grauen Haaren. Aber im R\u00fccken, in einer Ecke, die der Besucher jetzt noch nicht sieht, steht eine Liege bereit. Hier d\u00fcrfen sich die Patienten unters Lampenlicht legen. Ein Piks, ein Schnitt, ein Strahl mit dem Laser? Muss ich davor Angst haben? \u201eWie l\u00e4uft er denn jetzt ab, dieser allererste Besuch beim Sch\u00f6nheitschirurgen?\u201c, fragt man, und Dr. Meyer-Dobbelstein l\u00e4chelt milde: \u201eDon\u2018t you ever call it Sch\u00f6nheitschirurgie!\u201c F\u00f6rmlich \u00fcbersetzt: \u201eNennen Sie mein Fachgebiet bitte beim korrekten Namen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Denn: \u201eFacharzt f\u00fcr plastische und \u00e4sthetische Chirurgie, das ist etwas ganz anderes\u201c, erkl\u00e4rt er. Lange Weiterbildung nach langem Studium, harte Lehrjahre mit Ernst- und Notf\u00e4llen auf dem OP-Tisch. Aber dazu sp\u00e4ter mehr. F\u00fcnf plastische Chirurgen arbeiten heute in seiner Praxis. \u201eVilla Bella\u201c hei\u00dft sie, Brienner Stra\u00dfe 14, absolute Bestlage in <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/orte\/mp-muenchen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">M\u00fcnchen<\/a>. \u201eWir sind die Nummer eins im privaten Bereich in dieser Stadt\u201c, sagt Meyer-Dobbelstein. Denn die Spezialit\u00e4t der \u201eVilla Bella\u201c? Liegt im Trend. Hier klingeln sie an der T\u00fcre nicht nur f\u00fcr Operationen, sondern auch f\u00fcr Filler, Botox und Facelifts mit dem Laser. F\u00fcr Sch\u00f6nheit ohne Schnitt mit dem Messer. \u201eWir kommen in der Behandlung immer weiter weg von den Narben. Von den Verletzungen und Nachblutungen\u201c, sagt der Arzt. Minimalinvasiv hei\u00dft das in seiner Fachsprache, kleine Eingriffe f\u00fcr die Sch\u00f6nheit. Ein Gesch\u00e4ft, das nicht nur in dieser Praxis boomt.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1778904496_967_1.jpg\" alt=\"Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein in Aktion - in seiner Praxis, der \u201eVilla Bella\u201c.\" title=\"Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein in Aktion - in seiner Praxis, der \u201eVilla Bella\u201c.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein in Aktion &#8211; in seiner Praxis, der \u201eVilla Bella\u201c.<br \/>\n    Foto: Meyer-Dobbelstein<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein in Aktion &#8211; in seiner Praxis, der \u201eVilla Bella\u201c.<br \/>\n    Foto: Meyer-Dobbelstein<\/p>\n<p>            Zur Statistik: Deutschland liegt international auf Rang drei bei Botox<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In der Mittagspause eine Spritze Botox, um nicht so zornig, faltig dreinzublicken? Dazu Filler, f\u00fcr straffe Wangen selbst an harten Tagen? Auf die Schnelle, so die Hoffnung, ein paar Jahre wegretouchieren und frischer wirken? L\u00e4ngst alles Alltag auch in Deutschland, es passiert t\u00e4glich tausendmal \u2013 und die Vereinigung der Deutschen \u00c4sthetisch-Plastischen Chirurgen (DG\u00c4PC) f\u00fchrt nebenbei Buch: 97.962. So viele Eingriffe haben sie im Jahr 2025 gez\u00e4hlt im Verband. Und die Statistik legt Details offen: Zu 63 Prozent waren es minimalinvasive Behandlungen \u2013 und nur zu 37 Prozent tiefe Einschnitte, also \u00e4sthetisch-plastische Operationen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auf Platz eins der h\u00e4ufigsten Eingriffe rangiert Botox. Gefolgt von Hyaluron. Auf dem dritten Rang: Augenlidstraffungen. Und im ganz gro\u00dfen Statistik-Vergleich belegt Deutschland, wenn man so will, den dritten Rang in der Sch\u00f6nheitskonkurrenz international &#8211; zumindest in der Kategorie Botox: gut 360.000 Eingriffe. Das bedeutet Platz drei knapp hinter Japan, aber noch deutlich hinter den <a href=\"https:\/\/www.mainpost.de\/schlagworte\/mp-usa\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">USA<\/a>. Dort z\u00e4hlten sie 1,8 Millionen Behandlungen mit Botox. Was aber kostet eigentlich das bisschen \u201eSch\u00f6nheit\u201c mehr? Wer spritzt? Wer will gespritzt werden? Und wer spricht dar\u00fcber?\u00a0\n  <\/p>\n<p>            Esra Atasoy erz\u00e4hlt ihre Geschichte, warum sie Botox nutzt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zum Beispiel Esra Atasay, aus <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a>, 33 Jahre alt. Eine Frau mit langem, schwarzem, welligem Haar, mit schmaler Figur und gro\u00dfen, braunen Augen. Falten? Die ersten hat sie mit Ende zwanzig entdeckt. Mit 30 lie\u00df sie sich zum ersten Mal eine Spritze setzen und heute zeigt sie den Effekt: \u201eDa sieht man doch schon was! Oder?\u201c Atasoy zieht ihre Augenbrauen in die H\u00f6he, sie tippt auf ihre Stirn. Und da sieht man eben? Dass man nichts sieht. Also fast nichts, kaum ein F\u00e4ltchen. \u201eEs dauert circa zwei Wochen, bis Botox die volle Wirkung entfaltet\u201c, erkl\u00e4rt sie und freut sich, wie sich mit jedem Morgen, jedem Blick in den Spiegel die Haut mehr strafft.\u00a0\u201eIch habe kein bestimmtes Sch\u00f6nheitsideal im Kopf\u201c, sagt sie. \u201eNur wenn ich so in den Spiegel schau, dann m\u00f6chte ich mich sch\u00f6n f\u00fchlen und wohl. F\u00fcr mich.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Esra Atasoy ist typisch f\u00fcr den Trend: Laut DG\u00c4PC werden 83 Prozent aller plastisch-\u00e4sthetische Eingriffe an Frauen vorgenommen. Und an immer j\u00fcngeren. Schon ab Mitte zwanzig. Kurze Einsch\u00e4tzung: Wie viele Menschen in ihrem Freundeskreis, in ihrem Alter, lassen sich behandeln? \u201eFifty-fifty\u201c, sagt Esra und wiegt mit den H\u00e4nden ab. \u201e50 Prozent, zumindest unter den Frauen in meinem Freundeskreis. Und manche lassen etwas machen, aber geben es nicht zur.\u201c Die Jungs dagegen? Eher nicht. Noch nicht? Wer sich in der Branche umh\u00f6rt, der h\u00f6rt immer wieder &#8211; auch in der Villa Bella in M\u00fcnchen, wo Atasoy eben nicht Patientin ist &#8211; solche S\u00e4tze wie: \u201eBotox wird auch gerne schon zur Vorbeugung verwendet.\u201c Also lieber fr\u00fch spritzen, bevor die Stirn beschlie\u00dft, sich in Falten zu werfen? \u201eExakt\u201c, sagt Atasoy. \u201eDeswegen dachte ich mir: Kann ja nicht schaden! Solange ich es nicht \u00fcbertreibe.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Klingt selbstbewusst, dieser Schritt zum Botox, hat aber auch Esra Atasoy etwas gekostet: Den Preis nat\u00fcrlich. Und \u00dcberwindung. Zum ersten Mal sah sie, wie sich die Spritze n\u00e4herte, zur Stirn wanderte. Sie hatte ja eigentlich Angst vor Nadeln, erz\u00e4hlt Atasoy. Und dann h\u00f6rte sie pl\u00f6tzlich dieses typische Ger\u00e4usch, wenn der Stoff fliest: \u201eSo ein Knistern.\u201c Was sie beruhigt und ihr Sicherheit gibt: Dass sie vor der Behandlung selbst nachbohrt, sich schlau macht bis ins Detail. \u201eWie lang dauert es, wie viele Punkte werden getroffen, wie viele Einstiche es geben wird? Und was f\u00fcr ein Material es ist, das ist auch ganz wichtig. Weil ich auch schlechte Erfahrungen gemacht habe.\u201c Aber dazu sp\u00e4ter.\n  <\/p>\n<p>            Zur\u00fcck in die Praxis von Meyer-Dobbelstein<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Nun zur\u00fcck in die &#8222;Villa Bella\u201c, wo Menschen mit denselben W\u00fcnschen wie Esra ein- und ausgehen. F\u00fcr die Sch\u00f6nheitsarbeit reisen sie aus ganz Deutschland, Schweiz, Luxemburg und anderen L\u00e4ndern nach M\u00fcnchen. Bis zu 15 Jahre, so steht es auf der Webseite der Praxis, k\u00f6nnen sie hier zum Beispiel mit dem Laser wegzaubern. L\u00e4chelnde Testimonials erz\u00e4hlen von ihrem Weg zur Sch\u00f6nheit. Andrea Z., 51, sie schw\u00e4rmt davon, was so ein bisschen Fillermaterial in ihr ausgel\u00f6st hat: \u201eJetzt lebt mein Inneres wieder in Harmonie mit meinem Gesicht.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Aber bevor es zur Liege bei Herrn Meyer-Dobbelstein geht, erst einmal zu seiner Frau; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Iris Meyer-Dobbelstein. Sie sch\u00e4tzt, dass in M\u00fcnchen, unter den Frauen ab 25 Jahren, schon 75 Prozent einmal Botox oder \u00e4hnliche Behandlungen genutzt haben. Aber sie wei\u00df auch, was heute M\u00e4nner st\u00f6rt und zwickt, wenn sie in den Spiegel schauen: \u201eSie sehen einen m\u00fcden Menschen, oder einen zornigen im Spiegel, und eben keinen strahlenden, frischen, erfolgreichen. Und das schadet manchen M\u00e4nnern sogar im Beruf. Viele, die zu uns kommen, sagen: Man hat mich schon so oft darauf angesprochen.\u201c Deshalb betreten auch Typen die Praxis, die Iris Meyer-Dobbelstein so schreibt: \u201eGschtandene Bayern, B\u00e4ckermeister, Handwerker.\u201c Immerhin 30 Prozent ihrer Praxis-Patienten seien M\u00e4nner, weit \u00fcber Durchschnitt. Aber: \u201eDie M\u00e4nner kommen sp\u00e4ter als die Frauen. Ab Mitte 40.\u201c\u00a0Und dann sehen sie erst, was m\u00f6glich ist: von Collagenboostern bis zur Spritze mit Lachsspermien, gegen Augenringe. Oder sie lassen sich den \u201eM\u00fcnchner Mittleren Ring\u201c entfernen, wie Dr. Meyer-Dobbelstein den Bauchspeck nennt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seine Frau erkl\u00e4rt, wie sich die Praxis auch als Marke versteht: \u201eEs geht hier nicht um Ken und Barbie.\u201c An der eigenen Sch\u00f6nheit zu arbeiten, das sei doch nicht verwerflich. Und wo f\u00e4ngt diese Arbeit \u00fcberhaupt an? \u201eSchon mit Mode will man sich ja auch etwas sch\u00f6ner machen\u201c, sagt Iris Meyer-Dobbelstein. Und wenn es um die kleinen Eingriffe geht, bei dem sich Stoffe wieder im K\u00f6rper verfl\u00fcchtigen, dann sei das, \u201ewie mit dem Malkasten etwas zu akzentuieren\u201c. Nat\u00fcrlich bewundert sie auch diese Charaktergesichter, bei denen sich die Lebensjahre sehr h\u00fcbsch in Falten werfen, ein altes L\u00e4cheln mit Ausstrahlung. Aber trotzdem: \u201eIch w\u00fcrde nie am K\u00f6rper selbst sparen\u201c, sagt sie und erkl\u00e4rt: \u201eIch w\u00fcrde lieber sparen und mir dann irgendwann die vielleicht teurere, aber viel sichere Variante g\u00f6nnen. Denn jeder hat seinen K\u00f6rper nur einmal geschenkt bekommen&#8230;\u201c\n  <\/p>\n<p>            Esra \u00fcber Pfusch in der Sch\u00f6nheitschirurgie<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das sieht Esra Atasoy, die in einer anderen Praxis Patientin ist, genauso: \u201eQualit\u00e4t hat ihren Preis.\u201c Eine kleine OP vor ein paar Jahren, plastisch-chirurgischer Eingriff. Eigentlich sei es um eine ganz andere Zone in ihrem Gesicht gegangen, erz\u00e4hlt Atasoy. Aber ohne dass es vorher abgesprochen gewesen sei, habe ihr die \u00c4rztin etwas in die Lippen gespritzt. W\u00e4hrend Atasoy in der Narkose schl\u00e4ft. Seltsames Gef\u00fchl, was sp\u00fcrt sie da pl\u00f6tzlich? \u201eEs hat sich dann herausgestellt, dass es ein Material war, das in Deutschland nicht zugelassen war\u201c, erkl\u00e4rt Atasoy. In ihrer Lippe bilden sich kleine Kl\u00fcmpchen, w\u00e4chst ein ungutes Gef\u00fchl.\u00a0Esra Atasoy wehrt sich. Sie verklagt die \u00c4rztin. Der Prozess dauert bis heute an.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eIch finde, gerade in solchen F\u00e4llen sollte man transparent sein. Mich hat damals niemand vorgewarnt.\u201c W\u00e4hrend ihre Wut gegen diesen Pfusch immer st\u00e4rker wurde, wuchs auch ihr Selbstbewusstsein. \u201eDeswegen kann ich jetzt auch offen dar\u00fcber reden, weil ich verhindern m\u00f6chte, dass andere Leute so schlechte Erfahrungen machen.\u201c Jetzt pr\u00fcft sie ihre \u00c4rzte. Sie kennt den Unterschied zwischen den Hyalurons\u00e4uren, die H\u00e4rtegrade, die es braucht f\u00fcr jede Stelle. In den Lippen weicher, f\u00fcr die Wangen ein bisschen fester zum Beispiel. Ihr Ratschlag: gut recherchieren, klug investieren, \u201esonst zahlt man doppelt\u201c.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wo Botox flie\u00dft, da bilden sich Klischeebilder. Was aus dem Rahmen f\u00e4llt, f\u00e4llt eben auf: Durch die K\u00f6pfe, das Netz und die Gazetten geistern Bilder von Menschen mit gigantisch prallen Lippen. Spiegelglatter Stirn. Andere wollen sich lieber heimlich verj\u00fcngen, ohne jede Spur, sodass selbst der beste Freund nichts davon bemerkt. Esra Atasoy h\u00e4lt dagegen: \u201eWas ich ja gar nicht verstehe: Warum manche Menschen behaupten, das k\u00e4m alles nur von Yoga und Leitungswasser. Dabei haben sie etwas machen lassen.\u201c Wer ihr begegegnet, darf ruhig sehen, dass sie ihre Z\u00fcge straffen l\u00e4sst. \u201eIch m\u00f6chte schon, dass man das an mir wahrnehmen kann. Gerade ich sollte das bemerken, ich zahl ja schlie\u00dflich daf\u00fcr. Ich m\u00f6chte diese Ver\u00e4nderung, und zwar bewusst.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Jedes halbe Jahr bucht sie jetzt zwei Zonen, zwei Piekse: Gegen Stirnfalten, gegen die Zornesfalte. Und mit Hyalurons\u00e4ure st\u00e4rkt sie einmal j\u00e4hrlich die Silhouette ihres Unterkiefers, was Kenner als \u201eJawline\u201c bezeichnen. Aber wie lange wird sie das so durchhalten? Wie blickt sie in die Zukunft und wen sieht sie da im Spiegel? Wird sie neue Flecken an sich entdecken, die sie korrigieren will? Weiterbl\u00e4ttern im Katalog? \u201eIch setze mir da selbst keine Grenzen. Aber wenn ich mich entscheide, dann h\u00f6re ich nur auf mich und mein Gef\u00fchl. Und nicht auf andere.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Denn die anderen haben immer eine Meinung zur Frage, was sch\u00f6n ist oder nicht. Die posten sie auf Instagram oder Tiktok in die Kommentarspalten &#8211; unter Bilder, die oft selbst schon sch\u00f6nheitsoptimiert sind. \u201eSocial Media hat da einen ganz verr\u00fcckten Einfluss\u201c, sagt Atasoy. Mit einem Klick legt die Kamera einen Filter \u00fcbers Gesicht: dicke Lippen. Schlankere Wangen. Alles ohne Arzt, Schnitt, Narbe, das Handy setzt sein eigenes Skalpell an. \u201eUnd dann findet man gut, was man da sieht. Das hat, glaube ich, alles ver\u00e4ndert, weil man sich so leicht an dieses Bild gew\u00f6hnt.\u201c Auch ihr eigenes Spiegelbild gefiel Atasoy bald nicht mehr so wie fr\u00fcher, weil was war schon das richtige, echte? Das sch\u00f6ne und wahre? Esra hat gegen die Zweifel ihre eigene Taktik entwickelt: Lieber Filler als Filter. \u201eIch benutze keine Sch\u00f6nheits-Filter mehr, die mein Gesicht ver\u00e4ndern.\u201c Stattdessen schaut sie in den Spiegel und sieht die kleinen Ver\u00e4nderungen auf ihrer Haut. \u201eJeden Tag ein bisschen mehr. Also eben jeden Tag ein bisschen weniger.\u201c\n  <\/p>\n<p>            Zur kritischen Kulturwissenschaftlerin<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wenn Elisabeth Lechner \u00fcber Sch\u00f6nheit gr\u00fcbelt, dann sp\u00fcrt sie einen \u201eGrant\u201c in sich. Und wer nicht \u00d6sterreichisch versteht, dem erkl\u00e4rt sie, was das bedeutet: \u201eGrant\u201c ist Wut. Denn was gilt schon als sch\u00f6n? Das hinterfragt Lechner und sucht die Antwort in unserer Gesellschaft. Sie ist Kulturwissenschaftlerin und hat an der Uni Wien zu vermeintlich \u201eekligen\u201c weiblichen K\u00f6rpern und Body Positivity promoviert. Was sie ber\u00fchrt, ist das System, wie Sch\u00f6nheit bestimmt, verhandelt und auch verkauft wird.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Lechner beobachtet die Entwicklung: \u201eMan muss wirklich sagen, dass der Druck, einem jungen, d\u00fcnnen, wei\u00dfen Ideal zu entsprechen, wieder sehr, sehr, sehr stark zugenommen hat.\u201c Wie eine Diagnose klingen die drei Punkte, die sie als Gr\u00fcnde daf\u00fcr anf\u00fchrt: 1. Das strenge Sch\u00f6nheitsbild in den Sozialen Medien. 2. Der Effekt der Abnehmspritzen, Wegovy und Ozempic verschlanken die Welt. 3. \u201eDas Erstarken von rechtspopulistischen und rechtsradikalen Parteien, bei denen die \u201asch\u00f6ne Frau\u2018 wieder zu einer ganz wichtigen Figur f\u00fcr die politischen Mobilisierung wird.\u201c H\u00e4uslich und f\u00fcrsorglich soll sie in dieser Szene sein, wie die \u201eTrad Wives\u201c im Netz, die ihr Leben in den Dienst ihrer Gatten stellen und sich beim Tortenbacken filmen. Wie sieht es denn heute aus mit der viel beschworenen \u201eBody Positivity\u201c?\u00a0Lechner lacht da kurz auf: Problemzonen sind l\u00e4ngst wieder Problemzonen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wer diesem Ideal entspricht, kann man Vorteilen rechnen. Lechner verweist auf eine Unmenge an empirischen Studien, die belegen, dass Menschen, die als sch\u00f6n gelten, Vorteile in quasi allen Lebenslagen haben. Bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, besseres Gehalt. Wenn sie den Satz h\u00f6rt \u201eIch mache das nur f\u00fcr mich\u201c, denkt sie: \u201eJa, das kann schon sein, dass man dieses Gef\u00fchl auch wirklich hat. Gleicherma\u00dfen leben wir aber in einer Gesellschaft, in der jene Menschen, die dem Ideal entsprechen und Sch\u00f6nheitsarbeit leisten, wissenschaftlich belegbare Vorteile haben.\u201c Das hei\u00dft: \u201eDiese Arbeit passiert nicht im luftleeren Raum. Ich nehme mich aus allem raus, das ist schlussendlich unm\u00f6glich. Wir bleiben immer mit anderen verbunden, verankert in den gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das K\u00e4mpfen, \u00c4chzen, Bem\u00fchen um Sch\u00f6nheit beschreibt Lechner als \u201eSch\u00f6nheitsarbeit\u201c. Das ist ihr liebster Begriff. \u201eIch verwende ihn extrem gerne, denn er verdeutlicht die Ressourcen, die Zeit, den Aufwand und die Schmerzen, die ganz oft in das Investment in die eigene Sch\u00f6nheit flie\u00dfen.\u201c Ja, aus dieser Arbeit gewinnen viele auch Spa\u00df und Selbstbewusstsein, wenn sie sich ans eigene Spiegelbild machen. Am besten noch gemeinsam, im Austausch mit anderen. Und nein, sie wolle die Sch\u00f6nheitsarbeit gar nicht als grunds\u00e4tzlich schlecht oder generell gut abstempeln. Aber sie betrachtet Sch\u00f6nheitspraktiken politisch und stellt Fragen: \u201eWas gewinne ich damit? Welchen Preis zahle ich daf\u00fcr? Welche Ziele will ich erreichen und warum?\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Wird dieser Sch\u00f6nheitswettbewerb dann auch zur Frage des Kapitals? Der Kaufkraft? Das war lange so. Aber die Soziologin Paula-Irene Villa Braslavsky spricht heute schon von einer \u201eDemokratisierung von Sch\u00f6nheitspraktiken\u201c &#8211; weil diese Eingriffe jetzt breiter verf\u00fcgbar sind. \u201eUnd wir sehen, dass sie mittlerweile viel weniger tabuisiert sind\u201c, erkl\u00e4rt Lechner. Heute seien das in Z\u00fcrich oder M\u00fcnchen \u201eMittagspausenbehandlungen\u201c, und nicht nur von Menschen mit Millionen auf dem Konto.\n  <\/p>\n<p>            Zur\u00fcck in die Praxis, zu Frau Meyer-Dobbelstein<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Und damit zur\u00fcck in die Praxis. \u201eVilla Bella\u201c, das klingt doch schon nach Glitzer, nach M\u00fcnchen, Sch\u00f6nheit, Glamour? Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein kann bei seiner eigenen Lebensgeschichte nicht mit oberfl\u00e4chlichen Klischees dienen: Das Medizinstudium habe er sich selbst verdienen m\u00fcssen, seinen alten VW Polo habe er zwanzigmal in alle Einzelteile seziert und wieder zusammengebaut, damit er nicht den Geist aufgibt. \u201eChirurgen ticken so\u201c, sagt er heute. \u201eSie sind eher pragmatische Menschen und wollen mit ihrer eigenen H\u00e4nde arbeiten. Resultate sehen. Gestalten. Ich sp\u00fcre da diesen Handwerker in mir.\u201c Und dann erz\u00e4hlt er von einem Schl\u00fcsselmoment: \u201eMeine Mutter hatte, als ich 11 Jahre alt war, einen extrem aggressiv verlaufenden Brustkrebs.\u201c Ihre linke Brust musste sie in der plastischen Chirurgie amputieren lassen. Aber das hat ihr, Meyer-Dobbelstein ist sich sicher, ein l\u00e4ngeres Leben geschenkt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Geht es nach ihm, dann krankt das Image seiner Berufssparte an einem Problem &#8211; und das ist das Versprechen der schnellen, extrabilligen Spritze nebenbei. Sonderangebote in Schnellabfertigung, manchmal sogar mitten in einem Einkaufszentrum. In Duisburg standen im M\u00e4rz 2026 hunderte Schlange, weil es dort Botox-Behandlungen gratis gab, zur Werbeaktion. Aber auch bei g\u00fcnstigen medizinischen Ketten bleiben nur 15 Minuten f\u00fcr ein erstes Gespr\u00e4ch, also f\u00fcr: \u201eBestandsaufnahme, Wunsch, Aufkl\u00e4rung, Durchf\u00fchrung, Dokumentation\u201c, listet Meyer-Dobbelstein auf. \u201eSchlechterdings ausgeschlossen, das geht nicht in der n\u00f6tigen Akribie.\u201c Und dann gibt es selbsternannte Sch\u00f6nheits\u00e4rzte, die in Kosmetikstudios zu superg\u00fcnstigen Bar-Tarifen &#8211; Meyer-Dobbelstein wird jetzt deutlich &#8211; \u201eirgendeinen halbscharigen Stoff aus dem Hinterhof\u201c spritzen. \u201eDer europ\u00e4ische Binnenmarkt ist relativ weit offen auch f\u00fcr schr\u00e4ge Produkte.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Fallbeispiel: eine Patientin, die bei der \u201eVilla Bella\u201c am 23. Dezember, knapp vor Heilig Abend anklopfte. Sie, von Beruf Zahn\u00e4rztin, hatte doch eigentlich Ahnung von der Medizin. Sie hatte aber einem charmanten Wander- und Wunderarzt vertraut, der ihr in einem Hotel etwas anbot. \u201eEr hat ihr sieben oder acht Milliliter von irgendeinem absolut miserablen Pr\u00e4parat ins Gesicht gepumpt. Sie stand dann in einem ausgepr\u00e4gten Schockzustand vor uns.\u201c Aufwachraum. Zig Infusionen, hochdosiertes Cortison und Hylase, die den schlechten Stoff aufl\u00f6sen sollte. Bevor sich der Stoff in ihrem K\u00f6rper verklumpt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    4000 Euro hatte sie gezahlt, in der Sehnsucht nach einen kleinen bisschen, ein dezentes mehr an Sch\u00f6nheit? Denn dezent soll das Angebot in der \u201eVilla Bella\u201c wirken. \u201eKnackwurstlippen\u201c oder \u201emassiver Frontspoiler\u201c, wie Meyer-Dobbelstein die knalligen Effekte nennt, das passt nicht zu seiner Palette. \u201eEine Patientin eben aus dem Allg\u00e4u hat nach einer riesigen Ver\u00e4nderung im Ges\u00e4\u00dfbereich gefragt. Unglaublich schwieriges, vermintes Gel\u00e4nde. Ich hab ihr davon abgeraten.\u201c\n  <\/p>\n<p>            undefined<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Seit 37 Jahren arbeitet Meyer-Dobbelstein in der operativen Medizin. Leitender Oberarzt war er an einer nordeutschen Uniklinik, Fachbereich wiederherstellende Gesichtsrekonstruktion. Was bedeutet: Tumorpatienten, Verbrennungen, Fehlbildungen. Er kennt jeden Nerv der Anatomie eines menschlichen Gesichts. \u201eWie viele 1000 aufgeklappte Gesichter hab ich schon gesehen? Mir sind deshalb die Fallstricke bei den sogennanten \u201aPillepalle-Procedures\u2018, den vermeintlich kleinen Eingriffen &#8211; ein bisschen Botox &#8211; bekannt.\u201c In der Klinik hat er auch gelernt, chnell anzupacken: \u201eDa landet in acht Minuten ein Hubschrauber mit einem Dreivierteltoten von der A8 auf dem Klinikdach und dann musst du handeln.\u201c Leben retten, jetzt und ohne Papierarbeit vorab, ohne Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4ch und Unterschrift. Anders l\u00e4uft es in seiner Praxis: Die Assistentin im Vorzimmer reicht ein Papier. F\u00fcnf Seiten voller Fragen an den Patienten, der sich Botox spritzen lassen will, manche im Multiple-Choice-Verfahren. Raucherin? Herzkrankheiten? Erbliche Vorbelastungen? Allergien? Sch\u00f6nheit mit Sicherheit. \u201eDie Dinge vorab kl\u00e4ren zu m\u00fcssen, sie zu autorisieren, das ist in unserem Fachgebiet tausendf\u00fcnfhundertprozentig so.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Aber woran merkt man beim ersten Besuch, dass man in einer Praxis sicher aufgehoben ist? \u201eKopf und Bauch einschalten\u201c, empfiehlt der Arzt. Was wichtig sei: Werde ich in Ruhe aufgekl\u00e4rt? Werde ich mit meinen \u00c4ngsten, W\u00fcnschen, Hoffnungen ernstgenommen? Seine Herangehensweise: Die Patienten nicht \u201emit Latein totquatschen\u201c und ihnen auch nichts andrehen wollen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Kurz einmal den Fernseher aufgedreht: Wer am Donnerstagabend erst bei \u201eGermany\u2019s next Topmodel\u201c einschaltet, und danach nicht mehr den Absprung schafft, also den langen Weg zur Fernbedienung, der landet in der TV-Praxis von \u201eDr. Rick und Dr. Nick\u201c. Zwei Typen der Sorte Schwiegersohn mit auf Hochglanz geb\u00fcrsteten Gelfrisuren, und einer gemeinsamen Beauty-Praxis in M\u00fcnchen. Sie sind die neuen Stars, die auf Prosieben Problemzonen bek\u00e4mpfen. Ihre Preisliste steht auch auf ihrer Webseite, Auszug aus dem Katalog der Sch\u00f6nheits-Eingriffs-Influencer: Zornes- und Stirnfalte, 150 Euro, oder auch Kr\u00e4henf\u00fc\u00dfe, selber Preis. Unbezahlbar dagegen, was einer dabei lernt: Denn dann tauchen dort Begriffe auf wie \u201eBunnylines\u201c &#8211; die entstehen, wenn einer die Nase r\u00fcmpft und sich dann rundumF\u00e4ltchen wie beim Kaninchen auf der Haut kr\u00e4useln. Oder das \u201eErdbeerkinn\u201c &#8211; kleine Dellen und Huckelchen an der Kinnspitze, wie auf der Haut einer Beere. Sprie\u00dfen da immer neue Problemzonen an unseren K\u00f6rpern? Und wie findet eigentlich Meyer-Dobbelstein diese beiden, Dr. Rick und Dr. Nick? Er stellt eine Gegenfrage: \u201eMachen Sie Witze?\u201c\n  <\/p>\n<p>            undefined<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Im Vorzimmer bei Meyer-Dobbelstein sitzt gerade eine Frau im Sessel, schwarzes Haar, mittleres Alter, still in ein Magazin vertieft. Und man sieht ihr nicht an, warum sie da ist. Was sie \u201emachen l\u00e4sst\u201c? Aber \u201eetwas machen lassen\u201c, ist das nicht so ein fieser Begriff, mit denen Frauen als falsch abgeurteilt und in Schubladen gesteckt werden? Tuscheln  Haben Sie die neuen Bilder von Demi Moore gesehen? Wie Nicole Kidmans Stirn so frisch wieder gl\u00e4nzt? Renee Zellweger, die als Frau im Normalgewichtsbereich das vermeintliche \u201ePummelchen\u201c Bridget Jones verk\u00f6rpert hat, l\u00f6ste 2014 eine Welle der Schnappatmung aus, in der Boulevardpresse und in Facebook-kommentarspalten. Ihr Gesicht? Kaum wiederzuerkennen. Schlagzeile Welt: \u201eRen\u00e9e Zellweger hatte keine OP \u2013 aber was dann?\u201c Fr\u00fcher schlugen da Schlagzeilen mit voller H\u00e4rte ein: Wie sieht denn die aus? \u201eDa wurde das ganz stark besch\u00e4mt\u201c, wei\u00df Lechner. \u201eAber andererseits wurde nat\u00fcrlich auch besch\u00e4mt, wenn man nichts machen l\u00e4sst.\u201c Was Lechner mit einem Seufzer und einem Fazit kommentiert: \u201eAls Frau im Patriarchat kann man es halt nie richtig machen. Ein Leben am Abgrund der Scham.\u201c\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Worum geht es dann, bei diesen kleinen Prozeduren? Lechners Theorie: Menschen wollen die Zeit anhalten. Die Zeiger ihrer tickenden Lebenszeituhr wenigstens bremsen. Vorbeugend. \u201eFr\u00fcher ging es darum, die Spuren eines gelebten Lebens unsichtbar zu machen. Heute geht es um ein pr\u00e4ventives, aber letztendlich immer unm\u00f6gliches Verhindern von Altern\u201c, beobachtet Lechner. \u201eIm Kern all dieser Praktiken steht &#8211; und das ist jetzt nat\u00fcrlich ein bisschen dramatisch formuliert &#8211; eigentlich der Tod und eine Angst vor dem Sterben.\u201c Dabei hat noch jeder sch\u00f6ne K\u00f6rper ein Ablaufdatum, und er ist verwundbar. \u201eWir k\u00f6nnen dieses Kapital schnell wieder verlieren.\u201c Ein Unfall, eine Krankheit, ein Schlag ins Spiegelbild. Lechner res\u00fcmiert \u201e:Ganz offen \u00fcber Eingriffe zu reden sei gut und wichtig, aber noch keine feministische Position. Sie fragt dar\u00fcber hinaus: \u201eWie k\u00f6nnen wir strukturell daf\u00fcr sorgen, dass alle so akzeptiert werden, wie sie sind und sich frei entfalten k\u00f6nnen? Wie k\u00f6nnen wir bestm\u00f6glich f\u00fcr eine solidarische, inklusive Gesellschaft f\u00fcr alle k\u00e4mpfen? Und daf\u00fcr m\u00fcssen wir einen respektvollen Ton finden.\u201c\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wer sich bei Dr. Ludger Meyer-Dobbelstein in den faltenfreien Lederstuhl fallen l\u00e4sst, der sieht erst einmal viel Sch\u00f6nes&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1022564,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1827],"tags":[772,36829,29,219742,219740,30,219743,219744,54924,1268,105960,219741],"class_list":{"0":"post-1022703","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-muenchen","8":"tag-bayern","9":"tag-botox","10":"tag-deutschland","11":"tag-elisabeth-lechner","12":"tag-esra-atasoy","13":"tag-germany","14":"tag-iris-meyer-dobbelstein","15":"tag-ludger-meyer-dobbelstein","16":"tag-mittagspause","17":"tag-muenchen","18":"tag-schreibwaren","19":"tag-villa-bella"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116582630739302118","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1022703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1022703"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1022703\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1022564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1022703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1022703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1022703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}