{"id":1023185,"date":"2026-05-16T10:13:15","date_gmt":"2026-05-16T10:13:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1023185\/"},"modified":"2026-05-16T10:13:15","modified_gmt":"2026-05-16T10:13:15","slug":"ortsnamen-im-landkreis-augsburg-warum-diese-siedlungen-wieder-verschwanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1023185\/","title":{"rendered":"Ortsnamen im Landkreis Augsburg: Warum diese Siedlungen wieder verschwanden"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ist es in K\u00fchlenthal k\u00e4lter als anderswo? <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/ortsnamen-so-kamen-biburg-kuehlenthal-und-bieselbach-zu-ihren-namen-113585237\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Hat man in Gablingen eine Vorliebe f\u00fcr Essbesteck?<\/a> <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/ortsnamenserie-so-kamen-orte-wie-adelsried-heretsried-oder-anried-zu-ihren-namen-113451660\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Leben besonders viele Blaubl\u00fcter in Adelsried?<\/a> Dr. Hans-Peter Eckart hat seine Doktorarbeit \u00fcber Ortsnamen im Altlandkreis Augsburg geschrieben. In unserer Serie erkl\u00e4rt er, wie die Orte zu ihrem heutigen Namen gekommen sind. Im letzten Teil begibt er sich auf die Suche nach l\u00e4ngst verschwundenen Siedlungen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Suche beginnt<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schwabmuenchen\/ortsnamen-so-kamen-die-orte-in-den-stauden-zu-ihren-namen-113689488\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> in den Stauden<\/a> zwischen <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/ortsnamen-im-landkreis-augsburg-fischach-lindach-und-steppach-113295520\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Fischach<\/a> und D\u00f6pshofen: Dort gibt es einen Waldabschnitt namens \u201eRauher Gehau\u201c. Im Mittelalter hat es dort nachweislich die Ein\u00f6de <strong class=\"font-bold\">Eisenhofen <\/strong>gegeben.<strong class=\"font-bold\"> <\/strong>Der Ortsname ist leicht als \u201ebei den H\u00f6fen des Isso\u201c zu deuten. Er taucht 1256 erstmals in einer Urkunde auf, als Bischof Hartmann von <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg\/\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Augsburg<\/a> dem <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/orte\/aa-kloster-oberschoenenfeld\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Kloster Obersch\u00f6nenfeld<\/a> die Besitzungen in \u201eIssenhouen\u201c best\u00e4tigte. Des Weiteren erscheint er als Einzelhof 1264 als \u201eYssenhoven\u201c, 1278 als \u201eZeyssenhofen\u201c sowie 1342 \u201eYssenhofen\u201c. In diesem Zeitraum haben Menschen dort gewohnt, vermutlich eine Bauernfamilie. Bei den letzten beiden schriftlichen Belegen aus den Jahren 1413 \u201eEissenhoffen\u201c und 1491 \u201eEysenhouen\u201c ist nur noch von einem Waldabschnitt und einer Wiese die Rede. Der Hof scheint nicht mehr existiert zu haben. Was ist also zwischen 1342 und 1413 passiert? Warum lebten dort keine Menschen mehr?\n  <\/p>\n<p>            Die Kleine Eiszeit k\u00f6nnte der Grund sein<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    An dieser Stelle w\u00e4gt die Wissenschaft verschiedene Theorien ab: Wurden die Einwohner Eisenhofens m\u00f6glicherweise Opfer einer grausamen Gewalttat? Oder starben sie an der Pest, die zwischen 1349 und 1352 etwa ein Drittel der Bev\u00f6lkerung Europas dahinraffte? Beides scheint denkbar. Eine wahrscheinlichere Erkl\u00e4rung liefert aber der Klimawandel durch die sogenannte Kleine Eiszeit. Ab dem 14. Jahrhundert wurden in Europa die Winter l\u00e4nger und k\u00e4lter. Gleichzeitig waren die Sommer deutlich regenreicher. Dies hatte sp\u00fcrbare Folgen f\u00fcr die Bewohner in Eisenhofen, das etwa 60 H\u00f6henmeter \u00fcber <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/ort\/Fischach\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Fischach<\/a> lag: Die Ernteertr\u00e4ge m\u00f6gen dauerhaft geringer oder ganz ausgefallen sein. Der Bestand an Nutztieren ging zur\u00fcck. Der Bauernfamilie wurde so die erh\u00f6hte Lage ihres Anwesens und die vorwiegende Selbstversorgerkultur zum Verh\u00e4ngnis. Nehmen wir an, dass sie dies rechtzeitig realisierten, den Hof aufgaben und sich niederlie\u00dfen, wo eine ausreichende Ernte noch m\u00f6glich war.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Eisenhofen ist beileibe kein Einzelfall. Auf dem Gebiet der Altlandkreise Augsburg und Wertingen gibt es etwa 120 sogenannte abgegangene Siedlungen. Allein in einem Radius von etwa sechs Kilometern um Horgau herum hat die Wissenschaft fast 20 Ortsnamen ermittelt, die heute nicht mehr existieren. Und die niemand mehr kennt. <strong class=\"font-bold\">Schenkental<\/strong> ist einer davon. Die nordwestlich von Willishausen gelegene Siedlung erscheint erstmals in einer Urkunde von 1100, als ein Adalpreht dem Domkapitel Augsburg eine Hube in \u201eScinchuntale\u201c schenkte. Der dortige Hof ist noch bis 1561 belegt. 1599, 1613 sowie 1626 ist nur noch von einem Feld die Rede. Auch hier ist nicht gekl\u00e4rt, warum die Siedlung nicht weiterbestand. Gedeutet wird der Ortsname als \u201eSiedlung im Tal der Scinka\u201c. Hier liegt der seltene Fall einer Siedlungsbenennung nach einer Frau vor.\n  <\/p>\n<p>            Im Mittelalter gab es diese Siedlung zwischen Gablingen und Gersthofen noch<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein weiteres Beispiel ist <strong class=\"font-bold\">Reinweiler<\/strong>. Der Einzelhof lag zwischen dem mittelalterlichen <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/was-die-ortsnamen-gersthofen-und-langweid-wirklich-bedeuten-113848374\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Gersthofen<\/a> und <a href=\"https:\/\/augsburger-allgemeine.de\/augsburg-land\/ort\/Gablingen\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Gablingen<\/a>. Der Ortsname ist 1175 als \u201eRoginwiler\u201c belegt, bis 1614 wird der Hof zu \u201eRainweiler\u201c in immerhin elf Urkunden erw\u00e4hnt. Danach ist nur noch von den \u00c4ckern die Rede. M\u00f6glicherweise ver\u00f6dete die Siedlung w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges (1618 bis 1648) aus nicht bekannten Gr\u00fcnden. Gedeutet wird der Name sehr wahrscheinlich als \u201eWeiler des Rago\u201c. Der Flurname Reinweiler\u00e4cker zeugt heute ebenso von der Existenz der Siedlung wie der Reinweiler Weg.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist es in K\u00fchlenthal k\u00e4lter als anderswo? Hat man in Gablingen eine Vorliebe f\u00fcr Essbesteck? Leben besonders viele&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1023186,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1846],"tags":[153498,680,772,3364,29,219835,548,663,3934,149789,85313,30,13,137026,14,15,167112,12,24010,47218],"class_list":["post-1023185","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-augsburg","tag-adelsried","tag-augsburg","tag-bayern","tag-de","tag-deutschland","tag-eisenhofen","tag-eu","tag-europa","tag-europe","tag-fischach","tag-gablingen","tag-germany","tag-headlines","tag-landkreis-augsburg","tag-nachrichten","tag-news","tag-ortsname","tag-schlagzeilen","tag-siedlung","tag-strassennamen"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1023185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023185\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1023186"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1023185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1023185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1023185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}