{"id":1023752,"date":"2026-05-16T15:36:35","date_gmt":"2026-05-16T15:36:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1023752\/"},"modified":"2026-05-16T15:36:35","modified_gmt":"2026-05-16T15:36:35","slug":"karlspreis-fuer-mario-draghi-super-mario-wird-geehrt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1023752\/","title":{"rendered":"Karlspreis f\u00fcr Mario Draghi: \u201eSuper Mario\u201c wird geehrt"},"content":{"rendered":"<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein wirkungsvoller Satz stand an diesem Donnerstag \u00fcber der festlichen Verleihung im Aachener Rathaus und wurde immer wieder zitiert: \u201ewhatever it takes\u201c, was auch immer n\u00f6tig ist. Mit diesen Worten versprach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mario-draghi\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mario Draghi<\/a> einst, die gemeinsame W\u00e4hrung um jeden Preis zu retten. Die Zusage leitete im Juli 2012 eine Wende ein, die zitternden Finanzm\u00e4rkte beruhigten sich \u2013 und Draghis Aussage ging in die Geschichte ein. Am Donnerstag erhielt der fr\u00fchere Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Zentralbank und ehemalige italienische Regierungschef unter dem Kreuzrippengew\u00f6lbe des mittelalterlichen Orts den Internationalen <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/karlspreis\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karlspreis<\/a>. Die Ehrung gelte Draghis Lebenswerk, seiner Haltung und er sei ein Auftrag, sagte Aachens Oberb\u00fcrgermeister Michael Ziemons: \u201eWhatever it takes \u2013 das gilt jetzt f\u00fcr Wettbewerbsf\u00e4higkeit, das gilt f\u00fcr Souver\u00e4nit\u00e4t, das gilt f\u00fcr Europas Zukunft.\u201c Der Hinweis auf Draghis ber\u00fchmte Aussage sollte als Denkmal und W\u00fcrdigung, als Forderung und Mahnung zugleich dienen. Mit der Auszeichnung sende man \u201eein Signal an die Kommission, dass das Tempo der Europ\u00e4ischen Union nicht das Tempo der Welt ist, in der wir bestehen m\u00fcssen\u201c, sagte der Chef des Karlspreisdirektoriums, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/armin-laschet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Armin Laschet<\/a> (CDU).<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mario Draghi als Retter in der Not: Das zeigen nicht zuletzt seine heroischen Spitznamen wie \u201eSuper-Mario\u201c und \u201eMister Euro\u201c. Der heute 78-J\u00e4hrige wurde insbesondere w\u00e4hrend der Staatsschuldenkrise f\u00fcr seinen Beitrag zum \u00dcberleben der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eurozone\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eurozone<\/a> gefeiert. Bundeskanzler <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/friedrich-merz\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Friedrich Merz<\/a> (CDU) lobte den Italiener am Donnerstag in seiner Laudatio daf\u00fcr, ein Risiko eingegangen zu sein, das auch h\u00e4tte scheitern k\u00f6nnen. \u201eAber es ist gelungen und es hat sich ausgezahlt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Vor eine ungleich gr\u00f6\u00dfere Aufgabe stellte die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eu-kommission\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Kommission<\/a> den \u00d6konom ein gutes Jahrzehnt sp\u00e4ter. Es ging um nichts weniger als die Rettung der europ\u00e4ischen Wirtschaft. Was muss die Union tun, damit sie im Wettbewerb mit den <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/usa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> und China nicht komplett den Anschluss verliert? Draghis Antwort fiel 2024 f\u00fcr die Gemeinschaft so ern\u00fcchternd wie schmerzlich aus. Es brauche unter anderem den Abbau von B\u00fcrokratie und bis zu 800 Milliarden Euro pro Jahr, also rund f\u00fcnf Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der EU, an zus\u00e4tzlichen \u00f6ffentlichen sowie privaten Investitionen, um konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben, ergab die Analyse. Andernfalls w\u00fcrde die EU den sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Niedergang riskieren. Zu dem schonungslosen Schluss kam der knapp 400 Seiten lange Bericht f\u00fcr eine \u201eneue Industriestrategie f\u00fcr Europa\u201c, den Draghi und sein Team zusammenstellten. Es handele sich um \u201eeine existenzielle Herausforderung\u201c, sagte der R\u00f6mer damals. Tats\u00e4chlich stellte er <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/europa\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> nicht nur eine d\u00fcstere Diagnose aus, sondern empfahl auch eine radikale Therapie, um schnelle Reformen umzusetzen. Man sei \u201ean einem Punkt angelangt, an dem wir, wenn wir nicht handeln, entweder unser Wohlergehen, unsere Umwelt oder unsere Freiheit aufs Spiel setzen m\u00fcssen\u201c. In seiner Dankesrede unterstrich der zur\u00fcckhaltende Superstar unter den Zentralbankern die Notwendigkeit von Reformen zur Schaffung eines wirklich integrierten Wirtschaftsraums. Ein Grund f\u00fcr Europas Abh\u00e4ngigkeit von anderen und das Zur\u00fcckfallen in vielen Bereichen sei, dass der gemeinsame Binnenmarkt noch nicht wirklich vollendet ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Karlspreis-Kuratorium wollte bewusst ein Zeichen setzen, um an die Entscheidungstr\u00e4ger in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/bruessel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Br\u00fcssel<\/a> und Europas Hauptst\u00e4dten zu appellieren. Die Aufforderung sei angekommen, antwortete Merz am Ende seiner Festrede. \u201eWir sind in der Umsetzung.\u201c Doch ein sogenannter Draghi-Tracker \u00fcberwacht die Fortschritte \u2013 und er zeigt, dass bis Anfang dieses Jahres, also etwa eineinhalb Jahre nach der Ver\u00f6ffentlichung des Reports, erst rund 14 Prozent der empfohlenen Ma\u00dfnahmen vollst\u00e4ndig implementiert wurden. Die 27 Staats- und Regierungschefs kommen nur langsam voran, weil Uneinigkeit dar\u00fcber herrscht, wie die Wettbewerbsf\u00e4higkeit gest\u00e4rkt werden soll.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Bundesregierung etwa lehnt neue EU-Schulden traditionell ab, obwohl Draghi in seinem Bericht eben solche gefordert hatte und damit auf einer Linie mit beispielsweise <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/frankreich\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> liegt. Es sei Realit\u00e4t, \u201edass \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verschuldung Souver\u00e4nit\u00e4t bedroht und Handlungsf\u00e4higkeit begrenzt\u201c, sagte Merz in <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/aachen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Aachen<\/a>. Draghi wei\u00df um die Bedenken \u2013 und bot in seiner Rede die L\u00f6sung: \u201eJe mehr sich Europa reformiert, desto weniger muss es sich in Schulden st\u00fcrzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein wirkungsvoller Satz stand an diesem Donnerstag \u00fcber der festlichen Verleihung im Aachener Rathaus und wurde immer wieder&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1023753,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1853],"tags":[1424,3364,29,548,663,5562,3934,775,30,13,44514,219906,217775,101928,7593,14,15,1209,12,88903,116480,26781],"class_list":{"0":"post-1023752","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-aachen","8":"tag-aachen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische","14":"tag-europe","15":"tag-friedrich-merz","16":"tag-germany","17":"tag-headlines","18":"tag-karlspreis","19":"tag-karlspreistraegers","20":"tag-legitimitaet","21":"tag-mario-draghi","22":"tag-massnahmen","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-nordrhein-westfalen","26":"tag-schlagzeilen","27":"tag-schlimmer","28":"tag-untaetigkeit","29":"tag-zentralbank"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116584997815913108","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023752","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1023752"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1023752\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1023753"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1023752"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1023752"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1023752"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}