{"id":1024994,"date":"2026-05-17T04:30:15","date_gmt":"2026-05-17T04:30:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1024994\/"},"modified":"2026-05-17T04:30:15","modified_gmt":"2026-05-17T04:30:15","slug":"das-ganze-ist-also-eine-rederei-diese-tv-legende-brachte-die-talkshow-nach-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1024994\/","title":{"rendered":"&#8222;Das Ganze ist also eine &#8218;Rederei'&#8220;: Diese TV-Legende brachte die Talkshow nach Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>            Kopiere den aktuellen Link<\/p>\n<p>          Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen<\/p>\n<p>Am 17. Mai h\u00e4tte er seinen 100. Geburtstag gefeiert: Dietmar Sch\u00f6nherr schrieb als Schauspieler und Moderator deutsche Fernsehgeschichte \u2013 und hatte trotzdem das Gef\u00fchl, den falschen Beruf ergriffen zu haben.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md is-initial\">Als Dietmar Sch\u00f6nherr im Juli 2014 im Alter von 88 Jahren starb, vermeldete die Homepage seiner Hilfsorganisation &#8222;Pan y Arte&#8220; die traurige Botschaft: &#8222;Bis zuletzt setzte sich Dietmar Sch\u00f6nherr mit aller Kraft f\u00fcr die Menschen in Nicaragua ein. F\u00fcr ihn waren &#8218;Brot und Kunst&#8216; \u2013 pan y arte \u2013 die wichtigsten Lebensmittel des Menschen&#8220;, schrieben die Verantwortlichen im Gedenken an ihren Vereinsgr\u00fcnder und Ehrenvorsitzenden. &#8222;Mit liebenswerter Hartn\u00e4ckigkeit schuf er sein Lebenswerk. Dank seines unerm\u00fcdlichen Engagements erhalten Hunderte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Nicaragua seit 20 Jahren Zugang zu Bildung und Kultur.&#8220; Bei Sch\u00f6nherr, der am 17. Mai vor 100 Jahren geboren wurde, h\u00e4tte eine solche W\u00fcrdigung sicher viel Anklang gefunden \u2013 mehr als jede Auseinandersetzung mit seinem Werk f\u00fcr Film und Fernsehen.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Denn wom\u00f6glich habe er, so sagte es Dietmar Sch\u00f6nherr einmal, ein Leben lang den falschen Beruf ausge\u00fcbt. Entwicklungshelfer h\u00e4tte er eigentlich werden sollen. Nicht Schauspieler. Nun, viele Jahre war er beides. Bis ins hohe Alter agierte der \u00d6sterreicher im Theater auf der B\u00fchne, den Lear hat er gespielt. Und vor der Kamera stand er noch mit knappen 80 Jahren \u2013 und das gleich f\u00fcr mehrere Produktionen \u2013 darunter der gro\u00dfartige Heimatfilm &#8222;Der Judas von Tirol&#8220; (2006), der auf einer Buchvorlage aus dem 19. Jahrhundert basiert. F\u00fcr sein Lebenswerk bekam der Schauspieler 2005 den Deutschen Fernsehpreis. Trotz dieser Auszeichnung, die immerhin zwei &#8222;Goldenen Kameras&#8220; folgte, stapelte er stets tief.<\/p>\n<p>  Von &#8222;Raumpatouille Orion&#8220; bis &#8222;Je sp\u00e4ter der Abend&#8220;<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Dietmar Sch\u00f6nherr behauptete selbst von sich, nie in die erste Garnitur der Theater- und Filmschauspieler aufgestiegen zu sein. Koketterie vielleicht. Tats\u00e4chlich sind es aber wirklich weniger seine Filme, die dem Publikum bis heute in Erinnerung geblieben sind. Dabei sind gro\u00dfartige darunter, wie beispielsweise das Filmdrama &#8222;Reise der Hoffnung&#8220; (1990), der den Auslandsoscar erhielt, oder auch &#8222;Der schwarze Tanner&#8220; (1985), ebenfalls vom Schweizer Regisseur Xavier Koller gedreht \u2013 eine Eloge auf einen Widerborstigen zu Zeiten des Krieges.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Aber womit kamen sie ihm \u2013 wenn es darum ging, sein Werk zu w\u00fcrdigen? Mit dem &#8222;Raumschiff Orion&#8220;, nat\u00fcrlich: Die sp\u00e4te Kinoauswertung der TV-Kultserie, &#8222;Raumpatrouille Orion \u2013 R\u00fccksturz ins Kino&#8220; (2003) hatte ihm nochmals einen sp\u00e4ten Kinohit beschert. Mit dem Erfolg der Science-Fiction-Serie hatte der Darsteller des Commander McLane dabei nicht einmal gerechnet.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Und nat\u00fcrlich kam die Sprache auch immer auf &#8222;W\u00fcnsch&#8216; Dir was&#8220;, die legend\u00e4re, weil gewagte Samstagabend-Show an der Seite seiner Frau Vivi Bach, mit der er von 1969 bis 1973 eine ganze Nation vor dem Fernseher versammelte. Und: Sch\u00f6nherr gilt als eine Art Begr\u00fcnder der Talkshow in Deutschland. &#8222;Je sp\u00e4ter der Abend&#8220; lief ab 1972, drei Jahre lang. Und er hat, sch\u00f6ner als keiner, der ihm folgte, damals erkl\u00e4rt, was sich denn eigentlich hinter dem englischen Begriff &#8222;Talkshow&#8220; verbirgt: &#8222;Talk hei\u00dft &#8218;reden&#8216;. Das Ganze ist also eine &#8218;Rederei&#8216;.&#8220;<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Mit all dem hatte er l\u00e4ngst abgeschlossen, mehr oder minder wohl auch mit dem Fernsehen. &#8222;Ich habe nicht so viel Zeit, dass ich sie mit einer Serie vertr\u00f6deln kann&#8220;, sagte er in seinen 70ern einmal. Allzu viele Serienauftritte hat es in seiner langen Karriere denn auch nicht gegeben. Sch\u00f6nherr war stets einer, der auf Qualit\u00e4t achtete. Sicher, es waren Niederlagen dabei. Wie zum Beispiel die ProSieben-Serie &#8222;Der Gletscherclan&#8220; (1994), die bald nach ihrem Start wieder abgesetzt wurde.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Begonnen hatte der Sohn eines \u00f6sterreichischen Generals seine schauspielerische Arbeit bereits kurz nach dem Abitur: &#8222;Junge Adler&#8220; (1944) hie\u00df der UFA-Film. Es folgte der Kriegsdienst, den er nur in der Ausbildung erlebte. 1946 kam er dann zu seiner ersten Hauptrolle. &#8222;Wintermelodie&#8220; hie\u00df die Produktion, die er auch deshalb bekam, weil er Skifahren konnte.<\/p>\n<p>  Sch\u00f6nherr \u00fcber Ehefrau Vivi: &#8222;Wir lieben uns seit vielen Jahren \u2013 so kitschig das klingt&#8220;<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Sp\u00e4ter widmete Dietmar Otto Edler von Sch\u00f6nleiten, so sein wirklicher Name, sein Leben seiner Familie und seinem Engagement f\u00fcr die Stiftung f\u00fcr Arbeits- und Kulturprojekte in Nicaragua, die er 1985 gr\u00fcndete. Viele Steine seien ihm bei dieser Arbeit in den Weg gelegt worden, lie\u00df er einmal wissen. &#8222;Man erleidet unglaubliche Frustrationserlebnisse, hat aber auch enorme Gl\u00fccksgef\u00fchle&#8220;, lautete sein Fazit \u00fcber seine Erfahrungen. &#8222;Aber das Geben ist keine einseitige Angelegenheit, es kommt hundertfach zur\u00fcck.&#8220;<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Ungef\u00e4hrlich war die Arbeit im Krisengebiet nie: Nie mehr konnte der erprobte Entwicklungshelfer Sch\u00f6nherr jenen Angriff der Contras vor fast 40 Jahren verdr\u00e4ngen, als er &#8222;in Badehosen&#8220; beim Bau eines Kulturzentrums ins Kreuzfeuer geriet. &#8222;Wir schmissen uns hinter das gerade fertige Fundament einer Schule. Das Kabel einer Zementmaschine wurde 14-mal durchschossen. Da wussten wir, worauf wir uns hier eingelassen hatten.&#8220;<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">Bis ins hohe Alter kehrte er in das friedlich gewordene Nicaragua einmal j\u00e4hrlich zur\u00fcck \u2013 &#8222;nicht, um Ratschl\u00e4ge zu geben, sondern blo\u00df, um Mitarbeiter zu ermutigen&#8220;. Etwas von alldem lie\u00df Sch\u00f6nherr auch in seinen Roman &#8222;Die blutroten Tomaten der Rosalia Morales&#8220; einflie\u00dfen, der ebenfalls in Nicaragua spielt. Melancholisch, traurig, aber durchaus auch manchmal komisch erz\u00e4hlt er von dem Land.<\/p>\n<p class=\"typo-body-sc-md\">\u00dcber die Ehe mit Vivi Bach verriet Sch\u00f6nherr einmal: &#8222;Wir lieben uns seit vielen Jahren \u2013 so kitschig das klingt. Wir waren durch den Beruf sehr oft getrennt. Die Wiederbegegnungen waren dann jedes Mal ein gro\u00dfes Gl\u00fcckserlebnis.&#8220; Er und Vivi, das sei einfach eine Symbiose, trotz der gelegentlichen Wutanf\u00e4lle seiner selbst \u2013 wenn etwa mal ein Nagel partout nicht in die Wand will \u2013 mit den dann f\u00e4lligen Geschenken der Reue seinerseits. &#8222;Nein&#8220;, sagte er dann noch, &#8222;ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie das gehen soll, wenn einer von uns beiden geht.&#8220; Doch die d\u00e4nische S\u00e4ngerin, Schauspielerin und Fernsehmoderatorin starb am 22. April 2013 auf Ibiza, Sch\u00f6nherr folgte ihr nur etwas mehr als ein Jahr sp\u00e4ter.<\/p>\n<p>\n    TELESCHAU\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kopiere den aktuellen Link Zur Merkliste hinzuf\u00fcgen Am 17. Mai h\u00e4tte er seinen 100. 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