{"id":1025113,"date":"2026-05-17T05:47:15","date_gmt":"2026-05-17T05:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1025113\/"},"modified":"2026-05-17T05:47:15","modified_gmt":"2026-05-17T05:47:15","slug":"spiele-in-der-hansestadt-die-ganze-republik-baut-fuer-hamburg-so-will-die-bauwirtschaft-olympia-stemmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1025113\/","title":{"rendered":"Spiele in der Hansestadt: \u201eDie ganze Republik baut f\u00fcr Hamburg\u201c \u2013 so will die Bauwirtschaft Olympia stemmen"},"content":{"rendered":"<p>Die norddeutsche Baubranche steht hinter einer m\u00f6glichen Hamburger Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele \u2013 obwohl Hamburg auch ohne das Weltereignis etliche gro\u00dfe Bauprojekte realisieren muss.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Baustellen durchziehen Hamburg und nerven die Menschen im Alltag. Sie pr\u00e4gen Parlamentsdebatten und f\u00fcllen Senatsvorlagen, besch\u00e4ftigen Kammern, Verb\u00e4nde und Unternehmen. Deutschlands zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt wirkt auf viele ihrer Bewohnerinnen und Bewohner wie eine riesige Dauerbaustelle: mit dem Wohnungsbau und der Verlegung von Glasfaserkabeln, dem Bau neuer U- und S-Bahn-Strecken und des Bahrenfelder Autobahndeckels, der Sanierung von Elbbr\u00fccken und der Ausbesserung maroder Stra\u00dfen. Obendrein muss die K\u00f6hlbrandbr\u00fccke ersetzt und der Hauptbahnhof general\u00fcberholt werden.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund soll sich Hamburg um die Austragung Olympischer und Paralympischer Sommerspiele f\u00fcr die Jahre 2036, 2040 oder 2044 bewerben. Das ist das Ziel der politischen Mehrheit in der B\u00fcrgerschaft, des rot-gr\u00fcnen Senats, der in Verb\u00e4nden und Kammern organisierten Wirtschaft und weiter Teile der Zivilgesellschaft.<\/p>\n<p>W\u00fcrde Hamburg den Zuschlag f\u00fcr die Austragung der Spiele tats\u00e4chlich bekommen, st\u00fcnden der Stadt eine Vielzahl weiterer Gro\u00dfbaustellen bevor, speziell die Errichtung olympiatauglicher Sport- und Wohnst\u00e4tten \u2013 und das unter hohem Zeitdruck.\u00a0<\/p>\n<p>Eine Frage allerdings wird in diesem Zusammenhang eher selten gestellt: Kann die Bauwirtschaft ein solches Mammutprogramm in der Stadt \u00fcberhaupt bew\u00e4ltigen? \u201eNat\u00fcrlich haben wir als Baubranche die n\u00f6tigen Kapazit\u00e4ten. Wenn Hamburg den Zuschlag f\u00fcr diese Bewerbung bekommt, baut die ganze Republik f\u00fcr Olympia in Hamburg\u201c, sagt Michael Seitz, Vorsitzender des Vereins Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft. \u201eWir k\u00f6nnen Olympia als Bauwirtschaft stemmen. Aber das setzt voraus, dass die Politik die Bremsen im System l\u00f6st, zum Beispiel bei Fragen des Umweltschutzes und allgemein bei b\u00fcrokratischen Prozessen in Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren. Das Problem ist, dass uns bei gro\u00dfen Projekten \u00fcberall Steine in den Weg gerollt werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft vereint neun Verb\u00e4nde und Innungen der Branche. Die Mitglieder dieser Verb\u00e4nde repr\u00e4sentieren etwa 1500 Unternehmen mit rund 30.000 Mitarbeitenden und etwa drei Milliarden Euro Jahresumsatz. \u201eAls Wirtschafts- und Fachverband kann man gar nicht gegen eine Hamburger Olympiabewerbung sein\u201c, sagt Seitz. \u201eIch pers\u00f6nlich und wir als Verband sehen das ausgesprochen positiv.\u201c<\/p>\n<p>Bei der laufenden Kampagne f\u00fcr eine Olympiabewerbung erw\u00e4hnt der Senat die Belastungen in der Regel eher nicht, die mit noch deutlich mehr Baustellen f\u00fcr mehrere Jahre auf die Hamburgerinnen und Hamburger zuk\u00e4men. Seitz hat hingegen kein Problem damit, das klar zu benennen: \u201eNat\u00fcrlich werden die B\u00fcrger auch Nachteile hinnehmen m\u00fcssen. Man kann keine Stra\u00dfe bauen, ohne eine Stra\u00dfe zu sperren\u201c, sagt er. \u201eWir brauchen in Hamburg ein klares Bekenntnis zu einer Olympiabewerbung der Stadt \u2013 so, wie auch f\u00fcr viele andere Gro\u00dfprojekte, die Hamburg realisieren muss, von einer neuen K\u00f6hlbrandbr\u00fccke bis zu einer Generalsanierung des Hauptbahnhofs.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Baubranche sieht \u2013 wie der Senat \u2013 bei der Abw\u00e4gung aller Argumente mehr Vor- als Nachteile: \u201eWenn eine Ausrichtung der Olympischen Spiele in Hamburg gel\u00e4nge, bek\u00e4me die Stadt in vielen Teilen eine neue Infrastruktur\u201c, sagt Seitz. \u201eDer Stadt w\u00fcrde das einen enormen Schub bringen. Bei der Realisierung der anstehenden Gro\u00dfprojekte g\u00e4be es dann keine \u2013 auch politischen \u2013 Ausfl\u00fcchte mehr. Denn dann gibt es feste Termine.\u201c<\/p>\n<p>Eine Hamburger Olympiabewerbung sei \u201eeine Riesenchance und ein Impulsgeber f\u00fcr die gesamte Region\u201c, sagt Manja Biel, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Bauindustrieverbandes Hamburg \/ Schleswig-Holstein: \u201eEine Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele in Hamburg kann auch f\u00fcr die Bauwirtschaft von gro\u00dfem Nutzen sein. Wir unterst\u00fctzen auch die Olympiabewerbung von Kiel.\u201c An der F\u00f6rde k\u00f6nnten, wie schon 1972, erneut olympische Segelwettbewerbe ausgetragen werden, und diesmal auch paralympische. Hamburg hat sich f\u00fcr den Fall einer Bewerbung auf Kiel als Partner festgelegt.<\/p>\n<p>Ein enges Zeitkorsett f\u00fcrchtet man im Bauindustrieverband Hamburg \/ Schleswig-Holstein nicht, der auch Teil der Hamburger Bau- und Ausbauwirtschaft ist: \u201eDie norddeutsche Bauwirtschaft ist, wie die deutsche Bauwirtschaft generell, absolut leistungsbereit und erfahren. Termindruck ist f\u00fcr unsere Branche v\u00f6llig normal\u201c, sagt Biel. \u00a0Aus ihrer Sicht w\u00fcrde eine erfolgreiche Realisierung vor allem auch davon abh\u00e4ngen, wie eng und pr\u00e4zise Unternehmen, Politik und Verwaltungen bei der Umsetzung kooperieren: \u201eEs kommt vor allem auf verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen an \u2013 aus der Politik und der f\u00fcr die Planungen und Genehmigungen verantwortlichen Verwaltung\u201c, sagt sie. \u201eDas Vergaberecht wird voraussichtlich dazu f\u00fchren, dass Unternehmen \u2013 wie auch bei anderen Gro\u00dfprojekten \u2013 auch aus anderen Teilen Deutschlands und aus Europa in einen Bau Olympischer Sportst\u00e4tten in Hamburg einbezogen werden. Wir als regionale Bauwirtschaft hoffen nat\u00fcrlich, dass wir bei den Vergaben unsere umfangreichen Kenntnisse der Gegebenheiten vor Ort ausspielen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Positiv sieht auch die Immobilien- und Wohnungswirtschaft im Norden das Thema. \u201eOlympische Spiele w\u00e4ren ein Gewinn f\u00fcr die Stadt. Allerdings m\u00fcssen auch die Menschen etwas davon haben\u201c, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW): \u201eEine attraktive und lebenswertere Stadt an sich ist nicht f\u00fcr jeden ein Gewinn, weil mehr Attraktivit\u00e4t sie teurer machen kann. Es geht also darum, die ,ganze Stadt\u2018 in den Blick zu nehmen.\u201c Neben dem Bau bezahlbarer Wohnungen gehe es dabei \u201eum eine tragf\u00e4hige Infrastruktur \u2013 angefangen bei Schulen, Kitas bis hin zu einem leistungsf\u00e4higen \u00d6PNV. Olympische Spiele in Hamburg m\u00fcssen sowohl Sportereignis als auch Auftakt eines gro\u00dfen Stadtentwicklungsprojekts sein.\u201c<\/p>\n<p>Kay Brahmst, Vorsitzender des Landesverbands Nord beim Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, sagt: \u201eUm den Wohnungsmarkt zu entlasten und die Mieten stabil zu halten, brauchen wir vor allem eines: mehr Wohnungsbau. Die Olympischen und Paralympischen Spiele k\u00f6nnen hierf\u00fcr einen wichtigen Impuls geben \u2013 durch beschleunigte Planungsprozesse, neue Quartiere und zus\u00e4tzliche F\u00f6rdermittel des Bundes. Diese Chance sollten wir nutzen.\u201c<\/p>\n<p>Die Chancen f\u00fcr Hamburg entst\u00fcnden dabei allerdings nicht automatisch, sagt Carl-Christian Franzen, stellvertretender Vorsitzender des Immobilienverbands Deutschland IVD Region Nord: \u201eSie h\u00e4ngen ab von: sauberem Kostenmanagement, schneller Genehmigungspolitik, echter Nachnutzung, sozialer Balance bei Mieten und Wohnraum und erfolgreicher Umsetzung von Infrastrukturprojekten.\u201c<\/p>\n<p><b>Olaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet seit vielen Jahren auch \u00fcber gro\u00dfe Bauprojekte der Verkehrsinfrastruktur im Norden.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die norddeutsche Baubranche steht hinter einer m\u00f6glichen Hamburger Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele \u2013 obwohl Hamburg auch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1025114,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1826],"tags":[12092,10034,220122,29,30,692,13025,34898,45,2192],"class_list":["post-1025113","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-hamburg","tag-andreas","tag-bauwirtschaft","tag-breitner","tag-deutschland","tag-germany","tag-hamburg","tag-olympische-spiele","tag-parkraum-inbox","tag-texttospeech","tag-wohnungsbau"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116588343932208107","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1025113","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1025113"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1025113\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1025114"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1025113"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1025113"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1025113"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}