{"id":1025699,"date":"2026-05-17T11:49:11","date_gmt":"2026-05-17T11:49:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1025699\/"},"modified":"2026-05-17T11:49:11","modified_gmt":"2026-05-17T11:49:11","slug":"tuppenhof-in-kaarst-ausstellung-meine-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1025699\/","title":{"rendered":"Tuppenhof in Kaarst: Ausstellung &#8222;Meine Freiheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Was bedeutete Freiheit in l\u00e4ngst vergangenen Zeiten auf dem Land? War fr\u00fcher wirklich alles besser? Fragen wie diesen geht die Sonderausstellung nach, die am gestrigen Sonntag im Kaarster Tuppenhof er\u00f6ffnet wurde.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der historische Vierkanthof, der heute als Museum und kulturelle Begegnungsst\u00e4tte genutzt wird, geh\u00f6rt zum Museumsnetzwerk <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/niederrhein\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Niederrhein<\/a>, einem losen Verbund von rund 50 Ausstellungsh\u00e4usern zwischen Rhein und Maas. F\u00fcr 2025 und 2026 hatte es \u201eFreiheit\u201c zum Motto einer \u00fcbergreifenden Ausstellungsreihe ausgerufen. Daran beteiligt sich nun auch der Tuppenhof: Die Schau mit dem Titel \u201eMeine Freiheit &#8211; deine Freiheit\u201c ist noch bis zum 16. August zu sehen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Wie man so etwas organisiert, darin hat Britta Spies reichlich Erfahrung. Das Thema \u201eFreiheit\u201c sollte sich aber als eine besondere Herausforderung erweisen. \u201eDa habe ich schon l\u00e4nger dr\u00fcber nachdenken m\u00fcssen\u201c, gibt die Kuratorin zu. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wobei auff\u00e4llt, dass es diesmal mehr schriftliche Informationen auf Texttafeln und Fotos als andere Exponate gibt. Da ist zum Beispiel das Dreirad aus Eisen \u2013 steht es f\u00fcr eine gl\u00fcckliche, unbeschwerte Kindheit? Und die alte Badewanne, die man nach dem Bade-Samstag platzsparend hochkant aufstellen kann: Steht sie f\u00fcr die sch\u00f6nen alten Zeiten?<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Viele Fotos stammen aus dem Archiv der Stadt <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kaarst\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kaarst<\/a>. Die Ausstellung erz\u00e4hlt Geschichten von einst \u2013 von Zeiten, in denen es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit war, dass Kinder auf dem Bauernhof aushelfen mussten. Als die Herbstferien noch \u201eKartoffelferien\u201c hie\u00dfen und nicht genutzt wurden, um mal eben auf die Balearen zu fliegen. Es wird auch eine Zeit beleuchtet, als es noch keine <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rentenversicherung\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Rentenversicherung<\/a> gab. Statt Urlaubsreisen und St\u00e4dtetrips waren Wallfahrten und Pilgertouren, bestenfalls bis nach Lourdes, willkommene Abwechslungen. Und man freute sich einst vielleicht noch ein bisschen mehr auf das j\u00e4hrliche Sch\u00fctzenfest.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eHelikoptereltern\u201c gab es noch nicht, auch keine Eltern-Taxis. \u201eDie Kinder organisierten sich selbst. Der St\u00e4rkste und Lauteste gab den Ton an\u201c, erz\u00e4hlt Britta Spies. Die Kleinen streiften durch Feld und Flur, hatten einen gr\u00f6\u00dferen Aktionsradius als die Kinder ihn heute haben. Das war ein St\u00fcck Freiheit. \u201eDie pers\u00f6nliche Freiheit hatte aber nicht den Stellenwert wie heute\u201c, macht Spies in der Ausstellung deutlich.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Erst im 19. Jahrhundert wurde die Schulpflicht eingef\u00fchrt. Und bis in die 1950er Jahre waren Kinder fest in den Arbeitsalltag eingebunden. \u201eDie vergangenen Zeiten hatten ihre Licht- und Schattenseiten\u201c, sagt Spies. Der Tuppenhof sei ein eher kleiner Hof gewesen. M\u00e4gde und Knechte geh\u00f6rten zur Wirtschaftsfamilie. Und die Bauersleute mussten ihre Eltern unterst\u00fctzen. Sie bekamen einen Platz am Feuer, zu essen und zu trinken, wurden mit Kleidung versorgt. Dass dies alles schriftlich fixiert wurde, l\u00e4sst den Schluss zu, dass man sich schon mal dieser Pflichten entziehen wollte. Stadtluft macht ja bekanntlich frei.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Industrialisierung bot den Menschen ganz neue Perspektiven: Wer nicht als Knecht, sondern als Arbeiter sein Geld verdiente, konnte sich eine Wohnung nehmen, hatte geregelte Arbeitszeiten, und es war leichter, eine Familie zu gr\u00fcnden. Man konnte ins <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/kino\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kino<\/a> gehen, sich zeitgem\u00e4\u00dfe M\u00f6bel kaufen und vielleicht sogar ein Auto.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Bauern mussten sich an bestehende Ordnungssysteme halten. Wie viel Vieh durften sie auf die Weiden bringen? Wie viel Holz durften sie im Wald schlagen? Das alles war geregelt. Die B\u00e4uerin hatte ihren \u201eHerrschaftsbereich\u201c rund um den Herd, zu Erntezeiten musste sie mit raus aufs Feld. \u201eDie Lebensl\u00e4ufe waren meist vorbestimmt im l\u00e4ndlichen Raum\u201c, ist auf einer der Texttafeln zu lesen. \u201e\u00dcblicherweise \u00fcbernahm ein Sohn oder eine Tochter den Hof. F\u00fcr diese bedeutete das die M\u00f6glichkeit, endlich heiraten zu k\u00f6nnen.\u201c Viele Knechte und M\u00e4gde blieben dagegen unverheiratet und unterstanden der Autorit\u00e4t des Hofbesitzers.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Den roten Faden der Ausstellung bilden Dokumente aus dem Archiv des Tuppenhofs aus mehr als 300 Jahren, die das Alltagsleben der fr\u00fcheren Bewohnerinnen und Bewohner spiegeln. Die Ausstellung auf dem Tuppenhof, Rottes 27, ist zu den normalen \u00d6ffnungszeiten zug\u00e4nglich, der Eintritt ist frei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was bedeutete Freiheit in l\u00e4ngst vergangenen Zeiten auf dem Land? War fr\u00fcher wirklich alles besser? 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