{"id":1025729,"date":"2026-05-17T12:05:18","date_gmt":"2026-05-17T12:05:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1025729\/"},"modified":"2026-05-17T12:05:18","modified_gmt":"2026-05-17T12:05:18","slug":"die-ukraine-bringt-den-krieg-ins-urlaubsparadies-und-streitet-alles-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1025729\/","title":{"rendered":"Die Ukraine bringt den Krieg ins Urlaubsparadies \u2013 und streitet alles ab"},"content":{"rendered":"<p>\n        17. Mai 2026<\/p>\n<p>                Wassilis Aswestopoulos<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Europa-eu-2560-01-6728120584f5d09f.gif\"  width=\"1280\" height=\"720\"  alt=\"Landkarte mit Ukraine und Griechenland. Eingezeichnet Lefkada und eine Magura V3 Drohne\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Vor Lefkada fanden Fischer eine scharfe Kampfdrohne mit 100 kg Sprengstoff. Nun ger\u00e4t Athen in einen heiklen Konflikt mit Kiew.<\/p>\n<p>Vor fast zwei Wochen fiel Fischern von der Insel Lefkada ein seltsames Seegef\u00e4hrt auf. Es entpuppte sich als <a href=\"https:\/\/knews.kathimerini.com.cy\/en\/news\/explosive-sea-drone-off-greece-sparks-fears-of-war-creeping-into-mediterranean\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">maritime Kampfdrohne<\/a> voller Sprengstoff. Die griechischen Beh\u00f6rden identifizierten die Drohne als ukrainischen Ursprungs. Es g\u00e4be Beweise f\u00fcr eine Steuerung von der Ukraine aus, hei\u00dft es. <a href=\"https:\/\/www.pravda.com.ua\/eng\/news\/2026\/05\/12\/8034398\/index.amp\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Ukrainische Quellen<\/a> bestreiten dies jedoch.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Dem widerspricht auch der ukrainische Hersteller der Drohne. Die Regierung in Athen f\u00fcrchtet allerdings um die Sicherheit von Tourismus und Seefahrt, den Grundpfeilern der griechischen Wirtschaft.<\/p>\n<p>Bereits seit dem Tag des Funds gilt die Jagd der Ukraine nach den Schiffen der <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/kurz-knapp\/hintergrund-aktuell\/560573\/russische-schattenflotte\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">russischen Schattenflotte<\/a> als wahrscheinlichste Erkl\u00e4rung f\u00fcr die Pr\u00e4senz der Drohne im dicht befahrenen Ionischen Meer. Als zweites Szenario wurde die M\u00f6glichkeit untersucht, ob es sich um ein russisches T\u00e4uschungsman\u00f6ver, eine sogenannte False-Flag-Aktion, handeln k\u00f6nne. Denn in einem waren sich die griechischen Beh\u00f6rden von Anfang an sicher.<\/p>\n<p>Die Lefkada-Drohne ist ukrainischer Bauart und Technologie. Es soll sich um <a href=\"https:\/\/www.ekathimerini.com\/politics\/foreign-policy\/1303182\/ukrainian-magura-v5-naval-drone-found-off-lefkada-sparks-investigation\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">eine Magura V5 handeln<\/a>. Eine Baureihe, die bereits mehrfach im Schwarzen Meer erfolgreich russische Schiffe versenkt hat. Bereits im M\u00e4rz gab es <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2026\/03\/16\/europe\/arctic-metagaz-russian-fuel-tanker-italy-malta-intl\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">vor Malta einen Vorfall<\/a> mit einem russischen LNG-Tanker, bei dem die Ukraine beschuldigt wird, mittels einer Drohne Explosionen auf dem Schiff ausgel\u00f6st zu haben. Seinerzeit f\u00fcrchteten Malta und Italien negative Auswirkungen des brennenden Schiffes, einer &#8222;tickenden Zeitbombe&#8220; auf ihr Land.<\/p>\n<p>Dennoch hat der aktuelle Vorfall eine andere Qualit\u00e4t als der erfolgreiche Angriff auf den russischen Gastanker vor Malta. Denn der fand in internationalen Gew\u00e4ssern statt. Zudem fand man keine &#8222;Blindg\u00e4nger&#8220;-Drohne. Das nahe dem Strand von Lefkada entdeckte unbemannte Wasserfahrzeug hatte einen scharfen Z\u00fcnder und rund 100 kg TNT an Bord.<\/p>\n<p>Der griechische Au\u00dfenminister Giorgos Gerapetritis sprach das Thema am Montag bei einem Treffen der EU-Au\u00dfenminister in Br\u00fcssel an und bezeichnete den Vorfall als &#8222;\u00e4u\u00dferst ernste Entwicklung&#8220;. Gerapetritis betonte, Griechenland werde &#8222;keine milit\u00e4rischen Aktionen im weiteren Mittelmeerraum, insbesondere nicht in Richtung Griechenland, zulassen&#8220;.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Er warnte, dass solche Vorf\u00e4lle die Freiheit der Schifffahrt, die \u00f6ffentliche Sicherheit und die Umwelt gef\u00e4hrden. Gerapetritis&#8216; Kabinettskollege, Verteidigungsminister Nikos Dendias, informierte am Dienstag seine europ\u00e4ischen Amtskollegen in Br\u00fcssel. Dendias pr\u00e4sentierte die Erkenntnisse der bisherigen Untersuchungen der Drohne. Diese sei zweifelsfrei ukrainischen Ursprungs, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Man habe zudem unter anderem anhand der Seriennummer, der Satellitensteuerung \u00fcber Starlink und weiterer technischer Merkmale eindeutig bestimmen k\u00f6nnen, von wo sie gesteuert wurde. Die Drohne durchquerte allem Anschein nach weder die \u00c4g\u00e4is noch den Bosporus oder die Dardanellen und vorher das Schwarze Meer selbstst\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Aktuell wird davon ausgegangen, dass sie entweder per Schiff ins Ionische Meer kam oder von einer naheliegenden maritimen Basis abfuhr. Im Gespr\u00e4ch sind S\u00fcdalbanien oder Libyen.<\/p>\n<p>Dem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Br\u00fcssel war der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fjodorow per Videokonferenz zugeschaltet. Er beteuerte, ihm sei der Vorfall mit der Drohne unbekannt. Er versprach aber, dass die Ukraine der Sache nachgehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Fjodorows Haltung ist f\u00fcr griechische Beobachter und Medien nicht \u00fcberraschend. Dendias war in der Wahl seiner Worte etwas undiplomatischer als der Au\u00dfenminister, aber immer noch h\u00f6flich:<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">&#8222;Die Anwesenheit dieses unbemannten \u00dcberwasserfahrzeugs, der Seedrohne, beeintr\u00e4chtigt die Freiheit und Sicherheit der Schifffahrt. Es handelt sich um eine \u00e4u\u00dferst ernste Angelegenheit.&#8220;<\/p>\n<p>Der Minister wies auf die potenziellen Risiken hin, die durch den regen Schiffsverkehr im Ionischen Meer mit Kreuzfahrt-, Fracht- und Passagierschiffen entstehen k\u00f6nnten. Es sei nicht auszudenken, was h\u00e4tte geschehen k\u00f6nnen, wenn die Drohne mit einem Passagierschiff kollidiert w\u00e4re.<\/p>\n<p>Dabei war die Gefahr eines Ungl\u00fccksfalls bereits jetzt sehr real. Es erwies sich als gl\u00fccklicher Umstand, dass einer der Z\u00fcnder der Drohne verloren war, als das Kriegsfahrzeug den Fischern bei Lefkada auffiel. Informationen, die von griechischen Medien in Berufung auf die K\u00fcstenwache verbreitet werden, besagen, dass die beiden \u00fcbrigen Z\u00fcnder der Drohne nicht mit dem Sprengsatz verbunden gewesen sein sollen.<\/p>\n<p>Ansonsten h\u00e4tte es vermutlich eine Explosion gegeben, als die Fischer Panagiotis und Dimitris Zogos die maritime Drohne ins Schlepptau nahmen. Den Br\u00fcdern war es nicht gelungen, den stur weiterlaufenden Motor der Drohne zu stoppen. Sie hatten die Drohne mithilfe j\u00fcngerer Fischer am Ufer von Lefkada mit einem Seil gefangen und auf Gehei\u00df der K\u00fcstenwache in den Hafen geschleppt.<\/p>\n<p>Panagiotis Zogos schilderte das Geschehen gegen\u00fcber dem griechischen Sender Open TV:<\/p>\n<p class=\"indent rte__abs--indent\">&#8222;Wir warfen den angelnden Jungs ein Seil zu, das sie am Bug befestigten. Wir zogen die Drohne mit dem Seil ins offene Meer und schleppten sie dann mit dem Boot nach Vasiliki. Dort riefen wir die Hafenbeh\u00f6rde an, beschrieben das Ding und sagten, wir h\u00e4tten es befestigt. Die Hafenbeh\u00f6rde sagte uns, wir sollten nach Vasiliki fahren, sie w\u00fcrden sie dort in Empfang nehmen. Niemand hatte uns gesagt, dass Sprengstoff darin war, sonst h\u00e4tten wir sie nicht mitgenommen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Fischer schilderten, dass sie die Drohne schon in den fr\u00fchen Morgenstunden bei Dunkelheit gesehen h\u00e4tten. Das Wasserfahrzeug sei in Kreisen umhergefahren und dabei auch mit den Felsen am Ufer der Insel kollidiert.<\/p>\n<p>Die griechische Regierung, die bisher gegen\u00fcber der Ukraine sehr solidarisch Kriegswaffen lieferte, steht nun innenpolitisch unter gro\u00dfem Druck. Keine der Oppositionsparteien zeigt Verst\u00e4ndnis f\u00fcr den Vorfall, der auch innerhalb der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr harsche Kritik an der Ukraine sorgt.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch Zeitgenossen, die sich \u00fcber den Drohnenfund freuen. Es sind die Ingenieure der griechischen Waffenindustrie. Sie d\u00fcrfen jetzt im <a href=\"https:\/\/formlabs.com\/de\/blog\/reverse-engineering\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Reverse Engineering<\/a> die Drohne bis ins kleinste Detail untersuchen. Aus Regierungskreisen hei\u00dft es, dass Griechenland damit auch zeitnah konkurrenzf\u00e4hige eigene maritime Drohnen haben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"17. 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