{"id":1026030,"date":"2026-05-17T14:55:14","date_gmt":"2026-05-17T14:55:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026030\/"},"modified":"2026-05-17T14:55:14","modified_gmt":"2026-05-17T14:55:14","slug":"grossbritannien-im-labour-machtkampf-geht-es-um-den-brexit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026030\/","title":{"rendered":"Gro\u00dfbritannien: Im Labour-Machtkampf geht es um den Brexit"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die F\u00fchrungskrise der Labour-Partei wird die britische Regierung voraussichtlich bis weit in den Sommer hinein l\u00e4hmen \u2013 und einen grundlegenden Richtungsstreit in der Regierungspartei mit sich bringen. Der B\u00fcrgermeister von Manchester, Andy Burnham, hat deutlich gemacht, er wolle sich f\u00fcr die F\u00fchrung von Partei und Regierung bewerben. Doch er muss zun\u00e4chst wieder Mitglied des Unterhauses werden, um den Bewerber-Status zu erringen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Daf\u00fcr hat der Labour-Parteivorstand mit seiner Entscheidung, Burnhams Kandidatur f\u00fcr eine Nachwahl im Wahlkreis Makerfield zuzulassen, den Weg frei gemacht. Daher kann eine Urwahl des neuen Labour-Anf\u00fchrers erst Ende Juni beginnen, nachdem die Nachwahl in Makerfield entschieden ist. Die Prozedur d\u00fcrfte sich dann bis in den August hinziehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Es zeichnet sich ab, dass mindestens drei Wettbewerber um die Labour-Parteif\u00fchrung, und damit um das Premierministeramt, gegeneinander antreten werden. Neben Burnham hat\u00a0Amtsinhaber <a data-rtr-index=\"25\" title=\"Keir Starmer\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/keir-starmer\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Starmer<\/a> mitgeteilt, er werde es mit jedem Konkurrenten aufnehmen. Au\u00dferdem gab der bisherige Gesundheitsminister Wes Streeting am Wochenende bekannt, er wolle auf jeden Fall f\u00fcr die F\u00fchrung von Partei und Regierung kandidieren.<\/p>\n<p>Streeting: Brexit war ein katastrophaler Fehler<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Der F\u00fchrungswettstreit wird zudem eine grundlegende Programmdebatte in der Regierungspartei erzeugen, denn die Konkurrenten des Premierministers Sir Keir Starmer stehen f\u00fcr weit auseinanderliegende politische Positionen. W\u00e4hrend Starmer seine politischen Ziele f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate gerade in der Thronrede des K\u00f6nigs f\u00fcr das neue Parlamentsjahr formuliert hat, nutzen Streeting und Burnham das Wochenende f\u00fcr erste Wahlkampf-Auftritte.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Streeting, der aus dem sozialdemokratisch-liberalen \u201eNew Labour\u201c-Lager stammt, stellte in Aussicht, Gro\u00dfbritannien solle \u201eeines Tages wieder in die <a data-rtr-index=\"0\" title=\"Europ\u00e4ische Union\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ische Union<\/a> zur\u00fcckkehren\u201c. Er nannte den Austritt aus der EU vor einem Jahrzehnt \u201eeinen katastrophalen Fehler\u201c. Starmer hatte in der vergangenen Woche gleichfalls eine \u201eweitere Ann\u00e4herung\u201c an die EU angek\u00fcndigt, jedoch versichert, die bisherigen \u201eroten Linien\u201c seiner Partei \u2013 weder Beitritt zur Zollunion noch zum EU-Binnenmarkt \u2013 blieben bestehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Burnham hatte einst bekundet, er hoffe, eine R\u00fcckkehr des Vereinigten K\u00f6nigreiches in die EU \u201enoch selbst zu erleben\u201c, aber er widmete sich am Wochenende bei seinem ersten Wahlkampftermin in Makerfield anderen Themen. Er sagte, das Land steuere seit vier Jahrzehnten in eine falsche Richtung. Nach einer fehlgeleiteten Deregulierung und Deindustrialisierung m\u00fcsse nun ein anderer Weg eingeschlagen werden: \u201eWir m\u00fcssen die grundlegenden Dinge wieder zur\u00fcck in \u00f6ffentliche Kontrolle bringen.\u201c Burnham warb f\u00fcr die Ansiedlung neuer Industriebranchen und f\u00fcr ein massives Wohnungsbauprogramm \u201e\u00e4hnlich wie in der Nachkriegszeit\u201c.<\/p>\n<p>Reform UK siegte j\u00fcngst in Burnhams Wahlkreis<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Die rechtspopulistische Reform UK des Brexit-Kampagnenf\u00fchrers Nigel Farage hat ihren Kandidaten f\u00fcr die Nachwahl in Makerfield noch nicht benannt, aber das Wahlkampfthema schon gefunden. Sie wird sich bem\u00fchen, vor allem mit ihrer Ablehnung der EU bei der Nachwahl W\u00e4hler anzuziehen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Bei der Volksabstimmung \u00fcber den <a data-rtr-index=\"29\" title=\"Brexit\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/brexit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brexit<\/a> vor einem Jahrzehnt votierten zwei Drittel derer, die sich beteiligten, in jenem Wahlkreis f\u00fcr den EU-Austritt. Und auch die Ergebnisse der j\u00fcngsten Kommunalwahl, deren miserable landesweite Resultate Starmer in die Labour-F\u00fchrungskrise st\u00fcrzten, bieten Burnham zun\u00e4chst wenig Grund zum Optimismus: Reform UK erreichte etwa die H\u00e4lfte der abgegebenen Stimmen, Labour kam noch auf 27 Prozent.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Und auch wenn Burnham das Thema EU in seinem Wahlkampf um den Wahlkreis zun\u00e4chst lieber nicht ansprechen will, wird es in Makerfield doch in einer Stellvertreter-Debatte eine zentrale Rolle spielen. Das Wahlresultat wird dar\u00fcber Auskunft geben, ob der Brexit nach zehn Jahren in den von Abstiegsangst umfassten nordenglischen Industrie-Revieren noch als positiver Schritt gesehen wird.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">\u00c4hnlich schwierig sind f\u00fcr Burnham andere au\u00dfenpolitische Fragen, etwa die britische Haltung zu Israel und Pal\u00e4stina. Viele Angeh\u00f6rige der muslimischen Minderheit hatten Labour deswegen den R\u00fccken gekehrt und bei den j\u00fcngsten Kommunalwahlen die Gr\u00fcnen gew\u00e4hlt \u2013 in der Region Makerfield erreichten sie rund zehn Prozent der Stimmen. Auch diese W\u00e4hler, die fr\u00fcher fest im Labour-Lager standen, muss Burnham nun zu sich zur\u00fcckholen.<\/p>\n<p>Polarisierung auf den Stra\u00dfen Londons<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Wie stark gesellschafts- und au\u00dfenpolitische Fragen in Gro\u00dfbritannien polarisieren und auf die Stra\u00dfe treiben, zeigte sich unterdessen am Wochenende in London. Die Polizei hatte sich dort um zwei angemeldete Gro\u00dfdemonstrationen zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Zum einen hatten Unterst\u00fctzer Pal\u00e4stinas zu einem Marsch anl\u00e4sslich des \u201eNakba\u201c-Gedenkens aufgerufen, das die Vertreibung von Pal\u00e4stinensern im israelischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg thematisiert. Au\u00dferdem hatte der Rechtsextremist Tommy Robinson zu einem zeitgleichen Protestzug unter dem Motto \u201eVereint das K\u00f6nigreich\u201c aufgerufen. Die Polizei war mit 4000 Sicherheitskr\u00e4ften im Einsatz, um \u00dcbergriffe zwischen beiden Demonstrationen zu verhindern; ein f\u00fcr die Londoner Polizei in j\u00fcngsten Jahrzehnten beispielloser Aufwand. Es gab insgesamt mehr als 40 Festnahmen bei beiden Protestz\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nach Sch\u00e4tzungen der Polizei ergab sich anschlie\u00dfend, dass Robinsons Aufruf nur noch halb so viele Anh\u00e4nger mobilisierte wie im vergangenen September. Damals hatte eine \u00e4hnliche Demonstration rund 150.000 Teilnehmer, w\u00e4hrend einer Kundgebung lie\u00df sich unter anderen Elon Musk, ein Unterst\u00fctzer Robinsons, zu einem Video-Auftritt zuschalten.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-e6712ff7=\"\" data-v-308ce35d=\"\">Nun hatten die britischen Beh\u00f6rden schon vor dem Wochenende einigen internationalen Extremisten, die auf Robinsons Kundgebung sprechen wollten, die Einreise nach Gro\u00dfbritannien verweigert. Zu ihnen z\u00e4hlten die amerikanische Anti-Islam-Aktivistin Valentina Gomez, der polnische Europaabgeordnete Dominik Tarczy\u0144ski und der Kanadier Ezra Levant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die F\u00fchrungskrise der Labour-Partei wird die britische Regierung voraussichtlich bis weit in den Sommer hinein l\u00e4hmen \u2013 und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1026031,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-1026030","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europaeische-union","13":"tag-europe","14":"tag-european-union","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116590498773716524","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1026030"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026030\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1026031"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1026030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1026030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1026030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}