{"id":1026291,"date":"2026-05-17T17:21:19","date_gmt":"2026-05-17T17:21:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026291\/"},"modified":"2026-05-17T17:21:19","modified_gmt":"2026-05-17T17:21:19","slug":"a3kultur-position-warum-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026291\/","title":{"rendered":"a3kultur Position | Warum Musik?"},"content":{"rendered":"<p>Mehr als die H\u00e4lfte der Menschen in unserer Kulturregion leben nicht in einer Gro\u00dfstadt. Wer sorgt f\u00fcr die kulturelle Basisversorgung vor Ort. Die a3kultur-Redaktion stellt einige dieser Programmmacher*innen vor.\u00a0<br \/>Ein Gastbeitrag von Matthias Hain. Er ist f\u00fcr den Bezirk Schwaben unter anderem f\u00fcr die Kammerkonzertreihe auf Schloss H\u00f6chst\u00e4dt. verantwortlich.<\/p>\n<p>Vor vielen Jahren \u00fcberraschte mich der Pfarrer im Gottesdienst am vierten Sonntag nach Ostern, \u00bbCantate\u00ab, mit der zu Beginn seiner Predigt gestellten Frage: Warum singen wir eigentlich? Vor allem in Zeiten wie diesen, wo uns doch oft schon die Worte fehlen. Vielleicht unbeabsichtigt stellte der Pfarrer damit auch die generelle Frage: Warum musizieren wir \u00fcberhaupt? Warum versuchen wir, m\u00f6glichst vielen Menschen den Zugang zum Wahren, Sch\u00f6nen und Guten zu erm\u00f6glichen? Oder noch allgemeiner: Warum setzen wir uns eigentlich den \u00e4sthetischen Erfahrungen aus, die die Kunst bietet? Die Antwort ist so einfach wie subversiv: Weil alle Kunst ein immerw\u00e4hrendes \u00bbUnd doch!\u00ab ist. Weil die Begegnung mit ihr die Sinne sch\u00e4rft f\u00fcr die Widerspr\u00fcchlichkeit des Lebens und sie eine Ahnung vermittelt von dem, was sein k\u00f6nnte. Weil sie \u00fcber gehobene Unterhaltung weit hinausgeht. Weil sie Fragen stellt \u2013 und gleichzeitig L\u00f6sungen anbietet. Damit ist sie, erst recht in Zeiten wie diesen, die soziale Kraft schlechthin, der Kitt der Gesellschaft, der Garant f\u00fcr Werteerhalt und Wachsamkeit. Ihr Zauber bringt Menschen dazu, sich f\u00fcr die Dauer eines Konzertes, einer Opernauff\u00fchrung oder eines Museumsbesuchs nicht mehr mit sich selbst zu befassen und gleichzeitig doch ganz bei sich zu sein. Genau darin liegt ihre geradezu revolution\u00e4re Kraft: Nichts ist heutzutage subversiver, als einige Stunden lang f\u00fcr andere nicht erreichbar zu sein. \u00bbQuality Time\u00ab nennt man das wohl auf Neudeutsch.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Bayerischen Bezirke m\u00fcssen all dies gef\u00fchlt haben, als sie in der Bezirksordnung unter Artikel 48 auch die Sorge um das \u00bbkulturelle Wohl ihrer Einwohnerinnen und Einwohner\u00ab als eine der Aufgaben der Bezirke formulierten. In Artikel 4 der Bezirksordnung ist zudem die Rede davon, dass den Bezirken die Erf\u00fcllung jener \u00f6ffentlichen Aufgaben obliegt, die das Leistungsverm\u00f6gen der Kreise und Kommunen \u00fcbersteigen. Setzt man diese Vorgaben zueinander in Beziehung, ergibt sich daraus ein unmissverst\u00e4ndlicher Kulturauftrag: Geht hinaus \u00bbin die Fl\u00e4che\u00ab und versorgt die Region mit Kultur!<\/p>\n<p>Genau dies tut der Bezirk Schwaben unter anderem mit seiner Kammerkonzertreihe auf Schloss H\u00f6chst\u00e4dt. Dort bietet der Rittersaal den intimen Rahmen, um ganz nah an der Musik zu sein. Unser Anspruch ist, einem Publikum abseits der Gro\u00dfstadt ein Programm \u00bbwie in einer Metropole\u00ab zu bieten. Dabei stehen die Seriosit\u00e4t und Authentizit\u00e4t der Musikerinnen und Musiker absolut im Vordergrund. Sogenannte \u00bbgro\u00dfe Namen\u00ab d\u00fcrfen zwar gern sein \u2013 in der Vergangenheit waren beispielsweise das Mandelring Quartett, der Pianist Lukas Sternath oder das Guadagnini Trio zu Gast \u2013, aber das Entscheidende bleibt stets die dramaturgische Wahrhaftigkeit und das k\u00fcnstlerische Niveau. Denn nur weil Konzerte abseits der Metropolen stattfinden, m\u00fcssen sie noch lange nicht provinziell sein. Im Gegenteil: Gerade an Orten ohne die all\u00adabendliche Auswahl an mehreren Veranstaltungen wie in der Gro\u00dfstadt sollte man das Publikum besonders ernst nehmen. Wir vertrauen darauf, dass die Musikenthusiastinnen und -enthusiasten, die den Weg nach Schloss H\u00f6chst\u00e4dt auf sich nehmen, zuh\u00f6ren wollen. Der Anspruch des Publikums an uns spiegelt sich in dem Anspruch wider, den wir an das Publikum stellen. So bem\u00fchen wir uns einerseits, jedes Konzert zu einer Begegnung mit den epochalen (und beliebten) Werken der klassischen Kammermusik zu machen. Andererseits ermutigen wir die K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler, auch Unbekanntes, Ausgefallenes, Abseitiges \u2013 also buchst\u00e4blich Unerh\u00f6rtes \u2013 aufs Programm zu nehmen und auf die Neugier unseres Publikums zu vertrauen. Gerade das scheinbar Vertraute wirkt im Spiegel des Unvertrauten pl\u00f6tzlich frisch und neu, spannend und anregend.<\/p>\n<p>\u00bbGemeinsam mit dir\u00ab lautet das Motto des Bezirks Schwaben. Die Menschen in unserer Region sind Anlass und Ziel all unseres Tuns. Auch eine Begegnung mit den gro\u00dfen Werken der Kunst \u2013 in diesem Falle: der Musik \u2013 kann Menschen nachhaltig ver\u00e4ndern. Wenn \u2013 wie k\u00fcrzlich in einer Rezension zu lesen war \u2013 eine Besucherin nach dem Konzert schw\u00e4rmt: \u00bbIch h\u00f6rte nicht Kunst, ich war Kunst\u00ab, dann haben wir unser Ziel erreicht.<\/p>\n<p><strong>Klassiktermine im Schloss H\u00f6chst\u00e4dt<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fagotte, die sprechen:<\/strong> Konzert mit den Fagotti Parlandi Samstag, 23. Mai (19 Uhr)<br \/><strong>Bona goes Pop:<\/strong> Konzert des St. Bonaventura Gymnasiums Dillingen Dienstag, 16. Juni (19 Uhr)\u00a0<br \/><strong>Von Renaissance bis Bernstein:<\/strong> OpenAir mit dem Ensemble Classique Samstag, 27. Juni (19 Uhr)\u00a0<br \/><strong>Verborgene Sch\u00e4tze:<\/strong> Julia Rinderle mit Werken von Komponistinnen Samstag, 17. Oktober (19 Uhr)\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr als die H\u00e4lfte der Menschen in unserer Kulturregion leben nicht in einer Gro\u00dfstadt. 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