{"id":1026540,"date":"2026-05-17T19:46:15","date_gmt":"2026-05-17T19:46:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026540\/"},"modified":"2026-05-17T19:46:15","modified_gmt":"2026-05-17T19:46:15","slug":"museum-st-wendel-zeigt-2026-modezeichnungen-von-mia-muenster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026540\/","title":{"rendered":"Museum St. Wendel zeigt 2026\u00a0Modezeichnungen von Mia M\u00fcnster"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Mode, Kunst und Design der Zwanziger-Jahre sind stilpr\u00e4gend. Frauen befreiten sich aus vielen Zw\u00e4ngen. Auch aus den engen Korsagen. Sie k\u00fcrzten nicht nur ihre R\u00f6cke, sondern auch ihre Haare, trugen den K\u00f6rper umschmeichelnde Kleider. Frauen schl\u00fcpften in Hosen und rauchten mit der Zigarettenspitze \u2013 sie hatten viel zu sagen und waren jetzt \u00f6fter auch berufst\u00e4tig. Die Emanzipation der Frau \u2013 sie nahm gewaltig Fahrt auf in den \u201eWilden Zwanzigern\u201c. Auch die St. Wendeler K\u00fcnstlerin Mia M\u00fcnster war ein Teil davon. Ihre Modezeichnungen aus ihrer fr\u00fchen Schaffensphase zeigt derzeit das <a href=\"https:\/\/www.saarbruecker-zeitung.de\/saarland\/st-wendel\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Museum St. Wendel<\/a> im Mia-M\u00fcnster-Haus im Dialog mit Schaufensterpuppen aus einer Mannheimer Sammlung in einer Sonderschau mit dem Titel \u201eKunst &amp; Kommerz \u2013 Mode im Zeitgeist von 1925-1935.\u201c Zentral platziert im Raum: eine Litfa\u00dfs\u00e4ule und ein Schaufenster. Werbung und Kommerz. Au\u00dferdem St. Wendeler Stadtansichten, Werbefilme und Plakate aus den 1920er- und 1930er-Jahren.<\/p>\n<p>Wie Mode die 20er-Jahre pr\u00e4gt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bei der Vernissage am 10. Mai begr\u00fc\u00dfte St. Wendels B\u00fcrgermeister Peter Kl\u00e4r auch als Vorstand der Stiftung Walter Bruch die G\u00e4ste im voll besetzten Saal. Die Ausstellung entf\u00fchrt in das Berlin der 1920er- und 1930er-Jahre und l\u00e4sst die Mode- und Reklamezeichnungen M\u00fcnsters in Dialog mit historischen Schaufensterfiguren aus der Sammlung des Kurators Wolfgang Knapp treten, erl\u00e4uterte er. Und l\u00e4sst nicht unerw\u00e4hnt, dass die Exposition, die auch St.Wendeler Gesch\u00e4ftsinhaber in den Fokus nehme, nur durch die Leihgaben Eva Maria Pfeifers, Nichte und Nachlassverwalterin der 1970 verstorbenen Mia M\u00fcnster, sowie von Kurator Knapp, und durch viele G\u00f6nner m\u00f6glich gewesen sei. <\/p>\n<p>Neue Sachlichkeit bringt soziale Fragen in die Kunst      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Als Nachlassverwalterin Mia M\u00fcnsters und Leihgeberin vieler Exponate aus dieser f\u00fcr die K\u00fcnstlerin so wichtigen Phase zeigt sich Eva Maria Pfeifer von der Ausstellung begeistert und macht allen Akteuren ein gro\u00dfes Kompliment, indem sie konstatiert: \u201eIch bin der festen \u00dcberzeugung, dass Mia M\u00fcnster ihre Freude daran gehabt h\u00e4tte.\u201c J\u00f6rg S\u00e4mann vom Bildungsministerium nahm kulturhistorisch Bezug auf die 20er-Jahre, die nur bedingt \u201egolden\u201c gewesen seien trotz Aufbruchstimmung und Innovation, etwa durch das Bauhaus. Denn auch der Nationalsozialismus ist in dieser Zeit stark und gro\u00df geworden. In der Kunst habe die Neue Sachlichkeit die sozialen Gegens\u00e4tze und die Kriegstraumata des Ersten Weltkrieges offengelegt und wirtschaftlich sei man zum Konsum zur\u00fcckgekehrt, was auch die Werbung beeinflusst habe: \u201eMarken wie Persil, Tempo oder Nivea, die wir heute noch kennen, kamen auf den Markt und die junge Mia M\u00fcnster war als Gebrauchsgrafikerin verschiedener Magazine mittendrin\u201c, f\u00fchrt S\u00e4mann aus. Bei der Er\u00f6ffnung ging es auch musikalisch in diese Zeit zur\u00fcck, und zwar mit Harald Bleimehl (Klavier) und Katharina Becker (Gesang), die mit \u201eIch bin von Kopf bis Fu\u00df auf Liebe eingestellt\u201c, einer Komposition Friedrich Hollaenders f\u00fcr den Film \u201eDer blaue Engel\u201c, sowie sp\u00e4ter mit \u201eDie Kleptomanin\u201c vom selben Komponisten.<\/p>\n<p>Mia M\u00fcnster, eine Frau der 20er-Jahre      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Mehr als ein Jahr lang habe man am Ausstellungskonzept gearbeitet, erl\u00e4utert Museumsleiterin Friederike Steitz. Die Schau zeige, wie angewandte Kunst sich mit kommerziellen Zwecken verzahnt. Steitz berichtet, wie sie zun\u00e4chst Kontakt zu Wolfgang Knapp, einem Sammler historischer Schaufensterfiguren und obendrein Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker, aufgenommen und diesen nicht nur als Leihgeber, sondern auch als Kurator habe gewinnen k\u00f6nnen. Im Laufe der Zusammenarbeit h\u00e4tten sich Parallelen zwischen Mia M\u00fcnster und Knapps Mannequins herauskristallisiert, f\u00fchrt die Museumsleiterin aus, die auch auf die Biografie der ber\u00fchmten St. Wendelerin eingeht. Mia M\u00fcnster verk\u00f6rpere den Typus der modernen Frau der 1920er-Jahre.<\/p>\n<p>Gepr\u00e4gt durch ihre Ausbildung in Berlin      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">In der Kunst- und Kunstgewerbeschule Reimann in Berlin habe M\u00fcnster das Schaufenster als k\u00fcnstlerische Inszenierung kennengelernt. Friederike Steitz betont, dass die K\u00fcnstlerin, die sich nach ihrer R\u00fcckkehr nach St. Wendel mit Illustrationen f\u00fcr die Saarbr\u00fccker Zeitung ihren Lebensunterhalt verdiente, nicht nur Heimatmalerin gewesen sei, sondern auch Teil der pulsierenden Berliner Kulturszene der 1920er-Jahre. Kurator Wolfgang Knapp freute sich, dass seine eigenen Sammelobjekte so effektvoll in Szene gesetzt wurden. In den Werbe- und Reklamezeichnungen Mia M\u00fcnsters in ihrer fr\u00fchen Schaffensphase lebe der Zeitgeist der Goldenen Zwanziger-Jahre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mode, Kunst und Design der Zwanziger-Jahre sind stilpr\u00e4gend. Frauen befreiten sich aus vielen Zw\u00e4ngen. 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