{"id":1026775,"date":"2026-05-17T22:07:33","date_gmt":"2026-05-17T22:07:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026775\/"},"modified":"2026-05-17T22:07:33","modified_gmt":"2026-05-17T22:07:33","slug":"das-blv-de-wochenzeitung-fuer-blumenthal-lesum-vegesack-ritterhude-und-schwanewede-nachrichten-aus-der-region-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1026775\/","title":{"rendered":"Das-BLV.de Wochenzeitung f\u00fcr Blumenthal, Lesum, Vegesack, Ritterhude und Schwanewede &#8211; Nachrichten &#8211; Aus der Region"},"content":{"rendered":"<p>Industrieh\u00e4fen \u2013 (nik) Weil die Tagesordnung sehr auf die Zukunft des Bremer Stahlwerks bezogen war, fand die Sitzung des Ausschusses mit dem sperrigen Namen \u201eAusschuss zur Begleitung und parlamentarischen Kontrolle der Umsetzung der Empfehlungen der Enquetekommission Klimaschutzstrategie f\u00fcr das Land Bremen\u201c vor Ort im Verwaltungsgeb\u00e4ude der H\u00fctte statt. In seinen einleitenden Worten gab Rainer B\u00f6se, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Bremer ArcelorMittal-Standorts, eine Einsch\u00e4tzung zur aktuellen Perspektive ab.<\/p>\n<p>Die deutsche Industrie sei in einer speziellen Situation, au\u00dferhalb Europas g\u00e4be es gro\u00dfe \u00dcberkapazit\u00e4ten. Mit den gegenw\u00e4rtigen Energiekosten sei man nicht wettbewerbsf\u00e4hig.\u00a0 Man m\u00fcsse in einem Markt operieren, in dem nicht alle diese Kosten h\u00e4tten. Das schr\u00e4nke die Investitionsbereitschaft ein.<\/p>\n<p>CO2-reduzierter Stahl brauche eine verl\u00e4ssliche Nachfrage. Die Entwicklung sei hier falsch eingesch\u00e4tzt worden und wesentlich flacher verlaufen, mit dynamischem Wachstum sei kaum zu rechnen. Es tr\u00e4fen Ambitionen auf Realit\u00e4ten, w\u00e4hrend de facto l\u00e4ngst eine Deindustrialisierung im Gang sei. Ein symboltaugliches Beispiel sei das Alfred-Wegener-Institut mit seiner \u201ePolarstern 2\u201c. Da habe es keinerlei Vorgabe f\u00fcr die Nutzung europ\u00e4ischen oder CO2-reduzierten Stahls gegeben. Vergaberechtlich sei der wesentliche Punkt immer der Preis. Es m\u00fcsse aber klar sein, \u201edass es am Ende eine Zahlungsbereitschaft braucht.\u201c<\/p>\n<p>Er \u00e4u\u00dferte vier W\u00fcnsche an die Politik. So m\u00fcssten Schlupfl\u00f6cher geschlossen werden, die aktuell ein sogenanntes \u201eResource Shuffling\u201c \u00fcber Drittl\u00e4nder erm\u00f6glichen. Exportrabatte k\u00f6nnten helfen, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zu sichern. Zudem m\u00fcsse es einen Industriestrompreis geben, \u201ein Richtung f\u00fcnf Cent pro Kilowattstunde\u201c. Das ETS-System des europ\u00e4ischen Emissionshandels geh\u00f6re reformiert. Damit meine er keinen Systembruch, sondern: \u201eZeit gewinnen f\u00fcr die Transformation, ohne dabei die Klimaziele und die Industrie zu gef\u00e4hrden.\u201c<\/p>\n<p>Er f\u00fchrte zudem einige bereits get\u00e4tigte und geplante Investitionen an: F\u00fcr ein neues Hochofengebl\u00e4se habe man etwa 12,6 Millionen Euro verwandt, zudem 5,9 Millionen f\u00fcr \u201eThermoboxen\u201c im Warmwalzwerk, mit denen man\u00a0gro\u00dfe Mengen Erdgas einsparen k\u00f6nne. Zudem wurde k\u00fcrzlich ein Batteriespeicher-Projekt angek\u00fcndigt und man plane einen Onshore-Windpark mit 72 Megawatt Leistung.\u00a0\u201eWenn Sie uns einen Fahrplan geben f\u00fcr die politischen Rahmenbedingungen, bekommen Sie von uns einen Fahrplan f\u00fcr die Transformation\u201c, brachte er abschlie\u00dfend die Sicht des Konzerns auf den Punkt.<\/p>\n<p>Dr. Felix Matthes ist der Vorsitzende des nationalen Wasserstoffrats. Sein Vortrag nahm Bezug auf einige der zuvor aufgeworfenen Fragen. Makro\u00f6konomisch f\u00e4nden gro\u00dfe Umbr\u00fcche statt, dabei gehe es nicht nur um China, auch die USA und die T\u00fcrkei seien wichtige Faktoren. \u201eWir werden einen Teil der Industrie verlieren\u201c, konzedierte er. Er erwartet ebenfalls eine ETS-Reform und prognostizierte, dass 2030 die 100-Euro-Grenze bei den Emissionszertifikaten erreicht werde, die heute bei 77 Euro pro Tonne CO2 liegen. Beim Preis f\u00fcr gr\u00fcnen Wasserstoff best\u00fcnden gute Chancen, von derzeit sieben bis neun Euro pro Kilogramm in einen Drei-Euro-Bereich zu gelangen. Politische Aufgabe sei, bis dahin die L\u00fccke zu \u00fcberbr\u00fccken. Entscheidend f\u00fcr den Bremer Standort sei in der Tat die Strompreisfrage. Er sprach sich f\u00fcr ein \u201eKleeblatt\u201c an Ma\u00dfnahmen aus, das sich aus Handelspolitik, ETS-Reform, Industriestrompreis und Nachfragepolitik zusammensetzen solle. Die Frage: \u201eWann macht man die Investitionen\u201c m\u00fcsse man umdrehen: \u201eWann schlie\u00dft sich das Zeitfenster?\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Industrieh\u00e4fen \u2013 (nik) Weil die Tagesordnung sehr auf die Zukunft des Bremer Stahlwerks bezogen war, fand die Sitzung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1026776,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1824],"tags":[36035,220341,220340,2420,7187,3364,3585,29,220348,220342,220347,220345,30326,30,54,54835,160525,36934,1111,220343,18306,53931,64,51985,220346,41344,220344,36067],"class_list":["post-1026775","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bremen","tag-alfred-wegener-institut","tag-arcelormittal-standorts","tag-batteriespeicher-projekt","tag-bremen","tag-bremer","tag-de","tag-deindustrialisierung","tag-deutschland","tag-drei-euro-bereich","tag-emissionszertifikaten","tag-enquetekommission","tag-ets-reform","tag-europaeischen","tag-germany","tag-industrie","tag-industriestrompreis","tag-investitionsbereitschaft","tag-klimaschutzstrategie","tag-millionen","tag-muesse","tag-parlamentarischen","tag-rahmenbedingungen","tag-usa","tag-verwaltungsgebaeude","tag-wettbewerbsfaehig","tag-wettbewerbsfaehigkeit","tag-zahlungsbereitschaft","tag-zudem"],"share_on_mastodon":{"url":"","error":"Validation failed: Text character limit of 500 exceeded"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1026775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1026775\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1026776"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1026775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1026775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1026775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}