{"id":1027298,"date":"2026-05-18T03:34:28","date_gmt":"2026-05-18T03:34:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1027298\/"},"modified":"2026-05-18T03:34:28","modified_gmt":"2026-05-18T03:34:28","slug":"niederlande-planen-tiertransport-verbot-ab-30-grad-ab-2027","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1027298\/","title":{"rendered":"Niederlande planen Tiertransport-Verbot ab 30 Grad ab 2027"},"content":{"rendered":"<p>Die Niederlande wollen Tiertransporte bei hohen Au\u00dfentemperaturen deutlich st\u00e4rker einschr\u00e4nken. Nach Angaben des Branchenverbands Vee&amp;Logistiek Nederland (VLN) soll ab 2027 ein Transportverbot f\u00fcr Nutztiere ab 30 Grad Celsius gelten.<\/p>\n<p>Betroffen w\u00e4ren vor allem Transporte in den Sommermonaten. Fahrten m\u00fcssten dann verst\u00e4rkt in die fr\u00fchen Morgenstunden oder in die Nacht verlegt werden.<\/p>\n<p>Genau darin sieht die Branche erhebliche praktische Probleme. VLN kritisiert, dass die niederl\u00e4ndische Lebensmittel- und Warenaufsicht NVWA ihre Mitarbeiter nicht verpflichtend zu Randzeiten einsetzen k\u00f6nne. Dadurch k\u00f6nnten Transporte teilweise nicht abgefertigt oder kontrolliert werden.<\/p>\n<p>VLN-Pr\u00e4sidentin Helma Lodders spricht deshalb von einem \u201eungleichen Wettbewerb\u201c innerhalb Europas. W\u00e4hrend in Br\u00fcssel noch \u00fcber neue EU-Regeln verhandelt werde, schaffe Den Haag bereits nationale Versch\u00e4rfungen.<\/p>\n<p>30-Grad-Grenze gilt bereits heute<\/p>\n<p>Neu ist die Temperaturgrenze allerdings nicht. Bereits die geltende EU-Verordnung 1\/2005 schreibt vor, dass die Temperatur im Transportmittel 30 Grad nicht \u00fcberschreiten darf.<\/p>\n<p>Deutschland hatte die Vorschriften bereits 2019 versch\u00e4rft. Das damalige Bundeslandwirtschaftsministerium k\u00fcndigte an, Temperatur\u00fcberschreitungen k\u00fcnftig als Ordnungswidrigkeit zu ahnden. Unternehmen drohen seitdem Bu\u00dfgelder, wenn Tiere bei zu hohen Temperaturen transportiert werden.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser war eine Auswertung deutscher Tiertransporte \u00fcber die bulgarisch-t\u00fcrkische Grenze. Nach Angaben des Ministeriums wurden 184 von insgesamt 210 kontrollierten Transporten bei Temperaturen von \u00fcber 30 Grad durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die damalige Bundesagrarministerin Julia Kl\u00f6ckner erkl\u00e4rte damals:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eWenn es bei den Tieren im Transporter \u00fcber 30 Grad hei\u00df ist, ist der Transport untersagt.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Eine bundeseinheitliche Bu\u00dfgeldh\u00f6he gibt es allerdings nicht. Die Sanktionen werden von den zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden der L\u00e4nder festgelegt.<\/p>\n<p>Sehr lange Transportzeiten weiterhin erlaubt<\/p>\n<p>Gleichzeitig erlaubt die aktuelle<strong> EU-Verordnung weiterhin sehr lange Tiertransporte<\/strong> \u2013 abh\u00e4ngig von Tierart und Fahrzeugausstattung.<\/p>\n<ul>\n<li>Schweine d\u00fcrfen derzeit bis zu 24 Stunden transportiert werden, sofern dauerhaft Zugang zu Trinkwasser besteht.<\/li>\n<li>Pferde d\u00fcrfen ebenfalls bis zu 24 Stunden unterwegs sein, wenn sie sp\u00e4testens alle acht Stunden getr\u00e4nkt werden.<\/li>\n<li>F\u00fcr Rinder, Schafe und Ziegen gelten zun\u00e4chst 14 Stunden Transportzeit, anschlie\u00dfend eine Stunde Ruhepause und danach weitere 14 Stunden Fahrt.<\/li>\n<li>Nicht entw\u00f6hnte Jungtiere d\u00fcrfen neun Stunden transportiert werden, gefolgt von einer Stunde Pause und weiteren neun Stunden Fahrt.<\/li>\n<li>Gefl\u00fcgel darf je nach Tierart bis zu zw\u00f6lf beziehungsweise 24 Stunden transportiert werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Besonders umstritten ist<\/strong> dabei eine Regelung: Werden Tiere an Kontrollstellen entladen, versorgt und erhalten eine 24-st\u00fcndige Ruhezeit, k\u00f6nnen die Transporte anschlie\u00dfend erneut beginnen. Dadurch sind <strong>Langstreckentransporte \u00fcber mehrere Tage hinweg m\u00f6glich<\/strong>.<\/p>\n<p>EU plant weitere Versch\u00e4rfungen<\/p>\n<p>Die EU-Kommission arbeitet deshalb seit mehreren Jahren an einer Reform der Tiertransportregeln. Diskutiert werden unter anderem <strong>strengere Temperaturgrenzen, k\u00fcrzere Transportzeiten, digitale Temperatur\u00fcberwachung sowie sch\u00e4rfere Regeln f\u00fcr Jungtiere.<\/strong><\/p>\n<p>Auch <strong>Transporte in Drittstaaten<\/strong> stehen zunehmend in der Kritik. Vor allem Tiertransporte per Schiff gelten als problematisch, weil Kontrollen au\u00dferhalb der EU kaum m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Tierschutzorganisationen fordern deshalb seit Jahren deutlich strengere Vorgaben oder ein grunds\u00e4tzliches Verbot langer Lebendtiertransporte.<\/p>\n<p>Branche verweist auf bestehende Hitzeschutzma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>Die Transportbranche h\u00e4lt zus\u00e4tzliche nationale Versch\u00e4rfungen dagegen f\u00fcr \u00fcberzogen. Nach Angaben von VLN gilt in den Niederlanden bereits seit 2016 ein eigenes Hitzeschutzprotokoll.<\/p>\n<p><strong>Ab 27 Grad w\u00fcrden weniger Tiere verladen und zus\u00e4tzliche Kontrollen<\/strong> durchgef\u00fchrt. Laut vorl\u00e4ufigen Zahlen seien bei 135 Kontrollen im Jahr 2025 keine F\u00e4lle von Hitzestress festgestellt worden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Transport- und Agrarlogistik k\u00f6nnten strengere Regeln dennoch erhebliche Folgen haben. Transporte m\u00fcssten verst\u00e4rkt nachts stattfinden, gleichzeitig steigen Aufwand und Kosten f\u00fcr Planung, K\u00fchlung, Dokumentation und Kontrollen.<\/p>\n<p>Besonders betroffen w\u00e4ren grenz\u00fcberschreitende Tiertransporte innerhalb Europas sowie Exporte in Nicht-EU-Staaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Niederlande wollen Tiertransporte bei hohen Au\u00dfentemperaturen deutlich st\u00e4rker einschr\u00e4nken. 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