{"id":1027324,"date":"2026-05-18T03:53:20","date_gmt":"2026-05-18T03:53:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1027324\/"},"modified":"2026-05-18T03:53:20","modified_gmt":"2026-05-18T03:53:20","slug":"japaner-essen-immer-weniger-reis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1027324\/","title":{"rendered":"Japaner essen immer weniger Reis"},"content":{"rendered":"<p>Japans Reisverbrauch pro Kopf ist im Gesch\u00e4ftsjahr 2025 um 6,1 Prozent auf durchschnittlich 4.435 Gramm pro Monat gefallen. Als Grund werden schlechte Ernten, Lieferengp\u00e4sse und stark gestiegene Preise angesehen, die viele Verbraucher dazu gebracht haben, auf Nudeln, Brot und Pasta auszuweichen.<\/p>\n<p>Der Wert markiert den niedrigsten Stand seit dem Gesch\u00e4ftsjahr 2018, als der monatliche Durchschnitt bei 4.426 Gramm lag. Gegen\u00fcber dem Gesch\u00e4ftsjahr 2024 sank der Verbrauch um 287 Gramm pro Person. Nach Angaben der Rice Stable Supply Support Organization entspricht das etwa 4,4 Schalen. Besonders deutlich fiel der R\u00fcckgang in normalen Haushalten aus, die rund 66 Prozent aller erfassten Haushalte ausmachten. Dort sank der monatliche Verbrauch um 8,2 Prozent auf 2.929 Gramm.<\/p>\n<p>Schlechte Ernten haben die Reispreise in Japan stark steigen lassen<\/p>\n<p>Die Preisentwicklung begann im Sommer 2024, nachdem durch extreme Hitze die Reisernte des Vorjahres deutlich gesunken war. Das japanische Landwirtschaftsministerium hatte damals erkl\u00e4rt, dass hohe Temperaturen in mehreren wichtigen Anbaugebieten sowohl die Menge als auch die Qualit\u00e4t des geernteten Reises belastet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>In vielen Regionen Japans kam es zu Lieferengp\u00e4ssen und Superm\u00e4rkte verkauften zeitweise nur begrenzte Mengen oder meldeten leere Regale. Der Durchschnittspreis f\u00fcr f\u00fcnf Kilogramm Reis stieg nach Branchenangaben von rund 2.000 Yen (ca. 11 Euro) auf mehr als 4.000 Yen (ca. 23 Euro). Reis geh\u00f6rte zeitweise zu den Lebensmitteln mit den st\u00e4rksten Preissteigerungen in Japan. Viele Verbraucher wechselten deshalb auf g\u00fcnstigere Alternativen oder reduzierten ihren Konsum.<\/p>\n<p>Die japanische Regierung begann Anfang 2025 damit, Teile <a href=\"https:\/\/sumikai.com\/nachrichten-aus-japan\/japan-gibt-210-000-seiner-reisreserven-frei-352013\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">der staatlichen Reisreserven freizugeben<\/a>, um die Versorgung zu stabilisieren. Japan h\u00e4lt solche Reserven normalerweise f\u00fcr Naturkatastrophen oder schwere Ernteausf\u00e4lle vor.<\/p>\n<p>Langfristiger R\u00fcckgang ver\u00e4ndert den Markt<\/p>\n<p>Die aktuellen Zahlen gelten nicht als kurzfristige Ausnahme. Der Reiskonsum in Japan sinkt seit Jahrzehnten. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind ver\u00e4nderte Essgewohnheiten, kleinere Haushalte und ein h\u00f6herer Konsum <a href=\"https:\/\/sumikai.com\/nachrichten-aus-japan\/nudeln-sind-die-gewinner-der-japanischen-reiskrise-358023\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von Brot- und Nudelgerichten<\/a>.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums lag der j\u00e4hrliche Reisverbrauch pro Kopf in Japan in den 1960er Jahren noch deutlich h\u00f6her. Seitdem gehen die Mengen fast kontinuierlich zur\u00fcck und beschleunigten sich durch den Preisanstieg der letzten Jahre.<\/p>\n<p>Die Entwicklung trifft auch viele landwirtschaftliche Betriebe. Zahlreiche Reisbauern k\u00e4mpfen seit Jahren mit steigenden Produktionskosten, sinkender Nachfrage und fehlenden Nachfolgern. Gleichzeitig begrenzte Japan die Reisproduktion \u00fcber lange Zeit politisch, um \u00dcberproduktion und Preisverfall zu verhindern. Die Kombination aus geringeren Lagerbest\u00e4nden und schw\u00e4cherer Ernte versch\u00e4rfte die Lage zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Auch die Bev\u00f6lkerungsentwicklung beeinflusst den Markt. In Japan steigt der Anteil \u00e4lterer Menschen weiter an, w\u00e4hrend Familienhaushalte zur\u00fcckgehen. Kleinere Haushalte und Einzelpersonen kaufen und kochen im Durchschnitt weniger Reis.<\/p>\n<p>Lebensmittelbranche sucht neue Absatzwege<\/p>\n<p>Mehrere Lebensmittelunternehmen versuchen inzwischen, den stagnierenden Inlandsmarkt mit neuen Produkten auszugleichen. Dazu geh\u00f6ren tiefgek\u00fchlte Reisgerichte, Snacks und st\u00e4rker auf den Export ausgerichtete Produkte.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich profitierte der japanische Reisexport 2025 vom schwachen Yen, weil japanische Lebensmittel im Ausland g\u00fcnstiger wurden. Der Exportmarkt bleibt allerdings deutlich kleiner als der Inlandsmarkt.<\/p>\n<p>Mit der gr\u00f6\u00dferen Erntemenge im Jahr 2025 entspannte sich die Versorgungslage wieder. Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Preise weiter fallen werden, sobald die Ernte von 2026 vollst\u00e4ndig im Handel angekommen ist.<\/p>\n<p>Ein Vertreter eines Gro\u00dfh\u00e4ndlers erkl\u00e4rte jedoch, dass allein sinkende Reispreise vermutlich nicht ausreichen werden, um Verbraucher zur\u00fcckzubringen. W\u00f6rtlich sagte er: \u201eDa auch die Preise anderer Lebensmittel steigen, ist es schwer vorstellbar, dass das Interesse der Verbraucher am Kauf von Reis allein dadurch wieder zunimmt.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Japans Reisverbrauch pro Kopf ist im Gesch\u00e4ftsjahr 2025 um 6,1 Prozent auf durchschnittlich 4.435 Gramm pro Monat gefallen.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1027325,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1834],"tags":[3364,29,3688,30,1209],"class_list":{"0":"post-1027324","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-essen","8":"tag-de","9":"tag-deutschland","10":"tag-essen","11":"tag-germany","12":"tag-nordrhein-westfalen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116593558031310160","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1027324","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1027324"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1027324\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1027325"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1027324"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1027324"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1027324"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}