{"id":1028411,"date":"2026-05-18T14:36:15","date_gmt":"2026-05-18T14:36:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1028411\/"},"modified":"2026-05-18T14:36:15","modified_gmt":"2026-05-18T14:36:15","slug":"muenster-geldstrafe-fuer-krankenpfleger-nach-morphium-ueberdosis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1028411\/","title":{"rendered":"M\u00fcnster: Geldstrafe f\u00fcr Krankenpfleger nach Morphium-\u00dcberdosis"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der sterbende 91-j\u00e4hrige Patient bekam zu viel Morphium &#8211; aus Mitleid und spontan. Das Gericht verurteilte einen 28-J\u00e4hrige deshalb zu einer Geldstrafe \u2013 ein Berufsverbot erhielt er nicht.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Ein Krankenpfleger aus M\u00fcnster, der einem sterbenden Patienten mehr Morphium als vom Arzt verordnet gespritzt hatte, muss eine Geldstrafe von 6.300 Euro zahlen. Das Landgericht M\u00fcnster verurteilte den Mann zu 90 Tagess\u00e4tzen von 70 Euro. Den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwurf des versuchten Totschlags lie\u00dfen die Richter fallen und verurteilten den 28-J\u00e4hrigen unter anderem wegen fahrl\u00e4ssiger K\u00f6rperverletzung.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der 91-j\u00e4hrige Patient lag im M\u00e4rz 2023 auf der Palliativstation eines Krankenhauses in M\u00fcnster, hatte starke Schmerzen und befand sich bereits im Sterbeprozess. Der Krankenpfleger war nach eigenen Angaben alleine auf der Station und hatte versucht, einen Arzt zu rufen. Als ihm das per Telefon nicht gelungen war, hatte er die \u00e4rztlich zuvor angeordnete Dosis des Schmerzmittels Morphin auf eigene Faust auf 50 Milligramm und damit nach \u00dcberzeugung des Landgerichts deutlich \u00fcberh\u00f6ht. Der Patient war wenige Stunden sp\u00e4ter verstorben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Richter hielten dem Angeklagten zugute, dass er aus Mitleid gehandelt habe. Die Tat sei \u201eaus der Not geboren\u201c gewesen. Allerdings handele es sich dennoch um fahrl\u00e4ssige K\u00f6rperverletzung. Auch aus der Patientenverf\u00fcgung des Kranken gehe nicht hervor, dass er die letzten Stunden seines Lebens komplett sediert habe verbringen wollen. Auch die Schmerzen des Patienten seien kein Rechtfertigungsgrund f\u00fcr seine Tat.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Landgericht verurteilte den Krankenpfleger au\u00dferdem wegen Versto\u00dfes gegen das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz und Urkundenf\u00e4lschung. Zur Verschleierung seiner Tat hatte der Angeklagte das eigenh\u00e4ndig herausgegebene Morphium einem schon verstorbenen Patienten zugeschrieben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Staatsanwalt hatte in seinem Pl\u00e4doyer erkl\u00e4rt, der Angeklagte habe den Tod des Patienten direkt herbeif\u00fchren wollen. Er hatte darum eine mehrj\u00e4hrige Haftstrafe gefordert. Ob er Revision gegen das Urteil einlegt, ist noch offen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Krankenpfleger war nach Aufdeckung der Tat entlassen worden. Jetzt kann er m\u00f6glicherweise wieder in einem Krankenhaus arbeiten, das Landgericht M\u00fcnster ordnete ausdr\u00fccklich kein Berufsverbot an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der sterbende 91-j\u00e4hrige Patient bekam zu viel Morphium &#8211; aus Mitleid und spontan. 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