{"id":1028438,"date":"2026-05-18T14:53:21","date_gmt":"2026-05-18T14:53:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1028438\/"},"modified":"2026-05-18T14:53:21","modified_gmt":"2026-05-18T14:53:21","slug":"jugend-in-deutschland-unicef-studie-zum-kindeswohl-vergebene-zukunftschancen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1028438\/","title":{"rendered":"Jugend in Deutschland \u2013 Unicef-Studie zum Kindeswohl: Vergebene Zukunftschancen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img321709\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/321709.jpeg\" alt=\"Sorgenvoll blicken vor allem jene Kinder und Jugendliche in die Zukunft, die nicht aus privilegierten Familien kommen.\"\/><\/p>\n<p>Sorgenvoll blicken vor allem jene Kinder und Jugendliche in die Zukunft, die nicht aus privilegierten Familien kommen.<\/p>\n<p>Foto:  dpa\/Malte Christians<\/p>\n<p>Um das Wohlbefinden von Kindern ist es in Deutschland nicht gut bestellt. In einer <a data-id=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/presse\/-\/unicef-studie-kindeswohl-2026\/397376\" data-type=\"link\" href=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/aktuelles\/presse\/-\/unicef-studie-kindeswohl-2026\/397376\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">internationalen Vergleichsstudie unter Industriestaaten<\/a> landet Deutschland lediglich auf Platz 25 von 37 untersuchten L\u00e4ndern. Zu diesem ern\u00fcchternden Ergebnis tragen Probleme bei, die seit Jahren bekannt sind.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass hohe Einkommens- und Verm\u00f6gensungleichheit in Deutschland mit ausgepr\u00e4gter <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1196137.index-kinderrechte-in-deutschland-foederaler-flickenteppich.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kinderarmut<\/a> einhergehen. Viele Kinder wachsen unter Bedingungen auf, die ihre k\u00f6rperliche und psychische Gesundheit, ihre schulischen Leistungen und damit auch ihre Zukunftschancen erheblich beeintr\u00e4chtigen. Der Befund sei alarmierend, sagte Christian Schneider, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Unicef Deutschland.<\/p>\n<p>Wachsende Einkommenskluft<\/p>\n<p>Die Kinderarmutsquote verharrt in Deutschland bei 15 Prozent. Zugleich ist die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1199665.einwanderungsgesellschaft-arm-und-reich-leben-unter-sich.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Einkommensungleichheit<\/a> in den vergangenen 14 Jahren weiter gestiegen. Menschen im wohlhabendsten F\u00fcnftel der Bev\u00f6lkerung verf\u00fcgen zurzeit \u00fcber ein f\u00fcnfmal h\u00f6heres Einkommen als Menschen im \u00e4rmsten F\u00fcnftel. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit im Mittelfeld, die Auswirkungen auf Kinder sind jedoch erheblich.<\/p>\n<p>Mit Blick auf politische Reformen der schwarz-roten Koalition \u00e4u\u00dferte sich Anja Bensinger-Stolze, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, kritisch. Geplante K\u00fcrzungen von Sozialleistungen tr\u00e4fen benachteiligte Kinder besonders stark. Bensinger-Stolze forderte, Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien st\u00e4rker zu unterst\u00fctzen. Dies sei eine Investition in die Zukunft und ein Beitrag zur Entsch\u00e4rfung der Bildungskrise.<\/p>\n<p>Einfluss des Elternhauses auf die Bildung<\/p>\n<p>Auch im Bildungsbereich zeigt die Studie deutliche Unterschiede: Nur 60 Prozent der 15-J\u00e4hrigen erreichen die Mindestkompetenzen in Lesen und Mathematik. Deutschland liegt damit auf Platz 34 von 41 L\u00e4ndern mit vergleichbaren Daten.<\/p>\n<p>Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung, sieht darin vor allem den Einfluss des Elternhauses. W\u00e4hrend Lehrkr\u00e4ftemangel und oft schlechte Ausstattung an Schulen in wohlhabenden Familien durch private Mittel ausgeglichen werden k\u00f6nnten, h\u00e4tten andere Kinder diese M\u00f6glichkeit nicht, sagte er zu \u00bbnd\u00ab.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt zudem besonders gro\u00dfe Leistungsunterschiede zwischen Jugendlichen aus sozio\u00f6konomisch benachteiligten und privilegierten Familien: W\u00e4hrend 46 Prozent der benachteiligten Jugendlichen die grundlegenden Kompetenzen erreichen, sind es in privilegierten Familien 90 Prozent. Die Abh\u00e4ngigkeit des Bildungserfolgs von den finanziellen Ressourcen der Eltern sei weiterhin nicht aufgel\u00f6st, kritisierte Neckov. Es fehle an politischem Handlungswillen, um daran grundlegend etwas zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Vergleiche mit L\u00e4ndern wie Irland und Slowenien zeigten jedoch, dass bessere Ergebnisse auch unter weniger g\u00fcnstigen wirtschaftlichen Bedingungen m\u00f6glich seien.<\/p>\n<p>Wie Armut und Gesundheit zusammenh\u00e4ngen<\/p>\n<p>Soziale Ungleichheit wirkt sich auch auf die Gesundheit aus. W\u00e4hrend 79 Prozent der Kinder aus dem wohlhabendsten F\u00fcnftel in sehr guter k\u00f6rperlicher Verfassung sind, gilt dies nur f\u00fcr 58 Prozent der \u00e4rmsten Kinder.<\/p>\n<p>Auch beim <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1198417.bildung-mehr-psychische-probleme-bei-schuelern.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">psychischen Wohlbefinden<\/a> zeigen sich Unterschiede. In Deutschland berichten 61 Prozent der 15-J\u00e4hrigen aus einkommensschwachen Familien von hoher Lebenszufriedenheit, in wohlhabenden Familien sind es 73 Prozent. Die Studie weist darauf hin, dass Armut die mentale Gesundheit beeintr\u00e4chtigen kann.<\/p>\n<p>Welche Schl\u00fcsse ziehen?<\/p>\n<p>Der Sozialverband Deutschland bezeichnete die Zahlen als katastrophal. \u00bbNur Bildung kann den Teufelskreis der Armut durchbrechen\u00ab, erkl\u00e4rte der Verband. Zwar seien Investitionen in digitale Ausstattung ein richtiger Schritt, notwendig seien jedoch zus\u00e4tzlich mehr Lehrkr\u00e4fte, kostenfreie Nachhilfeangebote sowie eine bessere schul\u00e4rztliche, psychologische und sozialp\u00e4dagogische Versorgung.<\/p>\n<p>Auch Unicef Deutschland fordert st\u00e4rkere Ma\u00dfnahmen gegen Kinderarmut und gezielte Investitionen in benachteiligte Kinder. \u00d6ffentliche Mittel sollten dort priorisiert werden, wo die Not am gr\u00f6\u00dften sei. Alle Kinder m\u00fcssten Zugang zu gut ausgestatteten Schulen, medizinischer Versorgung und Freizeitangeboten haben.<\/p>\n<p>\u00bbDie Bek\u00e4mpfung der Kinderarmut muss politische Top-Priorit\u00e4t werden\u00ab, sagte Christian Schneider. Wer nicht in Teilhabe, Bildung und Gesundheit der j\u00fcngsten Generation investiere, gef\u00e4hrde langfristig die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sorgenvoll blicken vor allem jene Kinder und Jugendliche in die Zukunft, die nicht aus privilegierten Familien kommen. 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