{"id":1029192,"date":"2026-05-18T21:55:17","date_gmt":"2026-05-18T21:55:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1029192\/"},"modified":"2026-05-18T21:55:17","modified_gmt":"2026-05-18T21:55:17","slug":"sprache-als-musik-gelungene-eroeffnung-der-55-liesborner-museumskonzerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1029192\/","title":{"rendered":"Sprache als Musik: Gelungene Er\u00f6ffnung der 55. Liesborner Museumskonzerte"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Liesborn (mw). <\/strong>Die 55. Saison des Kammermusik-Festivals der Liesborner Museumskonzerte konnte am Freitag, 15. Mai, vom K\u00fcnstlerischen Leiter J\u00f6rg Lopper feierlich er\u00f6ffnet werden. Wie gewohnt wird auch in diesem Jahr ein buntes Programm in den altehrw\u00fcrdigen R\u00e4umen der ehemaligen Benediktinerabtei angeboten. Ein neues Format konnte bereits beim ersten Konzert pr\u00e4sentiert werden: eine Kombination von Literatur und Musik. J\u00f6rg Lopper bemerkte, dass seit f\u00fcnf Jahren Kammermusikkonzerte in dieser Form erfolgreich angeboten w\u00fcrden und nun auch in Liesborn Premiere feiern k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Programm \u201eKarneval des Gl\u00fccks\u201c am vergangenen Freitagabend bot eine besondere Mischung f\u00fcr Schauspiel und klassische Musik und erinnerte an den 2016 verstorbenen Autor, Moderator, Musikkenner und Denker Roger Willemsen. Die bekannte deutsche Schauspielerin Katja Riemann moderierte den Abend mit Franziska H\u00f6lscher an der Violine und Marianna Shirinyan am Klavier. Es gelang ihnen, das Publikum mit ihren Interpretationen und ihrem faszinierenden Zusammenwirken zu begeistern. Franziska H\u00f6lscher ist als vielseitige Musikerin und Festspielleiterin zu Gast in den gro\u00dfen Konzerth\u00e4usern Mitteleuropas. Die armenische Pianistin Marianna Shirinyan ist eine international gefragte Solistin und Kammermusikerin und lehrt derzeit als Professorin in D\u00e4nemark. Seit sechs Jahren treten die K\u00fcnstlerinnen als Trio auf.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abend wurde stark von den Texten gepr\u00e4gt und so wirkte auch die Musik als Mittel und Sprache. Katja Riemann kommentierte, wie sie ein solches Konzert von der B\u00fchne aus empfinde: \u201eIch sp\u00fcre das Publikum, wie der Humor sich entfaltet\u201c.<\/p>\n<p>Werbung<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/ANZEIGE_Hoelkemann_mw.png\" alt=\"\"   width=\"300\" height=\"250\" style=\"display: inline-block; max-width: 100%; height: auto;\"\/><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gereimte Fassung Willemsens zu dem bekannten Werk \u201eLe Carnaval des animaux\u201c \/ \u201eDer Karneval der Tiere\u201c von Camille Saint-Sa\u0451ns bildete den literarischen Mittelpunkt des Abends. Dieses St\u00fcck erklang in einer gek\u00fcrzten Bearbeitung von Jarkko Riihim\u00e4ki. Durch Programmmusik wurden mit Violine und Klavier die verschiedenen Tiere und ihre Charaktere imitiert, dazu mit den Texten humorvoll interpretiert. So erklangen eindrucksvoll Szenen wie der \u201eMarsch des L\u00f6wen\u201c, \u201eDer Elefant\u201c, \u201eDer Kuckuck\u201c, aber auch \u201ePianisten\u201c, die \u201emit falschen Noten\u201c ihr K\u00f6nnen darboten sowie der bekannte lyrische Satz \u201eDer Schwan\u201c. In einigen St\u00fccken spielte Katja Riemann mit ihrer Tenorfl\u00f6te, mit kleinem Glockenspiel und Xylophon mit und unterstrich die Szenen mit humorvoller Mimik wie beim \u201eKuckuck\u201c-Spiel. An dieser Stelle konnte Katja Riemann ihr vielf\u00e4ltiges K\u00f6nnen unter Beweis stellen, denn w\u00e4hrend ihres Studiums lernte sie Klavier, Gitarre, Blockfl\u00f6te und Schlagzeug. Franziska H\u00f6lscher interpretierte an der Violine mit Marianna Shirinyan am Fl\u00fcgel die bekannten St\u00fccke emotional und meisterhaft mit virtuosen Passagen, verschieden Techniken und Klangeffekten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das zweite St\u00fcck, \u201eDas m\u00fcde Gl\u00fcck\u201c von Roger Willemsen, wurde mit Werken von Igor Strawinsky, Fazil Say, Sergej Prokofjew, Wolfgang Amadeus Mozart, Edward Elgar und Alfred Schnittke vorgetragen. Roger Willemsen hatte das alttestamentliche Buch Hiob, das zur Weisheitsliteratur zugeordnet wird, in einer modernen Form interpretiert. In diesem biblischen Werk geht es um die Frage, warum Gott einen Menschen schuldlos leiden lasse. Bei Willemsen steht allerdings nicht die Frage des Glaubens, sondern der Umgang mit dem Ungl\u00fcck im Zentrum. Es handelt sich um eine neue Fassung \u00fcber Gl\u00fcck, Ungl\u00fcck und Hoffnung und wurde beim Konzert als eine musikalisch-literarische Reflexion pr\u00e4sentiert. In dieser Version treffen der m\u00fcrrische Herr Gottlieb und der gut gelaunte Zirkusdirektor Herr Hopp aufeinander, was das Gl\u00fcck des Zirkusdirektors ins Wanken geraten l\u00e4sst. \u00a0<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die musikalische Dramaturgie und Auswahl der Werke sorgte Katja Riemann. \u201eSo \u00f6ffnen sich T\u00fcren f\u00fcr die klassische Musik\u201c, die zur Interpretation der Literatur beitragen, bemerkte sie begeistert. Besondere Vorliebe hat sie f\u00fcr die Strawinky- und Prokofjew-Werke. So erklangen zu dem Werk \u201eDas m\u00fcde Gl\u00fcck\u201c die f\u00fcr Klavier und Violine komponierten St\u00fccke: der \u201eTango\u201c, die \u201eZircus-Polka\u201c und die \u201eSuite italienne\u201c von Igor Strawinky, ein Auszug aus der \u201eSonate f-Moll\u201c op. 80 von Sergey Prokofjew, die \u201eSonate e-Moll\u201c KV 304 von Wolfgang Amadeus Mozart, das sehr bekannte St\u00fcck \u201eSalut d\u2019amour\u201c op. 12 von Edward Elger und die \u201eSuite im alten Stil\u201c von Alfred Schnittke.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eEinige St\u00fccke konnten nur gek\u00fcrzt gespielt werden\u201c, erkl\u00e4rte die Pianistin Marianna Shirinyan. Die Texte standen an einigen Stellen im Mittelpunkt. Doch durch Musik, Gestik und Tonsprache wirkten sie besonders emotional und begeisterten das Publikum, das sich mit gro\u00dfem Applaus bedankte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 90min\u00fctige durchgehende Programm war rundum gelungen und der Saal ausverkauft. Das musikalische Theaterspiel war von einer besonderen Atmosph\u00e4re gepr\u00e4gt. So schloss Katja Riemann mit einem Lob an das Publikum: \u201eIhr seid ein gutes Publikum, nur war es nicht so einfach zu spielen, da das Publikum sehr nah war, sa\u00df uns fast auf dem Scho\u00df.\u201c \u00a0Doch mit einem Augenzwinkern f\u00fcgte sie hinzu: \u201eHumor l\u00e4sst uns \u00fcberleben\u201c.<\/p>\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Foto\/Text\/Transparenzhinweis: Dr. Elena Potthast-Borisovets im Auftrag des Kuratoriums der Abteikonzerte\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Liesborn (mw). Die 55. Saison des Kammermusik-Festivals der Liesborner Museumskonzerte konnte am Freitag, 15. 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