{"id":1029311,"date":"2026-05-18T23:05:17","date_gmt":"2026-05-18T23:05:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1029311\/"},"modified":"2026-05-18T23:05:17","modified_gmt":"2026-05-18T23:05:17","slug":"us-zolldeal-verschafft-eu-vorteil-gegenueber-china-und-indien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1029311\/","title":{"rendered":"US-Zolldeal verschafft EU Vorteil gegen\u00fcber China und Indien"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\tDer Zolldeal mit den USA hat der EU im Vergleich zu asiatischen Wettbewerbern einen Vorteil verschafft. Vor allem die Autoindustrie profitiert von einer Zollsenkung, im Maschinenbau sind die Z\u00f6lle dagegen gestiegen, zeigt eine Studie des <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Instituts der deutschen Wirtschaft<\/a> (IW).<\/p>\n<p>Die EU kam seit dem \u201eLiberation Day\u201c deutlich glimpflicher davon als China: Zwischen April 2025 und Februar 2026 lag der effektive US-Zollsatz auf Importe aus der EU bei durchschnittlich 7,8 Prozent. F\u00fcr Waren aus China waren es knapp 37 Prozent. Das zeigen IW-Berechnungen auf Basis von Daten des US Census Bureau, die die tats\u00e4chlich gezahlten Z\u00f6lle ins Verh\u00e4ltnis zum Importwert setzen.<\/p>\n<p>Deal senkt Z\u00f6lle in Autoindustrie<\/p>\n<p>Deutschland war vom US-Zollschock nach dem \u201eLiberation Day\u201c besonders stark betroffen \u2013 und profitiert deshalb \u00fcberdurchschnittlich vom US-EU-Deal. Mit bis zu 13 Prozent hatte die Bundesrepublik zun\u00e4chst den h\u00f6chsten effektiven US-Zollsatz innerhalb der EU. W\u00e4hrend die USA den Deal zwischen September 2025 und Februar 2026 anwandten, sank der deutsche Satz auf durchschnittlich 10,6 Prozent \u2013 n\u00e4her an den EU-Durchschnitt von 8,2 Prozent. Ein Grund: Bei Pkw, die f\u00fcr den deutschen Export so wichtig sind, fielen die effektiven Z\u00f6lle von rund 27 auf etwa 15 Prozent.<\/p>\n<p>Im Vergleich mit den wichtigsten Konkurrenten auf dem US-Markt verschafft der Deal der EU einen Kostenvorteil. Denn die effektiven Zolls\u00e4tze vieler asiatischer Wettbewerber stiegen nach dem \u201eLiberation Day\u201c deutlich st\u00e4rker als die der EU. Europ\u00e4ische Exporteure k\u00f6nnen somit dort zu g\u00fcnstigeren Zollbedingungen antreten. Allerdings ist dieser Vorteil seit dem Supreme-Court-Urteil vom Februar 2026, das einen Gro\u00dfteil der von Trump verh\u00e4ngten Z\u00f6lle f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rte, deutlich geschrumpft: Chinas effektiver Zollsatz ging nach dem Urteil um fast neun Prozentpunkte zur\u00fcck, Indiens sogar um zw\u00f6lf. Die EU profitierte dagegen nur von einem R\u00fcckgang um rund einen Prozentpunkt.<\/p>\n<p>USA unterlaufen den Deal im Maschinenbau<\/p>\n<p>Doch nicht alle Branchen profitieren: F\u00fcr Produkte des Maschinenbaus kletterte der effektive EU-Zollsatz nach dem Deal auf durchschnittlich 12,6 Prozent \u2013 f\u00fcr Deutschland sogar auf 14,6 Prozent. Der Grund: Die US-Regierung stuft Maschinen, die zu gro\u00dfen Teilen aus Stahl bestehen, als Stahlprodukte ein und belegt sie mit dem 50-Prozent-Zoll f\u00fcr Stahl und Aluminium auf den Stahlanteil. \u201eDas untergr\u00e4bt den Deal und muss dringend nachverhandelt werden\u201d, sagt IW-\u00d6konomin <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/institut\/personen\/samina-sultan.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Samina Sultan<\/a>.<\/p>\n<p>Dennoch w\u00e4re die EU gut beraten, dem Deal zuzustimmen. Schlie\u00dflich w\u00e4re die Alternative \u2013 keine Vereinbarung und damit unberechenbare Zollerh\u00f6hungen \u2013 f\u00fcr die europ\u00e4ische Wirtschaft deutlich teurer. \u201eDer Deal ist eine bittere Pille, aber besser als st\u00e4ndige Disruption\u201c, sagt Sultan. Doch damit das auch verl\u00e4sslich so bleibt, m\u00fcsse die EU zus\u00e4tzlich zur Nachverhandlung der Stahlz\u00f6lle eine Aussetzungsklausel durchsetzen, die greift, falls die USA die vereinbarte Obergrenze von 15 Prozent \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-652258\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Bildschirmfoto-2026-05-18-um-16.37.33.png\" alt=\"\" width=\"782\" height=\"576\"  \/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/fileadmin\/user_upload\/Studien\/Report\/PDF\/2026\/IW-Report_2026-US-effectiv-tariffs.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">&gt; Zur Studie des IW (englisch)<\/a><\/p>\n<p>Mehr zum Thema:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Zolldeal mit den USA hat der EU im Vergleich zu asiatischen Wettbewerbern einen Vorteil verschafft. 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