{"id":1029524,"date":"2026-05-19T01:06:25","date_gmt":"2026-05-19T01:06:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1029524\/"},"modified":"2026-05-19T01:06:25","modified_gmt":"2026-05-19T01:06:25","slug":"fachleute-rechnen-mit-berlins-klimapolitik-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1029524\/","title":{"rendered":"Fachleute rechnen mit Berlins Klimapolitik ab"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/expertenrat-erwartet-deutliche-verfehlung-der-klimaziele,VJxiepV\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der Bericht der f\u00fcnf Forschenden<\/a> gleicht einer Generalabrechnung mit der Klimapolitik der Bundesregierung: Gem\u00e4\u00df dem Expertenrat f\u00fcr Klimafragen wird Deutschland seine Ziele bei der Senkung des Aussto\u00dfes klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase bis 2030 und im Jahrzehnt danach deutlich verfehlen. Und daran \u00e4ndert ihrer Meinung nach auch das im M\u00e4rz vorgelegte Klimaschutzprogramm der Bundesregierung nichts. Das halten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler f\u00fcr ungen\u00fcgend. Sie empfehlen, es zu \u00fcberarbeiten und in eine politische Gesamtstrategie einzubetten. Die Vorsitzende des Gremiums, Barbara Schlomann, erkennt &#8222;dringenden politischen Handlungsbedarf&#8220;.<\/p>\n<p>Deutliche Zielverfehlung<\/p>\n<p>Konkret hat der Expertenrat gepr\u00fcft, ob Deutschland im Zeitraum von 2021 bis 2030 die Summe der j\u00e4hrlich zul\u00e4ssigen H\u00f6chstmengen beim CO\u2082\u2011Aussto\u00df \u00fcberschreitet. Diese sogenannten Budgetziele sind im deutschen Klimaschutzgesetz festgelegt. Dazu hat im M\u00e4rz das Umweltbundesamt (UBA) Daten vorgelegt, auf die sich der Rat bei seiner Einsch\u00e4tzung st\u00fctzt. Er stuft die UBA-Prognose allerdings als zu optimistisch ein und geht anders als dieses davon aus, dass Deutschland seine Ziele bis 2030 verfehlen wird, und zwar um 60 bis 100 Millionen Tonnen CO\u2082-\u00c4quivalente. Vor allem im Energiebereich und bei Geb\u00e4uden d\u00fcrften die tats\u00e4chlichen Emissionen laut Expertenrat h\u00f6her ausfallen. Zwingende politische Folgen hat diese Feststellung nicht: Erst wenn der Rat zweimal in zwei aufeinanderfolgenden Jahren Verfehlungen erkennt, muss die Bundesregierung klimapolitisch nachlegen und entsprechende Ma\u00dfnahmen beschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Unzureichendes Programm<\/p>\n<p>Die bisherigen Beschl\u00fcsse reichen nach Ansicht des Rates jedenfalls nicht aus, damit Deutschland bis 2045 klimaneutral wird, also unter dem Strich nicht mehr Klimagase ausst\u00f6\u00dft als eingespart werden. Das Gremium empfiehlt der Bundesregierung, ihr vor zwei Monaten vorgestelltes Klimaschutzprogramm f\u00fcr alle Bereiche zu \u00fcberarbeiten. &#8222;Die tats\u00e4chliche Minderungswirkung d\u00fcrfte deutlich geringer ausfallen als von der Bundesregierung angenommen&#8220;, erkl\u00e4ren die Expertinnen und Experten. Sie halten die Vorschl\u00e4ge f\u00fcr teilweise unkonkret, was Umsetzung und Finanzierung angeht. Au\u00dferdem fehle ein \u00fcbergreifendes Gesamtkonzept, das den Klimaschutz mit anderen Politikfeldern verzahnt und dabei auch soziale Aspekte ber\u00fccksichtigt, also etwa die Frage, wer sich den klimafreundlichen Umbau der Heizung oder ein neues E-Auto leisten kann.<\/p>\n<p>Aktuelle Gesetze nicht hilfreich<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich getroffene <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/deutschland-welt\/regierung-beschliesst-reform-von-heizungsgesetz,VJVGODD\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Beschl\u00fcsse wie der zum Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz<\/a> werden im Bericht nicht ber\u00fccksichtigt. Der Rat h\u00e4lt das vergangene Woche vom Bundeskabinett verabschiedete Vorhaben, wonach weiterhin \u00d6l- und Gasheizungen eingebaut werden d\u00fcrfen, aber f\u00fcr wenig hilfreich. Denn wie so die Klimaziele im Geb\u00e4udesektor erreicht werden sollen, bleibt offen. Nach den Worten von Ratsmitglied Tanja Kneiske f\u00fchre das Gesetz tendenziell eher zu mehr Emissionen. Sie h\u00e4lt allein die neu entfachte Diskussion f\u00fcr sch\u00e4dlich, weil Menschen nun den Einbau einer neuen Heizung vielleicht verz\u00f6gerten.<\/p>\n<p>Verb\u00e4nde fordern Ausstieg aus \u00d6l und Gas<\/p>\n<p>W\u00e4lder, B\u00f6den <a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/wissen\/klimaschutz-moor-kein-interesse-an-wiedervernaessung,V1Zsntw\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">und Moore<\/a> geben laut dem Report bis 2050 durchg\u00e4ngig mehr Treibhausgase ab, als sie aufnehmen k\u00f6nnen. Eigentlich k\u00f6nnen sie Kohlendioxid binden, aber nicht, wenn W\u00e4lder durch D\u00fcrren und K\u00e4ferbefall gesch\u00e4digt sind und Moore austrocknen. Bundesumweltminister Carsten Schneider will die Warnungen des Rates gr\u00fcndlich pr\u00fcfen lassen. Der SPD-Politiker setzt darauf, dass Menschen und M\u00e4rkte wegen des Iran-Konfliktes erneuerbare Antworten auf die fossile Krise suchten. Die Gr\u00fcnen sprechen von einem Totalversagen der Bundesregierung. Nach den Worten der Bundestagsabgeordneten Lisa Badum steigen damit die Chancen von Klimaklagen. Umweltverb\u00e4nde fordern die schwarz-rote Koalition zum konsequenten Ausstieg aus \u00d6l und Gas auf, anstatt in der Energiekrise nur kurzfristig f\u00fcr Entlastung zu sorgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Bericht der f\u00fcnf Forschenden gleicht einer Generalabrechnung mit der Klimapolitik der Bundesregierung: Gem\u00e4\u00df dem Expertenrat f\u00fcr Klimafragen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1029525,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1825],"tags":[296,1173,52508,29,30,4553,952],"class_list":["post-1029524","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-berlin","tag-berlin","tag-bundesregierung","tag-co2-ausstoss","tag-deutschland","tag-germany","tag-klimapolitik","tag-klimawandel"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116598563660352955","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1029524","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1029524"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1029524\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1029525"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1029524"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1029524"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1029524"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}