{"id":1030849,"date":"2026-05-19T13:38:15","date_gmt":"2026-05-19T13:38:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1030849\/"},"modified":"2026-05-19T13:38:15","modified_gmt":"2026-05-19T13:38:15","slug":"angelika-niebler-das-kann-man-niemandem-mehr-erklaeren-eu-parlament-blockiert-ermittlungen-gegen-csu-politikerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1030849\/","title":{"rendered":"Angelika Niebler: \u201eDas kann man niemandem mehr erkl\u00e4ren\u201c \u2013 EU-Parlament blockiert Ermittlungen gegen CSU-Politikerin"},"content":{"rendered":"<p>Die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler sah sich zuletzt Betrugsvorw\u00fcrfen ausgesetzt. Nun votiert das EU-Parlament gegen die Aufhebung ihrer Immunit\u00e4t. Ein Gr\u00fcnen-Politiker sieht in dem Ergebnis ein \u201efatales Signal\u201c.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Das EU-Parlament hat trotz Vorermittlungen wegen Betrugsvorw\u00fcrfen gegen die Aufhebung der Immunit\u00e4t der deutschen Abgeordneten Angelika Niebler (CSU) gestimmt. Die Abgeordneten votierten in Stra\u00dfburg mit 309 zu 283 Stimmen (53 Enthaltungen) f\u00fcr einen Antrag, mit dem die Aufhebung der Immunit\u00e4t abgelehnt wurde. Damit blockierten die Abgeordneten weitere Ermittlungen. Niebler wird vorgeworfen, vom EU-Parlament bezahlte Mitarbeiter f\u00fcr Aufgaben eingesetzt zu haben, die nichts mit ihrer T\u00e4tigkeit als Parlamentarierin zu tun hatten.<\/p>\n<p>Die langj\u00e4hrige Europaabgeordnete soll zwischen 2017 und 2025 Mitarbeiter teilweise zu privaten Zwecken eingesetzt haben. Zudem soll ein Mitarbeiter Nieblers ausschlie\u00dflich f\u00fcr einen ehemaligen CSU-Europaabgeordneten gearbeitet haben. Die Politikerin wies die Vorw\u00fcrfe als unzutreffend zur\u00fcck. Zu konkreten Fragen wollte sie sich bis zuletzt aber nicht \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfern. Sie k\u00fcndigte \u00fcber eine Kanzlei an, sich rechtliche Schritte gegen Medienberichterstattung vorzubehalten. Grunds\u00e4tzlich gilt die Unschuldsvermutung. Erhoben wurden die Vorw\u00fcre von einer ehemaligen Mitarbeiterin Nieblers, die von 2021 bis 2023 f\u00fcr sie gearbeitet hatte. <\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Staatsanwaltschaft hatte im vergangenen Herbst um die Aufhebung der Immunit\u00e4t von Niebler gebeten. Der Justizausschuss des Parlaments sprach sich Anfang Mai gegen diesen Schritt aus. Die Beschwerden seien mit einem \u201edirekten politischen Motiv eingereicht\u201c worden, hie\u00df es unter anderem zur Begr\u00fcndung. Zudem gebe es einen \u201eMangel an Genauigkeit in Bezug auf die genauen in Rede stehenden finanziellen Betr\u00e4ge\u201c. Die Absicht k\u00f6nnte darin bestanden haben, \u201eden Ruf von <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/angelika-niebler\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/angelika-niebler\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Angelika Niebler<\/a> zu sch\u00e4digen\u201c. <\/p>\n<p>Das Vorgehen des Ausschusses in dem Fall ist unter anderem deswegen umstritten, weil die Mitglieder nicht die M\u00f6glichkeiten nutzten, bei der Staatsanwaltschaft zus\u00e4tzliche Informationen einzuholen. Stattdessen h\u00f6rten sie lediglich Niebler zu dem Fall an.<\/p>\n<p>Ohne Aufhebung der Immunit\u00e4t kann die Staatsanwaltschaft in dem Fall nicht weiter ermitteln. Die Immunit\u00e4t soll die Abgeordneten vor allem vor politisch motivierten Ermittlungen in ihren Herkunftsl\u00e4ndern sch\u00fctzen. <\/p>\n<p>Kritik des Gr\u00fcnen-Abgeordneten Daniel Freund<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnen-Abgeordnete Daniel Freund bezeichnete das Abstimmungsergebnis als schlecht f\u00fcr die Glaubw\u00fcrdigkeit des Parlaments. \u201eStatt Verantwortung zu \u00fcbernehmen, hat sich eine Mehrzahl der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/abgeordnetendiaeten\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/abgeordnetendiaeten\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Abgeordneten<\/a> sch\u00fctzend vor die CSU-Abgeordnete Niebler gestellt, um Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu verhindern\u201c, kommentierte er. \u201eDas ist ein fatales Signal. Europas B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger m\u00fcssen sich an Recht und Gesetz halten, w\u00e4hrend Politiker m\u00f6glicherweise jahrelang die Regeln brechen und ungeschoren davonkommen? Das kann man da drau\u00dfen niemandem mehr erkl\u00e4ren.\u201c<\/p>\n<p>Zudem wies er auf die Bedeutung von Whistleblowern f\u00fcr das Aufdecken von Skandalen hin. \u201eEs kann nicht das Ziel sein, solche Menschen abzuschrecken und es ihnen so schwer wie m\u00f6glich zu machen\u201c, sagte er mit Blick auf das Abstimmungsergebnis. Whistleblower setzten h\u00e4ufig ihre berufliche Zukunft und finanzielle Sicherheit aufs Spiel, wenn sie Informationen ver\u00f6ffentlichten. \u201eWir sollten sie sch\u00fctzen und feiern, statt sie zu diskreditieren und zu verschrecken\u201c, sagte der deutsche Politiker.<\/p>\n<p>Niebler ist seit 1999 EU-Abgeordnete und seit 2014 Ko-Vorsitzende der CDU\/CSU-Gruppe im Europaparlament. Seit 2015 ist sie zudem stellvertretende CSU-Vorsitzende. Ihrer Website zufolge erh\u00e4lt sie mehrere Nebeneink\u00fcnfte, unter anderem als Mitglied mehrere Aufsichtsr\u00e4te, als Lehrbeauftragte der Hochschule M\u00fcnchen und Mitglied des Beirats des bayerischen Sparkassenverbands. <\/p>\n<p>dpa\/AFP\/luwi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die CSU-Europaabgeordnete Angelika Niebler sah sich zuletzt Betrugsvorw\u00fcrfen ausgesetzt. 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