{"id":1034375,"date":"2026-05-20T22:50:16","date_gmt":"2026-05-20T22:50:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1034375\/"},"modified":"2026-05-20T22:50:16","modified_gmt":"2026-05-20T22:50:16","slug":"ludwigsburg-was-bei-staendigen-sticheleien-im-job-hilft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1034375\/","title":{"rendered":"Ludwigsburg | Was bei st\u00e4ndigen Sticheleien im Job hilft"},"content":{"rendered":"<p>Ludwigsburg (dpa\/tmn) &#8211; Man bringt als Einzige im Meeting eine fundierte Gegenposition ein und bekommt als Reaktion nur: \u00abDas ist ja wie mit meiner Tochter.\u00bb Oder die Kollegin macht einen Vorschlag \u2013 und erntet ein scheinbares Lob: \u00abF\u00fcr eine Frau kennst du dich aber echt gut aus in der Technik.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Solche S\u00e4tze klingen vielleicht harmlos, manchmal sogar anerkennend \u2013 sind es aber nicht. Denn sie sind Mikroaggressionen: subtile, beil\u00e4ufige Bemerkungen, Gesten oder Verhaltensweisen, die keine offene Aggression zeigen, aber dennoch eine abwertende Botschaft transportieren.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abImplizit steckt dahinter die Erwartungshaltung: Eigentlich kannst du das doch nicht, weil du eine Frau bist\u00bb, sagt Kyra Dohrin, Business-Coachin und Autorin (\u00abSackgasse weibliche F\u00fchrungskraft\u00bb). Sie erlebt das Thema nicht nur in ihrer Beratungspraxis, sondern kennt es aus eigener Erfahrung als F\u00fchrungskraft in einer M\u00e4nnerdom\u00e4ne.<\/p>\n<p>Macht und Sichtbarkeit &#8211; die Ursachen<\/p>\n<p>Der Begriff Mikroaggression beschreibt keine kleine Aggression, sondern verortet das Ph\u00e4nomen auf der gesellschaftlichen Mikroebene &#8211; also der Interaktion zwischen einzelnen Individuen. Mikroaggressionen k\u00f6nnen somit jeden treffen, besonders h\u00e4ufig sind es aber Frauen.<\/p>\n<p>Die h\u00e4ufigste Ursache ist laut Dohrin n\u00e4mlich Stereotypisierung: ein Mechanismus, mit dem das Gehirn die Komplexit\u00e4t der Welt handhabbar machen will. \u00abSobald ein Mensch von einem stereotypen Rollenbild abweicht, ist das irritierend f\u00fcr das Gegen\u00fcber \u2013 und das kann schnell zu Mikroaggressionen f\u00fchren, also zur Abwertung der Person, die von der Norm abweicht.\u00bb Also etwa, wenn Frauen besonders karrierebewusst oder durchsetzungsstark auftreten.<\/p>\n<p>Mikroaggressionen spielen besonders im beruflichen Umfeld eine gro\u00dfe Rolle. Es geht um Themen wie Machtaus\u00fcbung, Positionierung und Sichtbarkeit, erkl\u00e4rt Dohrin. \u00abIn Situationen, in denen es darum geht, sich in der hierarchischen Ordnung zu positionieren, werden Mikroaggressionen gerne eingesetzt \u2013 bewusst und auch unbewusst\u00bb, so die Coachin.<\/p>\n<p>Wann Mikroaggressionen problematisch werden<\/p>\n<p>Eine einzelne subtile Bemerkung k\u00f6nnen Betroffene in der Regel noch gut wegstecken. Problematisch wird es meist erst nach und nach. \u00abDiese Mikroaggressionen summieren sich auf und wirken dann wie kleine Nadelstiche\u00bb, sagt Dohrin.\u00a0<\/p>\n<p>Irgendwann beginne die Person, die h\u00e4ufig solchen Angriffen ausgesetzt ist, an sich selbst zu zweifeln. \u00abDas f\u00fchrt zu Glaubenss\u00e4tzen, die am Selbstvertrauen nagen\u00bb, so Dohrin. Etwa: Ich muss noch mehr leisten, ich muss mich noch besser anpassen, ich bin nicht gut genug.<\/p>\n<p>Nicht rechtfertigen &#8211; sondern Situation umkehren<\/p>\n<p>Doch es gibt Wege und Strategien, Mikroaggressionen entgegenzutreten. Als unmittelbare Reaktion empfiehlt Dohrin, die Situation auf die Metaebene zu heben: \u00abEine Reaktion, die man quasi auswendig lernen kann und die nahezu in jeder Situation funktioniert, ist der Satz: Was genau meinen Sie damit?\u00bb Damit kehre man die \u00abErkl\u00e4rschuld\u00bb um. \u00abNicht ich muss mich rechtfertigen, sondern mein Gegen\u00fcber muss erkl\u00e4ren, warum er das gesagt hat\u00bb, so die Coachin.<\/p>\n<p>Langfristig r\u00e4t Dohrin au\u00dferdem dazu, das eigene Netzwerk strategisch aufzubauen \u2013 und nach Unterst\u00fctzern Ausschau zu halten. \u00abDas m\u00e4chtigste Instrument, das man in einer Organisation haben kann, ist ein starker Sponsor \u2013 ein Verb\u00fcndeter, der hierarchisch \u00fcber einem steht\u00bb, sagt sie. \u00abWenn ich ihn dabei unterst\u00fctze, seine Ziele zu erreichen, unterst\u00fctzt er mich automatisch dabei, meine Ziele zu erreichen.\u00bb<\/p>\n<p>Richtiger Umgang mit der F\u00fchrungskraft<\/p>\n<p>Wenn die Aggression von einer F\u00fchrungskraft ausgeht, sollten Betroffene das am besten nicht vor anderen (etwa im Meeting) ansprechen. \u00abGesichtsverlust f\u00fchrt eher zur Gegenreaktion, zum Gegenangriff, aber nicht zur L\u00f6sung des Problems\u00bb, so Dohrin.\u00a0<\/p>\n<p>Deswegen merken Besch\u00e4ftigte solche Dinge lieber in einem Vieraugengespr\u00e4ch an. Am besten mit Ich-Botschaften: Dazu die Situation beschreiben, schildern, wie es auf einen gewirkt hat, und sagen, welche \u00c4nderung man sich w\u00fcnscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ludwigsburg (dpa\/tmn) &#8211; Man bringt als Einzige im Meeting eine fundierte Gegenposition ein und bekommt als Reaktion nur:&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1034376,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1841],"tags":[121546,1140,630,1605,2632,4941,3364,29,3236,30,1710,70276,5402,1209,13353,135712,20900],"class_list":["post-1034375","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bielefeld","tag-aggressionen","tag-arbeit","tag-beruf","tag-bielefeld","tag-brcmj","tag-cjab","tag-de","tag-deutschland","tag-frauen","tag-germany","tag-karriere","tag-macht","tag-maenner","tag-nordrhein-westfalen","tag-psychologie","tag-stereotype","tag-tmn0305"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116609353443104347","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1034375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1034375"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1034375\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1034376"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1034375"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1034375"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1034375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}