{"id":1034838,"date":"2026-05-21T03:14:20","date_gmt":"2026-05-21T03:14:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1034838\/"},"modified":"2026-05-21T03:14:20","modified_gmt":"2026-05-21T03:14:20","slug":"spaghetti-bolo-currywurst-tiefkuehl-essensfabrikant-profitiert-vom-fachkraeftemangel-deutschland-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1034838\/","title":{"rendered":"Spaghetti Bolo &#038; Currywurst: Tiefk\u00fchl-Essensfabrikant profitiert vom Fachkr\u00e4ftemangel &#8211; Deutschland &#038; Welt"},"content":{"rendered":"<p>Spaghetti Bolo &amp; Currywurst<\/p>\n<p>Tiefk\u00fchl-Essensfabrikant profitiert vom Fachkr\u00e4ftemangel<\/p>\n<p>21.05.2026, 05:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"teaser\">Es ist gewisserma\u00dfen eine der gr\u00f6\u00dften Gefriertruhen Europas: 43 Meter hoch, 60 Meter lang und 30 Meter breit. In der Halle lagert die Firma Apetito tonnenweise Tiefk\u00fchl-Gerichte. Das Gesch\u00e4ft brummt.<\/p>\n<p>Rheine (dpa) \u2013 Ob Fischst\u00e4bchen, Rinderroulade oder Linsensuppe: In Zeiten des demografischen Wandels sieht sich der deutsche Tiefk\u00fchlkost-Lieferant Apetito langfristig auf Wachstumskurs. \u00abDie Alterung der Gesellschaft spielt uns in die Karten: Die Nachfrage nach Verpflegung in Seniorenheimen oder Krankenh\u00e4usern sowie als Essen auf R\u00e4dern f\u00fcr \u00e4ltere Menschen wird weiter steigen\u00bb, sagte Firmenchef Jan-Peer Laabs der dpa in Rheine. <\/p>\n<p>Apetito kam 2025 auf einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und damit 4,6 Prozent mehr als 2024. Dieses Jahr soll der Zuwachs bei sechs bis sieben Prozent liegen und der Umsatz auf 1,5 Milliarden Euro klettern. Zum Gewinn \u00e4u\u00dfert sich das Familienunternehmen nicht. <\/p>\n<p>Zu den Tiefk\u00fchlkost-Konkurrenten geh\u00f6rt Hofmann-Men\u00fc aus Boxberg (Baden-W\u00fcrttemberg), das vor drei Jahren von der britischen Firma Compass gekauft wurde. Auch bei dieser Firma zieht das Gesch\u00e4ft an: Compass konnte den Umsatz in dem ersten Halbjahr seines bis September laufenden Gesch\u00e4ftsjahres konzernweit um neun Prozent auf 25 Milliarden US-Dollar (21,6 Milliarden Euro) steigern. Etwa zwei Drittel seines Gesch\u00e4fts macht Compass in Nordamerika.<\/p>\n<p>Jede f\u00fcnfte deutsche Kita wird von Apetito beliefert<\/p>\n<p>Die Tiefk\u00fchl-Branche setzt auf industrielle Massenfertigung. Bis zu 270 Tonnen Lebensmittel produziert Apetito jeden Werktag in Rheine und nutzt daf\u00fcr 1600-Liter-Kessel. In der Gro\u00dfk\u00fcche wirken die Menschen neben den riesigen Kesseln irritierend klein, die Erbsen, Kartoffeln und anderen Lebensmittel werden in schier endlosen Massen angeliefert und verarbeitet.<\/p>\n<p>Die Firma versorgt auch Kindertagesst\u00e4tten und Schulen. Nach Angaben der Firma bekommen rund 12.000 Kitas in Deutschland Tiefk\u00fchlnahrung von Apetito, die vor Ort warm gemacht wird. Das ist etwa jede f\u00fcnfte deutsche Kita.<\/p>\n<p>Die Firma hat rund 12.800 Besch\u00e4ftigte. Sie expandiert im Ausland. So baut sie in England ein neues Werk, was die dortigen Produktionskapazit\u00e4ten verdoppeln soll. Auch Produktionsst\u00e4tten in den bislang aus Kanada belieferten USA und in Spanien seien eine Option, sagt Manager Laabs. \u00abSpanien beliefern wir im Moment aus unserem Stammsitz in Rheine \u2013 das ist ein weiter Weg, der bis auf die Kanarischen Inseln f\u00fchrt.\u00bb <\/p>\n<p>Fachkr\u00e4ftemangel ist R\u00fcckenwind f\u00fcr Tiefk\u00fchl-Gesch\u00e4ft<\/p>\n<p>Ein weiterer Wachstumstreiber von Apetito ist der Fachkr\u00e4ftemangel: Altenheime, Krankenh\u00e4user und gro\u00dfe Schulen finden keine K\u00f6che mehr, die direkt bei ihnen arbeiten. \u00abAm Arbeitsmarkt gibt es einen Notstand an K\u00f6chen, der in den n\u00e4chsten Jahren noch gr\u00f6\u00dfer wird\u00bb, sagt Laabs. \u00abApetito l\u00f6st dieses Problem: Wir erm\u00f6glichen K\u00fcchenbetrieb ohne Fachpersonal.\u00bb <\/p>\n<p>Man selbst bekomme genug K\u00f6che, auch weil man relativ wenige brauche. \u00abEin Koch kocht bei uns tonnenweise Essen \u2013 mit wenigen K\u00f6chen haben wir also viel Ergebnis.\u00bb Hinzu komme, dass man eine aktive Koch-Nachwuchsarbeit mache \u2013 das k\u00f6nne ein Krankenhausbetreiber nicht leisten. <\/p>\n<p>Laabs weist zudem darauf hin, dass Betreiber von Krankenh\u00e4usern und Altenheimen h\u00e4ufig millionenschwere Investitionen in eine gro\u00dfe K\u00fcche mit eigenen K\u00f6chen scheuten. Das sei ein Arbeitsbereich, in dem sich solche Betreiber wenig auskennen. Ein K\u00fcchenbereich, in dem das Tiefk\u00fchlessen nur warm gemacht wird, sei hingegen deutlich g\u00fcnstiger und kleiner. \u00abUnd man muss keine Rundum-Besetzung mit K\u00f6chen gew\u00e4hrleisten, die auch mal krank sein k\u00f6nnen und ausfallen.\u00bb<\/p>\n<p>Apetito betreibt als Catering-Unternehmen auch Kantinen f\u00fcr Firmen. An einigen Standorten bekomme Apetito den Fachkr\u00e4ftemangel zu sp\u00fcren, r\u00e4umte Laabs ein. Als gro\u00dfer Konzern k\u00f6nne man aber gut gegensteuern.<\/p>\n<p>Das Familienunternehmen macht in Deutschland etwa 60 Prozent seines Umsatzes, der zweitwichtigste Markt ist Gro\u00dfbritannien, gefolgt von D\u00e4nemark und Kanada. Weitere relevante Absatzm\u00e4rkte sind Spanien, die Niederlande und \u00d6sterreich. <\/p>\n<p>Der Deutsche will es billig<\/p>\n<p>Nach Darstellung von Laabs hat die Essensverpflegung in den Staaten einen unterschiedlichen Stellenwert. So blicke man in Deutschland sehr stark auf den Preis, im Ausland sei die Zahlungsbereitschaft hingegen h\u00f6her. \u00abIn Deutschland haben Sie Hybrid-Shopper: Der Fahrer eines teuren Sportwagens gibt an der Tankstelle viel Geld f\u00fcrs Tanken aus, und danach f\u00e4hrt er zum Discounter, um m\u00f6glichst wenig Geld f\u00fcr Fleisch auszugeben.\u00bb <\/p>\n<p>Verkaufsgespr\u00e4che mit Kindergartentr\u00e4gern verliefen stets \u00e4hnlich. \u00abDie erste Frage lautet immer, \u201eWas ist das g\u00fcnstigste?\u201c Dann kommen die Elternvertreter und sagen, \u201ees kann auch ein bisschen mehr sein \u2013 was kostet Bio?\u201c\u00bb, sagt Laabs. Im Schnitt koste eine Kindergartenverpflegung 3,50 Euro pro Kopf, in Bio seien es 4,50 Euro. \u00abDann kommen auch die Elternvertreter ins Gr\u00fcbeln und eine Woche sp\u00e4ter hei\u00dft es, doch kein Bio, wir nehmen das Standardgericht f\u00fcr 3,50 Euro.\u00bb <\/p>\n<p>Die Niederl\u00e4nder zahlten fast zwei Euro mehr f\u00fcr die Kinderversorgung und in D\u00e4nemark sei Bio-Essen an Kinderg\u00e4rten Pflicht, sagt Laabs. In Spanien wiederum sei die Krankenhausverpflegung deutlich attraktiver, dort gebe es oft zwei warme Gerichte pro Mahlzeit. So werde gutem Essen ein h\u00f6herer Stellenwert einger\u00e4umt bei der Frage, wie Kranke am besten genesen k\u00f6nnen. \u00abWir sind in Deutschland sehr fokussiert darauf, m\u00f6glichst g\u00fcnstiges Essen zu haben.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a9 dpa-infocom, dpa:260521-930-108896\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Spaghetti Bolo &amp; Currywurst Tiefk\u00fchl-Essensfabrikant profitiert vom Fachkr\u00e4ftemangel 21.05.2026, 05:07 Uhr Es ist gewisserma\u00dfen eine der gr\u00f6\u00dften Gefriertruhen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1034839,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[2],"tags":[331,3924,332,3922,3364,29,30,13,43460,14,3923,15,3921,29962,12,55],"class_list":["post-1034838","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-deutschland","tag-aktuelle-nachrichten","tag-aktuelle-nachrichten-aus-deutschland","tag-aktuelle-news","tag-aktuelle-news-aus-deutschland","tag-de","tag-deutschland","tag-germany","tag-headlines","tag-korr-bericht","tag-nachrichten","tag-nachrichten-aus-deutschland","tag-news","tag-news-aus-deutschland","tag-rheine","tag-schlagzeilen","tag-wirtschaft"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116610391576021572","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1034838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1034838"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1034838\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1034839"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1034838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1034838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1034838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}