{"id":1036080,"date":"2026-05-21T14:51:21","date_gmt":"2026-05-21T14:51:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036080\/"},"modified":"2026-05-21T14:51:21","modified_gmt":"2026-05-21T14:51:21","slug":"rede-und-gegenrede-weltwoche-chef-roger-koeppel-stellt-sich-den-studenten-der-uni-zuerich-und-antwortet-auf-kritik-und-antifa-stoerer-werden-nicht-von-koeppel-sondern-jungen-besuchern-abg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036080\/","title":{"rendered":"Rede und Gegenrede: Weltwoche-Chef Roger K\u00f6ppel stellt sich den Studenten der Uni Z\u00fcrich \u2013 und antwortet auf Kritik. Und Antifa-St\u00f6rer werden nicht von K\u00f6ppel, sondern jungen Besuchern abgekanzelt"},"content":{"rendered":"<p>Um 11.20 Uhr f\u00fcllt sich der Platz vor der Universit\u00e4t Z\u00fcrich langsam. Studenten stehen in kleinen Gruppen beisammen, daneben Besucher, Medienleute, Neugierige. Zehn Minuten sp\u00e4ter beginnt \u00abK\u00f6ppel auf dem Campus\u00bb, ein offenes Debattenformat mit Roger K\u00f6ppel. Der Weltwoche-Verleger und -Chefredaktor erkl\u00e4rt zu Beginn, wie es zu dieser Veranstaltung gekommen sei: Die Ermordung des amerikanischen Aktivisten Charlie Kirk habe ihn dazu bewogen, die Debatte an den Universit\u00e4ten zu suchen. Streitkultur m\u00fcsse gepflegt werden. Gerade die Universit\u00e4t m\u00fcsse eigentlich jener Ort sein, an dem Meinungsvielfalt am gr\u00f6ssten sei. Ob das noch so sei, werde man nun herausfinden, so K\u00f6ppel.<\/p>\n<p>                <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/IMG_9447-scaled-9-1024x768.jpg\" alt=\"Joan Meier f\u00fcr die Weltwoche\" itemprop=\"contentUrl\" class=\"story-img story-img--landscape\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\"\/><\/p>\n<p>                                                    Rede und Gegenrede: Weltwoche-Chef Roger K\u00f6ppel stellt sich den Studenten der Uni Z\u00fcrich \u2013 und antwortet auf Kritik. Und Antifa-St\u00f6rer werden nicht von K\u00f6ppel, sondern jungen Besuchern abgekanzelt<br \/>\n                                                                            <\/p>\n<p>                                        Joan Meier f\u00fcr die Weltwoche<\/p>\n<p>Das Format ist einfach: K\u00f6ppel steht vorne, die Anwesenden k\u00f6nnen ans Mikrofon treten, Fragen stellen, widersprechen, angreifen. Rund 300 Personen verfolgten die Veranstaltung. Zun\u00e4chst ist die Stimmung friedlich. Doch die Ruhe h\u00e4lt nicht lange. Knapp zehn Minuten nach Beginn taucht eine kleine, mutmasslich zur Antifa geh\u00f6rende Gruppe auf. Rund elf Personen, teils mit Schutzmasken, stellen sich dazu. Einige wenige klatschen mit. Bald sind Parolen zu h\u00f6ren: \u00abKein Bock auf Nazi-Propaganda\u00bb, \u00abEs gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda\u00bb. Als K\u00f6ppel fragt, wie sie Nazi definierten, ruft jemand: \u00abDu bist ein Nazi\u00bb. Sp\u00e4ter wird ein Transparent mit der Aufschrift \u00abUZH nazifrei\u00bb hochgehalten.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Mit Trillerpfeifen st\u00f6ren die Aktivisten die Veranstaltung. K\u00f6ppel spricht die Gruppe direkt an: \u00abDie Gruppe hat immer wieder \u00fcber Respekt gesprochen \u2013 und stellt sich hier wie Bodyguards vor die Mikrofone.\u00bb An anderer Stelle warnt er: \u00abDie Schweiz muss ihre freie Rede bewahren.\u00bb Wenn eine Diskussion mit Trillerpfeifen und Buhrufen verhindert werden solle, sei das gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Demokratie.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Trotz der St\u00f6rungen entsteht \u00fcber weite Strecken eine echte Debatte. Eine queere Studentin tritt ans Mikrofon und fragt: \u00abFlood the zone with shit\u00bb \u2013 sei das das, was die Weltwoche mache? K\u00f6ppel reagiert selbstironisch: \u00abIch hoffe es nicht.\u00bb Eine junge Frau aus Bern will wissen: \u00abSprechen sie mit allen? Gibt es Menschen, denen man keine Plattform geben sollte?\u00bb K\u00f6ppel antwortet: \u00abIch spreche mit allen. Glauben Sie nicht, dass der Dialog der richtige Weg ist, um in einer Demokratie voranzukommen?\u00bb Totalit\u00e4re Gruppierungen gebe es heute von links und von rechts.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Die Fragen gehen in viele Richtungen. Es geht um Wahrheit, Experten, Klima, Migration, Diskriminierung, Cannabis-Legalisierung und Gewalt gegen Frauen. Eine junge Frau fragt K\u00f6ppel, ob er Charlie Kirk und dessen Aussagen kenne und weshalb er nicht auch auf get\u00f6tete Demonstranten gegen ICE verweise. K\u00f6ppel antwortet sinngem\u00e4ss, keine Aussage Kirks rechtfertige einen Mord. Verfehlungen von ICE m\u00fcssten strafrechtlich abgekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Beim Thema Gewalt gegen Frauen sagt K\u00f6ppel: \u00abDie Journalisten sprechen die Ursachen nicht an \u2013 die Migrationspolitik.\u00bb Er verweist auf Afghanistan, wo er mit Politikern \u00fcber Frauenpolitik gesprochen habe, und spricht von mittelalterlichen Strukturen. Zugleich pl\u00e4diert er in F\u00e4llen sexueller \u00dcbergriffe f\u00fcr eine pr\u00e4zise, rechtsstaatliche Justiz.<\/p>\n<p>Ein Student fragt sp\u00e4ter, weshalb K\u00f6ppel autokratische Regime \u00abglorifiziere\u00bb. In Russland sei die Meinungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt. Wenn man einem Politiker wie Putin unterstelle, so K\u00f6ppel, er wolle einen grossfl\u00e4chigen Krieg, sei das ein schwerer Vorwurf. Dann sagt er: \u00abIch muss diese Meinung herausfordern. Ich bin der Pflichtverteidiger der Verfemten und Verdammten.\u00bb Und weiter: \u00ab\u2039Mit Putin darf man nicht reden.\u203a [\u2026] Da sage ich nein, wir m\u00fcssen reden und versuchen, einen Frieden zustande zu bringen.\u00bb<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Gegen Ende wird K\u00f6ppel \u00abHass und Hetze\u00bb vorgeworfen, auch ein Nazi-Vergleich f\u00e4llt. K\u00f6ppel weist den Vorwurf entschieden zur\u00fcck. Zum Schluss meldet sich eine Deutschlehrerin. Pl\u00f6tzlich wird es ruhiger, auch die Antifa verstummt. Sie sagt, \u00abIch habe Kinder aus verschiedenen Kulturen unterrichtet \u2013 ich liebe sie alle gleich\u00bb, und schildert die Angst von Kindern, ausgeschafft zu werden. K\u00f6ppel antwortet: \u00abIch bin ein Verfechter unserer traditionellen Asylpolitik.\u00bb Dann f\u00fcgt er an: \u00abWir haben Familien aufgenommen, die Wurzeln geschlagen haben \u2013 und die wir nicht h\u00e4tten aufnehmen sollen.\u00bb<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Die Diskussion endet nach zwei Stunden mit Beifall.<\/p>\n<p>Mehrere Studenten gingen nach der offiziellen Debatte auf die Antifa-Aktivisten zu und kritisieren deren Vorgehen. Eine vermummte Aktivistin sagt, K\u00f6ppel h\u00e4tte keine Plattform bekommen d\u00fcrfen. Ein Student entgegnet: \u00abIhr masst euch an, dar\u00fcber zu entscheiden, wer seine Meinung h\u00f6ren darf und wer nicht. Ich h\u00e4tte sie gerne geh\u00f6rt. [\u2026] Ich finde das etwas respektlos.\u00bb<\/p>\n<p>\n                 _e(&#8218;Werbung&#8216;, &#8218;weltwoche&#8216;); ?&gt;\n            <\/p>\n<p>Ein Aktivist sagt: \u00abSeine Meinung ist keine Meinung, sie ist Hass und brandgef\u00e4hrlich.\u00bb Der Student h\u00e4lt dagegen: \u00abJa, aber es gibt auch Meinungen vom linken Spektrum, die ich als Hass interpretiere\u00bb.<\/p>\n<p>Ein vermummter Demonstrant rechtfertigt die St\u00f6rungen damit, K\u00f6ppel habe eine Kamera, nehme den Ton auf und k\u00f6nne das Material ver\u00e4ndern, wie er wolle. Ein anderer Student sagt: \u00abDas, was ich hier geh\u00f6rt habe, fand ich normal \u2026\u00bb Der Aktivist f\u00e4llt ihm ins Wort: \u00abUnd das finde ich eben gef\u00e4hrlich.\u00bb Er behauptet, dass sich der Diskurs in den letzten zwanzig Jahren nach rechts verschoben habe.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung endet mit einem positiven Fazit: Viele Studenten verteidigen die Streitkultur. Rede und Gegenrede. Wer entscheidet eigentlich, welche Meinung noch geh\u00f6rt werden darf? Die Debatte ist er\u00f6ffnet \u2013 zumindest auf dem Campus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Um 11.20 Uhr f\u00fcllt sich der Platz vor der Universit\u00e4t Z\u00fcrich langsam. 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