{"id":1036372,"date":"2026-05-21T17:36:16","date_gmt":"2026-05-21T17:36:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036372\/"},"modified":"2026-05-21T17:36:16","modified_gmt":"2026-05-21T17:36:16","slug":"gysi-herrmann-ypsilanti-plattform-fuer-rechte-kulturkaempfer-32-autoren-verlassen-westend-verlag-wegen-eines-buches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036372\/","title":{"rendered":"Gysi, Herrmann, Ypsilanti: \u201ePlattform f\u00fcr rechte Kulturk\u00e4mpfer\u201c\u00a0\u2013 32 Autoren verlassen Westend-Verlag wegen eines Buches"},"content":{"rendered":"<p>Anfangs war der Westend-Verlag links, inzwischen schreiben auch liberale und rechte Autoren f\u00fcr das Haus. F\u00fcr 32 Autoren, darunter Gregor Gysi, Ulrike Herrmann und Andrea Ypsilanti, hat ein Buch die Grenze des Verlegbaren \u00fcberschritten. Sie rechnen in einem offenen Brief ab.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">In einem offenen Brief haben 32 Autoren ihren R\u00fcckzug aus dem Westend-Verlag angek\u00fcndigt, darunter der Linken-Politiker Gregor Gysi, die \u201etaz\u201c-Journalistin Ulrike Herrmann und die ehemalige SPD-Politikerin Andrea Ypsilanti. Sie werfen dem Verlag eine N\u00e4he zum Rechtspopulismus vor. Der Brief liegt WELT vor. Zuerst hatte der \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/westend-verlag-offener-brief-gegen-verlag-wegen-nius-buchs-a-db59a586-bd3d-436c-a470-6d3fc42e4886\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/westend-verlag-offener-brief-gegen-verlag-wegen-nius-buchs-a-db59a586-bd3d-436c-a470-6d3fc42e4886&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Spiegel<\/a>\u201c berichtet.<\/p>\n<p>Die Autoren distanzieren sich in dem Brief \u00f6ffentlich von einer<b> <\/b>ihrer Meinung nach vollzogenen Neuausrichtung des Verlagsprogramms<b>.<\/b> Auf ein Gespr\u00e4chsangebot sei Verleger Markus J. Karsten nicht eingegangen. Westend habe sich bisher \u201eausdr\u00fccklich als Plattform f\u00fcr kritische, linke Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen \u2013\u00a0ohne Anspruch auf ideologische Geschlossenheit\u201c verstanden. Doch diese Positionierung sei von der Homepage des Verlages gestrichen worden.<\/p>\n<p>Der 2004 gegr\u00fcndete Westend-Verlag aus Neu-Isenburg hat sich auf Sachb\u00fccher aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und \u00d6kologie spezialisiert. Lange bediente der Verlag mit Kritik am Kapitalismus ein Meinungsspektrum links der Mitte. Doch in den vergangenen Jahren stie\u00dfen auch Autoren wie der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki <b>(<\/b>unter anderem \u201eAufwind im freien Fall\u201c<b>) <\/b>oder WELT-Herausgeber Ulf Poschardt <b>(<\/b>\u201eShitb\u00fcrgertum\u201c<b>)<\/b> zum Westend-Verlag. <\/p>\n<p>Diesen Schritt erkennen die Unterzeichner des Briefes ausdr\u00fccklich an. \u201eWir haben \u201aWestend\u2018 als Ort gesch\u00e4tzt, an dem sehr unterschiedliche \u00dcberzeugungen aufeinanderstie\u00dfen, die allerdings in aller Regel vom demokratischen Geist und dem Willen nach Verbesserung der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse gepr\u00e4gt waren\u201c, hei\u00dft es in dem Brief. \u201eWir haben im Sinne der Meinungsfreiheit selbstverst\u00e4ndlich auch akzeptiert, dass Sie das Portfolio Ihres Verlages um Autoren wie Wolfgang Kubicki und Ulf Poschardt erweitert haben.\u201c<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Bruch der Autoren ist die Ver\u00f6ffentlichung des Sammelbandes \u201eLinks \u2013 Deutsch \/ Deutsch \u2013 Links\u201c der \u201eNius\u201c-Journalisten Pauline Voss und Julian Reichelt. Reichelt ist Chefredakteur des Portals, Voss seine Stellvertreterin. In dem Sammelband zeigen mehrere Autoren auf, wie Begriffe wie \u201eunsere Demokratie\u201c, \u201eHass und Hetze\u201c oder \u201eEnergiewende\u201c von einem linken Milieu gepr\u00e4gt wurden.<\/p>\n<p>Die Unterzeichner werfen Verleger Karsten vor, mit dem Werk das Spektrum der Ver\u00f6ffentlichungen \u201ebis hin zur extremen Rechten\u201c erweitert zu haben. \u201eDieses Buch ragt nicht nur dadurch heraus, dass Sie damit Ihren Verlag den F\u00fchrungspersonen eines Portals zur Verf\u00fcgung stellen, das Tag f\u00fcr Tag gro\u00dfe Teile des demokratischen Spektrums verunglimpft. Der Band enth\u00e4lt zudem Texte von Autorinnen und Autoren, deren Positionen der AfD nahestehen, einer aus unserer Sicht demokratiebedrohenden Partei\u201c, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>\u201eWir erkennen ausdr\u00fccklich Ihr selbstverst\u00e4ndliches Recht an, zu ver\u00f6ffentlichen, was Sie wollen, auch wenn Sie damit rechten Kulturk\u00e4mpferinnen und -k\u00e4mpfern eine weitere Plattform bieten. Wir nehmen allerdings f\u00fcr uns das Recht in Anspruch, unsere publizistische Arbeit nicht in dieser ideologischen Nachbarschaft fortzusetzen\u201c, endet der Brief.<\/p>\n<p>Westend-Verlag will abweichende Positionen nicht diskreditieren<\/p>\n<p>Der Westend-Verlag nahm den Brief \u201emit Bedauern\u201c zur Kenntnis, wie es in einer Stellungnahme hei\u00dft. Der Verlag verweist auf die leicht ge\u00e4nderte Positionierung auf seiner Website. \u201eWir verstehen uns ausdr\u00fccklich als Plattform f\u00fcr kritische, an sozialer Gerechtigkeit und umfassender Teilhabe orientierte Perspektiven auf gesellschaftliche Entwicklungen \u2013 ohne Anspruch auf ideologische Geschlossenheit\u201c, hei\u00dft es dort.<\/p>\n<p>\u201eEbenso betonen wir unmissverst\u00e4ndlich, dass abweichende Positionen, die sich innerhalb des demokratischen Rechtsrahmens bewegen, bei uns nicht diskreditiert, sondern als Beitr\u00e4ge zu einer offenen Debatte ernst genommen werden\u201c, teilte der Verlag mit. Gerade unterschiedliche und auch gegens\u00e4tzliche Ans\u00e4tze seien hilfreich. Seit jeher pflege der Verlag einen engen Austausch mit seinen Autoren. \u201eDeswegen stehen unsere T\u00fcren, wie jeder wei\u00df, und auch in Anspruch nimmt und nahm, immer offen\u201c, hei\u00dft es.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anfangs war der Westend-Verlag links, inzwischen schreiben auch liberale und rechte Autoren f\u00fcr das Haus. 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