{"id":1036502,"date":"2026-05-21T18:56:12","date_gmt":"2026-05-21T18:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036502\/"},"modified":"2026-05-21T18:56:12","modified_gmt":"2026-05-21T18:56:12","slug":"konservierungsmittel-koennten-bluthochdruck-beguenstigen-wissenschaft-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036502\/","title":{"rendered":"Konservierungsmittel k\u00f6nnten Bluthochdruck beg\u00fcnstigen &#8211; wissenschaft.de"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Frische Lebensmittel sind ges\u00fcnder als hochverarbeitete Produkte mit vielen Zusatzstoffen. Eine gro\u00dfe epidemiologische Studie deckt nun eine m\u00f6gliche Verbindung zwischen zahlreichen Konservierungsmitteln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Darunter sind auch \u00fcberraschende Kandidaten wie Vitamin C und Zitronens\u00e4ure, die bisher eher als sch\u00fctzend galten. Weitere Untersuchungen sollen nun kl\u00e4ren, inwieweit die beobachteten Assoziationen wirklich auf kausalen Zusammenh\u00e4ngen beruhen und \u00fcber welche Mechanismen die Zusatzstoffe ihre potenziell sch\u00e4dliche Wirkung entfalten.<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten industriell verarbeiteten Lebensmittel enthalten zahlreiche Konservierungsmittel, die ihre Haltbarkeit verl\u00e4ngern sollen. Sogenannte nicht-antioxidative Zusatzstoffe wie Nitrite und Sorbate hemmen das Wachstum sch\u00e4dlicher Mikroben wie Schimmelpilzen und Bakterien; antioxidative Zusatzstoffe wie die Vitamine C und E verhindern dagegen, dass sich Lebensmittel durch Oxidation verf\u00e4rben oder ranzig werden. Welche Konservierungsmittel in einem Produkt enthalten sind, ist anhand der E-Nummern in der Zutatenliste ersichtlich.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe epidemiologische Studie<\/p>\n<p>\u201eExperimentelle Studien deuten darauf hin, dass einige Konservierungsstoffe der Herz-Kreislauf-Gesundheit schaden k\u00f6nnten, aber wir hatten bisher nicht gen\u00fcgend Belege f\u00fcr die Auswirkungen dieser Inhaltsstoffe auf den Menschen\u201c, sagt Ana\u00efs Hasenb\u00f6hler vom franz\u00f6sischen Nationalen Institut f\u00fcr Gesundheit und medizinische Forschung INSERM. Um m\u00f6gliche sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse aufzudecken, haben Hasenb\u00f6hler und ihr Team nun die Ergebnisse einer gro\u00dfen epidemiologischen Studie in Frankreich auf m\u00f6gliche Assoziationen zwischen Konservierungsmitteln und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgewertet.<\/p>\n<p>Insgesamt nahmen 112.395 Freiwillige an der Studie namens NutriNet-Sant\u00e9 teil und f\u00fchrten alle sechs Monate jeweils f\u00fcr ein bis drei Tage ein Ern\u00e4hrungsprotokoll. Zus\u00e4tzlich stellten sie umfangreiche Informationen zu ihrer Gesundheit und ihrem Lebensstil zur Verf\u00fcgung. Die Forschenden werteten aus, welche und wie viele Konservierungsstoffe die Personen zu sich genommen hatten und setzten dies in Beziehung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die innerhalb des Beobachtungszeitraum von durchschnittlich sieben bis acht Jahren auftraten.<\/p>\n<p>Die Menge macht\u2018s<\/p>\n<p>Wie das Forschungsteam feststellte, nahmen nahezu alle Testpersonen Lebensmittel mit Konservierungsstoffen zu sich. Bei der Menge gab es allerdings bedeutende Unterschiede \u2013 und diese spiegelten sich auch beim Blick auf die Herz-Kreislauf-Erkrankungen wider: Menschen, die die gr\u00f6\u00dften Mengen an nicht-antioxidativen Konservierungsstoffen zu sich nahmen, hatten demnach ein um 29 Prozent h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Bluthochdruck als diejenigen, die am wenigsten davon a\u00dfen. Ihr Risiko f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Angina pectoris war um 16 Prozent erh\u00f6ht. Auch antioxidative Zusatzstoffe waren mit einem erh\u00f6hten Herz-Kreislauf-Risiko assoziiert: Personen, die besonders viele antioxidative Konservierungsmittel zu sich nahmen, hatten ein um 22 Prozent erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Bluthochdruck.<\/p>\n<p>F\u00fcr die 17 am h\u00e4ufigsten konsumierten Konservierungsmittel werteten Hasenb\u00f6hler und ihr Team zudem die jeweilige Risikoassoziation einzeln aus. Dabei identifizierten sie acht Kandidaten, die nach geltendem Lebensmittelrecht als unbedenklich eingestuft werden, aber in der Analyse mit Bluthochdruck in Verbindung standen. Neben Kaliumsorbat (E202), Kaliummetabisulfit (E224) und Natriumnitrit (E250) z\u00e4hlten dazu auch Vitamin C (Ascorbins\u00e4ure, E300) und seine verwandten Verbindungen Natriumascorbat (E301) und Natriumerythorbat (E316) sowie Zitronens\u00e4ure (E330) und Rosmarinextrakte (E392). F\u00fcr Vitamin C beobachteten die Forschenden zudem eine Assoziation mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<\/p>\n<p>Kausalit\u00e4t noch unklar<\/p>\n<p>Einige dieser Verbindungen, darunter Zitronens\u00e4ure und Rosmarinextrakte, galten bisher als Schutzfaktoren gegen Bluthochdruck. \u201eIn Tiermodellen zeigten sie potenzielle blutdrucksenkende Wirkungen\u201c, berichten die Forschenden. Als Erkl\u00e4rung, warum diese eigentlich sch\u00fctzenden Verbindungen den gegenteiligen Effekt haben k\u00f6nnten, mutma\u00dft das Team: \u201eEine geringe Exposition beim Menschen k\u00f6nnte zu einer langfristigen Anpassung f\u00fchren, bei der sich anf\u00e4ngliche blutdrucksenkende Reaktionen und blutdrucksteigernde Reaktionen ausgleichen. Es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um zu kl\u00e4ren, wie sich diese Zusatzstoffe auf die Gef\u00e4\u00dffunktion auswirken.\u201c<\/p>\n<p>Auch Vitamin C gilt eigentlich als f\u00f6rderlich f\u00fcr die Gesundheit von Herz und Gef\u00e4\u00dfen. Die Struktur des Vitamins ist immer die gleiche, egal ob es aus frischem Obst und Gem\u00fcse stammt oder als Lebensmittelzusatzstoff oder Vitaminpr\u00e4parat aufgenommen wird. Doch wom\u00f6glich k\u00f6nnten die Dosis sowie Wechselwirkungen mit anderen Lebensmittelinhaltsstoffen beeinflussen, ob sich Vitamin C positiv oder negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt, spekulieren die Forschenden.<\/p>\n<p>Zudem betonen sie, dass ihre Studie nicht dazu angelegt ist, kausale Zusammenh\u00e4nge nachzuweisen. Stattdessen kann sie nur Assoziationen aufdecken, die dann in weiteren Studien \u00fcberpr\u00fcft werden m\u00fcssen. Solche Studien will das Team nun durchf\u00fchren, um besser zu verstehen, ob und wie bestimmte Zusatzstoffe das Krankheitsrisiko erh\u00f6hen. \u201eIn der Zwischenzeit st\u00fctzen unsere Ergebnisse bestehende Empfehlungen, unverarbeitete und minimal verarbeitete Lebensmittel zu bevorzugen und unn\u00f6tige Zusatzstoffe zu vermeiden\u201c, sagt Hasenb\u00f6hlers Kollegin Mathilde Touvier.<\/p>\n<p>Quelle: Ana\u00efs Hasenb\u00f6hler (Universit\u00e9 Sorbonne Paris Nord and Universit\u00e9 Paris Cit\u00e9, INSERM) et al., European Heart Journal, <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/eurheartj\/article-lookup\/doi\/10.1093\/eurheartj\/ehag308\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">doi: 10.1093\/eurheartj\/ehag308<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-meta meta-small\"> \u00a9 wissenschaft.de &#8211; Elena Bernard<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frische Lebensmittel sind ges\u00fcnder als hochverarbeitete Produkte mit vielen Zusatzstoffen. 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