{"id":1036878,"date":"2026-05-21T22:22:19","date_gmt":"2026-05-21T22:22:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036878\/"},"modified":"2026-05-21T22:22:19","modified_gmt":"2026-05-21T22:22:19","slug":"erdwaerme-fuer-nuernberg-spezial-trucks-loten-untergrund-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1036878\/","title":{"rendered":"Erdw\u00e4rme f\u00fcr N\u00fcrnberg? Spezial-Trucks loten Untergrund aus"},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6nnen H\u00e4user und Wohnungen in N\u00fcrnberg k\u00fcnftig auch mit Erdw\u00e4rme geheizt werden? Eine Frage, die sich der N\u00fcrnberger Versorger N-Ergie nicht nur mit Blick auf den Klimaschutz stellt \u2013 sondern auch, um die Energieabh\u00e4ngigkeit aus dem Ausland zu reduzieren. Doch wie gut eignet sich der Untergrund tief unter der Franken-Metropole f\u00fcr eine geothermische Nutzung? Das will die N-Ergie mit Hilfe von Spezialfahrzeugen ausloten.<\/p>\n<p>Im Herbst beginnen Messungen mit Spezial-Lkw<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2024 hat die N-Ergie spezielle Luftaufnahmen erstellen lassen. Die daraus gewonnenen Daten sollen nun mit Schalluntersuchungen abgeglichen werden, die mehrere tausend Meter tief in die Erde gehen. Daf\u00fcr fahren Spezial-Lkw, sogenannte &#8222;Vibro-Trucks&#8220;, entlang festgelegter Routen durch N\u00fcrnberg. Im Herbst sollen die Messungen starten.<\/p>\n<p>Wo soll nach Erdw\u00e4rme gebohrt werden?<\/p>\n<p>Dominik Maier muss festlegen, wo sich Geothermie-Bohrungen lohnen. Daf\u00fcr muss der Projektleiter wissen, welche Gesteinsschichten unter der Stadt verborgen sind. Das sollen die sogenannten &#8222;Vibro-Trucks&#8220; ans Licht bringen. Mehrere der 25 Tonnen schweren Spezial-Lkw sollen ab Herbst auf sechs festgelegten Routen in und um N\u00fcrnberg unterwegs sein \u2013 von Zirndorf und Oberasbach \u00fcber das N\u00fcrnberger Stadtzentrum bis nach Wendelstein. <\/p>\n<p>&#8222;Vibro-Trucks&#8220; schicken Schallwellen in die Erde<\/p>\n<p>Die &#8222;Vibro-Trucks&#8220; schicken mit auf den Boden aufgelegten Platten Schallwellen im Frequenzbereich zwischen sechs und 120 Hertz in die Erde \u2013 mehrere tausend Meter tief. Die zur\u00fcckgeworfenen Reflektionen werden an der Erdoberfl\u00e4che von sogenannten Geophonen aufgenommen. Alle 20 Meter soll gemessen werden. Bei einer Messstrecke von \u00fcber 110 Kilometern ergeben sich knapp 5.000 Messungen. <\/p>\n<p>Schallvibrationen laut, aber keine Gefahr f\u00fcr Geb\u00e4ude<\/p>\n<p>Wenn die &#8222;Vibro-Trucks&#8220; Schallwellen in den Boden schicken, ist das im Umfeld als &#8222;leichte Vibration&#8220; sp\u00fcrbar, erkl\u00e4rt Dominik Maier. Anwohner m\u00fcssten sich aber keine Sorgen um m\u00f6gliche Sch\u00e4den an ihren H\u00e4usern und Wohnungen machen, betont Marthe Tscheliesnig von der \u00f6sterreichischen Spezialfirma Geops, die von der N-Ergie mit der Planung der Geothermie-Untersuchung beauftragt wurde. Es gebe eine Art &#8222;Sicherheitsmechanismus&#8220;, bei dem die Vibrationen rund um nahegelegene Geb\u00e4ude gemessen w\u00fcrden. Die Messung werde schon deutlich unter dem festgelegten DIN-Grenzwert abgebrochen, so Tscheliesnig. <\/p>\n<p>Infoveranstaltungen f\u00fcr Anwohner<\/p>\n<p>Mit Infoveranstaltungen will die N-Ergie vor Start der Bodenuntersuchung Bedenken ausr\u00e4umen. Unter <a href=\"https:\/\/erdwaerme-franken.de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">www.erdwaerme-franken.de<\/a> [externer Link] wurde zudem eine eigene Webseite eingerichtet. <\/p>\n<p>Sp\u00fcrbar werden die Schallmessungen f\u00fcr die N\u00fcrnberger Bev\u00f6lkerung nicht nur durch Vibrationen: Die &#8222;Vibro-Trucks&#8220; werden in den vier bis f\u00fcnf Wochen, in denen sie in und um N\u00fcrnberg unterwegs sind, vor allem nachts fahren. Dadurch soll der Verkehr m\u00f6glichst wenig beeintr\u00e4chtigt werden. Der Nachteil: Anwohner k\u00f6nnten wegen der sehr lauten Spezial-Lkw kurzzeitig um ihren Schlaf gebracht werden, so die N-Ergie.<\/p>\n<p>N-Ergie sieht Potenzial f\u00fcr Geothermie-Nutzung<\/p>\n<p>Doch der Aufwand k\u00f6nnte sich lohnen. Ob der N\u00fcrnberger Untergrund warm genug ist f\u00fcr eine Geothermie-Nutzung, steht laut der N-Ergie au\u00dfer Frage. Je 100 Meter Tiefe steigen die Temperaturen im Schnitt um drei Grad Celsius an. Die Frage sei mit Blick auf die Gesteinsschichten vielmehr, ob eine Nutzung der Erdw\u00e4rme wirtschaftlich sinnvoll ist. Bis zum Fr\u00fchjahr 2027 will der N\u00fcrnberger Versorger dazu eine Aussage treffen k\u00f6nnen. Falls eine Geothermieanlage gebaut werden sollte, k\u00f6nnte die \u2013 so die Prognose \u2013 bis zu 20 Megawatt liefern. Das w\u00fcrde reichen, um ein Viertel des ben\u00f6tigten st\u00e4dtischen Fernw\u00e4rme-Bedarfs zu decken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"K\u00f6nnen H\u00e4user und Wohnungen in N\u00fcrnberg k\u00fcnftig auch mit Erdw\u00e4rme geheizt werden? 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