{"id":1037215,"date":"2026-05-22T01:27:23","date_gmt":"2026-05-22T01:27:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1037215\/"},"modified":"2026-05-22T01:27:23","modified_gmt":"2026-05-22T01:27:23","slug":"europas-letzte-indigene-warum-sie-mit-den-muenchner-stadtwerken-streiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1037215\/","title":{"rendered":"Europas letzte Indigene: Warum sie mit den M\u00fcnchner Stadtwerken streiten"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Warum haben Sie das gemacht? Warum ist seither nichts passiert?&#8220; Das sind die beiden grundlegenden Fragen an diesem Donnerstagvormittag im Rathaus-Sitzungssaal. Elise Holtan Pavall \u00c5rbogen stellt sie Vertretern der M\u00fcnchner Stadtwerke (<a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/stadtwerke-muenchen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SWM<\/a>), die mit am Tisch sitzen. Auch dabei: Politiker der Linken, der \u00d6DP, von Volt und <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/fdp\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">FDP<\/a>. Nicht dabei trotz Einladung: Gr\u00fcne, <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/spd\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">SPD<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/organisation\/csu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CSU<\/a>.<\/p>\n<p>\u00c5rbogen ist Rentierz\u00fcchterin und damit Betroffene des Engagements der SWM in Norwegen. Dort sind die Stadtwerke an vielen Windparks beteiligt, Probleme gibt es seit Jahren in Roan, wo 71 Windr\u00e4der stehen. Daran halten sie 29 Prozent.<\/p>\n<p>Treffen in M\u00fcnchen: S\u00e1mi-Aktivisten und Stadtwerke im Rathaus<\/p>\n<p>Seit die norwegische Regierung 2010 die Lizenz erteilte, um dort einen Windpark zu bauen, gibt es Widerstand der S\u00e1mi, der letzten indigenen Bev\u00f6lkerungsgruppe Europas. Denn sie nutzen das Gebiet f\u00fcr ihre Rentierzucht. 2021, nur wenige Monate, nachdem die Stadtwerke sich an Roan beteiligten, hatte der Oberste Gerichtshof Norwegens entschieden, dass damit die <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/thema\/menschenrechte\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Menschenrechte<\/a> der S\u00e1mi missachtet wurden und der Windpark eigentlich nicht h\u00e4tte gebaut werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1693347_file-1_artikelbild_1G3Qkg_yRR6R8.png\" alt=\"Eines der Windpark-Projekte der SWM und Tr\u00f8nderenergi in Norwegen.\" title=\"Eines der Windpark-Projekte der SWM und Tr\u00f8nderenergi in Norwegen.\" width=\"812\" height=\"459\"\/><\/p>\n<p>      Eines der Windpark-Projekte der SWM und Tr\u00f8nderenergi in Norwegen.<br \/>\n      \u00a9 Tr\u00f8nderenergi<\/p>\n<p>    Eines der Windpark-Projekte der SWM und Tr\u00f8nderenergi in Norwegen.<\/p>\n<p>von Tr\u00f8nderenergi <\/p>\n<p>&#8222;}&#8220;&gt; <\/p>\n<p>Nach dem Gerichtsentscheid passierte lange nichts. Nach 500 Tagen gab es in Norwegen darum riesige <a href=\"https:\/\/www.abendzeitung-muenchen.de\/thema\/demonstrationen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demonstrationen<\/a>. Dann setzten sich alle Beteiligten zusammen, um eine L\u00f6sung zu finden. Die l\u00e4sst immer noch auf sich warten, eine Frist l\u00e4uft noch bis Fr\u00fchjahr 2029.<\/p>\n<p>Obwohl sie gewonnen haben, seien sie &#8222;die Einzigen, die seit dem Gerichtsurteil gelitten haben&#8220;, findet \u00c5rbogen. Sie h\u00e4tten eigentlich gefordert, dass der Windpark wieder abgerissen wird. Doch das sei beim Einigungsverfahren gar nicht zur Debatte gestanden, sondern lediglich Entsch\u00e4digungszahlungen und neue Gebiete f\u00fcr die Rentierzucht.<\/p>\n<p>Beim Geld gab es vor zwei Jahren eine Einigung und die S\u00e1mi haben auch ein Vetorecht, ob der Windpark ab 2043 weiter betrieben werden darf. Noch offen: Ersatzfl\u00e4chen f\u00fcr die Rentierzucht.<\/p>\n<p>&#8222;Sind dort nicht willkommen&#8220;<\/p>\n<p>Mitstreiter von \u00c5rbogen sind Vertreter des S\u00e1mi-Parlaments \u2013 eine Nichtregierungsorganisation mit Vertretern aus allen vier L\u00e4ndern, wo die indigene Gruppe lebt (Finnland, Schweden, Norwegen und Russland). Die sind aktuell in M\u00fcnchen zu Besuch. &#8222;M\u00fcnchen ist verantwortlich f\u00fcr alles, was dort passiert ist&#8220;, sagt Beaska Nillas, gerichtet an Thomas Meerpohl, Leiter des Beteiligungsmanagements der SWM.<\/p>\n<p>Das sieht der anders. Meerpohl betont mehrmals, dass sie als Minderheitseigner nicht die Betreiber des Windparks sind und damit auch nicht die Befugnis h\u00e4tten, den Windpark abzurei\u00dfen oder Ersatzland bereitzustellen. &#8222;In einem Punkt habe ich Mitgef\u00fchl&#8220;, sagt Meerpohl. &#8222;Es ist frustrierend, dass das neue Weideland noch nicht gefunden wurde.&#8220; Der Prozess laufe aber und das Land sollte zur Weidezeit in den Jahren 2027\/28 verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>Problem gel\u00f6st? Kaum. &#8222;Wir sind dort nicht willkommen&#8220;, sagt \u00c5rbogen. &#8222;Die Leute vor Ort sorgen sich, weil wir da hinziehen sollen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Stadtratsparteien haben also allen Grund, weiter genau hinzuschauen bei den Beteiligungen der Stadtwerke in Norwegen. Die haben immerhin mehr Transparenz angek\u00fcndigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#8222;Warum haben Sie das gemacht? 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