{"id":1037447,"date":"2026-05-22T03:47:18","date_gmt":"2026-05-22T03:47:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1037447\/"},"modified":"2026-05-22T03:47:18","modified_gmt":"2026-05-22T03:47:18","slug":"klima-phaenologische-veraenderungen-in-europa-im-vergleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1037447\/","title":{"rendered":"Klima: Ph\u00e4nologische Ver\u00e4nderungen in Europa im Vergleich"},"content":{"rendered":"<p class=\"bold\">Dass Haselstr\u00e4ucher immer fr\u00fcher bl\u00fchen und Obstb\u00e4ume zeitiger austreiben, sind Naturbeobachtungen, die den Fu\u00dfabdruck des Klimawandels zeigen.\n\t\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tAnzeige<\/p>\n<p>    <a href=\"#\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/1779421638_308_avw.gif\" border=\"0\" alt=\"\"\/><\/a><\/p>\n<p>Wachstum und Entwicklung von Pflanzen, im Fachjargon Ph\u00e4nologie, sind n\u00e4mlich stark temperaturabh\u00e4ngig. Umgekehrt beeinflussen <strong>Ver\u00e4nderungen <\/strong>in der Ph\u00e4nologie \u00f6kologische Prozesse, das Lokalklima, die Atmosph\u00e4renchemie und die Interaktion zwischen Pflanzen, Insekten und Menschen. Solche Ver\u00e4nderungen systematisch zu erfassen und \u00fcber ganz Europa hinweg zu vergleichen, ist daher nun Kern eines neuen Forschungsprojekts an der Katholischen Universit\u00e4t Eichst\u00e4tt-Ingolstadt (KU).<\/p>\n<p>\u201e<strong>REPHASE <\/strong>\u2013 Reproduktion, Ph\u00e4nologie und Saisonalit\u00e4t im europ\u00e4ischen Vergleich\u201c wird geleitet von Prof. Dr. Susanne Jochner-Oette, Inhaberin der Professur f\u00fcr Physische Geographie \/ Landschafts\u00f6kologie und nachhaltige \u00d6kosystementwicklung. Zum Team geh\u00f6rt au\u00dferdem ihre wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Lisa Buchner. REPHASE kn\u00fcpft direkt an das weltweit <strong>einzigartige Netzwerk der Internationalen Ph\u00e4nologischen G\u00e4rten Europas <\/strong>(IPG) an, dessen wissenschaftliche Leitung und Koordination Jochner-Oette 2023 \u00fcbernommen hat. Gef\u00f6rdert wird das Projekt bis Ende 2028 durch die Eva Mayr-Stihl Stiftung.<\/p>\n<p>Ph\u00e4nologie besch\u00e4ftigt sich mit wiederkehrenden <strong>Entwicklungsphasen <\/strong>in der Natur \u2013 etwa Bl\u00fcte, Blattentfaltung oder Fruchtreife. Diese Prozesse reagieren besonders sensibel auf klimatische Ver\u00e4nderungen. \u201eDie Ph\u00e4nologie ist ein wichtiger Indikator, um die Folgen von ver\u00e4nderten Temperaturen, Niederschlagsmengen oder Sonnenscheindauern zu ermitteln und zu verstehen\u201c, erkl\u00e4rt Susanne Jochner-Oette. Die <strong>Beobachtungen <\/strong>in den IPG leisten daher einen wichtigen Beitrag zur <strong>Klimafolgenforschung<\/strong>. Durch die Verwendung genetisch identischer B\u00e4ume und Str\u00e4ucher an verschiedenen Standorten sind pr\u00e4zise klimabezogene Vergleiche m\u00f6glich. Aktuell umfasst das Netzwerk knapp 100 Standorte in 18 L\u00e4ndern von Finnland bis Portugal.<\/p>\n<p>Bislang lag der Fokus auf der Analyse der ph\u00e4nologischen Entwicklung, Jochner-Oette sieht jedoch weit mehr Potenzial im IPG: \u201eWir wollen in REPHASE eine Verkn\u00fcpfung schaffen von Ph\u00e4nologie und Pflanzenphysiologie.\u201c Die am Projekt beteiligten B\u00e4ume werden daf\u00fcr mit einem Dendrometer ausgestattet, einem Messinstrument zur<strong> kontinuierlichen Erfassung <\/strong>von Umfangs\u00e4nderungen des Stamms. \u201eDer Start und das Ende des Dickenwachstums eines Baumes sind alternative Indikatoren f\u00fcr die L\u00e4nge der Vegetationsperiode. H\u00e4ufig nutzt man daf\u00fcr die Blattentwicklung. Uns interessiert nun, wie sich der Alternativindikator Dickenwachstum im Vergleich verh\u00e4lt\u201c, erl\u00e4utert die Professorin. Spannend sei zudem, wie sich unterschiedliche lokale <strong>Klimabedingungen <\/strong>auswirken. Daf\u00fcr werden zus\u00e4tzlich jeweils ein Temperatur- und Feuchtigkeitsmessger\u00e4t an der Pflanze installiert. Die Messdaten werden von den Teams vor Ort erfasst und zur Analyse nach Eichst\u00e4tt weitergeschickt. Ziel ist ein Vergleich der Vegetationsperioden innerhalb Europas, der Einblicke in die Anpassungsf\u00e4higkeit der B\u00e4ume an ver\u00e4nderte Umweltbedingungen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Neben der <strong>Vegetationsperiode <\/strong>stehen Fragen der Reproduktions\u00f6kologie im Fokus. So werden die Messungen mit dem Dendrometer mit der Menge produzierter Samen verglichen, um m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge zwischen Ph\u00e4nologie und Reproduktion zu identifizieren. \u201eIn sogenannten Mastjahren, in denen ein Baum viel Energie f\u00fcr die Entwicklung von Pollen und Samen verwendet, wendet er weniger auf f\u00fcr die Entwicklung von Bl\u00e4ttern und bleibt kahler. Die Frage ist, ob in diesen Jahren auch das Dickenwachstum geringer ist.\u201c Um diese Frage zu beantworten, werden den Wissenschaftlerinnen auch Blattproben aus den G\u00e4rten zugeschickt.<\/p>\n<p>Das Forschungsteam nutzt f\u00fcr das Projekt Buchen, da diese an ausreichend vielen Standorten der IPG vorkommen \u2013 was angesichts <strong>klimatischer Unterschiede<\/strong> auch innerhalb Europas nicht f\u00fcr alle B\u00e4ume und Str\u00e4ucher der Fall ist. Im Sample sind rund<strong> 20 Standorte<\/strong> mit insgesamt vier Genotypen der Buche. Hinzu kommen zehn B\u00e4ume in der Region Eichst\u00e4tt. \u201eSo haben wir auch den Vergleich, wie sich Buchen bei gleichen mikroklimatischen Bedingungen aber unterschiedlicher Genetik entwickeln\u201c, sagt die KU-Professorin.Die <strong>gewonnenen Ergebnisse<\/strong> sollen dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels auf Waldb\u00e4ume besser zu verstehen und liefern wichtige Grundlagen f\u00fcr Anpassungsstrategien in der Forstwirtschaft. Zudem soll das IPG-Netzwerk gest\u00e4rkt und strategisch weiterentwickelt werden. Unter anderem plant Jochner-Oette im Rahmen von REPHASE einen Workshop in Eichst\u00e4tt mit den Kolleginnen und Kollegen verschiedener IPG-Standorte. Denn aus ihrer Sicht ist der Mehrwert des Netzwerks einzigartig: \u201eDa wir genetisch identische B\u00e4ume und Str\u00e4ucher nutzen, k\u00f6nnen wir<strong> regionale Ver\u00e4nderungen in Europa<\/strong> \u00fcber die Zeit hinweg standardisiert vergleichen und Klimaauswirkungen detektieren.\u201c So wird der Garten am Campus zum Fenster f\u00fcr globale Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dass Haselstr\u00e4ucher immer fr\u00fcher bl\u00fchen und Obstb\u00e4ume zeitiger austreiben, sind Naturbeobachtungen, die den Fu\u00dfabdruck des Klimawandels zeigen. 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