{"id":1037595,"date":"2026-05-22T05:09:17","date_gmt":"2026-05-22T05:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1037595\/"},"modified":"2026-05-22T05:09:17","modified_gmt":"2026-05-22T05:09:17","slug":"europa-in-diesen-laendern-verdienen-die-superreichen-am-meisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1037595\/","title":{"rendered":"Europa: In diesen L\u00e4ndern verdienen die Superreichen am meisten"},"content":{"rendered":"<p>Der Einkommensanteil, der an das reichste 0,1 % der Bev\u00f6lkerung geht, unterscheidet sich in Europa stark. In einigen L\u00e4ndern liegt er \u00fcber 6 %, der europ\u00e4ische Durchschnitt betr\u00e4gt 4,5 %. Fachleute sehen vor allem Steuersysteme und Lohnungleichheit als Triebkr\u00e4fte dieser Unterschiede.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Welche L\u00e4nder r\u00e4umen dieser Gruppe \u2013 rund einer von tausend Menschen \u2013 den gr\u00f6\u00dften Einkommensanteil ein?<\/p>\n<p>Zahlen der World Inequality Database zeigen, dass der Einkommensanteil dieser Ultrareichen in den 35 betrachteten L\u00e4ndern zwischen 1,6 % in den Niederlanden und 10,2 % in Georgien liegt. Erfasst sind EU-Mitglieder, Beitrittskandidaten, EFTA-Staaten und das Vereinigte K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Die meisten Werte beziehen sich auf das Jahr 2024 oder auf das jeweils j\u00fcngste Jahr nach 2020. Eine Ausnahme ist Italien, wo die aktuellsten Daten aus dem Jahr 2015 stammen. Grundlage ist das Einkommen vor Steuern und Sozialleistungen.<\/p>\n<p>Unter den EU-Staaten verzeichnet Estland mit 8,3 % den h\u00f6chsten Anteil, gefolgt von Bulgarien (7,5 %) und Polen (7 %).<\/p>\n<p>Auch zwei EU-Beitrittskandidaten liegen \u00fcber 6 %: Serbien (6,9 %) und die T\u00fcrkei (6,1 %).<\/p>\n<p>D\u00e4nemark (5,8 %) und Rum\u00e4nien (5,1 %) kommen ebenfalls auf mehr als 5 %.<\/p>\n<p>Woran liegen die Unterschiede?<\/p>\n<p>Dr. Pawel Bukowski vom University College London betont, dass Politikgestaltung und Institutionen eine zentrale Rolle spielen.<\/p>\n<p>\u201eL\u00e4nder unterscheiden sich beim Ausma\u00df der Umverteilung, also darin, wie stark sie Einkommen \u00fcber Steuern und Sozialpolitik zu beeinflussen versuchen\u201c, sagte er Euronews Business.<\/p>\n<p>\u201eIn dieser Hinsicht ist die Umverteilung in Mittel- und Osteuropa eher gering. In Polen ist das Steuersystem etwa regressiv, das hei\u00dft: Reiche zahlen im Verh\u00e4ltnis weniger als Arme\u201c, so Bukowski.<\/p>\n<p>Er weist au\u00dferdem darauf hin, dass viele sozialpolitische Ma\u00dfnahmen so ausgestaltet sind, dass sie Einkommen nicht zwingend angleichen.<\/p>\n<p>L\u00e4sst man Italien au\u00dfen vor, liegen die vier gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften dicht beieinander: In Spanien entfallen 5 %, in Deutschland, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und Frankreich jeweils 4,9 % auf die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/05\/07\/ultra-reiche-in-europa-2026-wo-es-die-meisten-gibt-und-wo-sie-am-schnellsten-wachsen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gruppe der Ultrareichen<\/a>.<\/p>\n<p>Irland (4,8 %) folgt knapp dahinter und liegt damit leicht \u00fcber dem europ\u00e4ischen Durchschnitt von 4,5 %.<\/p>\n<p>Am unteren Ende liegen mehrere L\u00e4nder eng beisammen. Die Niederlande verzeichnen mit 1,6 % den niedrigsten Wert, gefolgt von Zypern (2,2 %), Montenegro (2,3 %), Slowenien (2,3 %), Belgien (2,3 %), Albanien (2,4 %) und Lettland (2,4 %). Alle bleiben unter 2,5 %.<\/p>\n<p>F\u00fcr Italien weist die WID zuletzt 2,0 % aus. Diese Angabe stammt allerdings aus dem Jahr 2015 und ist daher nur bedingt vergleichbar. Eine von der WID ver\u00f6ffentlichte Studie von Guzzardi und Morelli kommt f\u00fcr 2021 auf 3,3 %.<\/p>\n<p>Der Einkommensanteil des reichsten 0,1 % liegt in Griechenland (4,5 %), der Schweiz (4,3 %), Tschechien (4,2 %), Schweden (3,7 %), Finnland (3,5 %) und Norwegen (3,5 %) zwischen 3,5 und 4,5 %.<\/p>\n<p>Dr. Salvatore Morelli von der Universit\u00e4t Roma Tre weist darauf hin, dass h\u00f6here Einkommensanteile an der Spitze in manchen L\u00e4ndern teilweise eine tats\u00e4chlich st\u00e4rkere Konzentration von L\u00f6hnen, Unternehmenseinkommen und Verm\u00f6gen widerspiegeln. Letzteres generiert wiederum Kapitaleinkommen \u2013 insbesondere nach den wirtschaftlichen Umbr\u00fcchen der neunziger Jahre.<\/p>\n<p>Zugleich spielen Unterschiede bei Rentensystemen, steuerlichen Meldepflichten, der Informalit\u00e4t der Wirtschaft und dabei, wie gut Kapitaleinkommen in Verwaltungsdaten erfasst werden, eine Rolle.<\/p>\n<p><strong>Lohnangleichung und st\u00e4rkere Tarifbindung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eStudien legen nahe, dass L\u00e4nder mit st\u00e4rkerer Lohnangleichung, kr\u00e4ftigen Tarifstrukturen, niedriger Arbeitslosigkeit und gut ausgebauten Sozialversicherungssystemen die Einkommensl\u00fccke vor Steuern zwischen Spitzenverdienern und dem Rest der Bev\u00f6lkerung eher verringern\u201c, sagte Morelli Euronews Business.<\/p>\n<p>\u201eDas k\u00f6nnte erkl\u00e4ren, warum skandinavische L\u00e4nder und mehrere westeurop\u00e4ische Staaten h\u00e4ufig geringere Einkommensanteile an der Spitze verzeichnen als viele Transformations\u00f6konomien.\u201c<\/p>\n<p><strong>W\u00e4chst der Einkommensanteil der Reichsten?<\/strong><\/p>\n<p>In Europa vereinnahmte das reichste 0,1 % im Jahr 1940 noch 6,43 % des Gesamteinkommens. Dieser Anteil sank anschlie\u00dfend kontinuierlich und lag Anfang der achtziger Jahre bei rund 2,7 %.<\/p>\n<p>Danach stieg er wieder an und n\u00e4herte sich 2007 der Marke von 5 %, bevor die Finanzkrise ihn erneut dr\u00fcckte. Seit etwa 2010 verl\u00e4uft die Kurve relativ flach; 2024 liegt der Wert bei 4,54 %.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Einkommensanteil, der an das reichste 0,1 % der Bev\u00f6lkerung geht, unterscheidet sich in Europa stark. 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