{"id":1038489,"date":"2026-05-22T13:31:13","date_gmt":"2026-05-22T13:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1038489\/"},"modified":"2026-05-22T13:31:13","modified_gmt":"2026-05-22T13:31:13","slug":"dresden-ausstellung-zeigt-ddr-staatskunst-in-ihrer-erstaunlichen-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1038489\/","title":{"rendered":"Dresden: Ausstellung zeigt DDR-Staatskunst \u2013 in ihrer erstaunlichen Vielfalt"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"Vielfalt\">Vielfalt<\/a> der Kunst in der DDR<\/p>\n<p class=\"text\">\nBei der Recherche in den Katalogen der damaligen Ausstellung sei das Team erstaunt gewesen, &#8222;weil man sieht, was f\u00fcr eine Vielfalt m\u00f6glich war, wie wenig der Arbeiten eigentlich dem Klischee entsprechen eines irgendwie gearteten Sozialismus&#8220;, so Mennicke-Schwarz. Denn nur kurz zuvor wurde die sogenannte Formalismusdebatte noch erbittert gef\u00fchrt, bei der unter anderem ein realistische Stil von Kunstschaffenden der DDR verlangt wurde. Aber in den 80er-Jahren haben es einige wohl geschafft, &#8222;sich diesen Repr\u00e4sentationsraum zu erk\u00e4mpfen&#8220;, erl\u00e4utert Mennicke-Schwarz.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nZu den erk\u00e4mpften Freir\u00e4umen geh\u00f6rte auch, dass Mode, Design, Plakatkunst und Fotografie mehr Platz einger\u00e4umt wurde. Fotoserien von Helga Paris wie &#8222;Berliner Jugendliche&#8220; oder von Ulrich W\u00fcst und Christian Borchert, die auch in der aktuellen Ausstellung gezeigt werden, sind weit entfernt von idealisierenden Darstellungen einer funktionierenden sozialistischen Gesellschaft.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nBeim Publikum kam das gut an: Mehr als eine Million Menschen str\u00f6mten damals ins Albertinum und ins Ausstellungszentrum Fu\u010d\u00edkplatz, wo heute die Gl\u00e4serne Manufaktur steht. &#8222;Wir wollen hier Sch\u00e4tze und auch Diskurse heben, die es damals gegeben hat und die heute zum Teil in Stereotypen schlichtweg untergegangen sind&#8220;, fasst Mennicke-Schwarz die Idee hinter der Ausstellung des Kunsthauses Dresden in der Robotron-Kantine zusammen.\n<\/p>\n<p><a name=\"Entdeckungen\">Entdeckungen<\/a> f\u00fcr die Ausstellung in Dresden<\/p>\n<p class=\"text\">\nSo habe sie auch die K\u00fcnstlerin Sabine Slatosch entdeckt. Die sei sehr erstaunt gewesen, dass jemand nach ihrem Beitrag zur zehnten Kunstausstellung fragt. Sie musste selbst nach dem Bild suchen, dass sie fast verschollen glaubte und fand es nun, nach 30 Jahren, im Lindenau-Museum im th\u00fcringischen Altenburg. Inzwischen h\u00e4ngt ihr Triptychon &#8222;Mensch und Umwelt&#8220; in der Robotron-Kantine. Es ist eine Leihgabe, wie auch ein abstraktes Gem\u00e4lde &#8222;Ohne Titel&#8220; von Eberhard G\u00f6schel aus der Galerie Neue Meister.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nDie Vielzahl, vor allem der Arbeiten auf Papier, stammen jedoch aus der Sammlung des Instituts f\u00fcr Auslandsbeziehungen (ifa) mit Sitzen in Stuttgart und Berlin. Das ifa hat 1992 nach der Abwicklung des Zentrums f\u00fcr Kunstausstellungen dessen Bestand \u00fcbernommen, rund 10.000 Werke von 630 K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern. Erforscht wird dieses riesige Konvolut allerdings erst seit etwa drei Jahren. Susanne Wei\u00df arbeitet seit 2023 am ifa mit der Sammlung und berichtet von Diskussionen, dass sich doch sowieso niemand f\u00fcr solche Staatskunst interessiere. &#8222;Und da habe ich gesagt: So jetzt gucken wir mal.&#8220;\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nSie habe begonnen an einer digitalen Datenbank zu arbeiten, um auch L\u00fccken zu schlie\u00dfen. Entstanden ist daraus die Online-Ausstellung &#8222;Publik machen&#8220;, die Co-Kuratorin Susanne Wei\u00df zusammen mit dem Kunsthaus Dresden nun erstmals im realen Raum pr\u00e4sentiert. Werke von Hubertus Giebe, Max Uhlig, Dieter Goltsche, aber auch exemplarisch von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern, die an keiner der Kunstausstellungen der DDR teilnahmen, wie Karla Woisnitza.\n<\/p>\n<p><a name=\"Wie\">Wie<\/a> die DDR-Kunst in Erinnerung bleibt<\/p>\n<p class=\"text\">\nDoch in der Ausstellung &#8222;Produktive Unruhe&#8220; wird nicht nur zur\u00fcckgeschaut, sondern der Dialog gesucht mit extra f\u00fcr die Schau entwickelten Arbeiten. Dazu z\u00e4hlt etwa die raumgreifende Lehmarchitektur &#8222;Raum, den es nie gab&#8220; von Olaf Holzapfel. Es sei laut Kunsthaus-Chefin Christiane Mennicke-Schwarz eine Hommage an die Dresdner Kunstszene der 80er-Jahre und die damalige Atmosph\u00e4re in der Stadt. &#8222;Es geht ihm sehr stark um die Alternativkultur, der Umgang damit, dass man abgekoppelt war und dass es eine gro\u00dfe Bewegung hin zum Land und zum Handwerk gab&#8220;, so Mennicke-Schwarz.\n<\/p>\n<p class=\"text\">\nAu\u00dferdem hat Olaf Holzapfel, der aus Dresden stammt, Werke aus dem Schatz der Ifa-Kunstsammlung ausgew\u00e4hlt und um seine Arbeit herum positioniert. Es sind Werke all jener, die den heute gefragten K\u00fcnstler in seinem k\u00fcnstlerischen Schaffen beeinflusst haben: A. R. Penck, Ruth-Wolf Rehfeldt, Gerda Lepke und nicht zuletzt Hermann Gl\u00f6ckner.\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vielfalt der Kunst in der DDR Bei der Recherche in den Katalogen der damaligen Ausstellung sei das Team&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1038490,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[1835],"tags":[2076,129,3364,29,2386,30,2989,66,2075,81,18952,859,8830,11838],"class_list":["post-1038489","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-dresden","tag-ausstellung","tag-ddr","tag-de","tag-deutschland","tag-dresden","tag-germany","tag-geschichte","tag-kulturnachrichten","tag-kunst","tag-mdr","tag-robotron","tag-sachsen","tag-schau","tag-skulptur"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/116618480047580699","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1038489","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1038489"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1038489\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1038490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1038489"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1038489"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1038489"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}