{"id":1038858,"date":"2026-05-22T16:57:26","date_gmt":"2026-05-22T16:57:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1038858\/"},"modified":"2026-05-22T16:57:26","modified_gmt":"2026-05-22T16:57:26","slug":"kindergeld-soll-bald-automatisch-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1038858\/","title":{"rendered":"Kindergeld soll bald automatisch kommen"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/kinder-spielplatz-106.jpg\" alt=\"Kinder sind auf einem Spielplatz zu sehen.\" title=\"Kinder sind auf einem Spielplatz zu sehen. | ARD-aktuell \/ Weiss\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 22.05.2026 \u2022 14:50 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Eltern sollen k\u00fcnftig Kindergeld ohne komplizierte Antr\u00e4ge erhalten. Heute befasst sich der Bundestag damit. F\u00fcr Kritik sorgen Spar\u00fcberlegungen der Familienministerin beim Elterngeld.<\/strong>\n    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Vom kommenden Jahr an sollen Eltern von Neugeborenen automatisch Kindergeld bekommen, ohne einen Antrag daf\u00fcr stellen zu m\u00fcssen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf brachte Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in den Bundestag ein.<\/p>\n<p>    &#8222;Mehr Zeit f\u00fcrs Baby statt f\u00fcr l\u00e4stige B\u00fcrokratie&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Klingbeil rechnet nach eigenen Worten damit, dass durch die Reform rund 300.000 Antr\u00e4ge auf Kindergeld im Jahr entfallen. Es handle sich um eine Reform, &#8222;die erst mal sehr klein klingt, aber die das Leben von Hunderttausenden Familien in unserem Land verbessern wird&#8220;, sagte der SPD-Politiker. Die Eltern erhielten k\u00fcnftig das Kindergeld automatisch, sie erhielten es unb\u00fcrokratisch und sie erhielten es schnell. Das bedeute: &#8222;Mehr Zeit f\u00fcrs Baby statt f\u00fcr l\u00e4stige B\u00fcrokratie.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte das Kabinett bereits im M\u00e4rz auf den Weg gebracht. Der Entwurf sollte nach der Debatte im Bundestag zur weiteren Beratung in die Fachaussch\u00fcsse verwiesen werden. Im kommenden Jahr soll das Gesetz dann laut Bundesfinanzministerium in zwei Schritten umgesetzt werden.<\/p>\n<p>    Umsetzung in zwei Schritten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Kindergeld betr\u00e4gt unabh\u00e4ngig vom Einkommen aktuell 259 Euro pro Monat und Kind. Es wird an die Person ausgezahlt, die das Kind regelm\u00e4\u00dfig versorgt. Das neue Verfahren ohne Antrag soll gem\u00e4\u00df Entwurf ab dem kommenden Jahr in zwei Schritten greifen: In einer ersten Stufe sollen all diejenigen Eltern das Kindergeld automatisch bekommen, die bereits ein \u00e4lteres Kind haben. Sp\u00e4ter k\u00f6nnten dann auch diejenigen Eltern auf den Antrag verzichten, die ihr erstes Kind bekommen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Voraussetzungen sind demnach, dass mindestens ein Elternteil gemeinsam mit dem Kind in Deutschland lebt und mindestens ein Elternteil in Deutschland arbeitet. Au\u00dferdem m\u00fcssen die Beh\u00f6rden die Kontoverbindung (IBAN) kennen. F\u00fcr kompliziertere Kindergeld-F\u00e4lle bleibt es vorerst beim Antrag.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die antragslose Auszahlung des Kindergelds ist im Koalitionsvertrag vereinbart und entspricht einer Empfehlung der Kommission zur Sozialstaatsreform.<\/p>\n<p>    Familienministerin pr\u00fcft Einsparungen beim Elterngeld<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die angespannte Haushaltslage wirkt sich jedoch auch auf das Budget des Familienministeriums aus. Ministerin Karin Prien (CDU) pr\u00fcft derzeit Einsparungen beim Elterngeld. Laut den im Koalitionsausschuss vereinbarten Eckpunkten zum Haushalt muss Prien in ihrem Ressort mehr als 500 Millionen Euro einsparen, davon 350 Millionen Euro beim Elterngeld.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie werde sich als Teil der Regierung &#8222;solidarisch&#8220; daran halten, was der schwarz-rote Koalitionsausschuss an Einsparungen beschlossen habe, und arbeite an &#8222;konstruktiven L\u00f6sungen&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article6a0f63bc3b7096456ac7ef60\/einsparungen-das-ist-jetzt-das-wo-wir-durchmuessen-klingbeil-verteidigt-kuerzungen-bei-elterngeld.html\" title=\"Karin Prien zu Einsparungen beim Elterngeld\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">sagte Prien der Welt<\/a>. Eine Stellschraube sei etwa die Dauer des Elterngeld-Bezugs.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Beratungen der Jugend- und Familienministerkonferenz der L\u00e4nder in Frankfurt versicherte sie aber, &#8222;um jeden Cent zu k\u00e4mpfen.&#8220;<\/p>\n<p>    Scharfe Kritik aus der Jungen Union<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Aus der Jungen Union kommt scharfe Kritik an Priens \u00dcberlegungen. Der Chef der Jungen Union, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/elterngeld-junge-union-warnt-cdu-vor-verlust-des-profils-als-familienpartei-a-ef00c673-0a92-440b-9f76-63f782156582\" title=\"Johannes Winkel (JU) zu Einsparungen beim Elterngeld\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Johannes Winkel, wandte sich im Spiegel<\/a> gegen entsprechende Pl\u00e4ne, bei der Lohnersatzzahlung 350 Millionen Euro im Jahr zu sparen. &#8222;Die Bundesregierung befindet sich in einem Reformprozess, um die Folgen des demografischen Wandels abzufedern&#8220;, sagte Winkel. Eine K\u00fcrzung des Elterngeldes w\u00fcrde die Ursache und den Ausl\u00f6ser des gesamten Reformvorhabens noch versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Winkel warnte seine Partei zudem vor einem Vertrauensverlust. &#8222;F\u00fcr die CDU geht es um mehr als den Umfang einer Lohnersatzzahlung&#8220;, sagte der 35-J\u00e4hrige. &#8222;Es geht um unseren Ruf als Familienpartei. Und um die Frage, ob und wer in Deutschland die Interessen der jungen Generation und junger Familien inmitten der demografischen Krise wahrnimmt.&#8220;<\/p>\n<p>    Kritik auch von SPD, Linke und Gr\u00fcnen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch beim Koalitionspartner sto\u00dfen Priens Ideen auf Vorbehalte. Die SPD warnte, Familien mit kleinen Kindern d\u00fcrften nicht zus\u00e4tzlich belastet werden. &#8222;Wer Sorgeverantwortung \u00fcbernimmt, verdient Unterst\u00fctzung statt K\u00fcrzungen&#8220;, sagte die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Jasmina Hostert. Das Elterngeld stehe &#8222;f\u00fcr gesellschaftlichen Zusammenhalt und f\u00fcr eine moderne Familienpolitik&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Linken-Ko-Fraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek sagte der Nachrichtenagentur AFP: &#8222;In der aktuellen Situation dar\u00fcber zu diskutieren, beim Elterngeld die Axt anzusetzen, ist eine absolute Katastrophe.&#8220; Der aktuell geburtenschw\u00e4chste Jahrgang seit 1946 h\u00e4nge auch damit zusammen, dass sich junge Paare aufgrund der finanziellen Belastung immer h\u00e4ufiger gegen Kinder entschieden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Gr\u00fcnen-Ko-Fraktionschefin Britta Ha\u00dfelmann warf der Bundesregierung vor, &#8222;jetzt auch in der Familienpolitik ohne klaren Kompass&#8220; zu sein. W\u00e4hrend mit der im Bundestag beratenen antragslosen Auszahlung des Kindergelds eine echte Erleichterung f\u00fcr Familien komme, stritten Union und SPD &#8222;\u00fcber K\u00fcrzungen, Einsparungen und Verschlechterungen f\u00fcr Familien und Alleinerziehende in vielen anderen Fragen&#8220;, sagte Ha\u00dfelmann. Das sorge f\u00fcr Verunsicherung.<\/p>\n<p>    Mehr als 1,6 Millionen Menschen erhalten Elterngeld<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Rund 1,61 Millionen Frauen und M\u00e4nner in Deutschland haben im vergangenen Jahr Elterngeld erhalten. Der Mindestsatz beim Elterngeld betr\u00e4gt 300 Euro, der H\u00f6chstsatz 1.800 Euro. Das Elterngeld gibt es in Deutschland seit dem 1. Januar 2007. Es l\u00f6ste das Erziehungsgeld ab und soll es Eltern nach der Geburt erm\u00f6glichen, ihr Einkommen auszugleichen, wenn sie wegen der Betreuung des Kindes nicht mehr oder weniger arbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 22.05.2026 \u2022 14:50 Uhr Eltern sollen k\u00fcnftig Kindergeld ohne komplizierte Antr\u00e4ge erhalten. 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