{"id":104054,"date":"2025-05-12T06:37:09","date_gmt":"2025-05-12T06:37:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/104054\/"},"modified":"2025-05-12T06:37:09","modified_gmt":"2025-05-12T06:37:09","slug":"waffenlieferungen-melnyk-kritisiert-merz-fuer-sehr-merkwuerdige-linie-der-geheimhaltung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/104054\/","title":{"rendered":"Waffenlieferungen: Melnyk kritisiert Merz f\u00fcr \u201esehr merkw\u00fcrdige Linie der Geheimhaltung\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Als Oppositionsf\u00fchrer hat Friedrich Merz die Geheimhaltung von Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert \u2013 als Bundeskanzler f\u00fchrte er sie direkt wieder ein. Der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland hat daf\u00fcr einen Verdacht, der mit Taurus zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der ukrainische Diplomat Andrij Melnyk hat den neuen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) f\u00fcr die R\u00fcckkehr zur Geheimhaltung bei den Waffenlieferungen in die Ukraine kritisiert. \u201eDa werden b\u00f6se Erinnerungen wieder wach an die Zeit, als die Ampel-Regierung im Fr\u00fchjahr 2022 mit Geheimhaltung fehlende Milit\u00e4runterst\u00fctzung verschleiern wollte\u201c, sagte der fr\u00fchere Botschafter in Deutschland der Deutschen Presse-Agentur.<\/p>\n<p>Merz hatte gleich nach seinem Amtsantritt in Abstimmung mit Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) entschieden, die Ver\u00f6ffentlichung aller Waffenlieferungen in die Ukraine zu stoppen. Damit kehrt er zu einer Geheimhaltungspraxis zur\u00fcck, die es in den ersten Monaten nach der russischen Invasion in der Ukraine von Februar bis Juni 2022 unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gegeben hatte.<\/p>\n<p>Merz hatte das damals als Oppositionsf\u00fchrer scharf kritisiert. \u201eWir werden hingehalten, es gibt Ausfl\u00fcchte, es gibt keine pr\u00e4zisen Angaben dar\u00fcber, was Deutschland eigentlich liefert. Und das Ganze wird dann noch begr\u00fcndet damit, dass es geheim gehalten werden m\u00fcsste aus Sicherheitsgr\u00fcnden\u201c, hatte er im April 2022 in einem Interview von ntv und RTL gesagt.<\/p>\n<p>Auf die Nachfrage, was er denn anders machen w\u00fcrde, wenn er Bundeskanzler w\u00e4re, sagte Merz damals: \u201eIch w\u00fcrde die \u00d6ffentlichkeit besser informieren.\u201c Es sei richtig, Transportwege f\u00fcr Waffen geheim zu halten. \u201eAber wir m\u00fcssen doch die \u00d6ffentlichkeit dar\u00fcber informieren, was geliefert wird. Wir m\u00fcssen die \u00d6ffentlichkeit dar\u00fcber informieren, woran es liegt, dass bestimmte Dinge noch geliefert worden sind. Also die Bundesregierung setzt sich ohne Not dem Verdacht aus, dass sie ihre Zusagen nicht einh\u00e4lt.\u201c<\/p>\n<p>Melnyk spricht von \u201eHinhaltetaktik\u201c<\/p>\n<p>Zwei Monate sp\u00e4ter beugte sich die Regierung Scholz dem \u00f6ffentlichen Druck und ver\u00f6ffentlichte eine detaillierte Liste mit allen Waffenlieferungen im Internet, die bis zum Regierungswechsel am 6. Mai regelm\u00e4\u00dfig aktualisiert wurde. Melnyk, der die Ukraine ab Ende Mai als Botschafter bei den Vereinten Nationen vertreten wird, war zu Beginn der Krieges <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article254747386\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article254747386&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Botschafter in Deutschland<\/a> und stemmte sich schon damals gegen die Geheimhaltung. \u201eZu Recht wurde diese Hinhaltetaktik heftig kritisiert, nicht nur durch die Ukraine selbst, sondern auch vom Oppositionsf\u00fchrer Friedrich Merz\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Auch heute w\u00e4re es in dieser <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article256096692\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article256096692&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">entscheidenden Phase des Krieges<\/a> f\u00fcr die ukrainische Gesellschaft wichtig zu erfahren, welche Waffen aus Deutschland geliefert werden und wie schnell. Die Ver\u00f6ffentlichung der Waffenlieferungen w\u00e4re auch ein starkes Signal an Russland und h\u00e4tte Pr\u00e4ventivwirkung, meint Melnyk. \u201ePutin muss genau wissen, was konkret die neue Bundesregierung milit\u00e4risch tun wird, um ihn zu einem gerechten und dauerhaften Frieden zu zwingen.\u201c<\/p>\n<p>Im Umfeld von Merz argumentiert man anders. Dort wird die Kehrtwende zur Geheimhaltung damit begr\u00fcndet, dass man eine \u201estrategische Ambiguit\u00e4t\u201c herstellen wolle. Das bedeutet, dass man den Gegner \u00fcber das eigene Handeln im Unklaren l\u00e4sst, um ihm keine milit\u00e4rischen Vorteile entstehen zu lassen. Es geh\u00f6re zur \u201eTaktik in der Kriegsf\u00fchrung\u201c, \u00f6ffentliche Debatten \u00fcber Waffenlieferungen zu reduzieren, hei\u00dft es.<\/p>\n<p>Es gibt nun Spekulationen dar\u00fcber, inwieweit die neue Geheimhaltungstaktik mit der Debatte \u00fcber eine Lieferung der <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255941114\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255941114&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marschflugk\u00f6rper Taurus<\/a> zu tun haben k\u00f6nnte, die Merz der Ukraine in Aussicht gestellt hat. \u201eMan m\u00f6chte hoffen, dass diese neue \u2013 sehr merkw\u00fcrdige \u2013 Linie der Geheimhaltung nichts mit Taurus zu tun haben k\u00f6nnte\u201c, sagt Melnyk dazu.<\/p>\n<p>Merz wich \u2013 anders als fr\u00fcher \u2013 schon bei seinem Besuch in Kiew am Samstag Fragen nach Taurus aus. \u201eUnter meiner F\u00fchrung wird die Debatte um Waffenlieferungen, Kaliber, Waffensysteme, und und und, aus der \u00d6ffentlichkeit herausgenommen\u201c, sagte er in einem Interview von ntv und RTL.<\/p>\n<p>dpa\/saha<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als Oppositionsf\u00fchrer hat Friedrich Merz die Geheimhaltung von Waffenlieferungen an die Ukraine scharf kritisiert \u2013 als Bundeskanzler f\u00fchrte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":104055,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[41155,29,30,13,41154,32,14,15,110,115,12,45,10,8,9,11,3081,6474],"class_list":{"0":"post-104054","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-deutschland","8":"tag-andrij","9":"tag-deutschland","10":"tag-germany","11":"tag-headlines","12":"tag-melnyk","13":"tag-merz-friedrich","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-newsteam","17":"tag-russland-ukraine-krieg-24-2-2022","18":"tag-schlagzeilen","19":"tag-texttospeech","20":"tag-top-news","21":"tag-top-meldungen","22":"tag-topmeldungen","23":"tag-topnews","24":"tag-ukraine-konflikt","25":"tag-waffenlieferungen"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104054"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104054\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/104055"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}