{"id":10407,"date":"2025-04-06T12:28:16","date_gmt":"2025-04-06T12:28:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/10407\/"},"modified":"2025-04-06T12:28:16","modified_gmt":"2025-04-06T12:28:16","slug":"sophie-hunger-ueber-ihre-neues-buch-und-ihre-skepsis-gegen-social-media","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/10407\/","title":{"rendered":"Sophie Hunger \u00fcber ihre neues Buch und ihre Skepsis gegen Social Media"},"content":{"rendered":"<p>  \u00abSollte es eine Schule geben, an der Handys verboten sind, dann ziehe ich dorthin\u00bb \u2013 Sophie Hunger \u00fcber Sprache und ihre Angst vor Social Media <\/p>\n<p class=\"headline__lead\">Sophie Hunger hat ihr Literatur-Deb\u00fct geschrieben und \u00fcberzeugt auch zwischen zwei Buchdeckeln. Ein Gespr\u00e4ch \u00fcber hohen Anspruch, den Einfluss von Deutschlehrern und den Reiz des Geheimnisses.<\/p>\n<p>   <img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" alt=\"Sophie Hunger macht Musik, Literatur und dann und wann sogar Politik.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"4724\" height=\"3250\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/d8db63c5-825e-4da9-96ac-fd655b26a2fb.jpeg\" loading=\"eager\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>   Sophie Hunger macht Musik, Literatur und dann und wann sogar Politik. <\/p>\n<p>Bild: Marikel Lahana<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1invu04i50\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text\">Buchmessen sind die Festivals der Literaten. Hohe Stardichte, zahlreiche B\u00fchnen, viele St\u00e4nde. Mittendrin neuerdings: Sophie Hunger. Die Schweizer Musikerin schreibt jetzt auch. Ihr Deb\u00fct \u00abWalzer f\u00fcr Niemand\u00bb ist ein ber\u00fchrendes Werk \u00fcber das Erwachsenwerden und wird mit Lob \u00fcberh\u00e4uft.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" id=\"id-doc-1invunj6k1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"p\" class=\"articlecomponent text nzzinteraction zephr-article\">Hunger hat gerade f\u00fcr die Buchmesse im Hotel in Leipzig eingecheckt, als wir sie erreichen. Sie wisse noch nicht genau, was man auf so Messen mache, gibt sie zu. Es sei aber eine sch\u00f6ne Erfahrung. Und vor allem sei es viel weniger aufwendig als das Musikerleben: Es brauche keine grosse Crew, sondern einfach nur ein Buch.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invtvufc1\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Ich hatte Respekt, als ich h\u00f6rte, dass Sophie Hunger ein Buch schreibt. Ich f\u00fcrchtete, dass ein schlechtes Buch mir auch die Musikerin Sophie Hunger kaputtmachen w\u00fcrde. Hatten Sie auch solche Bedenken?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu016v0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Sophie Hunger: Ich hatte sehr viel Respekt. Generell davor, dass ich eine Dummheit mache. Und deshalb, weil heute schon so viel publiziert wird, dass es auch ressourcentechnisch idiotisch ist, wenn ein schlechtes Buch geschrieben wird und dann auf der M\u00fcllhalde landet. Ich kann nicht selbst beurteilen, ob mein Buch gut geworden ist.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu01770\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Ist es.<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017b0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ich habe aber lange gehadert, und es hat selbst im Schreibprozess lange gedauert, bis ich sicher war, dass das Buch auch tats\u00e4chlich ver\u00f6ffentlicht wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Das aktuelle Buch von Sophie Hunger.\" data-nzz-tid=\"article-image\" width=\"1222\" height=\"2000\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAAAAACH5BAEKAAEALAAAAAABAAEAAAICTAEAOw==\" loading=\"lazy\"  class=\"image-placeholder__image\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1);\"\/>   Das aktuelle Buch von Sophie Hunger. <\/p>\n<p>Bild: zvg<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017d0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Woher kommt der hohe Anspruch an sich selbst?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017f0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Bei der Sprache war es mein Deutschlehrer am Gymnasium in Z\u00fcrich. Herr Schulz. Eine absolute Koryph\u00e4e. Wir hatten bei ihm ein halbes Literaturstudium. Wir haben viel \u00fcber B\u00fccher diskutiert und dar\u00fcber, was Sprache leisten kann und soll. Das hat bei mir zwar die grosse Lust auf Literatur geweckt, gleichzeitig aber auch riesige Ehrfurcht eingefl\u00f6sst. B\u00fccher schreiben, so dachte ich, solle man nur, wenn man es so genial kann wie Jane Austen oder Virginia Woolf. Sonst soll man lieber ein paar Geburtstagskarten schreiben.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017h0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Wann haben Sie gemerkt, dass es funktioniert?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017i0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Als ich etwas \u00fcber die H\u00e4lfte der Geschichte geschrieben hatte. Ich habe mir drei Elemente f\u00fcr mein Buch vorgenommen \u2013 die Freundschaft zwischen der Erz\u00e4hlerin und Niemand, die mystischen Figuren der Walserinnen und die Musik. Es hat einen Moment gedauert, bis diese Elemente begonnen haben, miteinander zu tanzen, bis die F\u00e4den ineinandergelaufen sind.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017k0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Wenn ich Sophie Hunger lese und dann Sophie Hunger h\u00f6re, denke ich: Eigentlich hat sie schon immer sehr literarisch getextet.<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017l0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Das verdanke ich wohl eben Herrn Schulz. Er und meine anderen Deutschlehrer haben in mir das Verst\u00e4ndnis gesch\u00e4rft, dass ein Text nie banal ist. Ich lese beispielsweise sehr gerne Anleitungen, etwa von Staubsaugern. Und selbst da entdeckt man Wendungen, die Ironie enthalten k\u00f6nnten oder eine sch\u00f6ne Metapher. Sprache ist wie ein unendliches Spiel. Es ist nie nur das, was auf der Seite steht.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017m0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">In den vergangenen Jahren ist in meinen Augen dieses Spielerische in der Sprache oft etwas abhandengekommen. Wir wollen alles auserkl\u00e4rt haben. Und wenn es doch mal Unklarheiten gibt, dann fragen wir ChatGPT, ob es das f\u00fcr uns zusammenfassen und erkl\u00e4ren k\u00f6nnte. Ihr Buch l\u00e4sst viele Geheimnisse.<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017o0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Mir ist das Geheimnis lieber als die Aufl\u00f6sung. Auch die Protagonisten im Buch lieben das offene Schicksal. Ihre Geschichte muss keine Logik haben. Und daran verzweifeln sie nicht. Wir leben heute in einer Zeit, in der wir viel zu viel von der Sprache erwarten. Sie muss alles bezeichnen. Das kann die Sprache niemals leisten. Es wird nie f\u00fcr alles ein Wort geben. Am Ende sind wir immer noch Menschen, die Bedeutungen und Inhalte einfach empfinden k\u00f6nnen, ohne dass wir sie genau bezeichnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vom Popstar zur Literatin  <\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" class=\"articlecomponent infobox__text\">Emilie Welti, besser bekannt als Sophie Hunger, ist eine der bekanntesten Musikerinnen der Schweiz. Mit ihrem vielschichtigen Pop begeistert die 42-J\u00e4hrige seit knapp 20 Jahren quer durch Europa. Die Tochter eines Diplomaten und einer Politikerin wuchs in der Schweiz, Deutschland und England auf.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" class=\"articlecomponent infobox__text\">Nach diversen Alben und ausverkauften Touren war es j\u00fcngst etwas stiller um Hunger: Sie wurde zweimal Mutter. Sie sitzt auch im Komitee zur Elternzeit-Initiative, die am Mittwoch in Bern lanciert wurde. \u00abWalzer f\u00fcr Niemand\u00bb ist ihr erster Roman. Ein gleichnamiges Lied ist bereits 2008 erschienen. Was oder wer dieser \u00abNiemand\u00bb ist, bleibt sowohl im Buch als auch im Song offen.<\/p>\n<p data-team-paragraph=\"\" class=\"articlecomponent infobox__text\">Kommende Woche startet sie mit ihrer Lese\/Musik-Tour in der Schweiz. Die Auftritte in Bern, Basel und Z\u00fcrich sind alle ausverkauft. Tickets gibt es noch f\u00fcr ihren Auftritt in Luzern am Festival Luzern Live am 24. Juli.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017p0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Wer so offen schreibt wie Sie, l\u00e4sst auch viel Raum f\u00fcr Interpretationen. Die kann abweichen von dem, was Sie eigentlich beim Schreiben im Kopf hatten. Ist das nicht noch schwierig?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017r0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ich habe ein grosses Grundvertrauen in die Menschen. Wenn ich jetzt Interpretationen korrigieren w\u00fcrde, dann w\u00e4re das eine autorit\u00e4re Haltung. Wenn man will, dass alle etwas genau gleich deuten, dann muss man Staubsaugeranleitungen schreiben. Und selbst die werden ja nicht von allen verstanden.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017s0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Ihr Buch beschreibt das Erwachsenwerden. Mit all seinen Schattenseiten. Sie sind selbst Mutter geworden. Bekommt man da nicht Angst, wenn man begreift, was alles f\u00fcr Baustellen auf einen zukommen?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu017t0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ich bin ja noch frisch in dem Game. Meine Kinder sind noch keine drei Jahre alt. Ich geh\u00f6re noch zu den Anf\u00e4ngerinnen im Elternsein. Aber ja: Ich habe einen gigantischen Respekt. Wenn man Kinder hat, ist man immer in so einer ultimativen Gegenwart gefangen. Ihr Leben ist immer im Jetzt. Dadurch hat man \u2013 vielleicht zum Gl\u00fcck \u2013 gar nicht so die M\u00f6glichkeit zum Vorausdenken. Man muss immer schauen, wie man den Tag schadlos \u00fcbersteht.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu017u0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Vor was haben Sie am meisten Respekt?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu01800\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Vor Social Media und dem Internet. Ich habe fast schon den Reflex zu sagen, meine Kinder d\u00fcrfen nie ein Handy haben und nie ins Internet. Und sollte es eine Schule geben, an der Handys verboten sind, dann ziehe ich extra dorthin. Und nat\u00fcrlich f\u00fcrchte ich mich auch vor der Klimaerw\u00e4rmung.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu01830\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Was macht Ihnen so viel Sorgen an Social Media?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu01870\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Es ist so unbegleitet. Man hat herausgefunden, dass bereits die kleinsten Kinder so in Kontakt mit Gewalt und Pornografie kommen. Und das in einem Alter, in dem die Seele so empfindsam ist.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu01890\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Sind wir wirklich beh\u00fcteter aufgewachsen? Wir haben damals auch bei den Papiersammlungen die Sexheftli aus den Stapeln gegraben.<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018b0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">An das kann ich mich auch erinnern. Aber das war dort auf diesem Altpapierhaufen. Und nicht st\u00e4ndig verf\u00fcgbar in unserem Hosensack. Es wird durch die st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit so normal. Die Art und Weise, wie im Internet kommuniziert wird, ist schon sehr primitiv. Das macht etwas mit den Jungen. Es beeinflusst, wie man Frauen behandelt. Oder wie man einander behandelt. Das macht mir Angst.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018d0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Aber m\u00fcssten wir unseren Kindern dann nicht vor allem die n\u00f6tigen Spielregeln mitgeben?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018e0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Doch, unbedingt. Ein Verbot ersetzt nicht die Auseinandersetzung. Das braucht sehr viel Zeit und Zuwendung. Und das ist vielleicht etwas, was in unserer Gesellschaft derzeit etwas fehlt.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018g0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Was k\u00f6nnen wir dagegen machen?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018i0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ich bin jetzt beispielsweise im Komitee f\u00fcr die Initiative f\u00fcr eine Elternzeit. Eine der wichtigsten Sachen dieser Vorlage ist, dass Eltern bereits sehr fr\u00fch genug Zeit f\u00fcr ihre Kinder haben. Das ist wie bei einer Pflanze: Die erste Zeit ist unglaublich wichtig und pr\u00e4gend f\u00fcr das weitere Wachstum. Wenn sie noch fein ist, m\u00fcssen wir besonders Sorge geben. Und das ist einfach etwas, was wir als Gesellschaft entscheiden k\u00f6nnen. Die Schweiz hat ja gen\u00fcgend Geld \u2013 die Staatsverschuldung ist sehr tief. Wir k\u00f6nnen sagen: Das wollen wir uns leisten.<\/p>\n<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018j0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Ein Spaziergang wird diese Initiative nicht. Im Parlament sind entsprechende Anl\u00e4ufe schon gescheitert.<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018l0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Die Schweiz hat durch ihr politisches System manchmal die Tendenz, der Zeit etwas hinterherzuhinken. Gerade der St\u00e4nderat ist durch seine Zusammensetzung \u00fcberhaupt nicht repr\u00e4sentativ f\u00fcr unser Land. Aber jetzt brauchen wir das Instrument der Initiative. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir damit auf grosse Zustimmung stossen.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018m0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">\u00dcber die Schweiz schreiben Sie den wundersch\u00f6nen Satz: \u00abAuch das Scheitern muss in aller Gr\u00fcndlichkeit getestet sein.\u00bb Ist das Kompliment oder Kritik?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018o0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Weder noch. Das ist einfach eine liebevolle Beschreibung unserer Mentalit\u00e4t. Das ist ein bisschen mein Job. Die Welt anzuschauen, kleine Motive darin zu erkennen und diese ans Licht zu holen. Sei es als Lied oder als Buch.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018p0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Wenn Sie in Ihrem Buch \u00fcber die Walserinnen schreiben, brauchen Sie das generische Femininum. Das ist auch etwas edukativ, oder?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018q0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Die weibliche Wirklichkeit war jetzt eine sehr lange Zeit etwas unsichtbar in der Kultur und in der \u00d6ffentlichkeit. Seit ein paar Jahrzehnten sind wir am Aufholen. Und wenn ich schon etwas schreibe, dann empfinde ich es als ehrenvolle Aufgabe, die weibliche Wirklichkeit zu repr\u00e4sentieren und sie sichtbar zu machen. Ich denke, die andere Sicht auf die Welt hat schon genug Raum bekommen. Das muss ich nicht auch noch machen.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018s0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Sie haben vor ein paar Jahren lautstark beklagt, dass an Festivals zu wenig Frauen auf der B\u00fchne stehen. Hat sich seither etwas gebessert?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu018t0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ich weiss es ehrlich gesagt nicht so genau, da ich es nicht mitverfolgt habe. Die letzten drei Jahre war ich mehrheitlich zu Hause. Und habe auch ein ganzes Jahr keine Social Media konsumiert.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu018u0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Wirklich? Gar nix?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu01900\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ja, das Motto f\u00fcr 2024 war \u00abThe Revolution will not be televised\u00bb. Ich war aber auch schwanger und wieder in einer Empfindsamkeit, in der es das alles nicht braucht. Und man sieht klarer, um was es im Leben wirklich geht. Zu den Festivals: Ich habe noch kein einziges Argument geh\u00f6rt, warum es normal sein soll, dass am Ende nur M\u00e4nner auf der B\u00fchne stehen. Gleichzeitig verkauft niemand so viele Tickets wie Taylor Swift oder Beyonc\u00e9. Am Erfolg oder K\u00f6nnen kann es also ganz offensichtlich nicht liegen.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu01910\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Wenn man etwas b\u00f6se sein will, wechseln Sie jetzt von einem Macho-Business, der Musik, in die Literatur, wo es auch von vielen problematischen M\u00e4nnerfiguren wimmelt?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu01930\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Es gibt dieses Bild vom Schriftsteller im Anzug. Das finde ich schon auch ein bisschen gruslig. Aber ich finde immer: Leben und leben lassen. Ich bin Demokratin. Mich freut es immer, wenn alle das machen k\u00f6nnen, was sie gut k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu01950\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Sie haben gesagt, Sie h\u00e4tten ein grosses Vertrauen in die Menschen. Auch Ihre Figuren im Buch \u2013 bis auf eine \u2013 verlieren nie ihre Zuversicht. Woher nehmen Sie Ihren Optimismus?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu01960\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Das weiss ich nicht genau. Vielleicht ist es einfach die Grundhaltung. Wenn ich am Horizont dunkle Wolken aufziehen sehe, dann denke ich: \u00abOk, es ist halt so. Aber da gehen wir jetzt durch. Und das Gewitter zieht vorbei.\u00bb Ich habe ein Urvertrauen in den Menschen. Das sieht man auch, wenn man Kinder hat und begreift, wie viel Gutes in diesen Wesen steckt. Man muss schon ziemlich viel falsch machen, um den Keim der Kreativit\u00e4t und des Lebenswillens zu ersticken.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu01990\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Es ziehen derzeit gerade viele dunkle Wolken auf in dieser Welt.<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu019c0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Dann kommt f\u00fcr mich die Gruppe ins Spiel. Wir m\u00fcssen uns zusammenraufen und uns fragen: Was machen wir dagegen? Ich bin dann schon nicht die, die einfach dasteht und es auf sich regnen l\u00e4sst. Wir Schweizerinnen und Europ\u00e4er, wir sind jetzt an diesem Punkt, an dem wir merken, dass lange andere den Regenschirm aufgehalten haben und wir das nun selbst \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Es muss schnell gehen. Aber wir sind ja keine Idioten. Wir k\u00f6nnen das. Wir haben ja auch die besten Universit\u00e4ten des Kontinents bei uns. Wir m\u00fcssen uns fragen: Was ist ein gutes Leben? Und dann alles daf\u00fcr machen, damit wir es leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p data-team-question=\"\" id=\"id-doc-1invu019e0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"question\" class=\"articlecomponent question nzzinteraction zephr-article\">Was ist ein gutes Leben?<\/p>\n<p data-team-answer=\"\" id=\"id-doc-1invu019h0\" content=\"\" pagetype=\"Article\" componenttype=\"answer\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" class=\"articlecomponent answer answer--after-question nzzinteraction zephr-article\">Ein Leben ohne Willk\u00fcr. Eines, bei dem man \u2013 zumindest ungef\u00e4hr \u2013 die Spielregeln versteht und nicht den Launen von Tyrannen ausgesetzt ist. Innerhalb dieser Regeln kann sich dann jeder und jede nach seinen und ihren M\u00f6glichkeiten entfalten. Ein gutes Leben ist sicher nicht drei Handys haben und einen Tesla fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00abSollte es eine Schule geben, an der Handys verboten sind, dann ziehe ich dorthin\u00bb \u2013 Sophie Hunger \u00fcber&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10408,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1774],"tags":[1784,1785,29,214,30,93,810,7862,966,293,7860,7861,760,215],"class_list":{"0":"post-10407","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-buecher","8":"tag-books","9":"tag-buecher","10":"tag-deutschland","11":"tag-entertainment","12":"tag-germany","13":"tag-literatur","14":"tag-musik","15":"tag-prince-and-the-revolution","16":"tag-schule","17":"tag-schweiz","18":"tag-sophie-hunger","19":"tag-staenderat","20":"tag-tesla","21":"tag-unterhaltung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114291022602816216","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10407"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10407\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10408"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}