{"id":1040969,"date":"2026-05-23T14:27:30","date_gmt":"2026-05-23T14:27:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1040969\/"},"modified":"2026-05-23T14:27:30","modified_gmt":"2026-05-23T14:27:30","slug":"neues-soziales-netzwerk-aus-europa-kann-w-social-das-neue-twitter-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1040969\/","title":{"rendered":"Neues soziales Netzwerk aus Europa : Kann W Social das neue Twitter werden?"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspCHpa tspCHpb\">Elon Musks Plattform X erlebt eine Austrittswelle. Mal wieder. SPD, Gr\u00fcne und Linke <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/politik\/x-ist-in-den-letzten-jahren-im-chaos-versunken-grune-spd-und-linke-ziehen-sich-von-musk-plattform-x-zuruck-15552752.html?icid=in-text-link_15627081\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">haben das soziale Netzwerk verlassen<\/a>. \u201eWir legitimieren durch unsere Anwesenheit ein System, das ganz einseitig darauf ausgerichtet ist, die AfD zu pushen und die Demokraten zu schw\u00e4chen\u201c, sagte Gr\u00fcnen-Fraktionschefin Katharina Dr\u00f6ge. <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">W\u00e4hrend unter dem Hashtag \u201e#WirVerlassenX\u201c immer mehr Nutzer der Plattform den R\u00fccken kehren, wurde in Europa j\u00fcngst ein Konkurrenzprodukt lanciert: W Social. Das schwedische Medien-Start-up, das von der fr\u00fcheren Ebay-Managerin Anna Zeiter gegr\u00fcndet wurde, will sich als europ\u00e4ische Alternative zu X etablieren. Ein Kurznachrichtendienst, der unabh\u00e4ngig ist und ausschlie\u00dflich auf europ\u00e4ischen Servern gehostet wird. Das Versprechen: keine Bots, nur echte Menschen. <\/p>\n<p> Personalausweis und Gesichtsscan <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">W Social soll einen vertrauensw\u00fcrdigen Raum schaffen, in dem Nutzer ohne algorithmische Emp\u00f6rungsmaschinerie diskutieren k\u00f6nnen. Seit dem 9. Mai l\u00e4uft die Testphase, im Juni soll die Beta-Version starten. Nutzer, die sich f\u00fcr das soziale Netzwerk anmelden wollen, m\u00fcssen sich \u00fcber eine eigene App mit Personalausweis und Gesichtsscan identifizieren, wobei anonyme Accounts weiter m\u00f6glich sind. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/anna-zeiter-quadratisch.jpeg\"   alt=\"Anna Zeiter, Gr\u00fcnderin von W SocialCredit: W Social\" aria-labelledby=\"caption-15629203\" width=\"440\" height=\"330\" loading=\"lazy\" class=\"tspB2n6\"\/> Anna Zeiter, Gr\u00fcnderin von W Social <\/p>\n<p class=\"tspWfh\"> \u00a9 W Social <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Das Start-up hat im Vorfeld kr\u00e4ftig die Werbetrommel ger\u00fchrt und sich mit dem fr\u00fcheren Vizekanzler und FDP-Wirtschaftsminister Philip R\u00f6sler sowie der Bundesdatenschutzbeauftragten Luisa Specht-Riemenschneider prominente Unterst\u00fctzung an Bord geholt. Gr\u00fcnderchefin Zeiter, eine deutsche Juristin, die in Z\u00fcrich lebt, pr\u00e4sentierte das Projekt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos und gab zahlreiche Interviews in deutschsprachigen Medien. \u201eDas Ziel ist es, europ\u00e4ische Medien auf die Plattform zu holen\u201c, erkl\u00e4rt Zeiter im Gespr\u00e4ch mit dem Tagesspiegel. <\/p>\n<p> Bluesky als Startrampe <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Es gibt bereits europ\u00e4ische Initiativen, die eine unabh\u00e4ngige Infrastruktur aufbauen wollen, wie etwa Eurosky aus den Niederlanden, Monnett aus Luxemburg sowie Wedium aus Deutschland. Die <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/vor-dem-start-der-plattform-threads-jetzt-ist-klar-die-social-media-riesen-konnen-alles-mit-uns-machen--und-wir-lassen-sie-10917019.html?icid=in-text-link_15627081\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">X-Alternativen<\/a> f\u00fchren bislang allerdings noch ein Nischendasein. <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Um eine kritische Masse an Nutzern zu erreichen und von Netzwerkeffekten zu profitieren, nutzt W Social dasselbe technische Protokoll, auf dem auch Eurosky und Bluesky laufen \u2013 mit der von Twitter-Gr\u00fcnder Jack Dorsey ins Leben gerufenen Plattform ist das soziale Netzwerk interoperabel, das hei\u00dft, die Nutzer k\u00f6nnen zwischen den Diensten nahtlos kommunizieren. \u201eWir nutzen Bluesky als Startrampe\u201c, sagt Zeiter. Von den 40 Millionen Bluesky-Nutzern leben sch\u00e4tzungsweise 10 Millionen in Europa. Und die interessieren sich weniger f\u00fcr Baseball oder eine Schie\u00dferei in den USA als f\u00fcr Nachrichten aus Polen oder Deutschland, so Zeiter.<\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Im Gegensatz zu Eurosky ist W Social keine Non-Profit-Organisation, sondern gewinnorientiert. Hauptgesellschafter ist We Don\u2019t Have Time, eine schwedische Social-Media-Plattform, die sich f\u00fcr Klimathemen einsetzt. Zu den weiteren Investoren geh\u00f6rt der ehemalige schwedische Finanzminister P\u00e4r Nuder. Gr\u00fcnderin Zeiter hofft auf einen \u201ezweistelligen Millionenbetrag\u201c bei der n\u00e4chsten Finanzierungsrunde gegen Ende des Jahres. <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Im Vorfeld des Starts waren in rechten Internet-Kreisen Ger\u00fcchte gestreut worden, das Projekt sei von der EU finanziert, was aber eine Falschmeldung ist \u2013 W Social hat keine EU-F\u00f6rdergelder erhalten. Vor allem die AfD macht Front gegen die europ\u00e4ische X-Alternative. <\/p>\n<p> Kritik von der AfD <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Die Vorsitzende Alice Weidel giftete auf X, das \u201eW\u201c im Namen stehe f\u00fcr \u201ewoke\u201c, und der Bundestagsabgeordnete Rainer Kraft versuchte W Social als \u201eAnti-Aufkl\u00e4rungsplattform\u201c zu skandalisieren: \u201eAnmelden mit Ausweis, reden mit Erlaubnis\u201c. Dass eine Partei, die ihre Propaganda mithilfe von Bot-Armeen verbreitet, skeptisch gegen\u00fcber digitalen Ausweiskontrollen ist, liegt auf der Hand. Dass aber legitime Kritik an Datenschutz und Datensicherheit ausgerechnet von einer in Teilen rechtsextremen Organisation vorgetragen wird, die Verbindungen nach Russland und China hat, tut der Debatte freilich nicht gut. <\/p>\n<p>Der Newsletter \u00fcber Ostdeutschland<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/widget-osten-1.png\" alt=\"\" class=\"tspCSg3\"\/><\/p>\n<p class=\"tspCSmr\"> Gibt es sie wirklich, die \u201eostdeutsche Seele\u201c? Der Newsletter \u201eIm Osten\u201c will es herausfinden \u2013 mit exklusiven Reportagen, tiefgehenden Analysen und spannenden Interviews. <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Bedenken an der digitalen Identit\u00e4tskontrolle versucht Zeiter mit dem Hinweis darauf zu zerstreuen, dass die Daten lediglich lokal auf dem Ger\u00e4t der Nutzer innerhalb der App gespeichert und nach dem Abgleich unmittelbar gel\u00f6scht w\u00fcrden. \u201eEs ist wie eine Einlasskontrolle im Club\u201c, erkl\u00e4rt sie im Gespr\u00e4ch. \u201eIm Hotel beim Check-in oder bei der Mietwagenabholung zeigen wir \u00fcberall unseren Ausweis vor. Warum nicht auch im Netz?\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Gewiss, digitale Routinen und Praktiken k\u00f6nnen sich \u00e4ndern. Doch die Ausweiskontrolle steht einem niedrigschwelligen Zugang tendenziell entgegen und k\u00f6nnte potenzielle Nutzer abschrecken. Die Idee der Cyberpunk-Bewegung und fr\u00fcher Netzpioniere war es ja, einen Raum zu schaffen, in dem man ohne die Zw\u00e4nge der physischen Identit\u00e4t seine Meinung kundtun kann. <\/p>\n<p class=\"tspCHpa\">Dass die Anonymit\u00e4t im Netz, ein Grundpfeiler der Internetarchitektur, nun durch <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/leserbriefe\/klarnamenpflicht-im-netz-es-lauft-auf-identitatsprufung-fur-alle-hinaus-15272773.html?icid=in-text-link_15627081\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forderungen einer Klarnamenpflicht (Bundeskanzler Friedrich Merz)<\/a> unter Beschuss ger\u00e4t, zeigt, wie sich die Diskursf\u00fchrer von den Cyberutopien entfernt haben. <\/p>\n<p>Mehr Netzkultur im Tagesspiegel<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/europa-besitzt-regeln-aber-nicht-die-infrastruktur-wie-der-kampf-um-digitale-souveranitat-gelingen-soll-15609574.html?icid=topic-list_15627081___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" data-hydrate-props=\"{&amp;escapedquot;element&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;type&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;relatedContent&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;fieldMap&amp;escapedquot;:{},&amp;escapedquot;relation&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;fields&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;isPaid&amp;escapedquot;:true},&amp;escapedquot;href&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;\/gesellschaft\/europa-besitzt-regeln-aber-nicht-die-infrastruktur-wie-der-kampf-um-digitale-souveranitat-gelingen-soll-15609574.html&amp;escapedquot;,&amp;escapedquot;teaserTitle&amp;escapedquot;:{&amp;escapedquot;kicker&amp;escapedquot;:&amp;escapedquot;Europa besitzt Regeln, aber nicht die 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So k\u00f6nnte W Social am Ende zu einem elit\u00e4ren Club mit Lounge-Charakter werden. Die Trolle und Bots bleiben drau\u00dfen. Aber die interessanten Debatten vielleicht auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Elon Musks Plattform X erlebt eine Austrittswelle. Mal wieder. 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