{"id":1042622,"date":"2026-05-24T08:14:06","date_gmt":"2026-05-24T08:14:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1042622\/"},"modified":"2026-05-24T08:14:06","modified_gmt":"2026-05-24T08:14:06","slug":"200-jahre-klosterfrau-wie-eine-nonne-den-grundstein-einer-weltmarke-legte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/1042622\/","title":{"rendered":"200 Jahre Klosterfrau: Wie eine Nonne den Grundstein einer Weltmarke legte"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/klosterfrau-melissengeist-102.jpg\" alt=\"Verpackungen von Klosterfrau Melissengeist stehen auf einem Tisch.\" title=\"Verpackungen von Klosterfrau Melissengeist stehen auf einem Tisch. | Jens Eberl\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 23.05.2026 \u2022 18:18 Uhr<\/p>\n<p class=\"article-head__shorttext\">\n        <strong>Fast jeder kennt Klosterfrau &#8222;Melissengeist&#8220;, doch kaum jemand kennt die Geschichte dahinter. Zum 200. Geburtstag w\u00fcrdigt ein Buch das Leben der Nonne Maria Clementine Martin, die den Grundstein des Unternehmens legte.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                    <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/korrespondenten\/korrespondent-183.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n                                        <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Jens Eberl\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/eberl-101.jpg\"\/><br \/>\n                                    <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie verlor ihr Kloster, ihre Heimat, ihre wirtschaftliche Absicherung &#8211; und schuf dennoch eines der bekanntesten Gesundheitsprodukte Deutschlands: Maria Clementine Martin, Ordensfrau, Unternehmerin und Erfinderin des sp\u00e4ter weltber\u00fchmten Klosterfrau &#8222;Melissengeist&#8220;. Heute gilt sie als Pionierin einer Zeit, in der Frauen kaum wirtschaftliche Selbstst\u00e4ndigkeit zugestanden wurde.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das neue Buch &#8222;Klosterfrau &#8211; Eine Nonne erobert die Welt&#8220;, r\u00fcckt ihr Leben in den Mittelpunkt &#8211; p\u00fcnktlich zum 200-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Unternehmens Klosterfrau.<\/p>\n<p>    Von Br\u00fcssel \u00fcber Waterloo nach K\u00f6ln<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Maria Clementine Martin wurde 1775 in Br\u00fcssel geboren. Ihr Leben war gepr\u00e4gt von politischen Umbr\u00fcchen, Vertreibung und Unsicherheit. Die Franz\u00f6sische Revolution und die S\u00e4kularisation durch Napoleon zerst\u00f6rten vielerorts kl\u00f6sterliche Strukturen. Auch f\u00fcr die Nonne Martin bedeutete dies einen radikalen Einschnitt. Sie verlor den Schutz ihrer Gemeinschaft und musste sich in einer von M\u00e4nnern dominierten Gesellschaft neu behaupten.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ihre Reise soll sie bis an die Schlachtfelder von Waterloo und auch nach M\u00fcnster gef\u00fchrt haben. Erst 1825 fand sie in K\u00f6ln Zuflucht &#8211; am Fu\u00df des Doms, im Haus eines Domvikars. Dort begann eine Geschichte, die bis heute nachwirkt.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Das Buch &#8222;Klosterfrau &#8211; Eine Nonne erobert die Welt&#8220; von Martin Oehlen und Petra Pluwatsch, erschienen im Greven Verlag, beleuchtet das Leben von Maria Clementine Martin.\n                    <\/p>\n<p>    Bislang unver\u00f6ffentlichte Bilder<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Eindrucksvoll ist, wie sich die Nonne neu erfunden hat, nachdem die Kl\u00f6ster im Zuge der S\u00e4kularisation geschlossen wurden&#8220;, sagt Journalist und Autor Martin Oehlen, der die Biografie gemeinsam mit Petra Pluwatsch geschrieben hat. &#8222;Sie stand pl\u00f6tzlich buchst\u00e4blich auf der Stra\u00dfe: ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne den Schutz der Gemeinschaft, in der sie gelebt hat. Aber Maria Clementine Martin hat sich nicht unterkriegen lassen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In ihrem Buch st\u00fctzen sich die Autoren auf Recherchen im Klosterfrau-Firmenarchiv und in weiteren historischen Archiven. Entstanden ist ein eindrucksvoller Bildband mit mehr als 150 Abbildungen, viele davon bislang unver\u00f6ffentlicht, der das Leben der Ordensfrau und Unternehmerin nachzeichnet.<\/p>\n<p>    Vom lokalen Heilmittel zur internationalen Marke<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">1826 brachte Martin ein Produkt auf den Markt, das zun\u00e4chst als &#8222;\u00c4chtes Spanisches Carmeliter-Melissenwasser&#8220; oder &#8222;Carmelitergeist&#8220; bezeichnet wurde &#8211; der Ursprung des heutigen Klosterfrau &#8222;Melissengeists&#8220;. Ein Naturheilmittel, entwickelt aus klostermedizinischem Wissen \u00fcber Kr\u00e4uter und Heilpflanzen, gedacht als &#8222;Medizin der kleinen Leute&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Was zun\u00e4chst als lokales Heilmittel begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer internationalen Marke. Aus einem K\u00f6lner Heilmittelbetrieb des 19. Jahrhunderts ist eine international t\u00e4tige Gesundheitsgruppe geworden: Die Klosterfrau Healthcare Group, Herstellerin des traditionsreichen Klosterfrau &#8222;Melissengeists&#8220;, z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Unternehmen der deutschen Pharmabranche. Inzwischen umfasst das Portfolio rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungserg\u00e4nzungsmittel und Kosmetikprodukte, vertrieben in zahlreichen M\u00e4rkten weltweit.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nach Unternehmensangaben arbeiten rund 1.500 bis 1.700 Menschen f\u00fcr Klosterfrau; wichtige Produktionsstandorte liegen unter anderem in Berlin, w\u00e4hrend K\u00f6ln als historischer Stammsitz erhalten blieb. Trotz Marken wie &#8222;neo-angin&#8220; oder &#8222;nasic&#8220; gilt der Klosterfrau &#8222;Melissengeist&#8220; weiterhin als das pr\u00e4gende Symbol des Unternehmens.<\/p>\n<p>    Vork\u00e4mpferin mit Gesp\u00fcr f\u00fcr Vermarktung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Autorin Petra Pluwatsch beschreibt Maria Clementine Martin als Frau, die etablierte Rollenbilder praktisch infrage stellte. &#8222;Sie war eine Vork\u00e4mpferin der Emanzipation, ohne dass sie diese Vokabel je in den Mund genommen h\u00e4tte&#8220;, sagt Pluwatsch. &#8222;Sie stellte die etablierte Ordnung nicht durch Worte infrage, sondern durch Taten.&#8220; Auf ihre Art sei sie eine Heldin gewesen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dabei bewies die Unternehmerin offenbar auch Gesp\u00fcr f\u00fcr Vermarktung und \u00f6ffentliche Wirkung. Martin f\u00fchrte ihr Unternehmen unter dem Namen &#8222;Klosterfrau Maria Clementine Martin&#8220; &#8211; obwohl sie formal l\u00e4ngst keinem Kloster mehr angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sie erhielt zudem die Erlaubnis, das preu\u00dfische Wappen auf ihren Etiketten zu verwenden &#8211; ein fr\u00fches Zeichen f\u00fcr Glaubw\u00fcrdigkeit und Qualit\u00e4t. &#8222;Maria Clementine Martin verstand etwas von Werbung&#8220;, sagt Pluwatsch. Das bis heute bekannte Logo mit den drei stilisierten Nonnen entstand allerdings erst Jahrzehnte sp\u00e4ter, in den 1920er-Jahren.<\/p>\n<p>    Ein Festabend und ein Fenster im Dom<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In diesen Tagen feiert das Unternehmen sein 200-j\u00e4hriges Bestehen, unter anderem mit einem Festabend in der K\u00f6lner Flora. Dabei wird auch erstmals der &#8222;Maria Clementine Martin Award&#8220; verliehen, der gezielt Gr\u00fcnderinnen auszeichnet, die gesellschaftliche und gesundheitliche Innovationen voranbringen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Unternehmenskultur sei bis heute stark von der Gr\u00fcnderin gepr\u00e4gt, sagt Unternehmenssprecherin Laura Kiefer. &#8222;Ein Teil dieser Erfolgsgeschichte f\u00fchrt darauf zur\u00fcck, dass die Klosterfrau Group ihre Tradition bewahrt und gleichzeitig auf Innovationen setzt&#8220;, so Kiefer. &#8222;Dies ist nicht zuletzt der hohen Identifikation mit unserer Gr\u00fcnderin, Maria Clementine Martin, zuzuschreiben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Wie eng die Verbindung zwischen Marke und Stadt bis heute ist, zeigt sich inzwischen auch im K\u00f6lner Dom. Dort wurde j\u00fcngst ein Domfenster mit der Klosterfrau gesegnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 23.05.2026 \u2022 18:18 Uhr Fast jeder kennt Klosterfrau &#8222;Melissengeist&#8220;, doch kaum jemand kennt die Geschichte dahinter. 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