{"id":104490,"date":"2025-05-12T10:38:09","date_gmt":"2025-05-12T10:38:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/104490\/"},"modified":"2025-05-12T10:38:09","modified_gmt":"2025-05-12T10:38:09","slug":"corona-ursprung-wildtierhaendler-verschleppten-das-virus-vermutlich-ueber-tausende-kilometer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/104490\/","title":{"rendered":"Corona-Ursprung: Wildtierh\u00e4ndler verschleppten das Virus vermutlich \u00fcber Tausende Kilometer"},"content":{"rendered":"<p>Der Ursprung des Coronavirus ist immer noch heftig umstritten: Nun zeigen Forscher, dass der Erreger mit dem Wildtierhandel \u00fcber weite Strecken verschleppt worden sein k\u00f6nnte. Die Ergebnisse widersprechen auch der \u201eLaborhypothese\u201c der Pandemie.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Genetische Analysen legen nahe, dass das Pandemievirus Sars-CoV-2 \u00fcber den Handel mit Wildtieren sein Ausbruchsgebiet in China erreichte. Ein \u00e4hnliches Muster werde f\u00fcr den zuvor aufgetauchten Erreger Sars-CoV-1, Verursacher der Sars-Epidemie 2002\/2003, angenommen, berichtet ein Forscherteam im Fachjournal \u201e<a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell\/fulltext\/S0092-8674(25)00353-8\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.cell.com\/cell\/fulltext\/S0092-8674(25)00353-8&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Cell\u201c<\/a>. Dass die direkten Vorfahren von Sars-CoV-1 und Sars-CoV-2 die jeweiligen Ausbruchsorte allein \u00fcber die Ausbreitung bei Flederm\u00e4usen erreichten, sei mit Blick auf die geringe Mobilit\u00e4t dieser Tiere und das errechnete Alter der Erreger unwahrscheinlich.<\/p>\n<p>\u00dcber die Herkunft des Virus, das 2020 von der chinesischen Stadt Wuhan ausgehend die Corona-Pandemie ausl\u00f6ste, wird immer noch gestritten. Zuletzt wurde die Diskussion durch einen in seinen Details nicht n\u00e4her bekannten <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/article255671964\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;\/article255671964&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bericht des Bundesnachrichtendienstes<\/a> befeuert, der Erreger stamme angeblich aus einem chinesischen Labor. <\/p>\n<p>Auch die Folgen der Pandemie wirken sich weiterhin aus: So hat sich die Zahl der Menschen, die an einem chronischen Fatigue-Syndrom leiden (auch bekannt als ME\/CFS), laut Sch\u00e4tzungen seit der Pandemie auf rund 600.000 Betroffene deutschlandweit verdoppelt. Die volkswirtschaftlichen Kosten k\u00f6nnten sich auf mehr als 60 Milliarden Euro j\u00e4hrlich belaufen, teilte die ME\/CFS Research Foundation am Wochenende auf Basis einer neuen <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/mecfs-research.org\/news-costreport-long-covid-and-mecfs\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/mecfs-research.org\/news-costreport-long-covid-and-mecfs\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Modellierungsstudie<\/a> mit. ME\/CFS kann vermutlich als Langzeitkomplikation verschiedener Viruserkrankungen auftreten, darunter \u201eLong Covid\u201c. <\/p>\n<p>Die neue Studie in der Zeitschrift \u201eCell\u201c beleuchtet nun genauer den genetischen Stammbaum des Virus: Die engsten nachweisbaren Vorfahren von Sars-CoV-1 und Sars-CoV-2 existierten demnach jeweils weniger als ein Jahrzehnt vor dem \u00dcberspringen auf den Menschen. \u201eWir zeigen, dass das urspr\u00fcngliche Sars-CoV-1 in Westchina zirkulierte \u2013 nur ein bis zwei Jahre vor dem Auftreten von Sars in der Provinz Guangdong im S\u00fcden Zentralchinas\u201c, sagte Hauptautor Jonathan Pekar von der San Diego School of Medicine an der University of California, der inzwischen an der University of Edinburgh forscht. Sars-CoV-2 kursierte demnach in Westchina oder Nordlaos nur f\u00fcnf bis sieben Jahre vor dem Auftreten von Covid-19 in Wuhan. <\/p>\n<p>F\u00fcr nat\u00fcrliche Ausbreitung war der Weg zu lang<\/p>\n<p>Westchina oder Nordlaos liegen bis zu 2.700 Kilometer entfernt von Wuhan in Zentralchina. Das sei eine zu gro\u00dfe Entfernung f\u00fcr die errechnete Zeit, um \u00fcber die nat\u00fcrliche Ausbreitung des Hauptwirts, der Hufeisennase, bew\u00e4ltigt worden zu sein, schlie\u00dfen die Forscher um Pekar. Viel wahrscheinlicher sei, dass die Virusvariante von Wildtierh\u00e4ndlern \u00fcber Zwischenwirte dorthin gebracht wurde. Der Handel mit Wildtieren sei also eine Grundlage f\u00fcr das Auftreten von Covid-19 beim Menschen gewesen, hei\u00dft es im Fachjournal \u201eCell\u201c.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Studien h\u00e4tten nahegelegt, dass der Vorl\u00e4ufer des Menschen infizierenden Sars-CoV-1 wahrscheinlich durch Schleichkatzen (Paguma larvata) oder Marderhunde (Nyctereutes procyonoides) von der westchinesischen Provinz Yunnan in die mehr als tausend Kilometer entfernte Provinz Guangdong gebracht wurde. Diese Tiere werden h\u00e4ufig wegen ihres Fells und Fleisches gehandelt. <\/p>\n<p>Die aktuelle Analyse liefere nun den bisher st\u00e4rksten Hinweis darauf, dass der Ablauf bei Sars-CoV-2 ganz \u00e4hnlich war. \u201eBei Sars-CoV-2 sehen wir genau dasselbe Muster\u201c, sagte Mitautor Michael Worobey von der University of Arizona.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse widerspr\u00e4chen der These, dass zwar Sars-CoV-1 auf nat\u00fcrliche Weise entstand, Sars-CoV-2 aber vermutlich das Ergebnis eines Laborlecks war. Als ein Argument habe dabei gegolten, dass die Entfernung zwischen Wuhan und dem Fledermausvirus-Reservoir zu gro\u00df f\u00fcr einen Ursprung sei, der auf \u00dcbertragungen durch Tiere zur\u00fcckgehe, erl\u00e4uterte Mitautor Joel Wertheim von der University of California. \u201eDiese Arbeit zeigt, dass dies nicht ungew\u00f6hnlich und dem Auftreten von Sars-CoV-1 im Jahr 2002 sehr \u00e4hnlich ist.\u201c Sars-Cov-1 hatte eine weltweite Epidemie mit rund 800 Todesf\u00e4llen zur Folge, inzwischen gilt die Variante als ausgestorben.<\/p>\n<p>Nach dem Auftauchen von Sars-CoV-1 im Jahr 2002 und Sars-CoV-2 im Jahr 2019 waren in Hufeisennasen (Rhinolophidae) zirkulierende Sarbecoviren \u2013 zu denen beide Erreger geh\u00f6ren \u2013 verst\u00e4rkt untersucht worden. F\u00fcr Vergleiche werde in der Regel die Abfolge des Gesamtgenoms herangezogen, erl\u00e4utern die Forscher. Allerdings entsteht schnell ein sehr unscharfes Bild der Entwicklung, weil die Viren innerhalb ihrer Fledermauswirte eine gro\u00dfe Menge an Rekombinationen durchlaufen und dabei genetisches Material austauschen.<\/p>\n<p>\u201eWenn zwei verschiedene Viren dieselbe Fledermaus infizieren, ist das, was aus der Fledermaus herauskommt, manchmal eine Mischung aus verschiedenen Teilen beider Viren\u201c, erkl\u00e4rte Wertheim. \u201eDie Rekombination erschwert unser Verst\u00e4ndnis der Evolution dieser Viren, weil sie dazu f\u00fchrt, dass verschiedene Teile des Genoms eine unterschiedliche Evolutionsgeschichte haben.\u201c Die Entwicklung eines bestimmten Erregers l\u00e4sst sich dadurch auf dem herk\u00f6mmlichen Weg des Erbgutvergleichs kaum nachvollziehen.<\/p>\n<p>Die Forscher umgingen das Problem, indem sie nicht rekombinierende Regionen der 250 verf\u00fcgbaren Genome identifizierten und nur diese zur Ableitung der Evolutionsgeschichte verwendeten. Die Ergebnisse belegen demnach auch, dass Sars-CoV-\u00e4hnliche Viren schon seit Jahrtausenden in Westchina und S\u00fcdostasien zirkulieren. In dieser Zeit bewegten sie sich in \u00e4hnlicher Geschwindigkeit durch die Landschaft wie ihre Wirte, die Hufeisennasen.<\/p>\n<p>Diese Flederm\u00e4use haben typischerweise kleine Verbreitungsgebiete von durchschnittlich zwei bis drei Quadratkilometern Bewegung pro Nacht, wie es in der Studie hei\u00dft. Sie wanderten kaum und h\u00e4tten in der Summe eine sehr begrenzte Ausbreitungskapazit\u00e4t.<\/p>\n<p>Einschr\u00e4nkend geben die Forscher zu ihren Ergebnissen zu bedenken, dass es gro\u00dfe regionale L\u00fccken bei den erfassten Proben gibt, was die R\u00fcckschl\u00fcsse auf den genauen Entstehungsort von Sars-CoV-1 und Sars-CoV-2 verzerren k\u00f6nnte. Auch bei mehr Probennahmen sei nicht zu erwarten, den direkten Vorfahren der beiden Viren zu finden.<\/p>\n<p>Annett Stein, dpa\/mali<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Ursprung des Coronavirus ist immer noch heftig umstritten: Nun zeigen Forscher, dass der Erreger mit dem Wildtierhandel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":104491,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[162,41291,13,28985,28987,14,15,164,41290,12,45,10,8,9,11,103,104,41289],"class_list":{"0":"post-104490","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-welt","8":"tag-coronavirus","9":"tag-fledermaeuse","10":"tag-headlines","11":"tag-long-covid","12":"tag-me-cfs","13":"tag-nachrichten","14":"tag-news","15":"tag-pandemien","16":"tag-sars-schweres-akutes-atemnotsyndrom","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-texttospeech","19":"tag-top-news","20":"tag-top-meldungen","21":"tag-topmeldungen","22":"tag-topnews","23":"tag-welt","24":"tag-world","25":"tag-wuhan"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/114494433104220724","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104490"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104490\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/104491"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}